Dieser Schrift Geijers von 1811 liegt auch der Zusatz von 1842
bei. Erik G. Geijer entwickelt hier und in einem weiteren
ebenfalls von Claus Lippe aus dem Schwedischen ins Deutsche
übertragenen Text von 1856 seine Kritik an den Grundkategorien
Ich und Nicht-Ich,Subjekt und Objekt des deutschen Idealismus
und strebt als Grundlage einer Philosophie der Zukunft
die Begriffe von Ich und Du an.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Zur Übersetzung
Über falsche und richtige Aufklärung in Hinsicht auf die Religion.
Vorwort :
Zusatz 1842
Zielsetzung & Themen
Das Werk verfolgt das Ziel, das Wesen der Aufklärung im 18. Jahrhundert kritisch zu hinterfragen und den in der Epoche verloren gegangenen Zusammenhang zwischen gesunder Vernunft, Wissenschaft und Religion wiederherzustellen, wobei der Autor eine romantisch-philosophische Gegenposition zur rationalistisch-utilitaristischen Weltsicht einnimmt.
- Die Abgrenzung von "falscher" (utilitaristischer) und "richtiger" (idealistischer) Aufklärung
- Die Bedeutung von Glaube und Religion als notwendige Ergänzung zum reinen Verstand
- Kritik an der Reduktion von Wissenschaft auf rein empirische Fakten
- Die Gefahren einer ausschließlich an Nützlichkeit orientierten Moral
- Die philosophische Verteidigung religiöser Versöhnungslehren
Auszug aus dem Buch
Über falsche und richtige Aufklärung in Hinsicht auf die Religion.
Glaube und Religion sind so verwandte Begriffe, daß man wohl überall, solange es Religion gibt, diese Ausdrücke gebraucht, als ob sie dasselbe bezeichneten. Denn was ist Glaube, wenn nicht eine Wahrheit des Gefühls ? Und was ist indessen Religion ? Dasselbe, - soweit die Nämliche sich von bloßer Wissenschaft unterscheiden soll; und Religion ist ja anscheinend etwas ganz anderes als Wissenschaft ? Wird die Wahrheit in der Religion geglaubt, in der Wissenschaft eingesehen, so folgt, daß sie in dieser Hinsicht einander Gegensatz sind und, daß dieser Gegensatz sich am strengsten äußern muß bei dem höchsten Repräsentanten aller Wissenschaft, bei der Philosophie.
Ihr erster Schritt ist der Protest gegen alle Autorität und eine Erklärung, daß sie nichts zulassen will, das die vollkommene Freiheit der Untersuchung einschränkt. Wenn dies anscheinend die Wahrheit der Religion aufs Spiel setzt, so ist dagegen das Prinzip für alle philosophierende Liebe zu dem Göttlichen oder zu dem lebenden Gedanken, daß die Vernunft selbst in ihrem Wesen ein Strahl dieses Lichts ist; und all ihr Bemühen auf der Bahn der Philosophie zeigt bloß verschiedene Versuche, aus diesem Gesichtspunkt sich selbst und seinen Ursprung kennenzulernen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Dieser Abschnitt bietet einen biographischen Überblick über den Autor Erik Gustaf Geijer und ordnet seine verschiedenen Schriften in den Kontext der Philosophiegeschichte ein.
Zur Übersetzung: Hier wird in das philosophische Anliegen des Autors eingeführt, das sich kritisch mit der Reflexion von Emotionen und dem modernen Verständnis von Vernunft auseinandersetzt.
Über falsche und richtige Aufklärung in Hinsicht auf die Religion.: Das Hauptkapitel dekonstruiert den Zeitgeist des 18. Jahrhunderts und argumentiert, dass die Vermischung von praktischem Nutzen und philosophischer Erkenntnis zu einer Verflachung der religiösen und ethischen Tiefe geführt hat.
Vorwort :: Der Autor reflektiert über den populärwissenschaftlichen Anspruch seiner Schrift und den Versuch, komplexe philosophische Themen einer breiteren Leserschaft ohne Profanisierung zugänglich zu machen.
Zusatz 1842: Der Autor blickt aus zeitlichem Abstand auf seine frühe Schrift zurück und ordnet sie als ein polemisches Dokument gegen die überhandnehmende Alleinheitsphilosophie der Zeit ein.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Religion, Glaube, Vernunft, Philosophie, Idealismus, Utilitarismus, Moral, Versöhnungslehre, Wissenschaft, Geijer, Zeitgeist, Erkenntnistheorie, Romantik, Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit kritisiert den Aufklärungsbegriff des 18. Jahrhunderts, der Religion und Wissenschaft auf nützliches Erfahrungswissen reduzierte, und plädiert für eine tiefere, idealistische Betrachtung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Dialektik von Vernunft und Glaube, der Rolle der Religion in der Gesellschaft und der Unzulänglichkeit einer rein faktengestützten Wissenschaft.
Was ist das primäre Ziel des Autors?
Geijer möchte aufzeigen, dass die moderne Aufklärung durch die einseitige Fixierung auf das Nützliche und den sogenannten "gesunden Menschenverstand" ihre metaphysische und religiöse Substanz eingebüßt hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine geistesgeschichtliche und philosophische Argumentation, die stark durch eine romantische und idealistische Denkweise geprägt ist.
Was wird im Hauptteil der Schrift behandelt?
Im Hauptteil analysiert Geijer, wie der gesunde Menschenverstand sich selbst zur Philosophie erhob und dabei die Grenzen zwischen subjektiver Meinung und objektiver Wahrheit verwischte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind die "falsche" versus "richtige" Aufklärung, der "gesunde Menschenverstand", die "Versöhnungslehre" und das Verhältnis von theoretischem Wissen zu praktischem Handeln.
Wie steht Geijer zur historischen Bibelauslegung?
Geijer kritisiert, dass historische Analysen der Bibel oft nur dazu dienten, das religiöse Dogma an die modernen, nützlichkeitsorientierten Vorurteile der Zeit anzupassen.
Warum hält der Autor die Moral der Aufklärung für unzureichend?
Er argumentiert, dass eine Moral, die nur auf Eigennutz und individueller Vorsicht basiert, ihren göttlichen Ursprung verliert und zu einer rein weltlichen Haushaltslehre degeneriert.
Was ist mit dem "Zusatz 1842" gemeint?
In diesem nachträglichen Kommentar reflektiert Geijer seine eigenen frühen Ansichten und erkennt, dass seine damalige Kritik ein leidenschaftlicher Ausdruck einer zeitgenössischen philosophischen Strömung war.
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- M.A. Claus Lippe (Autor), 1999, Über falsche und richtige Aufklärung mit Hinsicht auf die Religion von Erik G. Geijer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123555