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Über Anna Katharina Hahns: „Ermislauh“ – Erzählstrategien in Relation zum thematischen Fokus

Title: Über Anna Katharina Hahns: „Ermislauh“ – Erzählstrategien in Relation zum thematischen Fokus

Term Paper , 2008 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nele Hellmold (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit zu Anna Katharina Hahns Erzählung „Ermislauh“ sollen die angewendeten Erzählstrategien in ihrer Relation zum thematischen Fokus des Umgangs mit den Wertvorstellungen des Nationalsozialismus in heutiger Zeit dargestellt und analysiert werden. Da sich in der Erzählung zahlreiche Erzählstrategien eröffnen, muss sich diese Arbeit aufgrund des Umfangs auf einige, zentrale Interpretationsebenen beschränken.
Einleitend soll zunächst die zeitliche Darstellung der Geschichte in der Erzählung aufgezeigt und die Bedeutung des analeptischen Kreismodells für den Verlauf der Geschichte beleuchtet werden. Anschließend wird die Erzählsituation in „Ermislauh“ definiert und die Funktion des personalen Erzählers sowie der gewählten Perspektive der internen Fokalisierung erläutert. Daran anknüpfend werden die wichtigsten Figuren der Erzählung gründlich analysiert und in ihren Beziehungen untereinander betrachtet. Da die Figurenanalyse zentral in Bezug auf den unterschiedlichen Umgang mit der NS-Thematik ist, wird dieses Kapitel besonders ausführlich dargestellt. Im letzten Kapitel soll schließlich die NS-Symbolik im Text interpretiert werden. Da es auch hier eine Vielzahl an Deutungsebenen gibt, soll sich die Darstellung auf zwei wesentliche Aspekte begrenzen. Im Fazit werden die Ergebnisse der einzelnen Kapitel dann noch einmal zusammengefasst und deren inhaltliche Verknüpfung herausgestellt, sowie eine mögliche Sinndeutung der Erzählung dargestellt.

Anna Katharina Hahns Erzählband „Kavaliersdelikt“ erschien erstmals 2004 im Suhrkamp Taschenbuch Verlag. Innerhalb dieses Erzählbandes, der „die Abgründe des neuen Jahrtausends“1 als roten thematischen Faden hat, wurde die Erzählung „Ermislauh“ veröffentlicht.
Die Begrifflichkeiten der vorliegenden Arbeit stützen sich auf die narratologischen Einführungen Martinez/Scheffels (2007), Schmids (2008) und Vogts (1990).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Darstellung der Geschichte in der Zeit: Der Analepsenkreis

3. Die Funktion der Erzählsituation in „Ermislauh“

4. Die Figurendarstellung und – konstellation

4.1. Rainer

4.2. Bärbel

4.3. Die Ermislauher Dorfgemeinschaft

5. Die Darstellung der NS-Symbolik in der Erzählung

5.1. „Sauber habt ihr’s gemacht“ – Die sprachliche Widerspiegelung der nationalsozialistischen Werte

5.2. „Das Geisterdorf auf der Alb“ – Die Darstellung des Ortes Ermislauh

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die narrativen Strategien in Anna Katharina Hahns Erzählung „Ermislauh“ im Hinblick auf deren thematische Auseinandersetzung mit der unkritischen Fortführung nationalsozialistischer Wertvorstellungen in der modernen Gesellschaft.

  • Narratologische Analyse der zeitlichen Struktur und Erzählperspektive.
  • Untersuchung der Figurendarstellung und -konstellation als Spiegel gesellschaftlicher Haltungen.
  • Analyse von Symbolik und Raumdarstellung zur Verdeutlichung des NS-Bezugs.
  • Herausarbeitung des Gegensatzes zwischen individuellem Zynismus und kollektiver Verharmlosung.
  • Reflexion über Zivilcourage und das Fortwirken von Ideologien über Generationen hinweg.

Auszug aus dem Buch

4.1. Rainer

Wie bereits in Kapitel 3 dieser Arbeit erwähnt wurde, wird die Erzählung „Ermislauh“ überwiegend aus Rainers Perspektive geschildert. Damit erhält Rainer nicht nur einen besonderen Status in der Figurenhierarchie, sondern nimmt auch eine Sonderstellung in der Art der Figurendarstellung ein: Während sowohl Bärbel, Mutsch und Omma als auch die Ermislauher zu einem erheblichen Anteil aus Rainers Sicht charakterisiert und vor allem direkt – wenn auch subjektiv - bewertet werden, wird Rainer selbst nur durch seine direkte Rede und den Erzähltext, der ja aus seiner Perspektive geschildert wird und damit seine Figur indirekt charakterisiert, dargestellt. Die Charakterisierung seiner Figur ist also sehr viel impliziter als die der übrigen Figuren.

So ist es auch nicht erstaunlich, dass der Leser wenige Informationen über Rainer direkt vermittelt bekommt. Lediglich an zwei Stellen der Erzählung wird seine Figur explizit beschrieben: Zu Anfang wird Rainers beruflicher Werdegang kurz dargelegt (vgl. ebd.: 9), später im Text wird er in einem Nebensatz als „der Stadtfratz mit der Brille“ (ebd.: 16) beschrieben. Außer dem spärlichen Umfang ist hier besonders die Beschaffenheit der Fakten interessant: Abgesehen von seiner beruflichen Karriere, erfährt der Leser in der gesamten Erzählung weder implizit noch explizit etwas über Rainers Hintergründe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der Arbeit ein, die Erzählstrategien von „Ermislauh“ in Bezug auf die NS-Thematik zu analysieren und methodisch einzuordnen.

2. Die Darstellung der Geschichte in der Zeit: Der Analepsenkreis: Das Kapitel untersucht die fünf anachronischen Rückwendungen, die als kreisförmiges Modell die Gegenwartshandlung mit der Vergangenheit verknüpfen.

3. Die Funktion der Erzählsituation in „Ermislauh“: Hier wird die interne Fokalisierung auf die Figur Rainer analysiert und deren Wirkung auf die Unmittelbarkeit der Erzählung sowie die Leseridentifikation dargelegt.

4. Die Figurendarstellung und – konstellation: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Analyse der Hauptfiguren und zeigt die Diskrepanz zwischen individuellem Zynismus und unreflektierter Traditionspflege auf.

5. Die Darstellung der NS-Symbolik in der Erzählung: Die Analyse konzentriert sich auf sprachliche Indikatoren und die symbolische Aufladung des Ortes, die den NS-Bezug im Text verdeutlichen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass die Erzählkunst der Autorin durch die Thematisierung der fehlenden Zivilcourage eine allgemeine gesellschaftliche Problematik aufzeigt.

Schlüsselwörter

Ermislauh, Anna Katharina Hahn, Nationalsozialismus, Erzählstrategien, Narratologie, Analepsen, Figurenanalyse, Zivilcourage, Geschichtsbewusstsein, Schuldverdrängung, Traditionspflege, NS-Symbolik, interne Fokalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Erzählstrategien in der Erzählung „Ermislauh“ von Anna Katharina Hahn und deren Zusammenhang mit der Darstellung von NS-Ideologien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die zeitliche Struktur der Geschichte, die Charakterisierung der Figuren sowie die symbolische Darstellung von Orten und Sprache im Kontext des Nationalsozialismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Hahns Erzähltechnik das gesellschaftliche Problem der Verharmlosung und unkritischen Übernahme nationalsozialistischer Werte sichtbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf narratologische Theorien, insbesondere auf die Konzepte von Vogt, Martinez, Scheffel und Schmid zur Analyse von Erzählzeit, Fokus und Figurenrede.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Analepsenkreises, der internen Fokalisierung auf Rainer, der Figurenanalyse sowie der Analyse von NS-Symbolik in Sprache und Raum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Erzählstrategien, Nationalsozialismus, Zivilcourage, Geschichtsbewusstsein und die Analyse von Erinnerungskultur.

Welche Rolle spielt die Figur Rainer in der Erzählung?

Rainer fungiert als reflektierter Außenseiter, dessen passives Verhalten und innerer Konflikt den Leser zur Identifikation und kritischen Reflexion zwingen.

Wie trägt die Erzählperspektive zur Aussage des Textes bei?

Die interne Fokalisierung auf Rainer erzeugt eine hohe Unmittelbarkeit, wodurch der Leser den Prozess der schleichenden Erkenntnis und das Scheitern am eigenen Gewissen hautnah miterlebt.

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Details

Title
Über Anna Katharina Hahns: „Ermislauh“ – Erzählstrategien in Relation zum thematischen Fokus
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II)
Course
Seminar
Grade
1,3
Author
Nele Hellmold (Author)
Publication Year
2008
Pages
32
Catalog Number
V123333
ISBN (eBook)
9783640280711
ISBN (Book)
9783640284016
Language
German
Tags
Anna Katharina Hahns Erzählstrategien Relation Fokus Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nele Hellmold (Author), 2008, Über Anna Katharina Hahns: „Ermislauh“ – Erzählstrategien in Relation zum thematischen Fokus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123333
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