Unternehmen sowie Banken und Finanzdienstleistungsinstitute sind unterschiedlichen finanziellen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken können den Erfolg von gewinnorientierten Organisationen erheblich beeinflussen. Deshalb besteht eine Notwendigkeit für Unternehmen und andere Institutionen, sich mit der Risiko-Thematik auseinanderzusetzen und Lösungen zu schaffen. Für den Umgang mit dieser Problematik wurde das Risikomanagement geschaffen. Insbesondere in der heutigen Zeit kommt es im Zuge der Globalisierung und des exponentiellen Technologiewachstums zu einer erhöhten Anzahl an Unternehmensinsolvenzen. Im Zusammenhang mit der ansteigenden Insolvenzgefahr gewinnt das Risikomanagement zunehmend an Bedeutung und wird mit einer Vielzahl neuer Verordnungen und Richtlinien reguliert.
Im Risikomanagementprozess nimmt die Bemessung von finanziellen Risiken eine zentrale Rolle ein. Der Value at Risk-Ansatz (VaR) wurde in den 90er Jahren in der Finanzdienstleistungsbranche entwickelt, um das gesamte Risiko eines Portfolios in Form einer einzelnen Kennzahl darzustellen. Der VaR ermöglicht die Ermittlung des Verlustbetrages durch Marktbewegungen. Heutzutage wird das Konzept darüber hinaus auch in Unternehmen verwendet und gilt als anerkannter und als der am häufigsten zitierte Ansatz zur Quantifizierung von finanziellen Risiken.
Eine nähere Betrachtung des Finanzrisikomanagements innerhalb von Unternehmen lohnt sich wegen der hohen und wachsenden Bedeutung dieser Funktion. Zudem stellt das Konzept des VaR eine Kennzahl dar, die in betriebswirtschaftlichen Fragestellungen häufig verwendet wird. Deshalb ist eine wissenschaftliche Ausarbeitung dieses Konzeptes sehr sinnvoll. Zu Beginn dieser Arbeit wird eine Basis für das gemeinsame Verständnis von Unternehmensrisiken geschaffen. Dazu wird zunächst der Risiko-Begriff genau definiert und in Folge dazu werden die unterschiedlichen Risiko-Arten, denen Unternehmen ausgesetzt sind, voneinander abgegrenzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unternehmensrisiken
2.1 Der Risikobegriff
2.2 Arten von Risiken
2.3 Risikomanagement
3 Das Konzept des Value at Risk
3.1 Grundlagen
3.2 Methoden zur Berechnung
3.2.1 Der Varianz-Kovarianz-Ansatz
3.2.2 Simulationsverfahren
3.2.3 Vergleich der Methoden
3.3 Anwendung im Risikomanagement
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der Risikomessung mittels des Value-at-Risk-Konzepts (VaR) und untersucht dessen Einsatzmöglichkeiten sowie Grenzen im betrieblichen Kontext. Ziel ist es, das Konzept des VaR im Risikomanagement darzustellen und dessen Anwendungspotenziale für Unternehmen zu analysieren und kritisch zu beurteilen.
- Definition und Kategorisierung von allgemeinen Unternehmensrisiken
- Einführung in den Risikomanagementprozess
- Methodische Grundlagen und Berechnungsansätze des Value-at-Risk
- Gegenüberstellung von parametrischen Verfahren und Simulationsmodellen
- Anwendung und Limitationen des VaR in der Unternehmenspraxis
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der Varianz-Kovarianz-Ansatz
Der Varianz-Kovarianz-Ansatz (VK-Ansatz) ist das gängige Modell unter den analytischen Verfahren. Bei analytischen Verfahren basiert die Berechnung des VaR auf einer Modellierung der Volatilität mit einer geeigneten Verteilungsannahme. Als einfache Form in der praktischen Anwendung wird dem statistischen Modell die Annahme der Normalverteilung unterlegt. Die Ermittlung des größtmöglichen Verlustes zu einem bestimmten Konfidenzniveau geschieht in Form der Ermittlung von der Anzahl an Standardabweichungen. Die resultierende Berechnung des VaR basiert somit nur auf zwei Parametern, dem Erwartungswert und der Standardabweichung. Daher werden analytische Verfahren wie der VK-Ansatz auch häufig parametrische Verfahren genannt.
Die standardisierte Normalverteilung hat den Vorteil, dass man zur Berechnung des VaR die Tabelle der Standardnormalverteilung nutzen kann. Sucht man Werte, die mit einer Wahrscheinlichkeit von p nicht unterschritten werden, setzt man das p in die Tabelle ein und erhält daraus einen Wert für z. Der z-Wert gibt die Lage des gesuchten VaR (x) in der Normalverteilung an und dient zur genauen Bestimmung dieses Wertes. Bei der Berechnung einzelner Finanzpositionen ergibt sich der VaR aus der Multiplikation des Marktwertes mit der wahrscheinlichkeitsskalierten Volatilität dieser Finanzposition. Ist z.B. das Konfidenzniveau (1-α) von 95% gegeben, nutzt man die p-Tabelle und erhält daraus den z-Wert von -1,645. Außerdem ist der Erwartungswert für folgende Berechnung als μ und die Standardabweichung als σ definiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die finanzielle Risikothematik ein, erläutert die zunehmende Bedeutung des Risikomanagements und skizziert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich des VaR-Konzepts.
2 Unternehmensrisiken: Hier werden der Risikobegriff sowie die Differenzierung zwischen nicht-finanziellen und finanziellen Risiken dargelegt und der allgemeine Risikomanagementprozess beschrieben.
3 Das Konzept des Value at Risk: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, verschiedene Berechnungsarten wie den Varianz-Kovarianz-Ansatz und Simulationsverfahren sowie die praktische Relevanz des VaR im Unternehmen.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der VaR ein wertvolles Instrument für Finanzpositionen darstellt, in der Breite jedoch durch die Beschränkung auf kurzfristige, quantitative Risiken an Grenzen stößt.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Value at Risk, Finanzrisiken, Varianz-Kovarianz-Ansatz, Marktrisiko, Simulationsverfahren, Monte-Carlo-Simulation, historische Simulation, Risikomessung, Risikocontrolling, Portfoliorisiko, Volatilität, Konfidenzniveau, finanzielle Instrumente, Unternehmensrisiko.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Risikomessung in Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des Value-at-Risk-Ansatzes (VaR).
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Klassifizierung von Unternehmensrisiken, der Ablauf des Risikomanagements sowie die verschiedenen mathematischen Methoden zur Bestimmung des VaR.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, das Konzept des VaR im Kontext des betrieblichen Risikomanagements darzustellen und dessen Nutzen sowie Anwendungspotenziale für Unternehmen zu bewerten.
Wie werden die Risiken in dieser Arbeit quantifiziert?
Es werden primär quantitative Ansätze vorgestellt, darunter der parametrische Varianz-Kovarianz-Ansatz sowie Simulationsverfahren wie die historische Simulation und die Monte-Carlo-Simulation.
Was umfasst der Hauptteil der wissenschaftlichen Arbeit?
Im Hauptteil werden zunächst Grundlagen zu Risikobegriffen gelegt, gefolgt von einer detaillierten mathematischen Erläuterung der Berechnungsmethoden des VaR und deren Anwendung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Value at Risk, Risikomanagement, Marktrisiken, quantitative Risikomessung und Berechnungsmodelle gekennzeichnet.
Wie unterscheiden sich historische Simulation und Monte-Carlo-Simulation?
Die historische Simulation nutzt vergangene Daten zur Schätzung der empirischen Verteilung, während die Monte-Carlo-Simulation auf Basis von zufällig generierten Parametern flexiblere Szenarien und Korrelationen abbilden kann.
Warum ist der Value-at-Risk für kleine Unternehmen oft nur begrenzt anwendbar?
Der VaR fokussiert sich meist auf kurzfristige Haltedauern und finanzielle Risiken, während bei kleinen Unternehmen oft längerfristige Betrachtungszeiträume und eine stärkere Einbeziehung strategischer Risiken notwendig wären.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Risikomessung mittels Value at Risk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1234786