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Migration, Geschlecht und Schule - Zur Pluralität der wissenschafltichen Zugänge

Título: Migration, Geschlecht und Schule - Zur Pluralität der wissenschafltichen Zugänge

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2008 , 74 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Mira Lange (Autor)

Sociología - Trabajo, Educación, Organización
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Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA 2000 wird das deutsche Schulsystem aufgrund der offensichtlichen Reproduktion sozialer Disparitäten kritisiert. In der internationalen Studie wird zum ersten Mal die soziale Herkunft von SchülerInnen ermittelt und mit deren schulischen Leistungen bzw. erreichten Kompetenzen in Verbindung gesetzt. Hierbei wird deutlich, dass- insbesondere in Deutschland- die Sozialschichtzugehörigkeit der Herkunftsfamilie mit den erreichten Lernständen der SchülerInnen korreliert.Ebenso liefern die Ergebnisse von PISA, dass Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem deutlich schlechter gestellt sind als ihre deutschen MitschülerInnen. Es stellt sich die Frage, welches sind die Ursachen für diese ungleiche Bildungssituation. Die folgende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Situation von SchülerInnen mit Migrationshintergrund im Kontext des schulischen Bildungsprozesses unter Berücksichtigung des Geschlechts.

Es gibt zurzeit eine Fülle von Erklärungsansätzen, Konzepten und Modellen, die zur Thematik von Migration, Schule und Geschlecht angeboten wird. Im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs werden die Ursachen für die ungleiche Bildungsbilanz recht differenziert behandelt; WissenschaftlerInnen sind sich hier offensichtlich nicht einig. Für den/die PraktikerIn ist es schwierig, klare Schlüsse daraus zu ziehen. Aus diesem Grund ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit, aus der großen Fülle der vorhandenen Erklärungsansätze und Paradigmen eine Systematik zu entwickeln sowie das komplexe Thema klarer zu strukturieren. Demnach handelt es sich nicht um rein deskriptive Arbeit zur Bildungssituation von SchülerInnen mit Migrationshintergrund unter Berücksichtigung des Geschlechts, sondern darüber hinaus handelt es sich darum, die wissenschaftliche Handhabung des Themas zu beleuchten und zu systematisieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DATENLAGE ZUR SCHULISCHEN BILDUNG IN DEUTSCHLAND

1.1. PISA und zentrale Befunde

1.2. Soziale Herkunft

1.3. PISA und SchülerInnen mit Migrationshintergrund

1.4. Bildungsgänge und Migration

2. WISSENSCHAFTLICHE ZUGÄNGE ZUR KLÄRUNG FÜR DIE SCHLECHTE BILDUNGSBILANZ BEI SCHÜLERINNEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

2.1. Systemimmanente Zugänge/ schulsystemische Ansätze Institution Schule

2.1.1. Institutionelle Diskriminierung

2.1.2. Der monolinguale Habitus

2.1.3. Selektivität des deutschen Schulsystems - soziale Selektion durch LehrerInnen

2.1.4. Dreigliedrigkeit des deutschen Schulsystems

2.2. Familiale sozialisationsbedingte Ansätze

2.2.1. Sozio- ökonomische Faktoren

2.2.2. Sozial- psychologische Zugänge

2.2.3. Kulturalistischer Zugang

2.3. Ressourcenorientierte Zugänge

2.4. Sozial- konstruktivistischerZugang

3. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die ungleiche Bildungssituation von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem unter Einbeziehung der Geschlechterdimension, um aus der Fülle theoretischer Erklärungsansätze eine Systematik zu entwickeln und das komplexe Thema zu strukturieren.

  • Analyse der Datenlage zur schulischen Bildung anhand von PISA-Ergebnissen
  • Untersuchung systemimmanenter schulischer Faktoren wie institutioneller Diskriminierung
  • Erörterung familialer sozialisationsbedingter Einflussfaktoren
  • Betrachtung ressourcenorientierter Ansätze zur Erklärung von Bildungserfolgen
  • Sozial-konstruktivistische Perspektiven auf Ethnisierung und Geschlechterrollen im Schulalltag

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Institutionelle Diskriminierung

Ein Beispiel für einen schulsystemischen Zugang bietet der Ansatz der institutionellen Diskriminierung, da Mechanismen der Diskriminierung in Institutionen bzw. in der Organisation Schule gesucht werden. Dabei sind nicht rassistische Sichtweisen und Gedankenstrukturen von einzelnen Akteuren bedeutend, sondern Diskriminierungen, die durch strukturelle Verankerungen in den Institutionen erzeugt werden.

Der Ursprung des Ansatzes der institutionalisierten Diskriminierung liegt in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegungen der sechziger Jahre. Hier sprachen Hamilton und Carmichael, zwei Protagonisten der Black- Power Bewegung, erstmalig von einem institutionellen Rassismus. Dabei beziehen sie sich auf eine statistische erwiesene überproportional höhere Säuglingssterblichkeit unter der schwarzen Bevölkerung im Vergleich zur Weißen. Die Ursachen für dieses demographische Phänomen wird von Hamilton und Carmichael mit struktureller Armut, unzureichender Ernährung, mangelhafter medizinischer Versorgung und der Entstehung von schwarzen Elendvierteln in Verbindung gebracht. Auch in Großbritannien wird der Ansatz seit den 1970er Jahren diskutiert, vorwiegend im Erziehungswesen im Rahmen der antirassistischen Erziehung. Der Ansatz des institutionellen Rassismus grenzt sich von den individualisierenden sozialpsychologischen Rassismuskonzepten und Defizitansätzen ab und schafft dadurch eine neue Perspektive. Zuvor werden die Ursachen sozialer Benachteiligungen von Minderheiten den Betroffenen zugesprochen. In Abgrenzung zu dieser einseitigen Perspektive wird nun der Fokus auf das organisatorische Handeln von gesellschaftlichen Institutionen gelenkt. Bei dem Untersuchungsansatz geht es darum, transparent zu machen wie Diskriminierungen erzeugt werden. Zur Überprüfung dieser Annahme werden statistische Vergleichswerte hinzugezogen, um zu veranschaulichen,

„dass bestimmte soziale Gruppen in spezifischen institutionellen Arrangements systematisch weniger Belohnungen (z.B. qualifizierte Schulabschlüsse oder berufliche Aufstiegsmöglichkeiten) erhalten, als klar identifizierbare Vergleichsgruppen.“

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse durch die Reproduktion sozialer Disparitäten im Bildungssystem und das Ziel, eine Systematik für die Erklärungsansätze zu entwickeln.

1. DATENLAGE ZUR SCHULISCHEN BILDUNG IN DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel liefert eine empirische Grundlage mittels PISA-Ergebnissen, die den Zusammenhang zwischen Herkunft, Migration und Schulleistungen belegen.

2. WISSENSCHAFTLICHE ZUGÄNGE ZUR KLÄRUNG FÜR DIE SCHLECHTE BILDUNGSBILANZ BEI SCHÜLERINNEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND: Dieses Kernkapitel diskutiert differenziert systemimmanente, familiale und konstruktivistische Erklärungsmodelle für die Bildungsbenachteiligung.

3. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit resümiert, dass die Ansätze monokausal sind und erst in einer interdisziplinären Zusammenschau ein vollständiges Bild der komplexen Bildungsrealität ermöglichen.

Schlüsselwörter

Migration, Bildung, Schule, Geschlecht, PISA, Institutionelle Diskriminierung, Monolingualer Habitus, Selektion, Sozialisation, Kulturelles Kapital, Bildungsaufstieg, Ethnisierung, Doing Gender, Adoleszenz, Biographieforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die schlechte Bildungsbilanz von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem unter Berücksichtigung des Geschlechts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die schulischen Rahmenbedingungen, familiale Sozialisationsfaktoren sowie die Wechselwirkungen zwischen Herkunft, Migration und Bildungserfolg.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aus der Fülle vorhandener Erklärungsansätze eine Systematik zu entwickeln, um das komplexe Thema Migration, Schule und Geschlecht besser zu strukturieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender empirischer Studien, PISA-Daten sowie qualitative biographische Forschungsansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in systemimmanente Zugänge (Schulstruktur), familiale Ansätze (Kapitalformen), ressourcenorientierte Perspektiven und sozial-konstruktivistische Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, kulturelles Kapital, Selektivität des Schulsystems und Doing Gender charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der ressourcenorientierte Ansatz von anderen?

Im Gegensatz zu den meist defizitorientierten Modellen fokussiert dieser Zugang auf positive Faktoren und Kompetenzen, die trotz Migrationshintergrund zum Bildungserfolg führen.

Was bedeutet der „monolinguale Habitus“ im schulischen Kontext?

Dieser Begriff beschreibt die habituelle Orientierung der Lehrerschaft, die deutsche Sprache als alleinige Bildungsvoraussetzung zu setzen und sprachliche Vielfalt als Abweichung statt als Potenzial zu behandeln.

Welche Rolle spielt die familiale Sozialisation für den Bildungserfolg?

Sie wird durch die Verfügbarkeit von ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital sowie durch die Bildungsaspiration der Eltern und deren Stellung in der sozialen Hierarchie bestimmt.

Wie wird das Konzept „Doing Gender“ in der Arbeit angewendet?

Es dient dazu, Geschlechterzugehörigkeit nicht als statisches Merkmal zu betrachten, sondern als Prozess, in dem durch soziale Interaktionen im Schulalltag geschlechtsspezifische Stereotype konstruiert werden.

Final del extracto de 74 páginas  - subir

Detalles

Título
Migration, Geschlecht und Schule - Zur Pluralität der wissenschafltichen Zugänge
Universidad
University of Frankfurt (Main)
Calificación
2,0
Autor
Mira Lange (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
74
No. de catálogo
V123082
ISBN (Ebook)
9783640280001
ISBN (Libro)
9783640283569
Idioma
Alemán
Etiqueta
Migration Geschlecht Schule Pluralität Zugänge
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mira Lange (Autor), 2008, Migration, Geschlecht und Schule - Zur Pluralität der wissenschafltichen Zugänge, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123082
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