Nach dem viel diskutierten Einschreiten der NATO mit Luftangriffen in diesen nicht zwischenstaatlichen Konflikt und dem Rückzug von Milosevic, schritt die UNO ein. Mit der Resolution 1244 und der Mission UNMIK übernahm sie die Verantwortung für den Wiederaufbau der Region Kosovo.
Doch wie sollte der Wiederaufbau aussehen und kann die UNO mit Hilfe andere internationaler Organisationen ein viel gespaltenes Land wieder auf den richtigen Weg bringen?
In dieser Arbeit möchte ich das Einschreiten der UNO vom Anfang mit der Resolution 1244 bis zu den Handlungsaufgaben der Friedenstruppen nachzeichnen. Es soll dargestellt werden wie die UNO sich das peace and institution building im Kosovo vorgenommen hat und wie es umgesetzt wird. Im letzten Punkt möchte ich eine neue und im Kosovo erstmals erprobte Aufgabe für Blauhelme beschreiben und zwar die Kontrolle über einheimische Medien sowie den Aufbau und die Produktion demokratischer Medien in einer Krisenregion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die UN nach dem Kosovokrieg
2.1 Das Einschreiten der UN im Kosovokonflikt
2.2 Resolution 1244 und die UN-Mission
2.3 Peace- und institution-building im Kosovo
3. Medienblauhelme- Die neue Aufgabe für die UNO?
4. Fazit
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Engagement der Vereinten Nationen im Kosovo nach dem Konfliktende 1999, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Analyse des "Peace- und Institution-building" sowie der Einführung einer innovativen Rolle für UN-Friedenstruppen im Medienbereich liegt.
- Analyse des UNO-Einsatzes basierend auf der Resolution 1244
- Struktur und Funktionsweise der UN-Mission UNMIK
- Herausforderungen beim Aufbau rechtsstaatlicher und wirtschaftlicher Strukturen
- Die Rolle der Kommunikation als nicht-letale Waffe in modernen Konflikten
- Konzept der "Medienblauhelme" zur Förderung demokratischer Medienlandschaften
Auszug aus dem Buch
Medienblauhelme- Die neue Aufgabe für die UNO?
Die Kriege verändern sich, zwischen staatliche Kriege gibt es kaum noch. Die „Neuen Kriege“ sind anders geprägt wie im Kosovo wo ethnische, religiöse, nationale, sozio ökonomische und demographische Faktoren mit einer doppelten Mehrheit Minderheiten- Problematik verwoben sind (vgl. Hubel 2005, S. 63ff.). Das bedeutet, dass auch die Interventionen und Präventionen des peace keeping sowie des peace building der Vereinten Nationen neu überdacht werden müssen.
Hierbei könnte Kommunikation als eine nicht-letale Waffe an Bedeutung gewinnen. In diesen neuen und viel komplexeren Konflikten müssen Einstellungen und Mentalitäten in langen Prozessen verändert werden, um das vorhandene Konfliktpotenzial zu reduzieren. Dabei gewinnen Massenmedien aber auch einzelne Journalisten an immer größerer Bedeutung in Konflikten. Das Verhältnis zwischen Politik, Militär und Medien wird mit zunehmenden Maßen immer komplexer (vgl. Hartwig 1999, S. 166).
„Zukünftige Konflikte spielen sich vor Szenarien ab, in denen zwar weltumspannende Kommunikation möglich ist- und sei es eine satellitengestützte Berichterstattung „in Echtzeit“, in denen aber am Einsatzort selbst kaum verbreitende Möglichkeit zum Empfang und der freien Rezeption von Medien besteht.“ (ebd. 1999, S. 166)
Wirtschaftliche Situation und die damit verbundene schlechte technische Ausstattung sind ein Grund aber ein anderer ist die staatliche Zensur, Desinformation und Propaganda der Konfliktgegner sowie das oftmals Fehlen von eigenen freien Medienstrukturen und freien Journalisten. Dazu kommen immer wieder Faktoren wie Analphabetismus und religiöse oder politische Vorbehalte gegen bestimmte mediale Inhalte. Vorausschauend auf diesen Punkt ist es wichtig, dass die Vereinten Nationen eigene Medien haben und weitere freie Medien in der intervenierten Region haben und aufbauen. Freie Kommunikation ist für den Frieden unabdingbar und sollte Aufgabe der UNO sein, um die die Freiheit und die Einbindung von Einheimischen zu gewährleisten (vgl. ebd., S. 166f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des vierten jugoslawischen Erbfolgekrieges ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, das UNO-Engagement im Kosovo zu untersuchen.
2. Die UN nach dem Kosovokrieg: Dieses Kapitel erläutert das Einschreiten der Vereinten Nationen nach der NATO-Intervention sowie die strukturelle Organisation der Mission UNMIK und den Aufbau von Institutionen.
2.1 Das Einschreiten der UN im Kosovokonflikt: Hier wird der Prozess der Legitimation und Einbindung der UNO in die Friedenssicherung nach der militärischen Phase des Konflikts beschrieben.
2.2 Resolution 1244 und die UN-Mission: Dieses Kapitel behandelt die völkerrechtlichen Grundlagen des UN-Einsatzes und die administrativen Rahmenbedingungen der Übergangsverwaltung.
2.3 Peace- und institution-building im Kosovo: Hier werden die fünf Phasen der Friedenssicherungsaktivitäten der UNMIK sowie der Aufbau rechtsstaatlicher und wirtschaftlicher Strukturen detailliert dargestellt.
3. Medienblauhelme- Die neue Aufgabe für die UNO?: Dieses Kapitel untersucht die Notwendigkeit von Kommunikation als präventives Instrument in modernen Konflikten und das Konzept der Kontrolle bzw. Förderung demokratischer Medien.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der UNO im Kosovo zusammen und bewertet die Bedeutung von Medienarbeit für zukünftige Friedensmissionen.
5. Literatur: Das Verzeichnis listet die für die Untersuchung herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Berichte auf.
Schlüsselwörter
Vereinte Nationen, Kosovo-Krieg, UNMIK, Resolution 1244, Peace-building, Institution-building, Medienblauhelme, Friedenssicherung, Konfliktlösung, Demokratisierung, Medienfreiheit, Propaganda, zivile Mission, Balkan, OSZE.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das zivile und institutionelle Engagement der Vereinten Nationen im Kosovo nach dem bewaffneten Konflikt 1999.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören das UNMIK-Mandat, der Aufbau demokratischer Institutionen und der innovative Einsatz von Medien zur Friedenssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Wiederaufbauprozess der UN nachzuzeichnen und das neue Aufgabenfeld der sogenannten "Medienblauhelme" theoretisch zu begründen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die auf offiziellen UN-Resolutionen, politischen Plänen und einschlägiger sicherheitspolitischer Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Einordnung der UN-Mission, die praktische Umsetzung des Institution-buildings in verschiedenen Phasen und die Analyse der Medienrolle in modernen Krisengebieten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie UNMIK, Friedenssicherung, Konfliktpotenzial, Medienfreiheit und demokratischer Aufbau definiert.
Wie bewertet der Autor den Erfolg des Institution-buildings im Kosovo?
Der Autor stellt fest, dass der Aufbau zwar Fortschritte ermöglicht hat, ein nachhaltiger Erfolg jedoch maßgeblich von der Klärung der Statusfrage des Kosovo abhängt.
Warum hält der Autor die Kontrolle über Medien für eine Aufgabe der UNO?
In modernen "neuen Kriegen" fungieren Medien und Propaganda als konfliktverschärfende Faktoren; daher ist die Förderung freier Medien für den langfristigen Frieden laut Autor essenziell.
- Quote paper
- Marian Stüdemann (Author), 2007, Peace-keeping und humanitäre Interventionen der UN am Beispiel des Kosovo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123403