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Nikolaus Lenau: Faust - eine Analyse

Titre: Nikolaus Lenau: Faust - eine Analyse

Dossier / Travail de Séminaire , 2000 , 25 Pages , Note: 2

Autor:in: Martin Scherf (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Faustlegende, der Pakt mit dem Teufel ist schon in der Bibel begründet und zieht
sich durch die Literatur aller Jahrhunderte. Der erste Mensch wurde schon von Satan in
Versuchung geführt und die Thematik dieses Umstandes, eine Verbindung mit dem
Teufel, faszinierte auf unterschiedliche Weise die Menschen der Vergangenheit, aber
auch der Gegenwart. Die Person des Faustus, die eine Aura von Rätseln und Geheimnissen
umgibt, eignete sich offenbar besonders diesen Stoff zu behandeln, was sich
nicht zuletzt in der großen Anzahl der Dichter, die sich der Person des Faust bedienten,
wiederspiegelt. Schon im späten Mittelalter, im Jahre 1587 wurde von J. Spieß die „Historia“
gedruckt, die von einem unbekannten Verfasser erstellt wurde. Dieses Werk
kann als eigentlicher Grundstein der Faustsage gesehen werden und beeinflußte die
nachfolgenden Werke, die sich mit dieser Sage auseinandersetzten, nachdrücklich. Als
herausragende Werke sind wohl die beiden Fauststücke von Johann Wolfgang von Goethe
zu sehen, mit denen die nachfolgende Faustdichtung zwangsläufig in Wettbewerb
treten mußte und die ab diesem Zeitpunkt als Maßstab gelten. Eine große Anzahl von
Faustwerken ist bekannt und wurde in den Jahren 1851 bzw. 1885 von Franz Peter und
Karl Engel zusammengestellt. 1 Und einige der vorangegangenen Werke sollen in der
vorliegenden Arbeit zum Vergleich mit Lenaus “Faust“ herangezogen werden, obwohl
manche erheblich in Form und Inhalt abweichen, wohl aber als Werke der gleichen Gattung
interessante Schlüsse zulassen. Für Nikolaus Lenau war die Figur des Faust eine
angemessene Basis, eigene Zweifel und Konflikte zu beschreiben und darzustellen,
aber auch um Mißstände der Gesellschaft und Institutionen zu kritisieren . Auf die biographischen
Einflüsse des Werkes soll in Kapitel III näher eingegangen werden. Die
Zeit in der Lenau seinen Faust verfasst war ein eine Periode politischer Unsicherheiten
und Umwälzungen und diese Umstände prägten die Weltanschauung des Protagonisten
nachdrücklich und begründen die Unruhe, die Faust zu einem Pakt mit dem Satan treibt.

[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Äußere Form und Gattungseinteilung

III. Biographische Hintergründe des Werkes

IV. Die Protagonisten

V. Glaube und Christentum in Lenaus Faust

VI. Politische Motive und Sozialkritik

VII. Sinnlichkeit

VIII. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Nikolaus Lenaus Faust-Dichtung vor dem Hintergrund ihrer spezifischen ästhetischen Form, biographischer Einflüsse sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den Themen Glauben, Gesellschaft und Sinnlichkeit, um die Unvergleichbarkeit der Lenauschen Konzeption gegenüber Goethes Werk herauszuarbeiten.

  • Analyse der episch-dramatischen Zwitterform als Ausdruck von Weltschmerz
  • Biographische Prägung des Protagonisten durch Nihilismus und Unrast
  • Darstellung der Teufelsgestalt Mephisto als dominante, nihilistische Instanz
  • Kritik an religiösen Institutionen und gesellschaftlichen Restaurationen
  • Die Entwicklung vom wissenschaftlichen Streben zur ergebnislosen Sinnlichkeit

Auszug aus dem Buch

IV. Die Protagonisten

In „Der Morgengang“ wird deutlich, wie verzweifelt Fausts Situation ist. Nicht in der Abgeschiedenheit eines Studierzimmers beklagt er sein Leid, sondern er wird von einer inneren Unruhe die höchsten Gipfel hinaufgetrieben. Dies stellt eine Steigerung der Verzweiflung dar. Viel wird von ihm begutachtet, doch wird er weitergetrieben von dem Wunsch nach Wissen, den er auf diese, herkömmliche Weise nicht stillen kann.: “Viel Pflanzen hat er schon entpflückt dem Grund, und, kaum besehn, geworfen in den Schlund; Viel Stein schon hast dringend aufgerafft,Am Fels zerschmettert seine Leidenschaft;Und manch Insekt zerknickt des Forschers Hand.“ Es erscheint fast, als wolle Faust nicht Erkenntnis gewinnen, sondern ist auf der Suche nach einer Antwort, die seine Zweifel am Dasein zerstreuen. Durch ein Ungenügen an Wissen ist Faust der herkömmlichen Wissenschaft bereits entfremdet. Durch das Forschen und Streben nach Wissen erlangt er keine Sicherheit, sondern Unsicherheit dem Gefundenen gegenüber.

Je mehr man erkennt oder erforscht, desto ungewisser ist die Beziehung zum Gefundenen, da dies zu komplex erscheint. Eine Stimme ruft im zu: “Was willst du, Faust, auf diesen Bergeszinnen?“. Es erscheint nicht ganz klar, wer ihm dies zuruft. Ist es der Dichter? Oder ist es Faust selbst, der von inneren Zweifeln getragen sich nach dem Sinn seiner ruhelosen Wanderung fragt? Er würde sich im folgenden geradezu selbst drängen, sein Streben sein zu lassen und sich lieber an der Natur zu erfreuen und sie so zu akzeptieren wie sie sich ihm bietet: “Freu dich an seinem Kind, der stillen Pflanze, der Alpenlerche, die sich einsam schwingt, am Schneegebirg` ,das durch den Himmel dringt.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk in der Faust-Tradition und erläutert die Absicht, Lenaus Faust als Basis für die Darstellung persönlicher Konflikte und gesellschaftlicher Kritik zu betrachten.

II. Äußere Form und Gattungseinteilung: Das Kapitel analysiert die episch-dramatische Zwitterform des Werkes, die als bewusste Abgrenzung zu Goethe und als Dokumentation von Lenaus lyrischer Schaffenskraft verstanden wird.

III. Biographische Hintergründe des Werkes: Hier werden die Parallelen zwischen Lenaus eigener Unrast, seinen Studienkrisen und seinem pessimistischen Weltbild mit der Figur des Faust in Bezug gesetzt.

IV. Die Protagonisten: Es wird untersucht, wie Faust von einem nach Wissen strebenden Individuum zum Nihilisten wird, der in einem unausweichlichen, von Mephisto initiierten Untergangsprozess gefangen ist.

V. Glaube und Christentum in Lenaus Faust: Das Kapitel beleuchtet den zentralen Abfall vom Glauben und die daraus resultierende Blasphemie als treibende Kraft hinter Fausts Scheitern und Kirchenkritik.

VI. Politische Motive und Sozialkritik: Diese Analyse widmet sich Lenaus Kritik an den herrschenden restaurativen Strukturen und dem Polizeistaat, wobei Mephisto als Vermittler politischer Unterdrückung fungiert.

VII. Sinnlichkeit: Die Untersuchung der Metamorphose Fausts zum Don Juan-Typus zeigt, wie Faust durch die Liebe zu Frauen und den Verlust moralischer Schranken noch tiefer in den Abgrund getrieben wird.

VIII. Schlußbemerkung: Die Zusammenfassung unterstreicht den eigenständigen, nihilistischen Charakter des Werkes, in dem Faust ausweglos an seinem eigenen Schicksal scheitert.

Schlüsselwörter

Nikolaus Lenau, Faust, Teufelsglaube, Mephisto, Nihilismus, Sinnlichkeit, Gesellschaftskritik, Vormärz, Literaturanalyse, Gattungseinteilung, Weltschmerz, Resignation, Faustsage, Religion, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Nikolaus Lenaus Faust-Dichtung unter besonderer Berücksichtigung ihrer formalen Gestaltung, der autobiographischen Wurzeln des Autors und der spezifischen thematischen Schwerpunkte wie Nihilismus und Gesellschaftskritik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Konflikt zwischen Glaube und Atheismus, die Kritik an kirchlichen und staatlichen Institutionen des Vormärz sowie die Darstellung von Sinnlichkeit und die nihilistische Lebenshaltung des Faust.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Lenaus Faust als eigenständiges Werk zu würdigen, das sich deutlich von Goethes Version abgrenzt und die spezifische "Zwitterform" als Ausdruck einer pessimistischen Weltsicht nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Primärtext in den historischen und biographischen Kontext des Autors stellt und durch Vergleiche mit der Faust-Tradition sowie Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Form des Werkes, die psychologische Entwicklung des Faust, seine Interaktion mit Mephisto, die Rolle der Frauenfiguren sowie die politische und religiöse Dimension des Textes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nihilismus, Zwitterform, Mephisto, Gesellschaftskritik, Weltschmerz und die bewusste Abgrenzung zur Faust-Tradition charakterisiert.

Warum spielt Mephisto eine solch dominante Rolle bei Lenau?

Bei Lenau agiert Mephisto nicht nur als Verführer, sondern als die eigentliche, das Geschehen steuernde Hauptperson, die Faust nihilistisch lenkt, da der Autor den Teufel als Spiegel seiner eigenen, von Weltschmerz geprägten Existenz nutzt.

Welche Bedeutung hat der Selbstmord am Ende?

Der Selbstmord wird als konsequenter Schritt eines Nihilisten dargestellt, der die Unmöglichkeit erkennt, sein Streben nach Göttlichkeit oder Erkenntnis in der Realität zu erfüllen, was ihn ironischerweise noch tiefer in das Verderben führt.

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Résumé des informations

Titre
Nikolaus Lenau: Faust - eine Analyse
Université
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Cours
HS: Faust –Texte
Note
2
Auteur
Martin Scherf (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
25
N° de catalogue
V123286
ISBN (ebook)
9783640290413
ISBN (Livre)
9783640290635
Langue
allemand
mots-clé
Nikolaus Lenau Faust Analyse Faust
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martin Scherf (Auteur), 2000, Nikolaus Lenau: Faust - eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123286
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Extrait de  25  pages
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