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Theorievergleich: Parsons - Rational Choice

Title: Theorievergleich: Parsons - Rational Choice

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bjoern Cebulla (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Fast alle soziologischen Theorien – ganz gleich, ob Handlungs- oder Systemtheorien – beschäftigen sich mit den Aktivitäten zwischen den Akteuren Ego und Alter ggf. auch Tertius. Dabei ist das Verhältnis von Ego und Alter durch aufeinander abgestimmte Erwartungserwartungen gekennzeichnet. Das heißt, die Aktivitäten der Akteure werden dadurch charakterisiert, dass sie hochkomplexe Formen wechselseitig voneinander abhängigen Verhaltens aufweisen. Daher können Phänomene wie bspw. die soziale Ordnung, Werte oder Normen nicht verstanden werden, wenn nur das Handeln einzelner Akteure berücksichtigt wird (vgl. Lindemann 2005: 51). Sie müssen als neue Struktur verstanden werden, die sich gegenüber den Aktivitäten der Einzelnen verselbständigt – als emergente Phänomene. Dieser gesamte Sachverhalt wird als Emergenzkonstellation bezeichnet (vgl. ebd.). Da die Emergenzkonstellation allen soziologischen Theorien als theoretischer Konsens zugrunde liegt, plädiert Lindemann (2005: 49) dafür sowohl Handlungs- als auch Systemtheorien anhand dieses abstrakten Vergleichsmaßstabes einander gegenüberzustellen. Wenn das Konzept der Emergenzkonstellation als Ausgangspunkt für den Vergleich von soziologischen Theorien gewählt wird, stellen sich vorrangig folgende Fragen: 1. Wie wird die Konstellation zwischen den Akteuren (Ego, Alter und ggf. Tertius) konzipiert? 2. Wie stellt sich das Verhältnis von Akteurs-Aktivitäten bzw. Erwartungserwartungen und der emergenten Ordnung dar? In der vorliegenden Arbeit soll anhand der Emergenzkonstellation ein Vergleich der Theorie von Talcott Parsons mit dem Rational-Choice-Ansatz erfolgen. Es soll u.a. gezeigt werden, dass die beiden verschiedenen Theorien nicht unbedingt gegensätzliche Paradigmen darstellen, sondern dass sie sich eher als systematische Variationen und Spezifikationen der Emergenzkonstellation begreifen (vgl. Lindemann 2005: 51). Dazu werden im zweiten und dritten Kapitel die jeweiligen Theorien und ihre Besonderheiten erläutert, um eine Grundlage für den im vierten Kapitel folgenden Theorievergleich zu schaffen. Abschließend werden im fünften Kapitel die zentralen Ergebnisse zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Talcott Parsons: Das Problem sozialer Ordnung und das normativistische Modell des Handelns

3 Rational Choice: Die Generalisierung des zweckrationalen Handlungstyps

4 Theorievergleich: Parsons – Rational Choice

4.1 Normen

4.2 Handeln und Menschenbild

4.3 Erwartungen

4.4 Lösung des Problems sozialer Ordnung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die soziologischen Theorien von Talcott Parsons und den Rational-Choice-Ansatz anhand des Konzepts der Emergenzkonstellation miteinander zu vergleichen, um aufzuzeigen, dass diese nicht zwingend gegensätzliche Paradigmen darstellen, sondern als Variationen der Emergenzkonstellation begriffen werden können.

  • Vergleich der Konzeption der Akteurs-Konstellation zwischen Ego, Alter und Tertius.
  • Analyse des Verhältnisses von Akteurs-Aktivitäten zu emergenten sozialen Strukturen.
  • Gegenüberstellung der normativen Handlungstheorie von Parsons mit dem zweckrationalen Modell des Rational Choice.
  • Untersuchung der Lösungsvorschläge für das Problem sozialer Ordnung in beiden Theorien.
  • Bewertung des jeweiligen Grades an Emergenz (starke vs. schwache Emergenz) in den Ansätzen.

Auszug aus dem Buch

Handeln und Menschenbild

Die beiden zu vergleichenden Theorien unterscheiden sich fundamental durch das jeweils zugrunde gelegte Menschenbild und den Begriff der Handlung. Im Gegensatz zu Parsons stellen Rational Choice-Theoretiker Akteure als rationale Egoisten dar, die sich bei der Verwirklichung von Handlungszielen nur von ihren egoistischen Interessenkalkülen leiten lassen und nicht einer verinnerlichten Beschränkung durch psychische Bindung an normative Vorgaben unterliegen (vgl. Schneider 2005b: 83). Die Entscheidung für eine bestimmte Handlung fällt aufgrund einer Kosten-Nutzen-Kalkulation, in der Betrug und Gewalt sowie Normbrüche legitime Mittel der Zielerreichung darstellen. Aufgrund der Tatsache, dass sich alle Akteure für Handlungen entscheiden, die aus rationaler Sicht für die Erreichung des angestrebten Zwecks geeignet erscheinen, wird dieser Ansatz mit dem ökonomischen Handlungsmodell verknüpft (vgl. Schneider 2005b: 83). Diese Ausführungen geben einen ersten Hinweis auf den schwach emergenten Kern des Rational Choice-Ansatzes.

Im Gegensatz dazu sind auch Anzeichen starker Emergenz zu finden. So gelten z.B. in der Spieltheorie die Grundannahmen, dass die Beteiligten für die Dauer des Spiels eine stabile Präferenzordnung haben und ohne moralische Skrupel nach der Maximierung des Nutzens streben (vgl. Schneider 2005: 87). „Woher die Präferenzen kommen, steht […] nicht in der Nutzentheorie […]. Die Präferenzen sind für sie ‚exogen’ vorgegeben und einfach da“ (Esser 1999: 298). Des Weiteren muss berücksichtigt werden, dass der Rational Choice-Ansatz neben dem Prinzip der Nutzenmaximierung auch Handeln auf Basis routinisierter Regeln und sozialer Deutungsmuster zulässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Emergenzkonstellation ein und erläutert die Forschungsfragen sowie das Ziel des Theorievergleichs.

2 Talcott Parsons: Das Problem sozialer Ordnung und das normativistische Modell des Handelns: Das Kapitel erläutert den "action frame of reference" und die Bedeutung normativer Standards für die soziale Ordnung bei Parsons.

3 Rational Choice: Die Generalisierung des zweckrationalen Handlungstyps: Hier werden die Grundannahmen des Rational-Choice-Ansatzes, insbesondere das Nutzenmaximierungsprinzip und das SEU-Modell, detailliert beschrieben.

4 Theorievergleich: Parsons – Rational Choice: Dieses Kernkapitel führt einen systematischen Vergleich der Ansätze in Bezug auf Normen, Handeln, Menschenbild, Erwartungen und das Ordnungsproblem durch.

5 Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Theorien hinsichtlich ihres Grades an starker oder schwacher Emergenz.

Schlüsselwörter

Soziale Ordnung, Talcott Parsons, Rational Choice, Emergenzkonstellation, Normen, Nutzenmaximierung, Handlungstheorie, Systemtheorie, AGIL-Schema, Doppelter Kontingenz, Soziales Handeln, Kosten-Nutzen-Kalkulation, Integration, Akteure, Handlungssysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Theorie von Talcott Parsons mit dem Rational-Choice-Ansatz hinsichtlich ihrer Erklärungsansätze für soziale Ordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen Handlungstheorie, die Rolle von Normen, soziale Integration, Akteurskonstellationen und das Ausmaß an Emergenz in soziologischen Modellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, wie beide Theorien das Problem sozialer Ordnung lösen und inwieweit sie als Variationen der Emergenzkonstellation verstanden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen komparativen Theorievergleich, der auf Basis existierender soziologischer Fachliteratur durchgeführt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Theorien getrennt erläutert, bevor sie im vierten Kapitel direkt in den Kategorien Normen, Menschenbild, Erwartungen und Ordnung verglichen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Ordnung, Parsons, Rational Choice, Emergenz und Normative Integration.

Wie unterscheidet sich das Menschenbild bei Parsons von dem im Rational Choice?

Während Parsons einen normativ geleiteten, moralisch disziplinierten Akteur annimmt, betrachtet der Rational Choice-Ansatz den Menschen als rationalen Egoisten, der Nutzen maximiert.

Was versteht man in der Arbeit unter schwacher Emergenz beim Rational Choice?

Schwache Emergenz bedeutet, dass soziale Phänomene wie Ordnung auf das Verhalten und die Kalkulationen einzelner Individuen zurückgeführt werden können (Bottom-up-Erklärung).

Warum spielt das Konzept der "doppelten Kontingenz" eine Rolle für Parsons?

Es erklärt die Abhängigkeit zwischen den Erwartungen von Ego und Alter, deren Lösung durch gemeinsame Symbole und institutionelle Normen zur sozialen Ordnung führt.

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Details

Title
Theorievergleich: Parsons - Rational Choice
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Bjoern Cebulla (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V123213
ISBN (eBook)
9783640289066
ISBN (Book)
9783640781096
Language
German
Tags
Theorievergleich Parsons Rational Choice
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bjoern Cebulla (Author), 2008, Theorievergleich: Parsons - Rational Choice, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123213
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