Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden und Ökumene

BFP Ökumene


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

25 Seiten, Note: 1,25


Leseprobe

Inhalt

I. EINFÜHRUNG
Begriffklärung Ökumene

II. BEGINN DER PFINGSTBEWEGUNG IN DEUTSCHLAND
Woher kommt der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)?
Was ist der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)?

III. VERBINDUNGEN DES BFP ZU ANDEREN KIRCHEN
Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK)
Deutsche Evangelische Allianz (DEA)
Innerkirchliche Charismatische Bewegung (ICB)
Kreis Charismatischer Leiter (KCL)
Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
Forum Freikirchlicher Pfingstgemeinden (FFP)
ANHANG 1
ANHANG 2
ANHANG 3
BIBLIOGRAPHIE

Kapitel I

Einführung

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) und um den Gedanken der Ökumene.

Begriffklärung Ökumene

Das Wort Ökumene hat seine Wurzel im Neuen Testament und kommt aus dem griechischen «οἰκουμένη» (oikouménē), „gemeint ist von Anfang an die bewohnte Welt schlechthin im Gegensatz zur (relativ) unbewohnten“[1] und «οἰκέω» (oikéō) „wohnen, hausen, bewohnen, zur Wohnung nehmen“[2] bzw. «οἶκος» (oíkos) „Hausgenosse“[3].

Dieser griechische Begriff beschreibt die geschwisterlich- verbindende Gesinnung von Christen über Denominationen und Nationen hinaus.[4] Ökumene ist somit ein Begriff der sowohl alle Kontinente, alle Denominationen, jede Nation bis hin zum Individuum mit einschließt. Ökumene bezieht sich auf den gesamten Erdkreis, ist allumfassend und auf der gesamten Welt gültig. „Gehet hin in die ganze Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung“ (Mk 16,15; ELB). Dies war der Grundgedanke, den Jesus hatte.

So ist Ökumene die Idee, dass alle Christen, von allen Kirchen und Denominationen, dem einen selben Herrn Jesus Christus dienen, welchen sie als ihren Erlöser bezeugen. Jeder von ihnen glaubt an die Bibel als Wahrheit und Beweisstück ihres Glaubens. Dennoch hat jede Denomination das besondere Eigene, wodurch eine theologische Fülle entsteht. Trotz allem sollte nicht an den Unterschieden festgehalten werden, sondern an dem was Johannes der Täufer so schön formulierte: „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht“ (1. Joh 5,12; ELB). Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Gerade an diesem Punkt fängt Ökumene an. Ganz gleich, welcher Denomination Christen angehören. Christen gehören zueinander.[5] Die Ökumene setzt sich über die Unterschiede, Verschiedenheiten, Gegensätze, Besonderheiten und Ungleichheiten hinweg.[6] Ökumenisch ist eine Bewegung dann, wenn die Einheit und Erneuerung des Volkes Gottes ihr erster Grundsatz ist.

In einer Aussage vom Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) „gründet [die Ökumene] in den Grundeinsichten der Reformation, dem „sola scriptura“, „sola gratia“, „sola fidei“, […]. Die Gläubigen der verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften sind aufgerufen in der Bezeugung des Evangeliums gegenüber der Welt Einheit zu demonstrieren.“[7]

Wenn Ökumene lebendig gelebt wird ist das weder eine Struktur, noch eine Arbeitsgemeinschaft. Das Entscheidende ist die Besinnung auf Wer und nicht auf Was uns eint. Es ist Jesus Christus selbst und sein Geist mit allen praktischen Konsequenzen.[8]

Kapitel II

Beginn der Pfingstbewegung in Deutschland

Die Pfingstbewegung in Deutschland hat im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts begonnen und ist somit hundert Jahre alt.[9] Die Pfingstler in Deutschland waren zwar ökumenisch gesinnt, sind jedoch ins kirchliche Abseits gedrängt worden, weil die Folge ihres Weges erstmal abgewartet werden sollte. Den Pfingstkirchen es, ebenso wie den evangelischen Freikirchen, sehr schwer gemacht worden, ihre Anliegen neben den beiden großen Staatskirchen zur Sprache zu bringen.[10] Die Berliner Erklärung vom 15.09.1909 hat zu dieser Situation auch nicht sonderlich positiv beigetragen, denn sie verurteilt die Pfingstkirche als eine Bewegung die „nicht von oben, sondern von unten“[11], kommt. Diese Erklärung stellt ein Misstrauen gegenüber den Pfingstkirchen dar und hat mit dazu beigetragen, dass die Ökumene zwischen staatlich anerkannten Kirchen und den Pfingstkirchen nicht sonderlich tief gewesen ist. Somit hat sich die Ökumene auf die Pfingstkirchen beschränkt, denn bis dato hat „die Kirche im allgemeinen noch keine endgültige Stellungnahme zur Pfingstbewegung vollzogen“[12]. Doch Trotz dem Schrecken der Berliner Erklärung hat die Pfingstbewegung nie aufgehört den Kontakte zu anderen Gemeinden zu pflegen. Denn aus der Kassler Erklärung vom 01.07.1996 geht hervor, „dass nach offenen Gesprächen zwischen Vertretern der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) und des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) das Vertrauen gewachsen ist. [Auch ist bereits] an vielen Orten gut zusammengearbeitet“[13] worden. Seit der Kassler Erklärung hat sich vieles ins positive verändert und der Gedanke an Ökumene nimmt in unseren Tagen sogar deutlich an Bedeutung zu. Im Bezug auf den BFP soll dies näher im dritten Kapitel ausgeführt werden.

Woher kommt der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)?

Bis ins Jahr 1982 war der BFP unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft der Christengemeinden Deutschland (ACD) bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg haben sich verschiedene freie Pfingstgemeinden zu diesem losen Bund zusammengeschlossen. Im Jahr 1954 haben sie dann den Namen ACD bekommen, zu dem sich „ca. 10000 getaufte Mitglieder“[14] gezählt haben. 1974 sind dem ACD in Hessen die Körperschaftsrechte zugesprochen worden. Durch dieses Ereignis hat der Bund immer mehr übergemeinschaftliche Aufgaben angetreten und mehr und mehr freikirchliche Strukturen angenommen. Dies hat 1982 seinen Ausdruck in die Umbenennung zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gefunden. 1988 ist die Volksmission entschiedener Christen (VMeC) als Gemeindebund und 1991, nach der Wiedervereinigung von Deutschland, sind die Elim- Gemeinden dem BFP beigetreten.[15]

Was ist der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)?

Der BFP ist die größte Vereinigung von Pfingst-, und Elim- Gemeinden in Deutschland. Der BFP hat 603 Gemeinden, 1.221 Mitarbeiter (davon 761 ordinierte Pastoren/ Pastoralassistenten), 40.000 Mitglieder, 43.500 erwachsene Besucher, 13.000 erreichte Kinder und Jugendliche und somit ca. 120.000 Zugehörige.[16] Der Hauptsitz ist in Erzhausen bei Darmstadt, wo die Ausbildungsstätte, die Bibelschule Beröa und der Leuchter Verlag des Bundes ist. Pastor Ingolf Ellßel ist Präses des BFP.[17]

Erwähnenswert an dieser Stelle ist, wenn man auf die Geschichte des Bundes zurückblickt, dass die Arbeit erst richtig zu wachsen begonnen hat, als die Brüder auf einen Alleingang verzichtet haben um gemeinsam das Reich Gottes und eine lebendige Gemeinde zu bauen.[18]

[...]


[1] Gerhard Friedrich, Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament, Bd. 5 (Stuttgart: w. Kohlhammer Verlag, laut Vorwort 1954), 159.

[2] Friedrich, Theologisches Wörterbuch, 137.

[3] Friedrich, Theologisches Wörterbuch, 136.

[4] Michael Klöcker und Udo Tworuschka, Religionen in Deutschland - Kirchen, Glaubensgemeinschaften, Sekten (München: Günter Ozlog Verlag GmbH, 1994), 66.

[5] Ludwig David Eisenlöffel, „Die deutsche Pfingstbewegung und die ökumenische Idee“, in Beiheft zur Ökumenischen Rundschau, Nr. 71, Pfingstkirchen und Ökumene in Bewegung, Hrsg. Christoph Dahling- Sander, Kai M. Funkschmidt und Vera Mielke (Frankfurt a. M.:Otto Lembeck Verlag, 2001), 159-160.

[6] Siehe Bild aus ANHANG 1.

[7] Markus Schewe u.a., „Entwicklung des Ökumene-Begriffs” bfp.de http://www.bfp.de/index.php?id=146&no_cache=1&sword_list[]=%F6kumene; Internet; 17. Mai 2008.

[8] Georg Lorleberg, „Ökumene“, Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenstadt, Juni-Juli, (2008): 7.

[9] Karl Heinz Voigt, Kirchengeschichte in Einzeldarstellung, Bd. III/6. Freikirchen in Deutschland (19. und 20. Jahrhundert) (Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt GmbH, 2004), 38.

[10] Eisenlöffel, „Die deutsche Pfingstbewegung und die ökumenische Idee“, 163.

[11] Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, „Berliner Erklärung; 1b“bfp.de http://www.bfp.de/index.php?id=102; Internet; 16. April 2008.

[12] Ludwig Eisenlöffel, Ein Feuer auf Erden; Einführung in Lehre und Leben der Pfingstbewegung (Erzhausen: Leuchter Verlag, 1965), 109.

[13] Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, „Kassler Erklärung, Vorwort, Wir sind dankbar“bfp.de http://www.bfp.de/index.php?id=102; Internet; 16. April 2008.

[14] Walter J. Hollenweger, Die Kirchen der Welt, Bd. VII, Die Pfingstkirchen (Stuttgart: Evangelisches Verlagswerk, 1971), 69.

[15] Reinhard Hempelmann, Handbuch der evangelistisch- missionarischen Werke, Einrichtungen und Gemeinden; Deutschland-Östereich-Schweitz (Stuttgart: Christliches Verlagshaus, 1997), 73.

[16] Statistikerhebung des BFP (Der Bundessekretär), „2. BFP- Statistik“bfp.de http://www.bfp.de/index.php?id=37; Internet; 23. Mai 2008.

[17] Jürgen Tibusek, Ein Glaube, viele Kirchen; Die christlichen Religionsgemeinschaften – Wer sie sind und was sie glauben (Gießen: Brunnen Verlag, 1996), 426.

[18] Sekretariat der ACD, 30 Jahre ACD (Erzhausen: Schönbach- Druck GmbH, 1977), 13-15.

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Details

Titel
Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden und Ökumene
Untertitel
BFP Ökumene
Hochschule
Europäisches Theologisches Seminar, Freudenstadt
Veranstaltung
Pfingstgeschichte
Note
1,25
Autor
Jahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V123516
ISBN (eBook)
9783640928118
ISBN (Buch)
9783640927999
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bund, freikirchlicher, pfingstgemeinden
Arbeit zitieren
Gregor Dilger (Autor), 2008, Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden und Ökumene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123516

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