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Potenzielle Einflussfaktoren auf die Höhe der Recovery Rate von Bankkrediten an KMU. Eine Umfrage in der Bankpraxis von Jens Grunert und Martin Weber

Analyse und Beurteilung

Titel: Potenzielle Einflussfaktoren auf die Höhe der Recovery Rate von Bankkrediten an KMU. Eine Umfrage in der Bankpraxis von Jens Grunert und Martin Weber

Seminararbeit , 2008 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sören Schramm (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Für das Kreditrisiko gibt es in der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur mehr als eine Definition. Nachfolgend sollen drei Definitionsbeispiele genannt werden, die das Kreditrisiko in seiner Bedeutung bestimmen. Das Gabler Bank Lexikon in seiner aktuellen 13. Auflage spricht vom Kreditrisiko als dem „Risiko, das in der Gefahr des teilweisen oder vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zins- und Tilgungsleistungen besteht, die ein Kreditnehmer zu erbringen hat.“
Schiller und Tytko unterteilen Kreditrisiken in originäre und derivative Risiken. Originäre Kreditrisiken setzen sich aus dem Bonitäts-, dem Liquiditäts-, dem Sicherungs- und dem Länderrisiko zusammen. Diese Art der Definition beschreibt die Tatsache, dass „bei einem Kreditgeschäft der Schuldner den vereinbarten Kreditvertrag nicht vertragsgerecht erfüllt.“ Die Inhalte des zu betrachtenden Artikels von Grunert und Weber sind dem originären Kreditrisiko zuzuordnen. Ergänzend sei noch das derivative oder auch passiv bezeichnete Kreditrisiko näher dargestellt, welches nach Schiller und Tytko aus dem Zinsänderungs-, dem Inflations-, dem Währungs- und dem Konsortialrisiko besteht.
Schierenbeck et. al. geben geben ihrer Definition vom Kreditrisiko noch eine quantitative Note, indem das „Kreditrisiko, das eine mögliche Verlustüberraschung umschreibt,“ nur den unerwarteten Verlust bezeichnet, „der über den bereits in der Standard-Risikokosten-Rechnung antizipierten Verlust hinausgeht.“ Dieser Definition folgend weist das Kreditrisiko drei Besonderheiten auf, die nachfolgend kurz genannt werden sollen.
1. In der Regel sind die Wahrscheinlichkeiten für Kreditverluste
deutlich rechtsschief verteilt.
2. Aufgrund von vielfältigen Interdependenzen zwischen dem
erwarteten und unerwarteten Verlust sind beide immer bei der Messung des Kreditrisikos zu berücksichtigen, obwohl der
erwartete Verlust durch die Berechnung der Standard-
Risikokosten bereits abgedeckt wurde.
3. Das Kreditrisiko eines Kreditportfolios lässt sich
analog der Kapitalmarkttheorie in eine systematische und
unsystematische Komponente zerlegen. Das systematische Risiko, welches nicht diversifiziert werden kann, wird z.B. durch makroökonomische Einflüsse geprägt. ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Überblick über das Kredit-/Risikomanagement in Banken

2.1 Der Risikomanagementprozess – kurz dargestellt

2.2 Kreditrisikomanagement in Banken

2.2.1 Bankaufsichtsrechtliche Vorschriften

2.2.2 Das Kreditrisiko – Definition und Ermittlung

2.2.3 Die Recovery Rate – Definition und Berechnung

3 Ziel und Aufbau der empirischen Untersuchung

3.1 Ziel der Untersuchung

3.2 Datenbasis

3.3 Befragungstechnik

4 Darstellung der Umfrageergebnisse

4.1 Ergebnisse der direkten Abfrage

4.2 Ergebnisse der Conjoint-Analyse

4.3 Vergleich der Ergebnisse der verschiedenen Abfragemethoden

5 Zusammenfassung, kritische Würdigung und Ausblick

5.1 Aufbau und Methodik der Umfrage

5.1.1 Methodik der Datenerhebung

5.1.2 Aufbau des Umfragedesigns

5.1.3 Stichprobenauswahl

5.2 Relevanz der Ergebnisse für die Praxis

5.3 Weiterführende Forschungsarbeiten

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Seminararbeit analysiert und beurteilt die empirische Studie von Grunert und Weber zum Einfluss verschiedener Faktoren auf die Recovery Rate von Bankkrediten an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Das zentrale Ziel ist es, die wissenschaftliche Methodik der Untersuchung in den bankbetrieblichen Kontext einzuordnen, die zentralen Ergebnisse der Befragung kritisch zu hinterfragen und die Praxisrelevanz sowie mögliche weiterführende Forschungsansätze aufzuzeigen.

  • Grundlagen des Kreditrisikomanagements und der Recovery Rate
  • Empirische Methodik: Vergleich von direkter Abfrage und Conjoint-Analyse
  • Analyse potenzieller Einflussfaktoren auf die Recovery Rate
  • Kritische Würdigung der Datenbasis und Stichprobenauswahl
  • Bedeutung der Ergebnisse für moderne Kreditrisikomodelle (Basel II)

Auszug aus dem Buch

2.2.3 Die Recovery Rate – Definition und Berechnung

Für die Berechnung von Verlusten aus Kreditengagements bzw. zur Ermittlung von Kreditrisiken ist neben anderen Parametern auch die Recovery Rate notwendig. Bezüglich der anderen Parameter sei hier auf die Ausführungen im Kapitel 2.2.2 Das Kreditrisiko – Definition und Berechnung verwiesen.

Die Recovery Rate bezeichnet die Wiedergewinnungs- oder Rückzahlungsquote des verbleibenden Kreditbetrages bei Ausfall des Kredits und Verwertung aller Sicherheiten. Die Recovery Rate ist der Quotient der sich aus der diskontierten Summe aller Ein- und Auszahlungen, die während der Dauer des Work-Out-Prozesses des Kredits anfallen (Dividend) und dem ausstehenden Kreditbetrag (Divisor) berechnet. Zu nennen wäre im Fall von Einzahlungen die Verwertung von Sicherheiten, (z.B. Erlöse aus Zwangsvollstreckung, AGB-Pfandrecht) und bei Auszahlungen Mitarbeitergehälter der Work-Out-Abteilung oder Kosten des Rechtsverkehrs. Mathematisch korrekt stellt sich die Recovery Rate, wie im Anhang 1 ausführlich einzusehen, dar.

Die Recovery Rate lässt sich aber auch über die Ausfallverlustquote (LGD) definieren. Die beiden Faktoren stehen in einem einfachen Zusammenhang, der wie folgt beschrieben werden kann:

Ausfallverlustquote (LGD) = 1 - Recovery Rate, oder

Recovery Rate = 1 - LGD.

Durch die Verbindung zur Ausfallverlustquote wird deutlich, dass die Recovery Rate einen wesentlichen Bestandteil für die Berechnung des erwarteten Verlustes und somit auch für die Ergebnisse von Kreditrisikomodellen darstellt. In der Fachliteratur werden allgemein die Höhe und die Qualität der Besicherung sowie die Rangstellung der Sicherheiten des Kredits für eine möglichst hohe Recovery Rate angesehen. In der Praxis sind diese beiden Komponenten jedoch nicht die einzigen Faktoren, die die Höhe der Recovery Rate positiv oder negativ beeinflussen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Stellenwert des Kreditrisikomanagements im Kontext von Basel II dar und erläutert die Zielsetzung der Analyse der Studie von Grunert und Weber.

2 Überblick über das Kredit-/Risikomanagement in Banken: Dieses Kapitel erläutert den Risikomanagementprozess, die rechtlichen Rahmenbedingungen und definiert die für die Studie zentralen Begriffe Kreditrisiko und Recovery Rate.

3 Ziel und Aufbau der empirischen Untersuchung: Hier werden die Forschungsfrage, die Datenbasis der Befragung aus dem Jahr 2004 sowie die angewendeten Befragungstechniken wie die Conjoint-Analyse detailliert beschrieben.

4 Darstellung der Umfrageergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Erkenntnisse der direkten Befragung sowie der Conjoint-Analyse und vergleicht beide Methoden hinsichtlich ihrer Ergebnisse.

5 Zusammenfassung, kritische Würdigung und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet die Methodik der Studie, diskutiert deren Praxisrelevanz im Rahmen von Basel II und verweist auf weiterführende wissenschaftliche Forschungsarbeiten.

Schlüsselwörter

Kreditrisikomanagement, Recovery Rate, Banken, KMU, Basel II, LGD, Ausfallwahrscheinlichkeit, Conjoint-Analyse, empirische Studie, Eigenkapitalunterlegung, Risikobewertung, Besicherung, Unternehmensfinanzierung, statistische Modelle, Kreditrisiko.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert eine empirische Untersuchung von Jens Grunert und Martin Weber, die sich mit Einflussfaktoren auf die Recovery Rate von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) befasst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit thematisiert das moderne Kreditrisikomanagement, die regulatorischen Anforderungen unter Basel II, statistische Methoden der Risikomessung sowie die empirische Validierung von Faktoren, die die Rückzahlungsquoten bei Kreditausfällen beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ergebnisse von Grunert und Weber kritisch zu würdigen und die Übertragbarkeit der Faktoren (wie Eigenkapitalquote, Besicherung oder Ausfallwahrscheinlichkeit) auf die bankbetriebliche Praxis und bestehende Risikomodelle zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die untersuchte Studie?

Die Autoren verwendeten eine Kombination aus einer direkten Befragung mittels Fragebögen und der Conjoint-Analyse, um die relative Bedeutung verschiedener Einflussfaktoren auf die Recovery Rate zu ermitteln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick über das Kreditrisikomanagement, die Beschreibung des Untersuchungsaufbaus, die Darstellung der Umfrageergebnisse sowie deren methodische und praktische kritische Würdigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Kreditrisikomanagement, Recovery Rate, Basel II, Conjoint-Analyse und KMU-Finanzierung definieren.

Warum ist die Besicherungsquote für die Recovery Rate so entscheidend?

Wie in der Arbeit dargelegt, ist die Besicherung ein wesentlicher Faktor für die Höhe der Rückzahlung bei einem Kreditausfall; eine hohe Besicherungsquote korreliert in der Studie positiv mit einer höheren Recovery Rate.

Welche Rolle spielt die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) bei der Recovery Rate?

Überraschenderweise zeigte die Studie der Autoren eine negative Korrelation zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit und der Recovery Rate, was im Widerspruch zu der in vielen Standardmodellen angenommenen Unabhängigkeit dieser Faktoren steht.

Ist die Stichprobe der Untersuchung repräsentativ?

Die Analyse kritisiert, dass es sich um eine spezifische Gruppe von Volks- und Raiffeisenbanken handelt, weshalb die induktiven Schlüsse auf die gesamte Bankenbranche kritisch zu hinterfragen sind.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Potenzielle Einflussfaktoren auf die Höhe der Recovery Rate von Bankkrediten an KMU. Eine Umfrage in der Bankpraxis von Jens Grunert und Martin Weber
Untertitel
Analyse und Beurteilung
Hochschule
Wissenschaftliche Hochschule Lahr  (Finanzen / Banken / Controlling)
Veranstaltung
Risikomanagement
Note
1,3
Autor
Sören Schramm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V123124
ISBN (eBook)
9783640286867
ISBN (Buch)
9783640287024
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Recovery Rate RR LGD Kreditrisiko Kreditausfall Einflussfaktoren Recovery Rate
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sören Schramm (Autor:in), 2008, Potenzielle Einflussfaktoren auf die Höhe der Recovery Rate von Bankkrediten an KMU. Eine Umfrage in der Bankpraxis von Jens Grunert und Martin Weber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123124
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Leseprobe aus  19  Seiten
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