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Der Selbstfindungsprozess eines Schriftstellers in Martin Walsers Bildungsroman 'Ein springender Brunnen'

Title: Der Selbstfindungsprozess eines Schriftstellers in Martin Walsers Bildungsroman 'Ein springender Brunnen'

Seminar Paper , 2000 , 23 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Franziska Moschke (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit Martin Walsers 1998 erschienenem Roman „Ein springender Brunnen“ haben sich bis jetzt erst wenige Autoren beschäftigt. Wenn sie das taten, dann besonders im Zusammenhang mit der Walser-Bubis Debatte, die entbrannt war nach Walsers Friedenspreisrede in der Frankfurter Paulskirche. Zusätzlich zu der kaum vorhandenen Literatur zeichnet sich diese auch durch viele Widersprüche aus. Manche sehen in Walsers Roman eine Selbststilisierung in Form einer Autobiografie, verbunden mit der Kritik am Autor, den zeitlichen Kontext der Romanhandlung zu wenig beachtet und die Gräuel der Nazi-Zeit mit dem Ziel „nur Schönes [zu] sagen“ ausgeblendet zu haben.
Andererseits ist die Rede von einem „Roman, der Zeit und Zeitlosigkeit zugleich aufschreiben will“, von einem Porträt des Schriftstellers als junger Mann. Diese unterschiedlichen Sichtweisen haben mich gereizt, aus dem Roman das Wesentliche herauszustellen. Inwieweit hat man das Recht, von einem Roman als Autobiografie zu sprechen? Wird hier nicht vielmehr nachgezeichnet, wie ein junger Mensch Selbstbewusstsein entwickelt und dabei als werdender Schriftsteller seinen Weg in der Welt findet? Das ist doch die Thematik des Bildungsromans.
Im ersten Teil werde ich deshalb die Gattung Bildungsroman näher beleuchten, um dann die Problematik des künstlerischen bzw. literarischen Schaffens anzusprechen. Die Entwicklung des Protagonisten im Roman werde ich anschließend strukturell und inhaltlich nachzeichnen. Die Synthese im fünften Teil soll Aufschluss geben zu den Aspekten, inwieweit „Ein springender Brunnen“ eine Bildungsroman ist und welche Rolle dabei das Schriftsteller-Werden und –Sein für die Hauptfigur des Romans spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 ZUM BILDUNGSROMAN

2. 1 DIE GATTUNG BILDUNGSROMAN

2. 1. 1 Historische Aspekte

2. 1. 2 Der Bildungsroman in der Literaturwissenschaft

2. 1. 3 Die Struktur des Bildungsromans

2. 2 DER BEGRIFF „BILDUNG“

2. 2. 1 Die Bedeutung des Wortes Bildung

2. 2. 2 Bildung als „Identitätsbildung“

3 ZUR KÜNSTLER- BZW. SCHRIFTSTELLERPROBLEMATIK

4 DER SELBSTFINDUNGSPROZESS DES PROTAGONISTEN

4. 1 STRUKTUR UND AUFBAU DES ROMANS

4. 1. 1 Das Programm des Erzählers

4. 1. 2 Der dreistufige Aufbau

4. 2 DIE ENTWICKLUNG JOHANNS

4. 2. 1 Frühe Kindheit und Elternbindung

4. 2. 2 Provinzialität und gesellschaftliche Einflüsse

4. 2. 3 Intellektualität und Sprachbegabung

4. 2. 4 Konflikte und Kompensation

5 SYNTHESE

5. 1 „EIN SPRINGENDER BRUNNEN“ ALS BILDUNGSROMAN

5. 2 DER PROTAGONIST ALS SCHRIFTSTELLER

6 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Selbstfindungsprozess des Protagonisten Johann in Martin Walsers Roman „Ein springender Brunnen“ unter der Fragestellung, inwiefern der Text als Bildungsroman klassifiziert werden kann und welche Rolle das Schreiben für die Identitätsbildung der Hauptfigur spielt.

  • Analyse der Gattungsmerkmale des Bildungsromans und deren Anwendung auf das Werk.
  • Untersuchung der Schriftstellerproblematik und des künstlerischen Schaffens als Kompensationsmechanismus.
  • Strukturelle und inhaltliche Nachzeichnung der Entwicklung des Protagonisten Johann.
  • Diskussion des Diskurses zwischen Fiktion, Autobiografie und ästhetischer Gestaltung.
  • Reflexion über das Verhältnis von Sprache, Realität und Identitätsfindung.

Auszug aus dem Buch

IV. 1 STRUKTUR UND AUFBAU DES ROMANS

Walsers Roman ist über drei zentrale Themenkreise aufgebaut, denen jeweils ein Reflexionsabschnitt „Vergangenheit als Gegenwart“ vorgeschaltet ist.

„Der „springende Brunnen“ [sind drei] gigantische Fotografie[n]. [...]Dreimal sieht man Johann, seine Familie, das Wirtshaus, die Kameraden und Nachbarn. Dreimal ist es, als sei ein Wanderfotograf vorbeigekommen, habe sein Stativ zusammengeschraubt und ein Bild geschossen, das seinen Gegenstand erschöpft.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Romans und Erläuterung des Forschungsinteresses an der Gattungsfrage und der Schriftstellerproblematik.

2 ZUM BILDUNGSROMAN: Theoretische Herleitung der Gattungsmerkmale und Definition von Bildung sowie Identitätsbildung im Kontext der Literaturwissenschaft.

3 ZUR KÜNSTLER- BZW. SCHRIFTSTELLERPROBLEMATIK: Untersuchung des Verhältnisses von Künstler und Welt sowie der Funktion des Schreibens als Mittel der Selbstbegegnung.

4 DER SELBSTFINDUNGSPROZESS DES PROTAGONISTEN: Detaillierte Analyse des Romanaufbaus und der zentralen Entwicklungsphasen des Protagonisten Johann.

5 SYNTHESE: Zusammenführende Diskussion der Romanform als Bildungsroman und Reflexion der Rolle des Protagonisten als werdender Schriftsteller.

6 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse hinsichtlich des Verhältnisses von autobiografischer Färbung und fiktionaler Gestaltung.

Schlüsselwörter

Martin Walser, Ein springender Brunnen, Bildungsroman, Selbstfindung, Identitätsbildung, Schriftstellerproblematik, Autobiografie, Literaturinterpretation, Protagonist Johann, Sprache, Kompensation, Ästhetik, Kindheit, Erinnerung, Erzählstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Selbstfindungsprozess des Protagonisten Johann in Martin Walsers Roman „Ein springender Brunnen“ unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Gattung des Bildungsromans, die Schriftstellerproblematik bei Martin Walser, die Entwicklung des Protagonisten und das Spannungsfeld zwischen Autobiografie und Fiktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, inwieweit „Ein springender Brunnen“ als Bildungsroman einzuordnen ist und welche Bedeutung der Schreibprozess für die Identitätsfindung der Romanfigur hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle und inhaltliche Analyse des Romanaufbaus sowie eine psychoanalytisch orientierte Literaturinterpretation.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gattungstheorie, die Künstlerproblematik und verfolgt die Entwicklung des Protagonisten durch verschiedene Lebensphasen, vom Kindesalter bis zum Erwachsenwerden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Bildungsroman, Identitätsbildung, Schriftstellerproblematik, Kompensation und Erzählstruktur.

Welche Rolle spielt der Vater für die Entwicklung von Johann?

Der Vater dient Johann als wichtiges Vorbild; durch sein Interesse an Wörtern und Sprache legt er den Grundstock für Johanns spätere schriftstellerische Identität.

Wie bewertet der Autor den Wahrheitsgehalt des Romans?

Die Arbeit argumentiert, dass der Roman zwar autobiografisch gefärbt ist, aber als fiktionales Werk ein Eigenrecht auf Darstellung besitzt und somit nicht als reine Autobiografie missverstanden werden darf.

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Details

Title
Der Selbstfindungsprozess eines Schriftstellers in Martin Walsers Bildungsroman 'Ein springender Brunnen'
College
University of Bamberg  (FB Germanistik)
Course
Proseminar: Einführung in die psychoanalytische Literaturinterpretation
Grade
sehr gut
Author
Franziska Moschke (Author)
Publication Year
2000
Pages
23
Catalog Number
V12372
ISBN (eBook)
9783638182744
Language
German
Tags
Selbstfindungsprozess Schriftstellers Martin Walsers Bildungsroman Brunnen Proseminar Einführung Literaturinterpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Moschke (Author), 2000, Der Selbstfindungsprozess eines Schriftstellers in Martin Walsers Bildungsroman 'Ein springender Brunnen', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12372
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