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Das Stereotyp der jüdischen Mutter

Die Projektion von Schuld und Differenz

Title: Das Stereotyp der jüdischen Mutter

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kristin Zettwitz (Author)

History - America
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„If they were wives they spent too much money. They were insatiably demanding as mothers, wanting more success and attention. They would not let their children, principally theirs sons, go into the world as ‘normal’“. Diese Arbeit soll das Stereotyp der jüdischen Mutter beleuchten, wie es nach Ende des 2. Weltkriegs in der amerikanischen Gesellschaft populär wurde und bis in die 1970er Jahre in zahlreichen Filmen, Romanen und durch Stand-Up Comedians bedient wurde. Danach sollte das Stereotyp von dem der JAP, der unverheirateten „Jewish American Princess“ abgelöst werden. Die diskursiven Entstehensprozesse und -mechanismen, die zur Popularisierung des Stereotyps der jüdischen Mutter führten, sollen im Laufe dieser Arbeit herausgearbeitet werden. Dabei soll das Stereotyp als Projektionsfläche für Ressentiments von Nichtjuden gegenüber Juden aber auch intraethnisch für Ängste der jüdischen Minderheit selbst, bedingt durch das stärkere Vordringen der Juden in die gehobene amerikanische Mittelschicht, plausibel dargestellt werden. Grundvoraussetzung für die Entstehung des Stereotyps war demnach die veränderte sozio-ökonomische Gesamtsituation der sich im Umbruch befindlichen amerikanischen Gesellschaft nach 1945 und der damit verbundene Aufstieg von Juden in gesellschaftliche und wirtschaftliche Sphären, in denen sie bislang nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maß anzutreffen waren. Dies meint sowohl die wellenartige Ansiedlung in bis dato mehrheitlich nichtjüdischen Vororten, als auch die Etablierung in typisch mittelständigen Berufsklassen bis hin zur generellen Übernahme der Lebensstandards der Mittelschicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Stereotyp: Was kennzeichnet eine jüdische Mutter?

2.1 Die jüdische Mutter als inter- und intraethnisches Stereotyp: Die diskursive Projektion von Schuld und Differenz

3. Schlussbetrachtung und Exkurs: die Jewish American Princess (JAP)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Popularisierung des Stereotyps der „jüdischen Mutter“ in der amerikanischen Gesellschaft nach 1945. Dabei analysiert sie, wie dieses Bild als Projektionsfläche für soziale Ängste, interethnische Ressentiments sowie intraethnische Identitätskonflikte während des gesellschaftlichen Aufstiegs der jüdischen Minderheit in die Mittelschicht instrumentalisiert wurde.

  • Sozio-ökonomische Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit in den USA
  • Die jüdische Mutter als diskursives Symbol für Schuld und Differenz
  • Wechselwirkungen zwischen Akkulturation, Genderrollen und Identitätskonstruktion
  • Der Übergang vom Stereotyp der jüdischen Mutter zur „Jewish American Princess“

Auszug aus dem Buch

2. Das Stereotyp: Was kennzeichnet eine jüdische Mutter?

„If they were wives they spent too much money. They were insatiably demanding as mothers, wanting more success and attention. They would not let their children, principally theirs sons, go into the world as ‘normal’“.

Das Stereotyp betrifft jüdische Frauen der zweiten Generation, die in Amerika geboren wurden und ist von der jüdischen Mutter des osteuropäischen Schtetls abzugrenzen: She [the American Jewish Mother] was not the Yiddishe Mama of the Old World, to whom immigrants longingly turned with sentimental songs and harsh comparisons to American sweethearts and wives. Rather, this representation of New World prosperity was an American-born Jewish Mother who pushed, wheedled, demanded, constrained, and was insatiable in her expectation and her wants. The guilt induced by the Old World was not her siren song; rather she demanded loyalty to herself and her impossible New World expectations (Prell 1999: 143).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Mechanismen hinter der Popularisierung des Stereotyps der jüdischen Mutter im Amerika nach 1945 zu untersuchen und als Projektionsfläche für gesellschaftliche Ängste zu deuten.

2. Das Stereotyp: Was kennzeichnet eine jüdische Mutter?: Dieses Kapitel charakterisiert das Stereotyp der jüdischen Mutter als janusköpfiges Konstrukt, das durch übersteigerte Zuwendung und Schuldzuweisungen manipulativen Einfluss auf die Familie ausübt.

2.1 Die jüdische Mutter als inter- und intraethnisches Stereotyp: Die diskursive Projektion von Schuld und Differenz: Hier wird analysiert, wie die jüdische Mutter zum Symbol für die verbliebene „Andersartigkeit“ der in die Mittelschicht aufsteigenden Juden wurde und wie diese Projektion intraethnische Identitätskonflikte zwischen den Geschlechtern widerspiegelt.

3. Schlussbetrachtung und Exkurs: die Jewish American Princess (JAP): Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und beschreibt die Ablösung des Mutter-Stereotyps durch das der „Jewish American Princess“ ab den 1970er Jahren als Fortführung geschlechtsspezifischer Projektionsmuster.

Schlüsselwörter

Jüdische Mutter, Stereotyp, Nachkriegsamerika, Akkulturation, Identität, Geschlechterrollen, Projektion, Antisemitismus, Assimilation, Mittelschicht, Schuldkomplex, Jewish American Princess, JAP, Konsumverhalten, Differenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Bedeutung des Stereotyps der „jüdischen Mutter“ in der amerikanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen soziale Umbruchprozesse, den Aufstieg von Juden in die amerikanische Mittelschicht, Gender-Konstruktionen sowie den Wandel von Stereotypen in Abhängigkeit von kulturellen Erwartungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die soziokulturellen Mechanismen herauszuarbeiten, durch die das Bild der jüdischen Mutter zur Projektionsfläche für Schuld, Identitätsängste und den Konflikt zwischen jüdischer Tradition und amerikanischer Assimilation wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise, um die Konstruktion von Identität und die Wirkung von Stereotypen in Literatur, Medien und populärkulturellen Diskursen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird analysiert, wie die jüdische Mutter als „ikonische“ Figur für die Differenz zur nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft diente und wie Männer jüdischer Herkunft dieses Stereotyp zur Verhandlung ihrer eigenen Ambivalenzen bezüglich ihres Status als Amerikaner nutzten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Akkulturation, Identitätskonstruktion, Geschlechterrollen, Projektion, Assimilation und die spezifisch amerikanische Ausformung jüdischer Geschlechterstereotypen.

Warum wird die jüdische Mutter als „janusköpfig“ bezeichnet?

Das Stereotyp ist janusköpfig, da die Frau sowohl als fordernde Ehefrau, die wirtschaftlichen Erfolg verlangt, als auch als erstickende, überfürsorgliche Mutter wahrgenommen wird, die ihre Kinder durch Schuldgefühle an sich bindet.

Wie unterscheidet sich die „Jewish American Princess“ (JAP) von der „jüdischen Mutter“?

Während die jüdische Mutter durch Überfürsorge und die Metapher des Essens definiert wird, ist die JAP durch Passivität und ein Leben ausschließlich durch Konsum gekennzeichnet, wobei sie den materiellen Wohlstand ohne eigene Arbeit einfordert.

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Details

Title
Das Stereotyp der jüdischen Mutter
Subtitle
Die Projektion von Schuld und Differenz
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Kristin Zettwitz (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V123004
ISBN (eBook)
9783640271320
ISBN (Book)
9783640271467
Language
German
Tags
Judentum Judaistik Kulturwissenschaft Cultural Studies Frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Zettwitz (Author), 2008, Das Stereotyp der jüdischen Mutter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123004
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