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Afrikanischer Ahnenkult und christlicher Glaube

Der afrikanische Ahnenkult als Herausforderung für die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika

Titel: Afrikanischer Ahnenkult und christlicher Glaube

Examensarbeit , 2007 , 73 Seiten , Note: 3,00

Autor:in: Daniel Dittert (Autor:in)

Theologie - Praktische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bevor man zur heutigen Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika kommen kann, müssen verschiedene Epochen des Kontinents näher betrachtet werden. Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Kontext, um die religiöse Situation des Kontinents in der er sich heute befindet näher zu schildern und zu verstehen. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass die Theologie in Afrika von dieser Historie geprägt ist und viele Elemente der Geschichte immer noch einen wesentlichen Bestandteil der Theologie ausmachen.
Die folgende Ausarbeitung wird sich in drei Hauptpunkte gliedern. Der erste Punkt befasst sich mit der Kolonialzeit und der Missionierung. Die Zeit der Kolonialherren und Missionare, die für die Gemeinschaft der Ethnien grundlegende Elemente aus dem Gleichgewicht brachten, legt den Grundstein für die befreiende Religion der negro-afrikanischen Tradition.
Der zweite Punkt geht näher auf das zweite vatikanische Konzil ein, welches den Weg für die heutige Sichtweise der Theologie in Afrika und der ganzen Welt ebnet. Vor allem das Dekret „Ad gentes“, ist in diesem Kontext besonders wichtig, da hier die missionarische Tätigkeit der Kirche behandelt wird.
Der letzte Punkt erarbeitet die Inkulturation des Christentums am Bespiel des Ahnenkultes. Die Frage, die hier gestellt wird ist, ob der Afrikaner, um sich zum Evangelium zu bekehren, die Beziehung zu den Ahnen abbrechen muss? In diversen Unterpunkten wird die Wichtigkeit der Ahnen für die afrikanischen Völker südlich der Sahara behandelt. Außerdem soll die Schwierigkeit gezeigt werden, inwiefern sich die afrikanischen Christen in einer religiösen Zerrissenheit befinden. Der christliche Glauben auf der einen Seite und die afrikanische Spiritualität auf der anderen.
Weiterhin werden Bezüge zu afrikanischen Theologen hergestellt, die sich mit der Inkulturation des Christentums in Afrika befassen, aber auch den Christen das Verständnis für die Ahnenfrömmigkeit zu vermitteln versuchen. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, da die Inkulturation nicht nur als Monolog der euro- amerikanischen Seite gesehen werden darf, sondern als Dialog zwischen verschiedenen Religionen betrachtet werden sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Begegnung Schwarzafrikas mit dem Christentum

2.1 Vorbemerkung

2.2 Exkurs in die Zeit der europäischen Endeckungsfahrten

2.3 Die Kolonialzeit als bleibende Belastung für die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika

2.3.1 Die Kolonialisierung Afrikas ab dem 19. Jahrhundert

2.3.2 Auswirkung der Kolonialisierung auf die afrikanische Gesellschaft

2.4 Die Missionierung als bleibende Belastung für die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika

2.4.1 Definitionen des Missionsbegriffs

2.4.2 Exkurs in die evangelische Mission

2.4.3 Mission als historischer Hintergrund der schwarzafrikanischen Bevölkerung

2.4.4 Missionierung am Beispiel der „Erziehung“

2.4.5 Missionierung am Beispiel der „Arbeitserziehung“

2.4.6 Das Christentum und der Islam -die Wahl zwischen den Religionen-

2.4.7 Fazit

3. Die Entwicklung des Afrikabildes der Christen durch das Vaticanum II

3.1 Vorkonzilszeit

3.2 Entstehungsgeschichte des II. Vatikanum

3.3 Der Aufbau und Verlauf des Konzil

3.4 Nachkonzilszeit -Problem des Konzils-

3.5 Dekret über die missionarische Tätigkeit der Kirche „Ad gentes“

3.5.1 Vorwort zum Dekret „Ad gentes“

3.5.2 Entstehungsgeschichte des Missionsdekrets

3.5.3 Der Inhalt des Missionsdekrets

3.6 Die neue theologische Sichtweise

3.7 Die Verbindung zwischen Gesamtkirche und Teilkirchen

4. Der Inkulturationsprozess als Schlüssel der Verbindung zwischen dem Christentum und der afrikanische Spiritualität

4.1 Vorwort zur Inkulturation des Christentums in die afrikanische Ahnenfrömmigkeit

4.2 Grundlinien der afrikanischen Ahnenfrömmigkeit

4.3 Der soziale Umgang im Klan und die Beziehung zum Ahnenkult

4.4 Das Christentum und der afrikanische Ahnenkult

4.5 Theologische Modelle der Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika

4.5.1 Bénézet Bujos „Christus als Proto-Ahn“

4.5.2 Christologiemodell von Anselme Titianma Sanon in Bezug auf „Jesus als Proto-Ahn“

4.6 Die Lehre der Kirche in Verbindung mit der Ahnentheologie nach Bujo

4.7 Problematik der verschiedenen Eschatologie- Modelle

4.8 Die Bibel und das afrikanische Erbe nach John S. Mbiti

4.9 Die Pfingstbewegungen in Verbindung mit der Kirche

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und theologischen Kontext der Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika. Dabei wird insbesondere der Einfluss der Kolonialzeit und Missionierung sowie die Wende durch das Zweite Vatikanische Konzil beleuchtet, um die heutige religiöse Situation und die Herausforderungen einer authentisch afrikanischen Theologie, insbesondere im Hinblick auf den Ahnenkult, zu verstehen.

  • Historische Aufarbeitung von Kolonialismus und Missionierung in Afrika
  • Analyse des Zweiten Vatikanischen Konzils und dessen Auswirkungen auf das Afrikabild
  • Untersuchung des Inkulturationsprozesses am Beispiel der afrikanischen Ahnenfrömmigkeit
  • Darstellung theologischer Modelle (z.B. „Christus als Proto-Ahn“ nach Bénézet Bujo)
  • Diskussion über das Verhältnis zwischen Gesamtkirche und afrikanischen Teilkirchen

Auszug aus dem Buch

2.4.4 Missionierung am Beispiel der „Erziehung“

Wie sich die „Ausbreitung der Religion durch Werbung neuer Anhänger“ vollziehen konnte wird anhand eines Beispiels der „Erziehung“ geklärt. Erziehung meint in diesem Zusammenhang nicht die Erziehung hin zum Laufen oder Sprechen, sondern vielmehr die Erziehung von Kulturtechniken.

Nachdem der Sklavenhandel in Afrika immer schärfer kritisiert wurde, sahen sich die Händler gezwungen die Sklaven nicht nur ins Ausland zu exportieren, sondern auch im Inland Afrikas nach Käufern zu suchen. Vor allem Missionare erwarben viele der Sklaven, um sie aus der unterdrückenden Hand der Sklaverei zu befreien. Aber auch die Missionare, die eine Mission neu gegründet hatten, waren willkommene Käufer der versklavten Afrikaner, um mit ihnen ihre Missionsschulen zu besetzen. In Ostafrika zum Beispiel erwarben Mönche des Benediktiner Ordens 70 Kinder innerhalb von sechs Wochen von arabischen Händlern. Die Spiritaner der Station Bagamoyo erwarben innerhalb von zwei Jahren über 300 Personen. Ein möglicher Grund dafür war, dass Papst Gregor XV. die Missionare veranlasste „überall, unverzüglich und mit großer Sorgfalt“ Schulen zu errichten. Die Missionare sollten „mit allen möglichen Mitteln und Methoden die Erziehung der jungen Generation in die Hand nehmen.“

Die ehemaligen Sklaven bekamen teilweise Erkennungsmarken und mussten für ihren Unterhalt und den Erhalt der Missionsschule arbeiten. In den Schulen selbst lernten sie lesen, schreiben, rechnen, sowie die elementare Kulturtechniken, wie zum Beispiel das Essen mit Messer und Gabel. Außerdem bekamen sie Unterricht in der Lehre des katholischen Glaubens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung setzt den historischen Rahmen der Arbeit und definiert das Ziel, die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika unter Berücksichtigung kolonialer und konziliarer Entwicklungen zu untersuchen.

2. Die Begegnung Schwarzafrikas mit dem Christentum: Dieses Kapitel analysiert die Geschichte der Kolonialisierung und die Rolle der Missionierung als historisch belastende Faktoren für den heutigen Inkulturationsprozess.

3. Die Entwicklung des Afrikabildes der Christen durch das Vaticanum II: Es wird die Neuausrichtung der kirchlichen Missionstheologie durch das Zweite Vatikanische Konzil und das Dekret „Ad gentes“ sowie die veränderte Rolle der Teilkirchen diskutiert.

4. Der Inkulturationsprozess als Schlüssel der Verbindung zwischen dem Christentum und der afrikanische Spiritualität: Das Hauptkapitel widmet sich der konkreten theologischen Verbindung zwischen christlicher Lehre und afrikanischer Ahnenfrömmigkeit, inklusive verschiedener christologischer Modelle.

5. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Notwendigkeit eines echten Dialogs zwischen den Kulturen und der Gesamtkirche.

Schlüsselwörter

Inkulturation, Schwarzafrika, Christentum, Missionierung, Kolonialismus, Zweites Vatikanisches Konzil, Ad gentes, Ahnenkult, Ahnenfrömmigkeit, Bénézet Bujo, Proto-Ahn, Ekklesiologie, Teilkirchen, Pfingstbewegungen, Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika, wobei der historische Kontext von Kolonialismus und Mission sowie die theologischen Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Zentrum stehen.

Welches sind die zentralen Themenfelder des Dokuments?

Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der Kolonialisierung, die Entwicklung des Missionsbegriffs, die Auswirkungen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf die afrikanische Theologie sowie die theoretische Auseinandersetzung mit dem afrikanischen Ahnenkult.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Christentum authentisch in den afrikanischen Kontext integriert werden kann, ohne das kulturelle Erbe, insbesondere die Ahnenfrömmigkeit, zu verleugnen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse sowie der Auswertung theologischer Literatur, Konzilsdokumente und zeitgenössischer afrikanischer theologische Ansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Inkulturation, insbesondere auf das Modell von Bénézet Bujo, der Jesus Christus als „Proto-Ahn“ interpretiert, um eine Brücke zwischen christlichem Glauben und afrikanischen Lebenskonzepten zu schlagen.

Welche Schlagworte charakterisieren den Inhalt am besten?

Inkulturation, Ahnenkult, afrikanische Theologie, Missionsgeschichte, Zweites Vatikanisches Konzil und Christologie.

Wie bewertet der Autor das Modell des „Christus als Proto-Ahn“ von Bénézet Bujo?

Der Autor schätzt dieses Modell als schlüssigen Ansatz für den afrikanischen Kontext, übt jedoch gleichzeitig Kritik an der methodischen Einordnung von Jesus als „radikalem Menschen“ unter Vernachlässigung seiner göttlichen Natur.

Welche Rolle spielen die Pfingstbewegungen im aktuellen kirchlichen Kontext Afrikas?

Die Pfingstbewegungen werden als unabhängige, oft charismatisch geprägte Gemeinschaften dargestellt, die das traditionelle katholische Christentum herausfordern und eine eigene, oft auf Heilung und Befreiung fokussierte Frömmigkeit bieten.

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Details

Titel
Afrikanischer Ahnenkult und christlicher Glaube
Untertitel
Der afrikanische Ahnenkult als Herausforderung für die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika
Hochschule
Universität Kassel
Note
3,00
Autor
Daniel Dittert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
73
Katalognummer
V123356
ISBN (eBook)
9783640280865
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afrikanischer Ahnenkult Glaube
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Dittert (Autor:in), 2007, Afrikanischer Ahnenkult und christlicher Glaube, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123356
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Leseprobe aus  73  Seiten
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