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Harry Pross - Ein Leben für freie Medien und unzensierte Meinungen

Title: Harry Pross - Ein Leben für freie Medien und unzensierte Meinungen

Thesis (M.A.) , 2004 , 129 Pages , Grade: 2,9

Autor:in: Magister Artium Sascha Lippmann (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Wie kaum ein zweiter deutscher Kommunikations- und Medienwissenschaftler
hat sich Pross mit dem Verhältnis von Medien, Öffentlichkeit und Politik über
mehrere Jahrzehnte durch reichhaltig gesammelte Erfahrung aus Theorie und
Praxis gleichermaßen auseinandergesetzt. „Sein Hauptthema war die Wechselbeziehung
zwischen Politik und Publizistik”, sein Lebensthema aber das der
Meinungsfreiheit. Von der Politikwissenschaft blieb Harry Pross bislang
nahezu unbeachtet. Aufgrund dieser Ausgangslage bietet es sich in besonderer
Weise an, diese Lücke mit der vorliegenden Arbeit zu schließen. Die Gründe,
weshalb er auch für die politikwissenschaftliche Forschung von Interesse sein
kann, liegen auf der Hand: Bereits Mitte der 70er Jahre stellte H.P. fest, dass
das bewusste Eintreten einer Gesellschaft für Demokratie und dabei
insbesondere für Meinungsfreiheit sehr stark davon abhängig ist, inwieweit
Medien- schaffende die Möglichkeit haben, frei agieren zu können. Er ist
davon überzeugt, dass die ökonomischen und politischen Verhältnisse die
Medien- entwicklung beeinflussten, aber auch umgekehrt gelte, dass
Wirtschaft und Politik von den Medien nicht als unabhängig angesehen werden
können.4 Dabei sollten die Medienträger nicht einzeln betrachtet, sondern im
Zusammenhang untereinander berücksichtigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werk

2.1. Leben

2.1.1. Kindheit und Jugend

2.1.2. Der berufliche Weg: Zwischen Praxis und Theorie

2.1.3. Beurteilung durch Kollegen und eine kurze Zusammenfassung seines Lebens

2.2. Eine Einführung in das Werk

2.2.1. Versuch der Beschreibung seines Gesamtschaffens

2.2.2. Nähere Vorstellung ausgewählter Werke

2.2.2.1. ’Vor und nach Hitler’

2.2.2.2. ‘Die Protestgesellschaft: von der Wirksamkeit des Widerspruchs’

2.2.3. Zusammenfassung

3. Theoretische Annahmen

3.1. Begriffe aus dem Kommunikationsbereich

3.1.1. Einführung

3.1.2. Zeichenbegriffe

3.1.3. Protest und Anarchie

3.1.4. Rituale

3.2. Zum Begriff und zur Bedeutung der Signalökonomie für Pross

3.3. Zusammenfassung

4. Der Kampf um Meinungsfreiheit im 20. Jahrhundert

4.1. Aufgaben der Medien aus Sicht von Pross

4.2. Behinderungen der Meinungsfreiheit und die Folgen: Historische Beispiele im Kontext der Zeit

4.2.1. Medienlenkung und Pressekonzentration 1900 bis 1945

4.2.2. Eine Bilanz der nationalsozialistischen Presseunfreiheit und der Neubeginn infolge der Lizensierungszeit

4.2.3. Kulturkritik und Fernsehen – als Beispiel: Adolf Grimme

4.2.4. Adenauers Staatsfernsehen und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes

4.2.5. Die Abkehr vom obrigkeitsstaatlichen Denken der Medien? – Die Spiegelaffäre

4.2.6. Konzentrationsprozesse im Pressewesen: Beispiel: ‘Ein-Zeitungs-Kreise’

4.3. ‘Der Mensch im Mediennetz’

4.3.1. Qualitätsverluste und die Abkehr von ‘primärer’ Kommunikation

4.3.2. Das Bildmedium als Übermittler von Ritualen

4.3.3. Die Kommerzialisierung des Fernsehens und das ‘Duale System’

4.3.3.1. Zur grundlegenden Entwicklung

4.3.3.2. Kritische Beobachtung und Sichtweise von Pross

4.4. Auseinandersetzung des Verfassers dieser Arbeit bezüglich der Pross’schen Wahrnehmung der Wirklichkeit (Zusammenfassung)

5. Würdigung und Kritik zum Leben und Schaffen des Intellektuellen Pross

5.1. Engagement für Medienfreiheit und Demokratie

5.2. Engagement für soziale Gerechtigkeit und Dialog der Wissenschaften

5.3. Beurteilung von einigen Werken durch Rezensionen mit Kommentaren des Verfassers dieser Arbeit

6. Fazit: Pross = Optimist – Pessimist, Realist - Idealist?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit setzt sich zum Ziel, das Leben und Werk des deutschen Kommunikationswissenschaftlers Harry Pross umfassend zu analysieren und ihn als kritischen Beobachter der bundesdeutschen Medienentwicklung zu würdigen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die theoretischen Annahmen von Pross zur Wechselbeziehung zwischen Medien, Politik und Öffentlichkeit zutreffend sind und wie sich die Meinungsfreiheit im 20. Jahrhundert in Deutschland unter seinem kritischen Blick darstellt.

  • Biografie und intellektueller Werdegang von Harry Pross
  • Analyse der zentralen Medientheorien (z. B. Signalökonomie)
  • Untersuchung von Behinderungen der Meinungsfreiheit (z. B. Spiegelaffäre)
  • Kritische Auseinandersetzung mit Medienkonzentration und Kommerzialisierung

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Medienlenkung und Pressekonzentration 1900 bis 1945

Aufgaben (z. B. freie Mitteilung und Aufklärung ohne Rücksichtnahme auf Staatsinteressen) auch nur annähernd gerecht zu werden. Einer von diesen wenigen war nach den Recherchen von Harry Pross, Karl Kraus, der in Wien 1899 die Zeitschrift Die Fackel gründete. Er schrieb und redigierte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1936. Karl Kraus tat dies nach Aussage von Pross, um den Lügen, die er seinerzeit in der Sprache der Tagespresse entdeckte, mit aller Kraft entgegenzuarbeiten. Er sei die stärkste moralische Kraft in der deutschsprachigen Publizistik im 20. Jahrhundert überhaupt gewesen, meint H.P., auch wenn seine Arbeit nichts an der weiteren verhängnisvollen weltpolitischen Entwicklung mehr ändern konnte. Karl Kraus habe aber wie kein anderer die Presse und die Missstände der damaligen Zeit offengelegt und sich um die Trockenlegung des weiten Phrasensumpfes bemüht, was eine wahre Herkulesaufgabe damals gewesen sei. Zum Beispiel polemisierte er immer wieder gegen die Bestechlichkeit der journalistischen Theaterkritik, angefangen bei Freikarten. Bei den meisten Zeitungsschreibern in der damaligen Zeit ließe sich dagegen vorauseilender Gehorsam den Herrschenden gegenüber als die weit verbreitetere Gangart feststellen.

H.P. stellt fest, dass die Zeitungen am Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend abhängiger vom Inseratenaufkommen und dabei insbesondere von den Wirtschaftsanzeigen wurden. Nach einer Untersuchung von 30 großen Zeitungen im Jahr 1909 beispielsweise entfielen etwas mehr als ein Drittel auf Anzeigen. Diese Entwicklung führte laut Pross bei den gestiegenen Auflagen und der größeren Verbreitung beim Publikum zu immer weniger einsehbaren Meinungskartellen. Als hervorstechendstes Beispiel für diese Art der Kartellbildung auf der politischen Rechten muss sicherlich die Ansammlung von Medienmacht durch Alfred Hugenberg angesehen werden, weshalb es sich an dieser Stelle anbietet, etwas näher auf ihn und seine wirtschaftlichen und politischen Unternehmungen in einem Exkurs einzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Leben und die Bedeutung von Harry Pross als Medienwissenschaftler und Publizist.

2. Leben und Werk: Detaillierte Beschreibung der Biografie, des beruflichen Werdegangs und einer Einführung in das publizistische Gesamtwerk von Pross.

3. Theoretische Annahmen: Erläuterung der kommunikationswissenschaftlichen Kernbegriffe von Pross, insbesondere der Signalökonomie und der Medientypenunterscheidung.

4. Der Kampf um Meinungsfreiheit im 20. Jahrhundert: Analyse historischer Beispiele und Entwicklungen im Spannungsfeld von Medien, Politik und Öffentlichkeit, unter anderem anhand der Spiegelaffäre.

5. Würdigung und Kritik zum Leben und Schaffen des Intellektuellen Pross: Bewertung des gesellschaftlichen Engagements von Harry Pross für Demokratie und Medienfreiheit sowie Einordnung seiner Werke durch Rezensionen.

6. Fazit: Pross = Optimist – Pessimist, Realist - Idealist?: Abschließende kritische Reflexion und Einordnung von Harry Pross als Persönlichkeit und Wissenschaftler.

Schlüsselwörter

Harry Pross, Meinungsfreiheit, Kommunikation, Medienwissenschaft, Signalökonomie, Spiegelaffäre, Pressekonzentration, Öffentlicher Diskurs, Politische Symbolik, Medienkritik, Journalismus, Demokratie, Medientypen, Publizistik, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das publizistische und theoretische Werk von Harry Pross und untersucht seine Bedeutung für die Kommunikationswissenschaft sowie seine kritische Auseinandersetzung mit der Meinungsfreiheit in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Wechselbeziehung zwischen Medien, Politik und Öffentlichkeit, die Rolle von Journalismus in einer Demokratie sowie die Gefahren durch Medienkonzentration und Kommerzialisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die grundlegenden Theorien von Harry Pross darzulegen und kritisch zu prüfen, inwieweit seine Thesen mit der historischen Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts in Deutschland übereinstimmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Verfasser?

Der Verfasser stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse der Schriften von Harry Pross sowie auf zeitgenössische Rezensionen und historische Sekundärliteratur, um das Wirken des Wissenschaftlers in einen gesellschaftlichen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Kommunikation (wie die Signalökonomie) und die Untersuchung konkreter historischer Fallbeispiele wie die Medienlenkung im Nationalsozialismus und die Spiegelaffäre.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Meinungsfreiheit, Signalökonomie, Medienmacht, Publizistik, Demokratie und der "Mensch im Mediennetz" sind zentrale Begriffe, die das wissenschaftliche Profil von Harry Pross widerspiegeln.

Wie bewertet der Autor Pross' Ansichten zur "Signalökonomie"?

Der Autor stuft das Prinzip der Signalökonomie als eine durchgängig plausible Theorie von Harry Pross ein, die wichtige Mechanismen der modernen Medienproduktion und der Nachrichtenökonomie erklärt.

Wie steht Harry Pross zur Rolle des Journalismus?

Für Pross ist der Journalismus ein Dienst an der Öffentlichkeit; er fordert von Journalisten eine kritische Kontrollfunktion gegenüber dem Staat und wirtschaftlichen Mächten, statt vorauseilenden Gehorsam zu leisten.

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Details

Title
Harry Pross - Ein Leben für freie Medien und unzensierte Meinungen
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
2,9
Author
Magister Artium Sascha Lippmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
129
Catalog Number
V123569
ISBN (eBook)
9783640292059
ISBN (Book)
9783640292110
Language
German
Tags
Harry Pross Leben Medien Meinungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Sascha Lippmann (Author), 2004, Harry Pross - Ein Leben für freie Medien und unzensierte Meinungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123569
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