Lebensweltorientierte Soziale Arbeit


Hausarbeit, 2021

13 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Biografie

3 Begriffsdefinitionen
3.1 Lebenswelt
3.2 Alltag
3.3 Lebensweltorientierung

4 Die Lebensweltorientierung und ihr Konzept 5
4.1 Entstehung und Entwicklung
4.2 Ziele
4.3 Dimensionen lebensweltorientierter Sozialer Arbeit
4.4 Struktur- und Handlungsmaximen
4.4.1 Einmischung
4.4.2 Prevention
4.4.3 Alltagsnahe
4.4.4 Regionalisierung
4.4.5 Integration
4.4.6 Partizipation

5 Kritische Auseinandersetzung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die hier dargestellte Arbeit beschaftigt sich mit der Theorie der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit. Die Herkunft der Theorie der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit ist in den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts zu suchen. Seit dem Ursprung der Theorie, ist diese zu einem maRgeblichen Ansatz gereift, der in der theoretischen Diskussion sowie auch in der Praxis die Standards der Sozialen Arbeit bis in die gegenwartigen Entwicklungen bestimmt. Die Lebensweltorientierung von Hans Thiersch ist eine von vielen Wegen, professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit theoriegeleitet zu begrunden.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Uberblick uber das Konzept der Lebensweltorientierung zu geben. Daruber hinaus werden auch die kritischen Aspekte berucksichtigt, um die Grundlagen und Einschrankungen der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit zu verdeutlichen.

Das Konzept basiert auf drei Elementarsaulen. Die erste Saule konstituiert die Deutungs- und Handlungsmuster der AdressatInnen und die damit einhergehenden Bewaltigungsbemuhungen. Die zweite Saule beinhaltet den individuellen Alltag der Adressaten in Hinblick auf ihre Fahigkeiten, Schwierigkeiten und Ressourcen. Dieser Alltag wird im Spiegel der sozialen Gerechtigkeit reflektiert und hat zum Zweck, ihn zu konsolidieren, zu verbessern und gegebenenfalls zu restrukturieren. Die dritte und zugleich letzte Saule stutzt sich auf den erfolgreicheren Alltag der AdressatInnen, um dabei ihre „sozialwissenschaftlich gestutzten institutionellen und methodischen Konzepte“ (Thiersch & Grunwald, 2015, S. 327) zu entwerfen.

Zu Beginn wird das Leben von Hans Thiersch kurz beschrieben. Danach werden die Begriffe Lebenswelt, Alltag und Lebensweltorientierung erlautert. AnschlieRend wird das Konzept der Lebensweltorientierung in die Entstehung, Ziele, Dimensionen sowie Handlungs- und Strukturmaximen aufgeschlusselt. AbschlieRend wird auf die Kritik an dem theoretischen Konzept eingegangen und ein Fazit gezogen.

2 Biografie

Das Geburtsjahr von Hans Thiersch ist 1935 in Recklinghausen. Ihm wird, obwohl in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, eine klassizistische Ausbildung zuteil. An der Universitat Gottingen wurde er fur das Studium der Germanistik, Philosophie und Theologie eingeschrieben. Er erhielt seine Ausbildung bei Helmut Plessner und Erich Weniger. Im Jahr 1962 promovierte er an der Universitat Gottingen. Mit Renate Hetzel heiratete er funf Jahre spater und wurde als Professor an die Padagogische Hochschule in Kiel berufen (vgl. Lambers, 2013, S. 103 f.). An der Universitat Tubingen hat er 1979 den ersten erziehungswissenschaftlichen Diplomstudiengang mitbegrundet, die Sozialpadagogik maRgeblich mitgestaltet. AuRerdem erhielt er 1996 die Ehrendoktortitel der Universitaten Dresden und Luneburg. Daruber hinaus war er unter anderem Mitglied in verschiedenen Ausschussen, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Er war in verschiedenen Jahren Herausgeber mehrerer Bucher und Zeitschriften, z.B. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit oder Aufgaben der Praxis im Sozialen Wandel aus den Jahren 1992 und 2002. Er zog sich im Jahr 2002 zuruck (vgl. Lambers, 2013, S. 104 f.).

3 Begriffsdefinitionen

Dieser Abschnitt widmet sich der Klarung folgender Begriffe: Lebenswelt, Alltag und Lebensweltorientierung.

3.1 Lebenswelt

Laut der Definition von existierender Lebenswelt ist unter diesem Begriff ein real vorhandener, unbestrittener Part des routinierten Tagesablaufs mit zweckdienlichen Schemen zu verstehen (vgl. Steckelberg, 2010, S. 31). In diesem Zusammenhang entsteht eine unausweichliche Interaktion, auRere Einflusse und das Verhalten des Menschen betreffend, die, innerhalb von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, den Schlussel zur gemeinschaftlich erlebten Lebenspraxis bildet (vgl. ebd., S. 32). Aus einem allgemeinen Blickwinkel heraus bedeutet Lebenswelt die Gesamtheit aus erlebten oder erlebbaren Situationen und Handlungen; jene konnen Menschen im Alltag jederzeit begegnen (vgl. Abels, 2009, S. 62). Der Terminus Lebenswelt kann sich im Rahmen der ausgeubten Lebenspraxis mannigfaltig gestalten. In diesem Sinne sind beispielsweise religiose Einflusse zu nennen, ebenso die Welt der Vorstellungskraft oder theoretische Weltsichten (vgl. ebd., S. 63). Kommunikatives Handeln beinhaltet eine Ubernahme von weitergegebenem Wissen in einer feststehenden Lebenswelt - zudem besteht eine Konnektivitat zum alltaglichen Erleben und zur Lebenswelt als kommunikatives Handlungsspektrum (vgl. Steckelberg, 2010, S. 32). Grundstein des Letztgenannten stellen die sozial abhangigen Beziehungen zwischen den verschiedenen Menschen („soziales Milieu“) dar, innerhalb derer die Lebenswelt ihren Platz einnimmt (vgl. Bock, 2012, S. 184). Lebenswelt wird derzeit vermehrt als allumfangliches Muster und langst in abgeflachter Bedeutung verwendet, ungeachtet der bereits empirisch belegten Vielschichtigkeit des Begriffs. Dieser unbedachte Gebrauch des Terminus minimiert die eigene theoretische Konzeption, weshalb die qualitative Forschung kaum gesamtheitlichen Nutzen hervorbringen kann (vgl. Schulze, 2015, S. 95). Im Rahmen der Sozialen Arbeit wurde die empirische Forschung allerdings von einer allgemeingultigen Definition der Lebenswelt profitieren.

3.2 Alltag

Im Bereich des sozialpadagogischen Handelns gilt der Begriff Alltag vornehmlich als richtungsweisend fur zukunftsorientierte Debatten (vgl. Thiersch, 2015, S. 278). Thiersch geht konzeptuell davon aus, dass Alltag in Alltaglichkeit und Alltagswelten zu unterteilen sei. Alltag und Alltaglichkeit seien dabei als allgemein geltende Handlungs- und Verstehensmuster zu betrachten, wobei sie eine Zugehorigkeit zu verschiedenen Alltagswelten aufweisen (vgl. Fussenhauser, 2006, S. 131). Anders als der Begriff Alltag bindet die Alltaglichkeit real durchgefuhrte Handlungen, die innerhalb des personenspezifischen sozialen Umfelds in Erscheinung treten, ein. Alltaglichkeit umfasst laut Thiersch weiterhin erlebte Begebenheiten, wechselseitiges Handeln sowie schlicht die Gegenwart von Objekten und Umstanden. Die verschiedenen Alltagswelten bilden den Rahmen, in dem jene Alltaglichkeit bewusst vollzogen wird. Jede Person befindet sich, so Thiersch, daher innerhalb mehrerer diverser Lebenswelten, je nach vorliegender Alltaglichkeit (vgl. Schulze, 2015, S. 12 f.).

3.3 Lebensweltorientierung

Die Lebensweltorientierung steht im Bereich der Sozialen Arbeit fur ein Handlungskonzept, welchem nach der Sichtweise von Thiersch supplementare Termini zugrunde liegen. Hierbei spielen „Alltag“ wie „Lebenswelt“ in ihrer Begrifflichkeit eine wesentliche Rolle. Lebensweltorientierung meint in diesem Zusammenhang die grundlegende Bestarkung sozialer Belange vielseitiger sozialer Areale, zu denen Familie, Gruppen oder Gemeinden zahlen (vgl. Steckelberger, 2010, S. 32). Diese Bestarkung auRert sich in der Aktivierung bereits vorhandener Ressourcen, die angemessen zur Behebung von sozialen Schwierigkeiten eingesetzt werden. Thiersch verfolgt dabei einen Ansatz, der sich, abweichend von bestehenden Konzeptionen, gegen ein Eingriffsdenken stellt; zudem halt er die Bevormundung von Betroffenen sowie deren Kontrolle durch diverse Trager der Sozialen Arbeit fur unangebracht (vgl. Steckelberger, 2010, S. 32). Zur Durchfuhrung jener Leitgedanken seien laut Thiersch drei Stufen

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Lebensweltorientierte Soziale Arbeit
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1,7
Jahr
2021
Seiten
13
Katalognummer
V1238067
ISBN (Buch)
9783346660534
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lebensweltorientierte, soziale, arbeit
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1238067

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