"Ethische Betrachtung genetischer Verfahren"


Hausarbeit, 2007

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz der Eugenik

2 Grundlagen
2.1 Definitorische Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands
2.2 Verfahren der genetischen Therapie
2.3 Arten philosophischer Argumentationstypen

3 Ethische Diskussion zur Eugenik
3.1 Präimplantationsdiagnostik in der Diskussion
3.2 Diskussion zur Klonierung
3.3 Diskussion zur genetischen Programmierung

4 Zusammenfassung der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

1 Relevanz der Eugenik

Der Begriff der Eugenik nahm in den letzen Jahren konstant an Bedeutung zu. Mit der rasanten Entwicklung der gentechnischen Möglichkeiten stellt sich nämlich immer häufiger die Frage danach, wie weit der Mensch in seine eigene Entwicklung eingreifen darf. Die Philosophie, die Medizin oder auch die Politik versuchen Gesetze zu finden, die einen vernünftigen Umgang mit der Humangenetik ermöglichen und den Missbrauch verhindern sollen.

So unterstützte der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger in seinem Wahlkampf 2004 eine Gesetzesinitiative zur Stammzellenforschung. Diese Gesetzesinitiative sah vor, dass der Staat Kalifornien in den folgenden zehn Jahren drei Milliarden Dollar für die Stammzellenforschung bereitstellen sollte. Arnold Schwarzenegger vertrat vor Journalisten die Ansicht, dass das, was wir heute erforschen, schon morgen Menschenleben retten kann. Doch diese Ansicht traf auf so viele Befürworter wie Gegner. Zwar gewann Schwarzenegger die Wahl, doch seine Republikanische Partei lehnt die Stammzellenforschung ab. Der amerikanische Präsident George W. Bush hat ihre öffentliche Finanzierung beschränkt. Zustimmung erhält die Stammzellenforschung vor allem von Menschen, die direkt oder indirekt von einer Krankheit betroffen sind und sich durch die Stammzellenforschung neue Heilungsmöglichkeiten versprechen.[1]

Die Diskussionen zur Ethik der Humangenetik resultieren vor allem aus der Angst, dass der Mensch zu einem bloßen Objekt genetischer Gestaltungsmöglichkeiten verkommt. Dabei stehen sich der Wunsch nach Heilung von Krankheiten und die Angst vor Selektion gegenüber. In dieser Hausarbeit sollen drei genetische Verfahren nach drei verschiedenen Argumentationstypen ethisch bewertet werden, um so zu einer eher ganzheitlichen ethischen Betrachtung der vorherrschenden genetischen Methoden zu gelangen.

Hierzu werden nach einer anfänglichen begrifflichen Abgrenzung die drei genetischen Verfahren vorgestellt. Abgeschlossen wird das Grundlagenkapitel dann von der Vorstellung der drei Argumentationstypen, die jeweils einen anderen Blickwinkel auf die grobe Problematik aufzeigen. Im Hauptteil sollen die drei vorgestellten gentechnischen Verfahren aus Sicht der drei Argumentationstypen ethisch bewertet werden. Abgeschlossen wird diese Hausarbeit mit einer Zusammenfassung ihrer Ergebnisse.

2 Grundlagen

2.1 Definitorische Abgrenzung des Untersuchungsgegenstands

Die begriffliche Bestimmung der Ethik leitet sich vom griechischen Adjektiv ethikos ab, das wiederum aus dem Begriff ethos abgeleitet wird. Ethos steht für die Bedeutungen gewöhnlicher Wohnort, Gewohnheit oder auch Brauch.[2]

Inhaltlich beschäftigt sich die Ethik mit den Regeln und Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens. Der Begriff Ethik scheint in der heutigen Zeit wichtiger denn je zu sein, denn bedingt durch neue technische Errungenschaften und rasante Fortschritte in der Medizin, vor allem im Bereich der Gentechnologie, ist es für die gesamte Menschheit von besonderer Bedeutung, die Grenzen der Ausschöpfung der Möglichkeiten festzulegen. Es wird versucht, moralische Grenzen zu ziehen, die den Menschen als Individuum schützen sollen. Dabei müssen die derzeitigen Vorstellungen von der richtigen Handlung immer wieder neu reflektiert werden. Denn es geht darum, dass die Menschen vor ihren eigenen Möglichkeiten geschützt werden sollen, andererseits aber auch die technischen Möglichkeiten für sich nutzen können sollen, wenn diese ihrem Wohl dienen.[3]

Die Eugenik ist ein Teilgebiet der Genetik bzw. genauer ein Teilgebiet der Humangenetik. Die Genetik beschäftigt sich grundsätzlich mit dem Aufbau und der Funktionen von Erbanlagen oder auch Genen. Der Untersuchungsgegenstand der Humangenetik ist ausschließlich das Erbgut des Menschen. Die Eugenik beschäftigt sich dann mit der tatsächlichen Anwendung der Erkenntnisse der Humangenetik.

Somit ist die Eugenik ein wissenschaftlicher Zweig, der neue technische Möglichkeiten für die Menschheit nutzbar machen will. Die Erbgesundheitspflege, mit der sich die Genetik beschäftigt, soll mögliche Krankheiten, die genetisch bedingt sind und im Leben eines Menschen auftreten können, bereits im embryonalen Stadium verhindern. Dazu wird das Genom des Menschen auf Erbkrankheiten untersucht. Wenn eine Krankheit festgestellt wird, besteht durch die Eugenik die Möglichkeit, die Vererbung zu verhindern. Dies kann z.B. durch eine Beeinflussung der Partnerwahl oder durch Verhütung der Fortpflanzung erreicht werden. Durch die Möglichkeit der genetischen Analyse und der Verhinderung schwerer Erbkrankheiten wäre es dem Menschen wahrscheinlich langfristig möglich, Krankheiten auszurotten. Damit kann der Mensch in seine eigene Evolution eingreifen und sie steuern. Es eröffnet sich die Möglichkeit, sich nicht nur auf die Probleme der vergangenen Evolution zu konzentrieren, sondern auch auf die Zukünftige, auf genetische Methoden oder sogar neue biologische Eigenschaften des Menschen.[4]

Die Eugenik lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilen, und zwar in die negative und in die positive Eugenik. Der Bereich der negativen Eugenik verfolgt das Ziel, eine Weitervererbung von Krankheiten zu verhindern. Dazu wird lediglich das missgebildete Chromosom des Embryos korrigiert. Anders ist es in der positiven Eugenik. Sie zielt auf die Verbesserung der genetischen Ausstattung des Menschen ab, ist allerdings nach Vitzthum sogar eher als Züchtung zu verstehen.[5]

Während die negative Eugenik nur als erster Schritt zählt, schädliche Merkmale zu verhindern, steckt die positive Eugenik ihre Ziele höher. Sie strebt die Vermehrung der guten Merkmale an. Diese Vermehrung der guten Merkmale bedeutet für die Zukunft des Menschen, dass dieser im Prozess genetischer Neuerungen optimiert werden kann bis hin zu einem gottgleichen Menschen. Die Möglichkeit das positive Potential des Menschen zu züchten, lässt gleichsam die Angst vor einem produzierten Menschen wachsen. Das Leben eines genetisch programmierten Menschen könnte durch bestimmte Eigenschaften vorbestimmt sein. Diese Eigenschaften wären allerdings nicht natürlichen Ursprungs, sondern durch genetische Veränderungen entstanden. Es stellt sich die Frage, ob ein genetisch programmierter Mensch noch in der Lage ist, eigene individuelle Entscheidungen über sein Leben zu treffen oder ob sein Leben fremd gesteuert ist.[6]

2.2 Verfahren der genetischen Therapie

Im weiteren Verlauf der Arbeit sollen verschiedene Arten genetischer Verfahren in Bezug auf ihre ethischen Hintergründe untersucht werden. Hierfür werden nun verschiedene Arten von genetischen Therapien erläutert, die es jeweils ermöglichen, genetische Erkrankungen zu verhindern oder zu kompensieren. Diese genetischen Verfahren werden sowohl in der Fachliteratur als auch in der Öffentlichkeit unterschiedlich stark diskutiert und sind deswegen ausgewählt worden.

Die Präimplantationsdiagnostik ist eine Methode, die versucht, die Geburt eines kranken Menschenlebens durch frühe Selektion gezüchteter Embryonen zu verhindern.[7] Die Präimplantationsdiagnostik[8] erzeugt den Embryo außerhalb des Mutterleibs. Daraufhin wird das Erbmaterial dieses Embryos auf seine Beschaffenheit und insbesondere auf seine möglichen schweren Erkrankungen untersucht, die in seinem Leben auftreten könnten. Im Falle einer identifizierten möglichen Krankheit kann nun entschieden werden, ob der Embryo am Leben bleiben soll oder nicht. Die PID allein steht also für eine Methode des Erkennens von Krankheiten, wobei sich dieses Erkennen der Gentechnik bedient. Aus diesem Grund dient PID nicht der Menschenerzeugung, da diese bereits vor dem Zeitpunkt der Diagnose stattfindet.[9]

Im ersten Schritt der PID werden aus einer menschlichen Eizelle und einer menschlichen Samenzelle im Reagenzglas Embryonen erzeugt. Die Embryonen reifen heran, bis sie nach einigen Tagen in das Stadium der ersten Zellteilung kommen. Nun werden sie im zweiten Schritt auf ihre genetischen Merkmale hin untersucht. Hierbei sollen vor allem genetische Gesundheitsdefekte aufgespürt werden. Im zweiten Schritt wird der Embryo auf erwünschte Eigenschaften untersucht, durch die er beispielsweise in der Lage sein kann, zukünftig durch eine Zellübertragung zur Therapie eines Geschwisters beizutragen.[10]

[...]


[1] Vgl. http://www.netzeitung.de/ausland/309766.html

[2] Vgl. Andersen, S. (2005), S. 1.

[3] Vgl. Andersen, S. (2005), S. 3.

[4] Vgl. Bayertz, K. (1987), S. 64.

[5] Vgl. Brenner, A. (1990). S. 75.

[6] Vgl. Bayertz, K. (1987), S. 64.

[7] Vgl. Eibach, U. (2002), S. 114.

[8] Im Verlauf dieser Arbeit wird die Präimplantationsdiagnostik als PID abgekürzt.

[9] Vgl. Müller, A. W. (2004), S. 20.

[10] Vgl. Müller, A. W. (2004), S. 20.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
"Ethische Betrachtung genetischer Verfahren"
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Lehren und Lernen der Philosophie
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V123539
ISBN (eBook)
9783640311866
ISBN (Buch)
9783640315888
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen Arten genetischer Verfahren in Bezug auf ihre ethischen Hintergründe. Die Auswahl der genetischen Verfahren richtet sich danach, wie stark sie in der Fachliteratur sowie der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die vorgestellten Methoden sind Präimplantationsdiagnostik, Klonierung und genetische Programmierung. Klar strukturierte, sprachlich und sachlich tadellose Arbeit, welche genetische Verfahren und Argumentationstypen sauber unterscheidet und ihre jeweiligen Argumentationstypen gegeneinander abwägt.
Schlagworte
Ethische, Betrachtung, Verfahren
Arbeit zitieren
Christine Wieching (Autor), 2007, "Ethische Betrachtung genetischer Verfahren", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123539

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