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Die Kritik der Queer Theory an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität

Title: Die Kritik der Queer Theory an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Michael Becker (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Mit dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Queer Theory, um zu analysieren, wie sich deren Kritik an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität äußert. Anders formuliert könnte die Fragestellung daher auch lauten: Sind zwei Geschlechter schon genug oder bereits zuviel?
Dazu will ich im Ersten Teil Begrifflichkeiten wie „Geschlechtsidentität“, „Bipolarität“ und „Heteronormativität“ definieren und zueinander in Bezug setzen, um die normierenden Auswirkungen dieser Konstruktion zu beleuchten.
Im Zweiten Teil widme ich mich der Kritik an eben dieser Konstruktion, welche maßgeblich von der Queer Theory vorangetrieben wird. Dazu ist es unerlässlich, erst einmal die Sex-Gender-Theorie zu betrachten, auf deren theoretischen Errungenschaften die Queer Theory in großen Teilen aufbaut. Darüber hinaus soll durch den geschichtlichen Ausschnitt der sozialen Bewegungen (Homophilen-Bewegung, Homo-Befreiung und Lesbischer Feminismus) aufgezeigt werden, mit welchen gesellschaftlichen Veränderungen sich die genannte Konstruktion konfrontiert sah. Für die Verunsicherungen, die diese „Eigenartigkeiten“ mit sich brachten, liefert die Queer Theory schließlich den theoretischen Überbau.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Teil Die Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität

1. Geschlechtsidentität

2. Heteronormativität und Bipolarität

Zweiter Teil Die Kritik an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität

1. Die Sex-Gender-Theorie als Wegbereiterin

2. Die Queer Theory

2.1. Von der Bewegung zur Wissenschaft

2.2. Queer Studies als Verunsicherungswissenschaft

Dritter Teil Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Queer Theory und analysiert deren grundlegende Kritik an der gesellschaftlichen Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Zweigeschlechtlichkeit als normatives Konstrukt fungiert und welche theoretischen sowie historischen Ansätze zur Dekonstruktion dieses Modells existieren.

  • Psychoanalytische Grundlagen der Geschlechtsidentität nach Sigmund Freud.
  • Wechselwirkung zwischen Heteronormativität und geschlechtlicher Bipolarität.
  • Historische Entwicklung von sozialen Bewegungen zur wissenschaftlichen Disziplin.
  • Die Rolle der Sex-Gender-Theorie als Wegbereiterin der Queer Theory.
  • Methodische Ansätze der Dekonstruktion zur Hinterfragung gesellschaftlicher Normen.

Auszug aus dem Buch

Die Homophilen-Bewegung

„Auch wenn homophile Organisationen keine Massenbewegungen wie die Homo-Befreiung und der lesbische Feminismus begründeten, entwarfen sie dennoch Aufklärungsprogramme und arbeiteten für politische Reformen, die die Toleranz gegenüber Homosexualität erhöhen und diese – zumindest in einigen Fällen – entkriminalisieren sollten.“ (Jagose 2001, S. 37) Vorrangig sei hier das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee zu nennen, welches im Jahre 1897 von dem deutschen Neurologen Magnus Hirschfeld (1868-1935) ins Leben gerufen wurde. „Sein Hauptziel bestand darin, die zuständige Legislative zu überzeugen, den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches abzuschaffen“ (Ebenda, S. 38), der bereits seit 1871 geltendes Recht war.

Darüber hinaus seien auch die Organisationen der British Society for the Study of Sex Psychology, die Chicago Society for Human Rights, die Mattachine Society sowie deren „weibliches Pendant“ Daughters of Bilitis genannt, deren politische Arbeit (ähnlich dem Wissenschaftlich-humanitären Komitee) eine eher konservative Ausrichtung hatte, was ich an folgendem Beispiel veranschaulichen will:

„Die Daughters of Bilitis waren als Alternative – fast möchte man sagen als Opposition – zur etablierten Subkultur der vorwiegend von Lesben der Arbeiterklasse besuchten Kneipen entstanden und mißbilligten den Stil dieser Kultur, der von der Sichtbarkeit der Kessen Väter (butches) und ihrer Verbindung mit körperlicher Fabrikarbeit geprägt war. Sie befürworteten dagegen einen mehr auf Anpassung angelegten Wertekatalog und empfahlen Lesben, sich auf deutlich weibliche Weise zu kleiden, um ihre Aussichten auf besser bezahlte Arbeit zu erhöhen.“ (Ebenda, S. 43) Dies ist unter anderem Ausdruck für die praktizierte Politik der homophilen Organisationen. Die bestehenden Strukturen von kapitalistischer Ausbeutung auf der einen und patriarchalischer Heteronormativität auf der anderen Seite wurden unhinterfragt hingenommen und man erhoffte sich, die Schutzbefohlenen durch systemkonforme Verhaltenskodizes im System besser etablieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob eine zweigeschlechtliche Identitätskonstruktion zeitgemäß ist, und umreißt die theoretischen sowie historischen Schwerpunkte der Analyse.

Erster Teil Die Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität: Dieser Abschnitt erläutert die psychoanalytischen Grundlagen der Identitätsentwicklung und analysiert, wie Heteronormativität und Bipolarität als gesellschaftliche Strukturen ineinandergreifen.

Zweiter Teil Die Kritik an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität: Hier wird die historische Entwicklung von der Homophilen-Bewegung über die Homo-Befreiung bis hin zur Queer Theory dargestellt und die Sex-Gender-Theorie kritisch reflektiert.

Dritter Teil Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Heteronormativität durch Sozialisationsprozesse als Hegemonialzustand etabliert wird, und weist auf die Bedeutung dekonstruktiver Praktiken hin.

Schlüsselwörter

Queer Theory, Geschlechtsidentität, Bipolarität, Heteronormativität, Sozialisation, Sex-Gender-Theorie, Dekonstruktion, Diskurs, Homophilen-Bewegung, Gay Liberation, Lesbischer Feminismus, Identitätsdiskurs, Machtverhältnisse, Gender Studies, gesellschaftliche Normen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Queer Theory und ihrer fundierten Kritik an der gesellschaftlich verankerten, zweigeschlechtlichen Identitätskonstruktion.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die psychoanalytischen Grundlagen der Geschlechtsidentität, das Konzept der Heteronormativität sowie die historische Entwicklung queerer Bewegungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Kritik der Queer Theory an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität äußert, pointiert durch die Frage: Sind zwei Geschlechter genug oder bereits zu viel?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine diskursanalytische Herangehensweise und nutzt die Methode der Dekonstruktion, um hegemoniale Machtstrukturen innerhalb gesellschaftlicher Diskurse sichtbar zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung (Psychoanalyse, Bipolarität) und eine historische sowie diskursive Untersuchung der Kritik (Sex-Gender-Theorie, Queer Theory).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Queer Theory, Heteronormativität, Bipolarität, Dekonstruktion und Geschlechtsidentität.

Welche Rolle spielt Sigmund Freud für die Argumentation?

Freud dient als theoretische Basis, um die psychische Internalisierung von Geschlechterrollen in der Kindheit und die Entstehung des Über-Ichs zu erklären.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Homophilen-Bewegung?

Die Homophilen-Bewegung wird als wichtiger, wenn auch konservativer Vorläufer historisch eingeordnet, deren systemkonforme Ansätze jedoch von der späteren radikaleren Queer Theory dekonstruiert wurden.

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Details

Title
Die Kritik der Queer Theory an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität
College
University of Hamburg
Grade
1
Author
Michael Becker (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V123370
ISBN (eBook)
9783640280933
ISBN (Book)
9783640284085
Language
German
Tags
queer gender freud foucault geschlecht homosexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Becker (Author), 2008, Die Kritik der Queer Theory an der Konstruktion einer bipolaren Geschlechtsidentität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123370
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