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Biodiversität und Waldvermehrung

Ein Verfahren zur naturschutzfachlichen Evaluation von Erstaufforstungen

Título: Biodiversität und Waldvermehrung

Tesis Doctoral / Disertación , 2002 , 205 Páginas , Calificación: cum laude

Autor:in: Dr. Ralf Eisenbeiß (Autor)

Ingeniería forestal / Silvicultura
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Obwohl sich die Fachdisziplinen generell einig sind, dass ein gewisser Prozentsatz der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Wald umgewandelt werden soll – die Angaben reichen von etwa 1 bis 3 Prozent – herrschen am konkreten Einzelfall unterschiedliche Meinungen vor.
Verschiedene Gespräche mit den für die Aufforstungsgenehmigung zuständigen Behörden führten immer wieder zu den gleichen Schlussfolgerungen: die Forstwirtschaft propagiert Aufforstungen in den meisten Fällen. Nimmt die Landwirtschaft eine ablehnende Haltung ein, so erfolgt dies meist mit einem Hinweis auf die regionalen Strukturen und die ökonomischen Zwänge in der Bewirtschaftung. Spricht sich aber der Naturschutz gegen eine Aufforstung aus, so können unterschiedliche Gründe vorliegen. Häufig geht es um den Schutz einer besonderen, gefährdeten Art. Manchmal ist es das Landschaftsbild, manchmal auch ein angrenzendes Biotop, das vor negativen Auswirkungen der Aufforstung bewahrt werden soll. Insgesamt betrachtet, führt die wechselnde Argumentation dazu, dass die Entscheidung des Naturschutzes schwer kalkulierbar ist und so – vor allem auf Seiten der Grundbesitzer – Misstrauen entsteht. Es wird beklagt, dass der Naturschutz kein klares, allgemein gültiges Konzept zur Beurteilung von Erstaufforstungen besitzt.
Tatsächlich ist es so, dass der Naturschutz verschiedene Leitbilder besitzt, die nicht immer miteinander harmonieren. Eine Prioritätensetzung ist kaum möglich. Die räumliche Konkretisierung durch die Definition regionaler Entwicklungsziele ist schwierig. Selbst ein Konsens im innerfachlichen Diskurs bringt noch keine Garantie für die Implementierung der Planungsergebnisse, da letztere nur über den Grundeigentümer erfolgen kann (Ausnahme: Schutzgebiete).
In diesem Zusammenhang soll mit der vorliegenden Arbeit ein Versuch unternommen werden, entscheidende Kriterien für die ökologische Bewertung einer Fläche zu definieren und in einem Verfahren zusammenzuführen. Dies dient der Darstellung naturschutzfachlicher Ansprüche an den Landnutzungswandel im Rahmen der Agrarstrukturreform. Darüber hinaus bietet es eine Chance, durch die Entwicklung eines transparenten Verfahrens Anstöße zu geben für eine Planung ökologisch wertvoller Aufforstungen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Arbeitshypothesen

2 Hintergrund

2.1 Erstaufforstung in der Diskussion

2.2 Naturschutzfachliche Bewertung zwischen Soll und Ist

2.3 Regionales Konzept als Grundlage für Einzelfallentscheidungen

3 Theoretischer Rahmen und Methodik

3.1 Planungsmethoden für den Naturschutz

3.2 Leitbilder des Arten- und Biotopschutzes

3.3 Die Wirkungsanalyse

3.3.1 Waldbauliche Prämissen

3.4 Bewertungskriterien

3.5 Indikatoren

3.5.1 Baumartenvielfalt

3.5.2 Naturnähe

3.5.3 Seltenheit des Biotops

3.5.4 Strukturpotential

3.5.5 Waldrandausprägung

3.5.6 Biotopverbund

3.5.7 Landnutzungsverhältnis

3.5.8 Randlinien-Vorkommen

4 Ergebnisse im USG 1 – Region Apolda

4.1 Planungsgrundlagen

4.2 Teilergebnisse

4.2.1 Flächenspezifische Ergebnisse – Aufforstungsvarianten und Erstaufforstungszieltypen

4.2.2 Flächenspezifische Ergebnisse – Raumbezug

4.3 Gesamtergebnisse für die Untersuchungsflächen in der Region Apolda

5 Ergebnisse im USG 2 – Region Dassel

5.1 Planungsgrundlagen

5.2 Teilergebnisse

5.2.1 Flächenspezifische Ergebnisse – Aufforstungsvarianten und Waldentwicklungstypen

5.2.2 Flächenspezifische Ergebnisse – Raumbezug

5.3 Gesamtergebnisse für die Untersuchungsflächen in der Region Dassel

6 Diskussion

6.1 Instrumentalisierung der naturschutzfachlichen Bewertung

6.2 Indikatoren

6.3 Planungsvoraussetzungen

6.4 Transferierbarkeit des Verfahrens

6.5 Entwicklungsempfehlungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit zielt darauf ab, ein transparentes und formalisiertes Bewertungsverfahren für die naturschutzfachliche Evaluation von Erstaufforstungen auf landwirtschaftlichen Flächen zu entwickeln. Angesichts der oft intransparenten und diskussionsanfälligen Genehmigungsverfahren soll ein Instrument bereitgestellt werden, das ökologische Auswirkungen systematisch prognostiziert, bewertet und interdisziplinäre Abwägungen in Genehmigungsverfahren sowie eine bessere Planungsgrundlage für Grundeigentümer ermöglicht.

  • Entwicklung eines systemtheoretischen Bewertungsrahmens für Aufforstungen
  • Identifikation und Operationalisierung naturschutzrelevanter Indikatoren
  • Integration regionaler Leitbilder in die Einzelfallbewertung
  • Test und Validierung des Verfahrens anhand von Fallbeispielen in zwei Regionen
  • Untersuchung des Einflusses der Baumartenwahl auf die ökologische Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.1 Planungsmethoden für den Naturschutz

Die gesetzlichen Bestimmungen des Bundes und der Länder statten den Naturschutz, genauer gesagt die Fachdisziplin Landespflege mit dem Instrument der Landschaftsplanung aus. Dieses Instrument kann unterschiedliche Formen annehmen und auf verschiedenen Ebenen wirken. Zentrales Anliegen ist es dabei, auf eine Sicherung und Entwicklung der Landschaft als Lebensraum der Gesellschaft derart hinzuwirken, dass die ökologischen Werte erhalten bleiben und der Naturhaushalt gleichzeitig optimal im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit genutzt werden kann. Darüber hinaus gilt ein besonderes Augenmerk der Landschaft als Erholungsraum für den Menschen. Die Landschaftsstruktur als visuell erfassbarer Teil der Umgebung ist daher ebenfalls Bestandteil der Landschaftsplanung. Der gesetzgeberische Auftrag zur Landschaftsplanung erging erstmals durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) von 1976 und wurde in den folgenden Jahren durch die Naturschutz- und Landespflegegesetze der Länder näher ausgeführt. Mit diesem Schritt löste sich die Gesellschaft vom bis dato praktizierten konservierenden Flächenschutz. Fortan wurde die Vorsorge zum zentralen Handlungsziel der Fachdisziplin.

Die Landschaftsplanung versteht die menschliche Umwelt als ökologisch-strukturelles Wirkungsgefüge und sucht dieses hinsichtlich der nachhaltigen und optimalen Nutzung durch die Gesellschaft zu erfassen, bewerten und beplanen. Dabei stellen Formen der Oberfläche, Nutzungstypen oder die Art der Ressourcen keine Abgrenzungskriterien dar. Die Landschaftsplanung muss im Gegenteil nicht nur die unterschiedliche Strukturen in sich vereinen, sondern auch die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen diesen Strukturen deuten und integrieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen bei Erstaufforstungen im Kontext der EU-Agrarpolitik und fordert eine systematische, transparente Bewertung für mehr ökologische Planungssicherheit.

2 Hintergrund: Es wird die aktuelle Diskussion um die Erstaufforstung dargestellt, wobei die Diskrepanz zwischen Naturschutzzielen und der Praxis der Förderung sowie die Bedeutung der Biodiversität im Mittelpunkt stehen.

3 Theoretischer Rahmen und Methodik: Dieses Kapitel erläutert das methodische Instrumentarium, basierend auf einer Wirkungsanalyse, und definiert Schlüsselindikatoren wie Baumartenvielfalt, Naturnähe und Biotopverbund.

4 Ergebnisse im USG 1 – Region Apolda: Anwendung des Evaluationsverfahrens auf das Untersuchungsgebiet 1, inklusive einer detaillierten Analyse der Planungsgrundlagen und der Auswirkungen verschiedener Aufforstungsvarianten.

5 Ergebnisse im USG 2 – Region Dassel: Anwendung des Verfahrens auf das Untersuchungsgebiet 2, mit dem Fokus auf die Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit des Modells unter anderen regionalen Rahmenbedingungen.

6 Diskussion: Kritische Reflexion der Anwendbarkeit des Modells, der Rolle der Indikatoren sowie der Planungsvoraussetzungen und Entwicklungsempfehlungen für die Praxis.

7 Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse, die die Bedeutung systematischer Evaluierung für naturschutzfachlich wertvolle Aufforstungen unterstreicht.

Schlüsselwörter

Erstaufforstung, Biodiversität, Naturschutz, Landschaftsplanung, Wirkungsanalyse, Indikatoren, Baumartenvielfalt, Naturnähe, Strukturpotential, Biotopverbund, Landnutzungswandel, Bewertungsschema, ökologische Evaluation, Waldvermehrung, Raumplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines naturschutzfachlichen Verfahrens zur ex-ante Bewertung von Erstaufforstungen auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die zentralen Felder umfassen die naturschutzfachliche Landschaftsplanung, die ökologische Wirkungsanalyse, die Anwendung von Indikatoren zur Biodiversität sowie die Bewertung von Forst- und Aufforstungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Schaffung eines transparenten und plausiblen Entscheidungsmodells, das Grundeigentümern und Behörden hilft, ökologische Konsequenzen von Aufforstungen vor deren Durchführung besser einzuschätzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine Wirkungsanalyse angewandt, bei der das System "Aufforstungsfläche" durch Indikatoren, Transformationsfunktionen und eine Verflechtungsmatrix modellhaft bewertet wird.

Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Definition des Bewertungsinstruments, die Anwendung des Verfahrens in zwei Fallstudien (Apolda und Dassel) sowie eine Diskussion der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Biodiversität, Erstaufforstung, Naturnähe, Biotopverbund, Strukturpotential und ökologische Evaluation.

Warum ist das Verfahren für Behörden relevant?

Es ermöglicht eine objektivierbare, nachvollziehbare und einheitliche Beurteilung von Aufforstungsanträgen, wodurch der Ermessensspielraum bei Genehmigungsverfahren reduziert wird.

Wie profitieren Grundeigentümer von diesem Ansatz?

Grundeigentümer erhalten durch das transparente Verfahren eine Hilfestellung, um ökologische Kriterien in ihre Aufforstungspläne zu integrieren und die Chancen auf eine Genehmigung durch gezielte Maßnahmen zu erhöhen.

Wie unterscheidet sich die Bewertung in den Regionen Apolda und Dassel?

Die Regionen dienen als Testgebiete mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen (z.B. Bewaldungsgrad), wobei das Verfahren an die spezifischen regionalen Planungsgrundlagen und Bodenverhältnisse angepasst wurde.

Final del extracto de 205 páginas  - subir

Detalles

Título
Biodiversität und Waldvermehrung
Subtítulo
Ein Verfahren zur naturschutzfachlichen Evaluation von Erstaufforstungen
Universidad
University of Göttingen
Calificación
cum laude
Autor
Dr. Ralf Eisenbeiß (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
205
No. de catálogo
V123529
ISBN (Ebook)
9783640281312
ISBN (Libro)
9783640284269
Idioma
Alemán
Etiqueta
Biodiversität Waldvermehrung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. Ralf Eisenbeiß (Autor), 2002, Biodiversität und Waldvermehrung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123529
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