Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Familienform, in der Kinder leben, und deren Bildungserfolg?


Hausarbeit, 2008
24 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herleitung der Forschungsfrage

3. Modalitäten der Datenerhebung

4. Operationalisierung der Daten

5. Darstellung der Ergebnisse

6. Interpretation

7. Zusammenfassung Literaturverzeichnis

Tabellenanhang

1. Einleitung

Die Familie als “fundamentaler Träger kindlicher Sozialisation” heißt es im Zweiten Familienbericht von 1975 (S.17). Im Verlauf der letzten 35 Jahre konnte man gut beobachten, wie sich die Haushalts- und Lebensformen immer stärker ausdifferenzieren. Familie ist nicht immer gleichbedeutend mit der Beziehung “Mutter- Vater-Kind/er”. Ein Teil der Kinder unserer Gesellschaft wächst nur bei einem Elternteil oder bei Stiefeltern auf. Hinzu kommt, dass in keinem anderen Land der systematische Zusammenhang zwischen familiären Lebensverhältnissen so “straff” wie in Deutschland ist, mit der Folge, dass 22,5% der Jugendlichen zur potenziellen Risikogruppe der schwachen Leser gehören (Wissenschaftlicher Beirat für Familienfragen, Die bildungspolitische Bedeutung der Familie, S. 1). In meiner Themenstellung interessiert mich der Zusammenhang, der zwischen der Familienform, in der Kinder leben, und dem Bildungserfolg der Kinder besteht. Ist etwas wahres an der vieldiskutierten Behauptung, dass Kinder von allein erziehenden Vätern/Müttern, tendenziell nicht so gut in der Schule abschneiden, oder haben auch sie die gleichen Chancen und Voraussetzungen. Dieser und weiteren Fragen, werde ich mit einer quantitativen Sekundäranalyse von Daten aus dem Deutschen Bildungsbericht von 2006 und der PISA 2000 Studie nachgehen. Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich zunächst die Forschungsfrage näher betrachten und die theoretischen Vorüberlegungen dokumentieren. Es folgt eine Darstellung der Modalitäten der Datenerhebung der einzelnen Datenquellen. Im Anschluss werde ich unter dem Punkt Operationalisierung zeigen, wie ich diese Daten für meine Forschungsfrage verwendet habe. Mit Punkt 5, der Darstellung der Ergebnisse, wird die Forschungsfrage dann beantwortet. Im letzten Teil der Hausarbeit, stelle ich meine eigene Interpretation der Ergebnisse an und gebe abschließend eine kurze Zusammenfassung. 3

Am Beginn jeder empirischen Untersuchung steht eine Forschungsfrage. Sie soll das Erkenntnisinteresse des Untersuchenden aufzeigen und dessen Aufmerksamkeit während der Untersuchung steuern. In meinem Fall richtet sich das Erkenntnisinteresse darauf, eine möglichst exakte Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Familienform und Bildungserfolg der Kinder zu erhalten (vgl. Helmut Kromrey, Studienbrief 03607, S. 51). Es werden keine neuen Daten erhoben, sondern es handelt sich um eine Sekundäranalyse von bereits vorhandenem Material aus dem Bildungsbericht für Deutschland von 2006 und der PISA 2000 Studie. Normalerweise leitet laut Gläser und Laudel (2004, S.60) die Untersuchungsfrage auch die Materialerhebung und die Wahl der Untersuchungsstrategie an. Dies ist hier nicht der Fall, da die Daten bereits vorliegen.

Die Bildungssituation von Kindern wird heutzutage durch viele verschiedene familiäre Faktoren beeinflusst. Unter anderem durch die steigende Zahl Alleinerziehender, das Sinken der durchschnittlichen Geschwisterzahl, das steigende Alter bei Erstelternschaft sowie eine abnehmende Stabilität von Familienstrukturen, die sich z.B. in der wachsenden Anzahl von Ehescheidungen zeigt. Hinzu kommt, dass immer mehr Kinder bei einem geschiedenen Elternteil leben. (Bildungsbericht 2006, S. 16)

Der Teil A6 des Bildungsberichtes von 2006 beschäftigt sich mit diesen veränderten Familien- und Lebensformen (S.16 ff.). Gleich zu Beginn heißt es: “Die Familie ist Ausgangspunkt und Grundlage jeder Bildungsbiographie” (S.16). Welche Rolle genau dabei der Familientyp spielt, wird sich im weiteren Verlauf der Arbeit zeigen.

Der Familientyp ist eine von mehreren wichtigen Variablen, die in dieser Arbeit genauer betrachtet werden. Variablen sind begrifflich 4 definierte Merkmale (Eigenschaften) von Objekten, die mehrere Ausprägungen (mehrere unterschiedliche Zustände hinsichtlich der interessierenden Eigenschaft) annehmen können (Helmut Kromrey, Studienbrief 03607, S 165).

Kurz: Variable = Begriff + (mindestens 2) Ausprägungen

Zur Beantwortung der Forschungsfrage werde ich 6 verschiedene Tabellen aus 3 unterschiedlichen Datenquellen auswerten und interpretieren. Diese werde ich nun kurz mit den enthaltenen Variablen vorstellen und meine Hypothesen anfügen. Die ausführlichen Erläuterungen zur Datenmodalität sowie zur Operationalisierung der Daten für meine Zwecke folgen in den Gliederungspunkten 3 und 4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Modalitäten der Datenerhebung

Meiner Arbeit liegen Daten aus 3 verschiedenen Quellen zu Grunde. Im folgenden geht es darum zu zeigen, wie diese Daten erhoben worden und was sie aussagen.

Ich beginne mit meiner ersten Quelle, den Daten aus dem Deutschen Bildungsbericht 2006. Es handelt sich hierbei um dem ersten, gemeinsam von Bund und Ländern in Auftrag gegebenen Bericht zur Bildung in Deutschland. Der Bericht ist eine datengestützte Analyse von Bildung in Deutschland; er verzichtet auf Wertungen und Empfehlungen (Bildungsbericht 2006, Einleitung, S.6/7). Die Daten für den Bildungsbericht werden in erster Linie durch die amtliche Statistik (z.B. Mikrozensus), aber auch durch sonstige, vor allem im Rahmen der Forschung erhobene und regelmäßig verfügbar gemachte Daten bereitgestellt (www.bildungsbericht.de, Service, Datenquellen).

Für meine beiden aus dem Bildungsbericht verwendeten Tabellen dienen eigene Berechnungen auf Grundlage des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes als Datenquelle. Der Mikrozensus ist die amtliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und des Arbeitsmarkt, an der jährlich 1% aller Haushalte in Deutschland beteiligt sind (laufende Haushaltsstichprobe). Es handelt sich um eine Zufallsstichprobe, bei der alle Haushalte die gleiche Auswahlwahrscheinlichkeit haben. Es wird eine einstufige geschichtete Flächenstichprobe durchgeführt. Dabei werden aus dem Bundesgebiet Flächen (Auswahlbezirke) ausgewählt, in denen alle Haushalte und Personen befragt werden. Jedes Jahr wird ein Viertel aller in der Stichprobe enthaltenen Haushalte ausgetauscht, d.h. jeder Haushalt bleibt vier Jahre in der Stichprobe. Man nennt dies auch Verfahren der partiellen Rotation (www.destatis.de, Statistisches Bundesamt Deutschland, Wissenschaftsforum, Methoden und Verfahren, Mikrozensus - Zur Erhebung). In Abb.A6-1 werden eigene Berechnungen auf Grundlage des Mikrozensus 2004 verwendet. Die Tabelle A6-1A wurde mit eigenen Berechnungen der jährlichen Mikrozensus-Ergebnisse von 1975 bis 2004 erstellt. Allerdings lagen hier 1983 und 1984 keine Daten aus dem Mikrozensus vor.

Der Mikrozensus ist auch die Quelle meiner dritten verwendeten Tabelle aus dem Datenreport “Die Familie im Spiegel der amtlichen Statistik” von 2003. Hier wurden die Angaben über die Bevölkerung in Privathaushalten verwendet. Dabei handelt es sich bis 1995 um Schätzungen aus Ergebnissen des Mikrozensus und ab 1996 um direkte Ergebnisse des Mikrozensus. Zu beachten ist, dass die seit 1996 gestellte Frage zur Lebenspartnerschaft freiwillig beantwortet werden konnte.

Meine letzten drei Tabellen stammen aus der PISA 2000 Studie. Die PISA-Studien der OECD sind internationale Schulleistungsuntersuchungen, die seit dem Jahr 2000 im Dreijahresrhythmus in den meisten Mitgliedsstaaten der OECD und immer mehr Partnerstaaten durchgeführt werden. Ihr Ziel ist es die alltags- und berufsrelevanten Kenntnisse und Fähigkeiten 15- jähriger Schüler zu messen (Wikipedia, Stichwort: PISA-Studien). Bei der Stichprobenziehung wurden auf der ersten Stufe 220 Schule nach dem festgelegten Stichprobenplan ausgewählt. Auf der zweiten Stufe wurden innerhalb der ausgewählten Schulen Zufallsstichproben von 15-Jährigen gezogen. Die durchschnittliche Teilnahmequote in Deutschland betrug auf Schülerebene 86 Prozent. Damit genügt die in Deutschland realisierte Stichprobe allen internationalen Qualitätsanforderungen (Deutsches PISA- Konsortium, PISA 2000, leske+budrich, S. 37). Der Test selbst umfasst eine zweistündige “kognitive” Testsitzung sowie eine knapp einstündige Fragebogensitzung mit Fragen zum familiären Hintergrund, zum schulischen Umfeld, zu Lerngewohnheiten und vielem mehr (Wikipedia, Stichwort: PISA-Studien).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Familienform, in der Kinder leben, und deren Bildungserfolg?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Empirische Bildungsforschung / Methoden
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
24
Katalognummer
V123073
ISBN (eBook)
9783640274109
ISBN (Buch)
9783640274147
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Prüfers: "In ihrer Hausarbeit legt die Verfasserin ihre Forschungsfrage detailliert dar und zieht dabei zusätzliche Bezüge aus der Literatur ein. Ebenfalls wird die Forschungsmethode - hier die Sekundäranalyses - beschrieben. Dabei werden die Erhebungsmodalitäten der Primärstudien berücksichtigt. Die Ergebnispräsentation ist übersichtlich und detailliert. Die Darstellung der Quellen ist als hervorragend zu bezeichnen. Bei der Interpretation der Ergebnisse zeigt die Verfasserin überzeugende Argumente auf und leistet eine zutreffende Beantwortung der Forschungsfrage."
Schlagworte
Welcher, Zusammenhang, Familienform, Kinder, Bildungserfolg, Empirische, Bildungsforschung, Methoden
Arbeit zitieren
Daniela Frenzel (Autor), 2008, Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Familienform, in der Kinder leben, und deren Bildungserfolg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123073

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