Besonderheiten der Internetkommunikation


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kommunikationsformen im Internet
2.1 E-Mail
2.2 Instant Messaging
2.3 Mailing-Listen
2.4 Newsgroups/Forum
2.5 IRC/Chat

3 Anonymität in der Kommunikationssituation
3.1 Bedeutung der Nicknames
3.2 Netiquette und Flames

4 Sprachliche und nicht-sprachliche Besonderheiten
4.1 Sprachliche Besonderheiten
4.1.1 Sound- und Aktionswörter
4.1.2 Tilgung und Reduktion
4.1.3 Assimilation
4.2 Nicht-sprachliche Besonderheiten
4.2.1 Emoticons
4.2.2 Akronyme
4.2.3 ASCII-Art
4.2.4 Kryptonyme

5 Isolation durch Internetkommunikation?!

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Mit der Verbreitung der Internetnutzung haben sich neue Kommunikationsformen im virtuellen Raum entwickelt, die je nach Typ synchron oder asynchron sind. Bei vielen Menschen haben diese Formen rege Nutzung im Alltag zur Folge. So löst in vielen Fällen die E-Mail den traditionellen Brief ab und Überseekonferenzen werden nicht länger per Telefon, vielmehr im Chat geführt. Während bei anderen Massenmedien die Rezeption eher passiv erfolgt, haben wir bei der Internetkommunikation aktive Anwender, die zur Konstruktion der medialen Inhalte beitragen. Alle netzbasierten Kommunikationsformen weisen spezielle Merkmale auf, die im Rahmen dieser Hausarbeit thematisiert werden sollen. So erklärt sich der Aufbau der Arbeit wie folgt:

Nach einer allgemeinen Darstellung der verschiedenen Kommunikationsformen (Kapitel 2) wird der Faktor Anonymität in der Kommunikationssituation diskutiert (Kapitel 3), wobei der Schwerpunkt auf den Bereich der Chats gelegt wird. So folgen im 4. Kapitel die sprachlichen und nicht-sprachlichen Besonderheiten der Internetkommunikation aus linguistischer Sicht, wobei besonders die nicht-sprachlichen Elemente, die die non-verbale Kommunikation bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht ersetzt, vorgestellt und in ihrer Funktion hinterfragt werden. Zum Abschluss der Arbeit wird der vieldiskutierten Frage nachgegangen, ob Internetkommunikation Isolation zur Folge hat. Es wird versucht, alle Punkte mit anschaulichen Beispielen zu belegen, so dass das Verhältnis von theoretischen Aspekten und praktischen Anteilen ausgeglichen ist.

Zur Erstellung dieser Hausarbeit beziehen sich die Verfasser vorrangig auf die Literatur von Beißwenger und Döring. Eine detaillierte Übersicht der eingebrachten Autoren befindet sich im Literaturverzeichnis.

2 Kommunikationsformen im Internet

Im folgenden Kapitel werden die gängigsten Kommunikationsformen der virtuellen Welt vorgestellt. Es wird versucht, bei allen „Produkten“ sowohl auf Vor- als auch auf Nachteile einzugehen.

2.1 E-Mail

Eine E-Mail entspricht einer elektronischen Mitteilung, die über das Internet oder ein anderes Kommunikationssystem verschickt wird. Um E-Mails versen­den bzw. empfangen zu können, benötigen Sender und Empfänger ein entsprechendes Programm, den E-Mail-Client. Standardmäßig bestehen E-Mails aus reinen Textinformationen, ggf. auch aus HTML-Code. Neben Sprachinformationen können mittels einer anhängbaren Datei - Attachement genannt - auch digitalisierte Grafiken, Sounds oder ausführbare Programme verschickt werden. Die Abbildung zeigt ein geöffnetes Mailformular.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: E-Mailformular

Um E-Mails versenden zu können, werden die genauen E-Mailadressen der Empfänger benötigt. Häufig werden E-Mailadressen verbotenerweise auf kommerzieller Basis missbraucht. Mit sogenannten Spams werden erhalten die Empfänger Produktangebote, die ihnen ohne ihre Erlaubnis zugesandt werden.

2.2 Instant Messaging

Mittels Instant-Messaging (IM) lassen sich Informationen aller Art sehr schnell kommunizieren: Unmittelbar nach Absendung einer Information erscheint diese bei dem Empfänger, sofern er ebenfalls “online” ist. Der Empfänger kann sofort (instant) auf die eingegangene Information reagieren.

Instant-Messaging bietet die Möglichkeit, auf einen Blick festzustellen, welche persönlichen Kontakte gerade verfügbar sind und welchen Status (z.B. gesprächsbereit oder abwesend) diese Kontakte haben.

Weltweit werden insbesondere in der privaten IM-Kommunikation überwiegend die Systeme von

- AOL (AIM, AOL Instant Messenger)
- ICQ
- MSN (Microsoft Messenger)
- Yahoo!

genutzt. Die von den jeweiligen Betreibern angebotenen IM-Programme zeichnen sich durch unterschiedliche Fähigkeiten aus, jeder der o.g. Anbieter setzt sein eigenes Verfahren für die Übermittlung von Informationen ein.

Bei allen Anbietern sind jedoch zwei Aspekte identisch:

1. Ein Nutzer eines Dienstes kann nicht unmittelbar mit dem Nutzer eines anderen Dienstes kommunizieren, da jeder Anbieter eine eigene Registrierung verlangt.
2. Jede Nachricht wird über einen oder mehrere zentrale Server des jeweiligen Anbieters transportiert, diese Server stehen regelmäßig in den USA.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bislang sind alle Bemühungen einzelner der o.g. Anbieter, sich auf ein gemeinsames, einheitliches Protokoll zu verständigen, gescheitert.

Über die „Contactlist“ wird angezeigt, welche „Bekann-
ten“ gerade online sind und ggf. Lust auf eine Unter-
haltung haben.

Die Abbildung zeigt das Menü des IM-Services ICQ

2.3 Mailing-Listen

„Die treffendste deutsche Übersetzung mag ´Verteilerliste für E-Mails´ sein. Jede Liste hat dabei ein bestimmtes [...] Thema, auf das sich alle Nachrichten [...] beziehen sollten. Die gesamte Verwaltung der Liste wird dabei in besten Falle von einem Programm, dem mailing list server, übernommen“. (http://www.glossar.de/glossar/z_mailing-list.htm)

Mailing Listen werden schon seit einigen Jahren genutzt. Beliebt sind sie, wegen der unkomplizierten Bedienung und der geringen technischen Voraussetzungen auf der Nutzerseite: dort muss lediglich die Möglichkeit vorhanden sein, E-Mails versenden und empfangen zu können. Die folgende Abbildung zeigt, wie die Verteilung der E-Mails funktioniert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Funktionsweise von Mailing-Listen (http://www.gik.uni-karlsruhe.de/~zippelt/tutorials/GISTUTOR/internet/pictures/maillist.gif)

Es wird zwischen offenen und geschlossenen Mailing-Listen unterschieden. Als offene Listen werden solche bezeichnet, die nicht eingeschränkt sind, d.h. jeder kann sich als Teilnehmer einschreiben und direkt Nachrichten an die Liste (und damit an alle anderen Teilnehmer) senden, eine hochkommunikative Angelegenheit also. Lediglich bei Fehlfunktionen greift ein Mensch in den Ablauf ein. Geschlossene Listen sind das genaue Gegenteil von offenen Listen und glücklicherweise recht selten. Jeder Einschreibeantrag wird dabei von einem Listenadministrator bearbeitet und evtl. abgelehnt. Der Administrator hat zudem volle Moderationsrechte.

2.4 Newsgroup / Forum

Der Begriff Newsgroup ist zum einen die Bezeichnung einer Kategorie im Usenet, zum anderen wird die Gesamtheit aller Teilnehmer, die eine bestimmte Kategorie abonniert haben, derart bezeichnet. Häufig wird der Plural, also Newsgroups, synonym zu Usenet verwendet.

Newsgroups entsprechen globalen schwarzen Brettern - davon gibt es mehr als 80.000 weltweit und mindestens 1.000 in deutscher Sprache. Interessengemeinschaften formieren sich hier innerhalb von moderierten oder unmoderierten Newsgroups, um Informationen, Kommentare, Kritiken oder Meinungen auszutauschen. Während bei moderierten Newsgroups ein Moderator entscheidet, welche Nachricht in einer Newsgroup veröffentlicht wird, werden bei einer unmoderierten Newsgroup alle Nachrichten automatisch an die gesamte Gruppe verschickt.

Die Newsgroups basieren auf einem dezentrale System (dem Usenet), das aus tausenden von Newsservern besteht, die in der Regel von Internet-Service-Providern (ISP) wie z.B. T-Online oder AOL gepflegt werden. (Die Adresse des Newsservers der deutschen Telekom lautet beispielsweise "news.btx.dtag.de".) Sollte der verwendete ISP über keinen Newsserver verfügen, dann empfehlen sich freie Newsserver, die allerdings in der Regel nur über ein reduziertes Angebot verfügen. Denn es liegt immer im Ermessen des jeweiligen Administrators, welche Newsgroups er anbietet.

Um sich an den Diskussionen beteiligen zu können, wird in der Regel ein sogenannter "Newsreader" benötigt - z.B. MS Outlook Expreß, NewsAgent, Free Agent, ein recht bekannter Shareware-Newsreader von Forte, steht auf der Download-Seite des AEC-WEBs zum Download zur Verfügung.

Die Abbildung zeigt ein geöffnetes Fenster, über das Newsgroups abonniert werden können:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Newsgroups

2.5 IRC / Chat

Der Chat zeichnet sich als eine relativ synchrone Kommunikationsform aus. Die Gespräche erinnern an konzeptionell mündliche Unterhaltungen, was bedingt durch die Synchronizität zu spontanen und direkten Redebeiträgen führt, die mit der Face-to-face-Kommunikation vergleichbar sind. Zudem bietet er die Möglichkeit weitestgehender Anonymität. Alle User können sich Alternatividentitäten entwickeln, was bei der Face-to-face-Kommunikation nur schwer möglich ist. Beißwenger beschreibt die Entwicklung selbstkonzipierter Figuren als „besondere Form der Selbstinitiierung [...], bei welcher [...] der Akteur je nach Belieben als realweltliche Person hinter der von ihm zur Darstellung gebrachten Figur teilweise bis vollständig in den Hintergrund tritt“. (Beißwenger 2000, 94)

Die Abbildung zeigt einen Auszug aus dem Unicum-Chat. Die „Unterhaltung“ ist in weniger als drei Minuten entstanden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Chatprotokoll www.unicum.de/chat (06.11.02)

Bei Betrachtung dieses Auszugs werden einige Merkmale deutlich auf die unten näher eingegangen wird. Inhaltlich scheint kein Zusammenhang gegeben zu sein, obwohl Dialoge zu erkennen sind, die durch andere Beiträge auseinander gezogen werden, wie z.B.:

(sahera) imra'a = frau (bedetung)

(sahera) *g* imra'a

(Imra'a) *sahera

(Imra'a) woher kennst dich so gut aus @sahera

(sahera) na ich spreche diese sprache imra

Insgesamt soll die Chat-Kommunikation für den Betrachter vorerst als unübersichtlich eingestuft werden.

Um sich in Chaträumen rege an der Diskussion beteiligen zu können, muss der User eine Reihe von Kommandos beherrschen, die er für Besonderheiten anwenden muss. Die nachfolgende Tabelle zeigt einen Auszug der wichtigsten Kommandos, diese können je nach Chatanbieter variieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten der Internetkommunikation
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Seminar: Sozialisation durch neue Medien
Note
1,0
Autoren
Jahr
2003
Seiten
30
Katalognummer
V12329
ISBN (eBook)
9783638182393
ISBN (Buch)
9783638642354
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Besonderheiten, Internetkommunikation, Seminar, Sozialisation, Medien
Arbeit zitieren
Dr. Silke Dormeier (Autor)Frank Esser (Autor), 2003, Besonderheiten der Internetkommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12329

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