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Normalität und ihre Grenzen

Ein dynamisches Spannungsfeld in der Sonderpädagogik

Titre: Normalität und ihre Grenzen

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 17 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ariane Wolfram (Auteur), Katharina Köber (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie curative, Pédagogie spécialisée
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Eines der spannendsten Themen im Bereich der Sonder-/Heil- und Behindertenpädagogik ist die vieldiskutierte und komplexe Frage nach „Normalität“. In verschiedenen anderen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Philosophie, Soziologie, Geschlechterforschung, Medizin wurde diese Thematik ebenfalls aufgegriffen. Abgesehen von den Schwierigkeiten, eine einheitliche, statische, allgemeingültige Definition für den Begriff „Normalität“ zu finden, ist es vor allem eine ethisch-sensible Frage mit praktischen Auswirkungen, wie z.B. der, dass Menschen aufgrund von Eigenschaften oder unterschiedlichen Entwicklungen, Stigmata, mit einem Etikett versehen werden, welches sie in einen Bereich am Rande der Gesellschaft platziert, also ausserhalb dessen, was allgemein als „Normal“ bezeichnet wird. Hierbei stellt die praktizierte Rassenhygiene im 2. Weltkrieg eines der extremsten Ausmaße kultureller bzw. individueller Ausgrenzung und Vernichtung unserer Weltgeschichte dar. Die radikale allumfassende Kategoriesierung jener Zeit in „normal“ und „abnormal“ führte nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland zu einer heilpädagogischen / sonderpädagogischen Tabuisierung dieser Begrifflichkeiten. Jedoch war und ist der Terminus „normal“, oder Bezeichnungen, die alles außerhalb des „Normalen“ beschreiben, bis in die heutige Zeit nicht wegzudenken. Vor allem in den letzten drei bis vier Jahrzehnten wurde das Thema wieder verstärkt politisch aufgegriffen, später dann wissenschaftlich untersucht und diskutiert. Ein erster allgemeingesellschaftlicher und wissenschaftstheoretischer Umriss von „Normalität“ gelang dem Literaturwissenschaftler und Interdiskurstheoretiker Jürgen Link in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Für die Sonderpädagogik jedoch ist vor allem die Theorie des Konstruktivismus von Bedeutung, um Behinderung als einen Teil des gesellschaftlich „nicht Normalen“ ausfindig zu machen und dann determinieren zu können, um Ausgrenzung entgegenzusteuern.
In unserer Arbeit möchten wir uns mit der Theorie des Begriffes Normalität, seiner Entwicklung und Verwendbarkeit, speziell für den Bereich der Sonderpädagogik auseinandersetzen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Normalismus nach Jürgen Link

2.1 Diskursanalyse

2.2 Normalität und Normativität

2.3 Dynamik im Spannungsfeld der Normalitätsgrenzen

2.4 Zwei Formen normalistischer Strategien

2.5 Verwendung für den Bereich Sonderpädagogik

3. Linus Bopp

3.1 Bopps „Allgemeine Heilpädagogik“

3.2. Normalismust nach Linus Bopp

3.3 Zusammenfassung

4. Karl Heinrichs Grundlegung der Heilpädagogik

4.1 Gegenüberstellung von Erziehung – Bildung – Heilung

4.2 Von der Herleitung des „Anormalen“ aus dem „Normalen“

4.3 Zusammenfassung

5. Die Normalitätstheorie aus konstruktivistischer Sicht

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld der Normalität innerhalb der Sonder- und Heilpädagogik. Ziel ist es, die historische Entwicklung des Begriffs „Normalität“ zu analysieren, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit den Diskursen von Linus Bopp und Karl Heinrichs, und diese im Kontext der aktuellen konstruktivistischen Normalitätstheorie nach Jürgen Link zu reflektieren, um Auswirkungen auf die gesellschaftliche Exklusion und Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen des Normalismus nach Jürgen Link
  • Historische Perspektiven auf Normalität in der Heilpädagogik (Bopp, Heinrichs)
  • Konstruktivistische Kritik an der Dichotomie von „Normal“ und „Anormal“
  • Rolle von Normalitätsgrenzen bei Inklusions- und Exklusionsprozessen
  • Implikationen für die moderne sonderpädagogische Theoriebildung

Auszug aus dem Buch

2. Normalismus nach Jürgen Link

In diesem Kapitel möchten wir einige Aspekte der Normalismustheorie von Jürgen Link darstellen, die uns bei der Verwendung in der vorliegenden Untersuchung für den Vergleich mit anderen Texten sinnvoll erscheinen. Wir beziehen uns auf diese Theorie, da sie aus unserer Sicht die grundlegendste theoretische Aufarbeitung zur Normalitäts- Thematik darstellt.

Seine Theorie ist nicht bezogen auf „die Geschichte spezieller Normalitäten“ (vgl. Link 2006, 21). Er untersucht Normalität als allgemeingesellschaftliche Querschnittskategorie und bezeichnet seine Arbeit selbst als „prägnante kulturwissenschaftliche Analyse und kulturwissenschaftliche Rekonstruktion“ (vgl. ebd.).

Nach Link ist die Frage und das Streben nach dem Normalen ein Kennzeichen der industrialisierten, westlichen Zivilgesellschaft, beginnend im 18. Jahrhundert.

Mit Normalismus bezeichnet er den „eng vernetzten Komplex aus diskursiven Konzepten und Modellen. Dieser Komplex umfaßt sowohl spezialdiskursive (wissenschaftliche) als auch praktisch-gesellschaftliche Verfahren der „Normalisierung“ - im Sinne des Normal- Machens, der Produktion und Reproduktion von Normalitäten.“(vgl. ebd., 20).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die vieldiskutierte Frage der Normalität ein und verortet das Thema im Kontext der Sonderpädagogik sowie der historisch-politischen Aufarbeitung.

2. Normalismus nach Jürgen Link: Dieses Kapitel expliziert die diskurstheoretischen Grundlagen von Jürgen Link und unterscheidet zwischen verschiedenen Normalisierungsformen, die für die pädagogische Einordnung essenziell sind.

3. Linus Bopp: Hier wird der Ansatz von Linus Bopp als Beispiel einer protonormalistischen Perspektive analysiert, die das Heilen von einer christlich geprägten Weltanschauung ableitet.

4. Karl Heinrichs Grundlegung der Heilpädagogik: Dieses Kapitel kritisiert den Ansatz von Karl Heinrichs, der zwar wissenschaftstheoretische Ambitionen zeigt, letztlich aber an der Dichotomie von „Normal“ und „Anormal“ festhält.

5. Die Normalitätstheorie aus konstruktivistischer Sicht: Hier wird dargelegt, warum eine objektive Definition von Normalität aus konstruktivistischer Perspektive nicht möglich ist und das Scheitern fixer Grenzziehungen erklärt wird.

6. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass zwar flexibel-normalistische Tendenzen existieren, eine fundierte wissenschaftliche Aufarbeitung im deutschsprachigen Raum jedoch noch aussteht.

Schlüsselwörter

Normalität, Normalismus, Sonderpädagogik, Heilpädagogik, Konstruktivismus, Diskursanalyse, Normalisierung, Inklusion, Exklusion, Behindertenpädagogik, Normativität, Linus Bopp, Karl Heinrichs, Jürgen Link, Identitätsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und der historischen Entwicklung des Begriffs „Normalität“ im speziellen Kontext der Sonder- und Heilpädagogik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Normalismustheorie nach Jürgen Link, die historische Heilpädagogik des frühen 20. Jahrhunderts und die erkenntnistheoretische Perspektive des Konstruktivismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Konstruktion von „Normalität“ und „Anormalität“ historische und aktuelle Prozesse der Ausgrenzung von Menschen mit Beeinträchtigungen beeinflusst.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Autoren nutzen eine historische Analyse sowie eine diskursanalytische Herangehensweise, um die Schriften ausgewählter Vertreter der Heilpädagogik zu interpretieren und theoretisch zu bewerten.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Normalismustheorie, die Fallstudien zu Linus Bopp und Karl Heinrichs sowie die konstruktivistische Kritik an der objektiven Bestimmbarkeit von Normalität.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Besonders prägend sind die Begriffe Normalität, Normalismus, Protonormalismus, Diskursanalyse, Heilpädagogik und Konstruktivismus.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Linus Bopp von dem flexiblen Normalismus?

Bopps Ansatz wird als „protonormalistisch“ eingeordnet, da er starre Grenzen zieht und keine Motivation zur individuellen Selbstnormalisierung der Zöglinge zulässt, was dem flexiblen Modell entgegensteht.

Warum wird Karl Heinrichs trotz seiner wissenschaftlichen Grundlegung kritisch betrachtet?

Heinrichs wird kritisiert, weil er trotz seines theoretischen Anspruchs an einer Hierarchie zwischen „normalen“ und „anormalen“ Subjekten festhält, was zur Exklusion beigetragen haben könnte.

Welchen Stellenwert nimmt der Konstruktivismus in der Arbeit ein?

Der Konstruktivismus dient als theoretisches Gegenmodell, um das Scheitern jeglicher Versuche nachzuweisen, „Anormalität“ an eine objektiv feste Größe des „Normalen“ anzugleichen.

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Résumé des informations

Titre
Normalität und ihre Grenzen
Sous-titre
Ein dynamisches Spannungsfeld in der Sonderpädagogik
Université
University of Erfurt  (Sonder- und Sozialpädagogik)
Cours
Allgemeine Sonderpädagogik
Note
1,0
Auteurs
Ariane Wolfram (Auteur), Katharina Köber (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
17
N° de catalogue
V123195
ISBN (ebook)
9783640289004
ISBN (Livre)
9783640289233
Langue
allemand
mots-clé
Normalität Grenzen Allgemeine Sonderpädagogik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ariane Wolfram (Auteur), Katharina Köber (Auteur), 2008, Normalität und ihre Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123195
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Extrait de  17  pages
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