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Professionelle Selbsthilfeunterstützung und Sozialpädagogische Beratung

Title: Professionelle Selbsthilfeunterstützung und Sozialpädagogische Beratung

Term Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dipl.-Päd. Florian Dirr (Author)

Social Work
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Professionelle Sozialarbeit und Selbsthilfe scheinen oberflächlich betrachtet nicht zusammenzupassen. Doch schaut man genauer hin, stellt man schnell fest, dass das auch im Umfeld der Selbsthilfe professionelle Beratungs- und Unterstützungsstrukturen existieren. Dass diesen Strukturen im Vergleich zu anderen Felder der Sozialarbeit eine ihnen eigene Charakteristik gemein ist, erscheint nicht zuletzt durch die enge Bindung zum Konzept des Empowerments evident. Die Selbsthilfe als ein komplett eigenständiges Feld der sozialen Arbeit zu betrachten wäre jedoch nicht ganz angemessen, da die vielen Parallelen, Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten mit anderen Feldern eine derart scharfe Differenzierung als nicht sinnvoll erachten lassen. Trotzdem kann von einer Eigentümlichkeit der Professionellen Arbeit im Kontext der Selbsthilfe geredet werden. Sowohl die Themenvielfalt, die Klienten, das Beratungsverständnis, die Rolle der Professionellen als auch die dem Empowerment-Ansatz innewohnende Ethik bzw. das darin verankerte Menschenbild, machen die Unterstützung der Selbsthilfe durch professionelle Sozialarbeiter und Sozialpädagogen zu einem spannenden und vielfältigem Arbeitsfeld, bei dem es sich lohnt, genauer hinzuschauen und die Eigentümlichkeit zu erforschen. Dieser Aufmunterung sollen die folgenden Ausführungen Folge leisten.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

PROLOG

1 EMPOWERMENT IN DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN ARBEIT

1.1 WAS IST POLITISCH AN DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN ARBEIT IM KONTEXT DER SELBSTHILFEUNTERSTÜTZUNG?

2 SELBSTHILFE UND SELBSTHILFEGRUPPEN

2.1 GESELLSCHAFTLICHE URSACHEN DER SELBSTHILFE

2.2 WAS CHARAKTERISIERT SELBSTHILFEGRUPPEN?

2.3 ARTEN VON SELBSTHILFEGRUPPEN

2.4 GRÜNDE FÜR DEN BEITRITT IN EINE SELBSTHILFEGRUPPE

2.5 DIE ANONYMEN ALKOHOLIKER – EIN PROMINENTES BEISPIEL

2.5.1 DAS SELBSTVERSTÄNDNIS DER ANONYMEN ALKOHOLIKER

2.5.2 DIE 12 TRADITIONEN DER ANONYMEN ALKOHOLIKER

2.5.3 DIE 12 SCHRITTE DER ANONYMEN ALKOHOLIKER

3 PROFESSIONELLE UNTERSTÜTZUNG DER SELBSTHILFE DURCH SELBTSHILFEKONTAKTSTELLEN

4 BERATUNG IN DER SELBSTHILFE

4.1 DAS BERATUNGSVERSTÄNDNIS PROFESSIONELLER SOZIALARBEIT IN DER SELBSTHILFE

4.2 AUFGABEN PROFESSIONELLER BERATUNG IN DER SELBSTHILFE

4.3 BERATUNGSSETTING PROFESSIONELLER SELBSTHILFEUNTERSTÜTZUNG

5 DIE BERATUNGSPRAXIS

5.1 SELBSTHILFEKONTAKSTELLEN - KLIENTEN UND ADRESSATEN

5.1.1 ALLES KLAR - DER AUFGEKLÄRTE KLIENT

5.1.2 DAS CLEARINGGESPRÄCH – DER KLIENT IM DUNKEL SEINER SELBST

5.1.3 DER GRÜNDUNGSWILLIGE KLIENT – INFORMATIONEN UND UNTERSTÜTZUNG BEI DER GRUPPENGRÜNDUNG

5.1.4 WO FINDE ICH HILFE FÜR MEINEN KLIENTEN? – EXPERTEN AM TELEFON

5.1.5 BERATUNG VON GRUPPEN

5.2 DAS BERATUNGSVERSTÄNDNIS VON SELBSTHILFEKONTAKSTELLEN

6 NEUE HERAUSFORDERUNGEN FÜR SELBSTHILFE DURCH DIE GESUNDHEITSREFORM

7 EPILOG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen professioneller sozialpädagogischer Unterstützung und dem Konzept der Selbsthilfe. Das zentrale Ziel ist es, das Beratungsverständnis professioneller Selbsthilfeunterstützung unter Einbeziehung des Empowerment-Ansatzes zu analysieren und die Rolle der Fachkräfte als Begleiter und Unterstützer statt als bloße Problemlöser zu definieren.

  • Empowerment als theoretisches Fundament der Selbsthilfeunterstützung
  • Die Charakteristika von Selbsthilfegruppen und deren Dynamik
  • Professionelle Beratungspraxis in Selbsthilfekontaktstellen
  • Methodische Ansätze der Unterstützung und Gruppenbegleitung
  • Politische Mandate und gesellschaftliche Herausforderungen der Selbsthilfe

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Das Selbstverständnis der Anonymen Alkoholiker

Anonyme Alkoholiker sind eine Gemeinschaft von Männern und Frauen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen und anderen zur Genesung vom Alkoholismus zu verhelfen. Die einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit ist der Wunsch mit dem Trinken aufzuhören. Die AA-Gruppen verfolgen kein Konzept der Verbindlichkeiten. So kann jedes Gruppenmitglied entscheiden, ob es an Sitzungen teilnimmt oder nicht. Es entsteht weder eine Verbindlichkeit zur Gruppe, noch eine dauerhafte finanzielle Verbindlichkeit. Die Gemeinschaft erhebt keine Mitgliedsbeiträge sondern erhält sich durch freiwillige Spenden ihrer Mitglieder.

Die obersten Prinzipien der Gruppen ist der Glaube an Gott, die Anonymität der Gruppenmitglieder sowie das „Blaue Buch“. Im ersten Teil des Buches mit dem Titel „Alcoholics Anonymous“ wurde das geistige Gedankengut der Gemeinschaft in zwölf Schritten zusammengefasst und dargestellt, wie der Alkoholiker diese Schritte zu seiner Gesundung anwenden kann. Der zweite Teil enthält 30 Lebensgeschichten von Alkoholikern, die über ihre Erfahrungen berichteten. Letzteres dient als Beweis, dass Alkoholiker mit Hilfe des Programms der AA genesen können (vgl. Die Geschichte der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker 2002).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EMPOWERMENT IN DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN ARBEIT: Einführung in das Empowerment-Konzept als theoretische Basis für eine ermächtigende Sozialarbeit, die Selbsthilfe und professionelle Unterstützung verbindet.

1.1 WAS IST POLITISCH AN DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN ARBEIT IM KONTEXT DER SELBSTHILFEUNTERSTÜTZUNG?: Untersuchung des politischen Mandats der Sozialpädagogik, das darauf abzielt, marginalisierten Menschen gesellschaftliche Einflussnahme und Selbstbestimmung zu ermöglichen.

2 SELBSTHILFE UND SELBSTHILFEGRUPPEN: Historische und theoretische Einordnung der Selbsthilfe sowie Analyse der Entstehungsursachen und der Bedeutung von Eigeninitiative.

2.1 GESELLSCHAFTLICHE URSACHEN DER SELBSTHILFE: Diskussion verschiedener Thesen zur Entstehung von Selbsthilfe, insbesondere der qualitativen Defizitthese und der Potentialtheorie.

2.2 WAS CHARAKTERISIERT SELBSTHILFEGRUPPEN?: Darlegung der wesentlichen Merkmale wie Autonomie, Zwanglosigkeit und die ehrenamtliche Selbstverwaltung der Gruppen.

2.3 ARTEN VON SELBSTHILFEGRUPPEN: Kategorisierung der Gruppen nach verschiedenen Problemfeldern wie psychosozialen oder medizinischen Schwerpunkten.

2.4 GRÜNDE FÜR DEN BEITRITT IN EINE SELBSTHILFEGRUPPE: Analyse der individuellen Motive, wie der Überwindung erlernter Hilflosigkeit und dem Wunsch nach Selbstbemächtigung.

2.5 DIE ANONYMEN ALKOHOLIKER – EIN PROMINENTES BEISPIEL: Vorstellung der Anonymen Alkoholiker als Paradebeispiel mit einem weltweit einheitlichen Konzept der Suchtselbsthilfe.

2.5.1 DAS SELBSTVERSTÄNDNIS DER ANONYMEN ALKOHOLIKER: Erläuterung der zentralen Prinzipien wie Anonymität, Glaube und die Struktur durch das „Blaue Buch“.

2.5.2 DIE 12 TRADITIONEN DER ANONYMEN ALKOHOLIKER: Darstellung des Regelwerks für die Zusammenarbeit innerhalb der weltweiten Gemeinschaft.

2.5.3 DIE 12 SCHRITTE DER ANONYMEN ALKOHOLIKER: Beschreibung des konkreten 12-Schritte-Programms zur individuellen Genesung von Alkoholabhängigkeit.

3 PROFESSIONELLE UNTERSTÜTZUNG DER SELBSTHILFE DURCH SELBTSHILFEKONTAKTSTELLEN: Analyse der Rolle von Kontaktstellen als Unterstützungsinstanzen, die auf dem Subsidiaritätsprinzip basieren.

4 BERATUNG IN DER SELBSTHILFE: Diskussion über die Anforderungen an professionelle Beratung im Kontext des Empowerment-Gedankens.

4.1 DAS BERATUNGSVERSTÄNDNIS PROFESSIONELLER SOZIALARBEIT IN DER SELBSTHILFE: Fokus auf Ressourcenorientierung statt Defizitorientierung und der Beraterrolle als Begleiter des Empowerment-Prozesses.

4.2 AUFGABEN PROFESSIONELLER BERATUNG IN DER SELBSTHILFE: Skizzierung der Förderbereiche von der unmittelbaren Umgebung bis zur staatlichen Ebene.

4.3 BERATUNGSSETTING PROFESSIONELLER SELBSTHILFEUNTERSTÜTZUNG: Beschreibung der strukturellen und formalen Aspekte bei der Kontaktaufnahme und Beratung.

5 DIE BERATUNGSPRAXIS: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Kliententypen und der praktischen Umsetzung der Beratung.

5.1 SELBSTHILFEKONTAKSTELLEN - KLIENTEN UND ADRESSATEN: Klassifizierung der verschiedenen Anliegen und Ausgangslagen von Menschen, die Kontaktstellen aufsuchen.

5.1.1 ALLES KLAR - DER AUFGEKLÄRTE KLIENT: Behandlung von Ratsuchenden, die gezielte Informationen benötigen.

5.1.2 DAS CLEARINGGESPRÄCH – DER KLIENT IM DUNKEL SEINER SELBST: Analyse der Methode des Clearinggesprächs zur Klärung komplexer Problemlagen.

5.1.3 DER GRÜNDUNGSWILLIGE KLIENT – INFORMATIONEN UND UNTERSTÜTZUNG BEI DER GRUPPENGRÜNDUNG: Hilfestellung für Personen, die selbst neue Initiativen starten wollen.

5.1.4 WO FINDE ICH HILFE FÜR MEINEN KLIENTEN? – EXPERTEN AM TELEFON: Rolle der Kontaktstellen für Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

5.1.5 BERATUNG VON GRUPPEN: Grundsätze der Gruppenberatung unter Wahrung der Autonomie und bei gezielten Anfragen.

5.2 DAS BERATUNGSVERSTÄNDNIS VON SELBSTHILFEKONTAKSTELLEN: Zusammenfassung der Leitlinien, die den Klienten als Experten in eigener Sache stärken.

6 NEUE HERAUSFORDERUNGEN FÜR SELBSTHILFE DURCH DIE GESUNDHEITSREFORM: Auswirkungen aktueller gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen auf die Rolle der Selbsthilfe.

7 EPILOG: Reflektion über das Rollenverständnis von Professionellen und der Zukunft des Arbeitsfeldes Selbsthilfeunterstützung.

Schlüsselwörter

Selbsthilfe, Sozialpädagogik, Empowerment, Selbsthilfegruppen, Sozialarbeit, Beratung, Ressourcenorientierung, Partizipation, Selbstermächtigung, Anonyme Alkoholiker, Subsidiaritätsprinzip, Gesundheitsreform, Gruppenberatung, Patientenbeteiligung, Professionelle Unterstützung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das Verhältnis zwischen professioneller Sozialarbeit und der organisierten Selbsthilfe, mit einem besonderen Fokus auf die unterstützende Rolle von Selbsthilfekontaktstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Empowerment als Basis, die Dynamik von Selbsthilfegruppen, die Praxis der professionellen Beratung und die Auswirkungen gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Analyse und Definition eines Beratungsverständnisses, das auf Empowerment und Ressourcenorientierung basiert, um die Kooperation zwischen Fachkräften und Selbsthilfegruppen zu optimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Betrachtung der Beratungspraxis, wobei insbesondere Konzepte von Autoren wie Herriger, Thiersch und Theunissen reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Beratungspraxis in Selbsthilfekontaktstellen, unterteilt in verschiedene Kliententypen und die spezifischen Anforderungen an die professionelle Unterstützung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Empowerment, Selbsthilfe, professionelle Sozialarbeit, Beratungskompetenz, Ressourcenorientierung und Partizipation.

Welche Bedeutung hat das Empowerment-Konzept für die Beratung?

Empowerment bedeutet im Beratungskontext den Perspektivwechsel vom Defizit-Blick hin zur Stärkung der vorhandenen Ressourcen und Autonomie des Klienten.

Wie gehen Selbsthilfekontaktstellen mit Anfragen zu Gruppengründungen um?

Die Kontaktstellen bieten eine Mischung aus Einzelberatung und fachlicher, sachbezogener Information an, um den Gründungswilligen bei der Formalisierung und Strukturierung ihres Vorhabens zu unterstützen.

Wie beurteilt der Autor die Rolle der Professionellen im Kontext der Selbsthilfe?

Die professionelle Sozialarbeit soll nicht als Konkurrent auftreten, sondern als Assistent fungieren, der den Empowerment-Prozess begleitet, ohne die Autonomie der Gruppen zu gefährden.

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Details

Title
Professionelle Selbsthilfeunterstützung und Sozialpädagogische Beratung
College
University of Tubingen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Seminar Bratung und Hilfe
Grade
2,3
Author
Dipl.-Päd. Florian Dirr (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V123312
ISBN (eBook)
9783640280575
ISBN (Book)
9783640283927
Language
German
Tags
Sozialpädagogik Empowerment Selbsthilfe Selbsthilfekontakstelle anonyme Alkoholiker Beratung Selbsthilfegruppe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Päd. Florian Dirr (Author), 2007, Professionelle Selbsthilfeunterstützung und Sozialpädagogische Beratung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123312
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