Nachdem 1987 das erste Handy auf den Markt kam, welches zunächst ausschließlich zum telefonischen Nutzen zu gebrauchen war, dauerte es annähernd 5 Jahre, ehe 1992 die SMS (Short Message Service) als Weiterentwicklung zur herkömmlichen Telefonkommunikation möglich war.
Die erste SMS, wenn auch zu Testzwecken, wurde noch im selben Jahr in England verschickt. 1994 folgte dann durch die Firma NOKIA die erste serienmäßige Herstellung eines SMS-fähigen Mobiltelefons. Die SMS wurde zunächst als kostenlose Zusatzfunktion zum Telefongespräch angeboten. Nicht zuletzt dieser anfänglich kostenfreien Nutzung ist es zu verdanken, dass sich diese neue Form der mobilen Kommunikation rasch verbreitete und der „Siegeszug“ der SMS nicht mehr aufzuhalten war. Als „Nebenprodukt des Mobiltelefonierens“ geplant und vor allem für Werbe- und Informationszwecke von Seiten des Mobilfunkanbieters an den Nutzer gedacht, entwickelte sie sich innerhalb weniger Jahre zu einem unabdingbaren Service und zu einer nicht zu unterschätzenden Einnahmequelle für die Mobilfunkanbieter.
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte der SMS-Kommunikation
2. Merkmale der SMS-Kommunikation
2.1 Abgrenzung des Begriffs: „SMS-Kommunikation“
2.2 Motive und Funktion der SMS
2.3 Schriftsprachliche Besonderheiten
2.3.1 Formale und grammatikalische Abweichungen
2.3.2 Lexikalische Besonderheiten
2.3.3 Graphostilistische Mittel
3. Vorschläge für den Deutschunterricht
3.1 Didaktische Überlegungen
3.2 Mögliche Unterrichtsgestaltung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Phänomene der SMS-Kommunikation und deren Relevanz für den schulischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf den Deutschunterricht an Gymnasien. Das Ziel ist es, die spezifischen Merkmale der Kurznachrichtensprache zu analysieren und didaktische Ansätze zu entwickeln, um Jugendliche zur Reflexion über ihre tägliche Medienpraxis anzuregen.
- Historische Entwicklung und Verbreitung der SMS-Technologie
- Linguistische Analyse von SMS-spezifischen Merkmalen (Abkürzungen, Graphostilistik)
- Abgrenzung der SMS-Kommunikation von anderen neuen Medien
- Didaktische Möglichkeiten zur Thematisierung im Fach Deutsch
- Förderung der Medienkompetenz und Sprachreflexion bei Schülern
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Graphostilistische Mittel
Die sogenannten graphostilistischen Mittel können in vielfältiger Form vorkommen. Bekannt durch die Verwendung in der Werbung ist vor allem der Einsatz von Binnenmajuskeln. Ein Buchstabe innerhalb eines Wortes wird zu Zwecken der Hervorhebung als Großbuchstabe eingesetzt. Neben der Hervorhebung können somit auch Leerzeichen eingespart werden und somit im Extremfall ganze Sätze zusammenrücken („KommstDuHeuteZuMir?“). Allerdings haben empirische Erhebungen gezeigt, dass dieses graphostilistische Mittel nur sehr selten zur Anwendung kommt, da der Aufwand (die Tastenkombination für Großbuchstaben wird meist gescheut) relativ hoch ist.
Die bekanntesten und wohl verbreitetsten dieser Besonderheiten sind die sogenannten Smileys oder Emoticons. Ursprünglich aus der Internetkommunikation stammend, sind sie Ausdruck von Beziehungsbotschaften. Sie unterstreichen oft nochmals den textlichen Inhalt oder helfen bei dessen Deutung. Wenn also hinter dem Satz „Wir sehen uns dann nachher!“ noch das Emoticon :-D zu finden ist, soll damit die Freude des Absenders über diesen Sachverhalt mitgeteilt werden. Inwischen hat sich hauptsächlich im Internet eine “Servicelandschaft” entwickelt, die den Anwendern Beispiele für verschiedene Emoticons darbietet. Eine kleinere Auswahl und deren Bedeutung soll im Folgenden angeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Geschichte der SMS-Kommunikation: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der SMS von 1992 an nach und beschreibt, wie sie sich von einer kostenlosen Zusatzfunktion zu einem zentralen Kommunikationsmittel für Jugendliche entwickelte.
2. Merkmale der SMS-Kommunikation: Hier werden theoretische Grundlagen zur Definition, zu den Motiven sowie zu sprachlichen Besonderheiten wie Abkürzungen und graphostilistischen Mitteln erarbeitet.
3. Vorschläge für den Deutschunterricht: Der Abschnitt erläutert didaktische Überlegungen zur Integration von SMS-Sprache im Unterricht und bietet konkrete Ideen zur Unterrichtsgestaltung, um die Sprachreflexion der Schüler zu fördern.
Schlüsselwörter
SMS-Kommunikation, Jugendsprache, Neue Medien, Schriftsprachliche Besonderheiten, Textökonomie, Graphostilistische Mittel, Emoticons, SMS-Sprache, Deutschunterricht, Medienkompetenz, Sprachreflexion, Sprachwandel, Kurzmitteilungen, Telegrammstil, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der SMS-Sprache und der Frage, wie dieses Phänomen in den Deutschunterricht integriert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Merkmale der SMS-Kommunikation, ihre historische Entwicklung sowie die didaktische Einordnung für den Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die sprachlichen Eigenheiten der SMS zu systematisieren und aufzuzeigen, wie diese für die Förderung der Sprachreflexion im Unterricht genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien und Forschungsergebnisse zur SMS-Kommunikation sowie auf die Auswertung von Rahmenrichtlinien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der sprachlichen Besonderheiten – wie Abkürzungen, Tilgungen und graphostilistische Mittel – sowie in konkrete Unterrichtsvorschläge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören SMS-Kommunikation, Jugendsprache, Textökonomie, Medienkompetenz und Sprachreflexion.
Welche Rolle spielen Emoticons in der Kommunikation?
Emoticons fungieren als Ausdruck von Beziehungsbotschaften, die non-verbale Elemente wie Gestik oder Mimik ersetzen und den Inhalt der Textnachricht emotional unterstreichen.
Wie unterscheidet sich SMS-Kommunikation von E-Mail oder Chat?
Die Arbeit differenziert insbesondere durch die Faktoren der Zeitlichkeit, der Anzahl der Kommunikationspartner sowie die Beschränkungen der Zeichenlänge und Speicherkapazität.
Warum wird die SMS-Sprache oft als „Telegrammstil“ bezeichnet?
Dieser Begriff verweist auf die verbreitete Nutzung von Abkürzungen und Ellipsen zur Textverkürzung, wobei der Begriff teils kritisch, teils pragmatisch bewertet wird.
Welche Bedeutung hat der „lebensweltliche Bezug“ für den Unterricht?
Da Schüler SMS im Alltag intensiv nutzen, dient dieser Bezug als starker Motivationsfaktor, um Interesse für sprachwissenschaftliche Fragestellungen zu wecken.
- Citation du texte
- Carsten Mogk (Auteur), 2007, Jugendsprache und Neue Medien: SMS-Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123100