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Kopernikanische Wende im abendländischen Menschenbild?

Warum Theologen ihren Fuß in der Tür der Neurowissenschaftler behalten

Title: Kopernikanische Wende im abendländischen Menschenbild?

Seminar Paper , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kirstin Rosenzweig (Author)

Theology - Miscellaneous
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Diese Arbeit ist in drei Teile gegliedert. Zunächst gehe ich auf das jüdisch-christliche Menschenbild ein, das durch die moderne Hirnforschung in Frage gestellt wird. Sodann folgt als Gegenbild hierzu eine kontroverse Diskussion über den neuronalen Reduktionismus, für den mentale Zustände nichts anderes als physikalische Phänomene sind. Die Schlußbetrachtung versucht, die Grenzen der neuronalen Hirnforschung aufzuzeigen und bietet dadurch den Vertretern des abendländischen Menschenbilds die Chance zum Dialog mit den Neurowissenschaftlern. Es soll gezeigt werden, daß trotz der ernstzunehmenden neurowissenschaftlichen Ergebnisse, die das Menschenbild verändern könnten, letzten Endes die Theologen ihren Fuß in der Tür der Neurowissenschaftler behalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Das jüdisch-christliche Menschenbild

1.1. Vorbemerkung

1.2. Das Menschenbild im AT

1.2.1. Ganzheitliches Verständnis vom Menschen

1.2.2. Wesensbestimmung des Menschen

1.3. Das Menschenbild im NT

1.3.1. Vorbemerkung

1.3.2. Der Kern des christlichen Menschenbildes

1.3.3. Das Menschenbild Jesu

1.3.4. Das Menschenbild des Paulus

2. Der Neurowissenschaftliche Standpunkt

2.1. Vorbemerkung zum neuronalen Reduktionismus

2.2. Materialistische Deutung: Der eliminative Physikalismus

2.2.1. Der Mensch - nichts anderes als ein neuronaler Automat?!

2.2.2. Anfragen an den eliminativen Physikalismus

2. 3. Das Körper-Geist-Problem

2.3.1. Ein Trilemma

2.3.2. Das Argument der Erklärungslücke

2.4. Das Rätsel des Bewußtseins – die Tür bleibt offen!

Das Rätsel der Qualia

2.5. Das Rätsel des Zusammengehens von Erster- und Dritter-Person-Perspektive

2.5.1. Problemstellung

2.5.2. Die Erste- und Dritte-Person-Perspektive in ihrer rätselhaften Verstrickung

3. Schlußbetrachtung: Was bleibt?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem jüdisch-christlichen Menschenbild und den Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften. Das zentrale Ziel ist es, den Dialog zwischen Theologie und Hirnforschung zu fördern, indem aufgezeigt wird, dass trotz des materialistischen Reduktionismus wesentliche menschliche Dimensionen wie Bewusstsein, Würde und personale Identität als rätselhaft und nicht vollständig reduzierbar erhalten bleiben.

  • Das biblische Verständnis des Menschen als ganzheitliche Leib-Seele-Einheit
  • Die Herausforderung des neuronalen Reduktionismus und des eliminativen Physikalismus
  • Die philosophische Problematik des Körper-Geist-Verhältnisses und der Qualia
  • Die Unüberbrückbarkeit der Kluft zwischen Erster- und Dritter-Person-Perspektive
  • Die Bedeutung der Emergenztheorie als Brückenschlag für den interdisziplinären Dialog

Auszug aus dem Buch

2.4. Das Rätsel des Bewußtseins – die Tür bleibt offen!

Auch wenn der neuronale Reduktionismus über einen hohen Erklärungswert verfügt, so ist er dennoch nicht in der Lage zu erklären:

„Welche denkbare Verbindung besteht zwischen bestimmten Bewegungen bestimmter Atome in meinem Gehirn einerseits, andererseits den für mich ursprünglichen, nicht weiter definierbaren, nicht wegzuleugnenden Tatsachen: ‘Ich fühle Schmerz, fühle Lust; ich schmecke Süßes, rieche Rosenduft, höre Orgelton, sehe Roth’... Es ist eben durchaus und für immer unbegreiflich, dass es einer Anzahl von Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff, Sauerstoff- usw. Atomen nicht sollte gleichgültig sein, wie sie liegen und sich bewegen, wie sie lagen und sich bewegten, wie sie liegen und sich bewegen werden. Es ist in keiner Weise einzusehen, wie aus ihrem Zusammensein Bewusstsein entstehen könne.“

Diese Worte stammen aus dem Vortrag von Emil DU BOIS-REYMOND, den er 1872 anläßlich der Naturforscherversammlung in Leipzig gehalten hat. Er hat also schon damals auf die Erlebnisgehalte, die Qualia, angespielt, und die fehlende epistemische Verbindung, die zwischen Gehirn und Qualia besteht, betont. Qualia sind subjektive Erlebnisgehalte des phänomenalen Bewußtseins, ja „phänomenale Eigenschaften erster Ordnung“. Entscheidend für diese ist die spezifische Weise des je eigenen Erlebens oder wie NAGEL sagt, daß es auf das „what it is like“ ankommt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderung der Neurowissenschaften für das traditionelle Menschenbild und stellt die Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von christlicher Anthropologie und naturwissenschaftlicher Hirnforschung.

1. Das jüdisch-christliche Menschenbild: Dieses Kapitel erläutert das biblische Verständnis des Menschen, das durch Ganzheitlichkeit, Gottoffenheit und eine unveräußerliche, von Gott verliehene Würde geprägt ist.

2. Der Neurowissenschaftliche Standpunkt: Es wird die Herausforderung durch den neuronalen Reduktionismus dargestellt, der mentale Zustände auf physikalische Vorgänge reduziert und die Alltagserfahrung des Menschen in Frage stellt.

3. Schlußbetrachtung: Was bleibt?: Die Schlußbetrachtung synthetisiert die Ergebnisse und zeigt auf, dass trotz neurowissenschaftlicher Fortschritte eine "Erklärungslücke" bestehen bleibt, die Raum für einen konstruktiven Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaft lässt.

Schlüsselwörter

Neurowissenschaften, Theologie, Menschenbild, Bewusstsein, Leib-Seele-Einheit, Reduktionismus, Physikalismus, Qualia, Erste-Person-Perspektive, Dritter-Person-Perspektive, Emergenztheorie, Freiheit, Würde, Körper-Geist-Problem, Hirnforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen dem christlichen Menschenbild und modernen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, um Möglichkeiten für einen fruchtbaren Dialog zwischen diesen Disziplinen aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören das biblische Menschenbild, die Kritik am neuronalen Reduktionismus, das Leib-Seele-Problem sowie die philosophische Reflexion über Bewusstsein und die Subjektivität der Erste-Person-Perspektive.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob das christliche Menschenbild angesichts der Hirnforschung Bestand haben kann oder ob es durch deren Ergebnisse entwertet wird, und ob eine Brücke zwischen beiden Sichtweisen möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre hermeneutische Herangehensweise, die theologische Anthropologie mit aktuellen Erkenntnissen der Philosophie des Geistes und der Neurowissenschaften verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des jüdisch-christlichen Menschenbildes und die kritische Auseinandersetzung mit dem neuronalen Reduktionismus und eliminativen Physikalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Neurowissenschaften, Theologie, Menschenbild, Bewusstsein, Qualia, Leib-Seele-Einheit und Emergenz bestimmt.

Was bedeutet in diesem Kontext das "Körper-Geist-Problem" in Form eines Trilemmas?

Das Trilemma beschreibt drei Thesen, die nicht gleichzeitig wahr sein können: die Existenz zweier ontischer Bereiche, die kausale Wirksamkeit des Mentalen und die kausale Geschlossenheit des Physikalischen.

Warum reicht laut der Autorin das Fachwissen über das Gehirn nicht aus, um menschliches Erleben vollständig zu erklären?

Weil alle neurowissenschaftlichen Untersuchungen methodisch auf die Dritte-Person-Perspektive (Außenansicht) angewiesen sind, während die eigentliche Innenperspektive und das Erleben (Qualia) einen privaten, subjektiven Zugang erfordern, der für die Wissenschaft unzugänglich bleibt.

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Details

Title
Kopernikanische Wende im abendländischen Menschenbild?
Subtitle
Warum Theologen ihren Fuß in der Tür der Neurowissenschaftler behalten
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Katholische Fakultät)
Course
Theologie und Neurowissenschaften
Grade
1,0
Author
Kirstin Rosenzweig (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V123022
ISBN (eBook)
9783640279760
ISBN (Book)
9783640283446
Language
German
Tags
Kopernikanische Wende Menschenbild Theologie Neurowissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirstin Rosenzweig (Author), 2008, Kopernikanische Wende im abendländischen Menschenbild?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123022
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