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Disziplinarität, Interdisziplinarität, Transdisziplinarität und die Frage nach der Einheit der Wissenschaften

Titre: Disziplinarität, Interdisziplinarität, Transdisziplinarität und die Frage nach der Einheit der Wissenschaften

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 30 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Witzmann (Auteur)

Philosophie - Théorique (Conscience, Science, Logique, Langage)
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Résumé Extrait Résumé des informations

Anscheinend haben sich diese beiden oben genannten Konzepte in der gegenwärtigen
Diskussion um Theorie und Praxis der Wissenschaften enorm etabliert. Wie
selbstverständlich gehören sie zum Vokabular zahlreicher wissenschaftlicher Auseinandersetzungen.
Aber es stellen sich grundlegende Fragen trotz oder gerade aufgrund
der Vielzahl an Programmen, Publikationen oder Veranstaltungen zur Thematik
Inter- bzw. Transdisziplinarität. Ist es überhaupt möglich, diese Begriffe klar zu definieren? Wenn ja, wie kann eine differenzierte Beschreibung der beiden Konzepte realisiert werden? Oft wirkt es so, dass Inter- bzw. Transdisziplinarität gerne in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet werden, sich aber bei näherer Untersuchung als inhaltslose „Modewörter“ entpuppen. Neben dieser Begriffsanalyse muss diskutiert
werden, ob eigentlich eine Notwendigkeit für Inter- bzw. Transdisziplinarität besteht und falls dies bejaht werden kann, wo die Wurzeln dieses Bedarfes zu finden sind. In diesem Kontext wird es dann auch von Belang sein, die Möglichkeiten und Grenzen
der Konzepte möglichst genau abzustecken. Können sie sogar gänzlich die häufig
erwünschte Einheit der Wissenschaften herstellen oder zumindest einen Beitrag
dazu leisten?
Es soll in dieser Hausarbeit der Versuch unternommen werden, die oben genannten
Punkte aufzugreifen und näher zu beleuchten. Insbesondere der letzte Aspekt, die
Bedeutung der Konzepte für eine Einheit der Wissenschaften, dient hierbei als markanter
philosophischer Bezugspunkt. Der primäre Zweck der Arbeit wird nicht darin
bestehen, eine empirische Untersuchung zu soziologischen oder gar wirtschaftlichen
Gesichtspunkten vorzulegen oder spezielle interdisziplinäre Programme auf deren
Tauglichkeit zu analysieren.5 Wenn überhaupt, werden Beispiele aus der wissenschaftlichen
Praxis zur Illustration bestimmter philosophischer Phänomene genutzt.
Der Fokus liegt vordringlich auf einer wissenschaftstheoretischen Auseinandersetzung,
die sich aber mit den praktischen Fragen der Konzepte auch beschäftigen
muss.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der disziplinäre Kontext der Inter- bzw. Transdisziplinarität

2.1 Die Ordnung der Disziplinen

2.1.1 Ein philosophie-historischer Abriss

2.1.2 Die Hierarchie der Disziplinen

2.2 Disziplinäre Notwendigkeit für Inter- bzw. Transdisziplinarität

3 Was ist unter Inter- und Transdisziplinarität zu verstehen?

3.1 Die Vielfalt der Konzepte

3.1.1 Die Definitionsgrundlagen

3.1.2 Die Konzeption von Jürgen Mittelstraß

4 Kritik der Inter- und Transdisziplinarität

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die wissenschaftstheoretische Notwendigkeit von Inter- und Transdisziplinarität. Dabei wird analysiert, inwiefern diese Konzepte geeignet sind, der zunehmenden Fragmentierung der modernen Wissenschaft entgegenzuwirken und einen Beitrag zur Einheit der Wissenschaften zu leisten, wobei ein besonderer Fokus auf den Ansätzen von Jürgen Mittelstraß liegt.

  • Historische Entwicklung und Klassifizierung wissenschaftlicher Disziplinen
  • Notwendigkeit und Grenzen der disziplinären Spezialisierung
  • Differenzierung zwischen Multidisziplinarität, Interdisziplinarität und Transdisziplinarität
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Forderung nach einer Einheit der Wissenschaften
  • Die Rolle von Theorie und Forschung im transdisziplinären Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die Hierarchie der Disziplinen

Im Katalog des Deutschen Hochschulverbandes wurden bereits 1980 rund 4000 Fächer aufgelistet. Anhand dieser Zahl drückt sich wohl eher eine bürokratisch-arbiträre Universitätsstruktur aus als eine systematisch ausgereifte Ordnung der Disziplinen. Allerdings sollte in dieser Hinsicht auch die Unterscheidung zwischen Fach und Disziplin näher beleuchtet werden. Es sollte nämlich nicht der Fehler begangen werden, Fächer und Disziplinen als austauschbare Termini zu behandeln. Die Aussage, dass Fach gleich Disziplin ist und Disziplin gleich Fach ist, wird häufig praktiziert, ist jedoch eine grobe und Missverständnisse provozierende Vereinfachung. So geht Heinz Heckhausen davon aus, dass „den Tausenden von Fächern […] nur wenige ‚Disziplinen’ im Sinne von Disziplinaritäten“ gegenüberstehen.

Folgend schätzt Jürgen Kocka die Anzahl der Disziplinen auf 20 bis 30 Vertreter, welche verschiedene Fachgruppen zusammenfassen. Disziplinen sind hierbei durch Methoden und Theorien gekennzeichnet, die sich im Sinne Kuhns zu einem Paradigma zusammenschließen und eine einheitsstiftende Identität bzw. ein „theoretisches Integrationsniveau“ entfalten. Die Fächer sind den Disziplinen untergeordnet und ihre Struktur lässt sich beliebig und mannigfaltig ausdifferenzieren. Jedoch ist eine Eins-zu-Eins-Bestimmung von Fach und Disziplin nicht immer möglich. So kann ein Fach unter den Perspektiven verschiedener Disziplinaritäten betrieben werden. Ein prägnantes Beispiel wäre die Psychologie, die eine interessante historische Entwicklung dahingehend durchgemacht hat. Seit dem frühen 19. Jahrhundert dem geisteswissenschaftlichen oder auch verstehenden Paradigma tief verbunden, erweiterte und verschob sich ihr Methodenspektrum um empirisch-naturwissenschaftliche Instrumente. Auch die Biologie kann auf verschiedenen theoretischen Integrationsniveaus betrieben werden, sowohl molekular, morphologisch oder auch verhaltenstheoretisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffliche Vielfalt und die weite Verbreitung von Inter- und Transdisziplinarität in der zeitgenössischen Wissenschaft ein und formuliert die grundlegende Fragestellung bezüglich deren Notwendigkeit und Definitionsfähigkeit.

2 Der disziplinäre Kontext der Inter- bzw. Transdisziplinarität: Dieses Kapitel analysiert die historische und systematische Ordnung der Disziplinen sowie die Notwendigkeit von Inter- und Transdisziplinarität als Reaktion auf die zunehmende Spezialisierung und Fragmentierung des Wissenschaftssystems.

3 Was ist unter Inter- und Transdisziplinarität zu verstehen?: Der Abschnitt differenziert verschiedene Konzepte der fachübergreifenden Zusammenarbeit und beleuchtet insbesondere die theoretischen Ansätze von Jürgen Mittelstraß zur Transdisziplinarität.

4 Kritik der Inter- und Transdisziplinarität: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den begrifflichen Unschärfen und praktischen Herausforderungen inter- und transdisziplinärer Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der Frage nach der Einheit der Wissenschaften.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Debatte, die zwar Konsenspunkte identifiziert, jedoch die Erwartung auf eine einfache Lösung der Fragmentierungsproblematik dämpft und die fortwährende Notwendigkeit der Reflexion betont.

Schlüsselwörter

Disziplinarität, Interdisziplinarität, Transdisziplinarität, Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte, Spezialisierung, Wissenschaftssystem, Integration, Multidisziplinarität, Jürgen Mittelstraß, Einheit der Wissenschaften, Methodik, Forschungspraxis, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen disziplinärer Forschung und den Konzepten der Inter- sowie Transdisziplinarität im Kontext der modernen Wissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung von Wissenschaftsdisziplinen, die Problematik der akademischen Spezialisierung und die philosophische Frage nach einer möglichen Einheit der Wissenschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Konzepte der Inter- und Transdisziplinarität wissenschaftstheoretisch zu beleuchten, ihre Notwendigkeit zu prüfen und zu klären, inwieweit sie zur Überwindung der Fragmentierung von Wissen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit verfolgt einen wissenschaftstheoretischen Ansatz, der existierende philosophische Konzepte und Debatten analysiert, kritisch hinterfragt und in Beziehung zueinander setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst disziplinäre Strukturen, geht dann auf die Definitionen von Inter- und Transdisziplinarität ein und widmet sich abschließend der kritischen Bewertung dieser Konzepte im Hinblick auf deren praktische Anwendbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Disziplinarität, Interdisziplinarität, Transdisziplinarität, Wissenschaftssystem, Spezialisierung und das Konzept der Einheit der Wissenschaften.

Welche besondere Bedeutung kommt Jürgen Mittelstraß in dieser Arbeit zu?

Jürgen Mittelstraß wird als einer der zentralen Theoretiker gewürdigt, dessen Konzeption der Transdisziplinarität als Erweiterung der Interdisziplinarität und als praxisrelevantes Prinzip zur Ordnung von Forschung intensiv diskutiert wird.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Inter- und Transdisziplinarität?

Während Interdisziplinarität häufig vorübergehende Kooperationen zwischen Disziplinen beschreibt, legt die Transdisziplinarität den Fokus auf die Lösung gesellschaftlich relevanter Probleme durch eine Integration disziplinärer Kompetenzen und eine dauerhafte Kooperation.

Warum sieht der Autor die Spezialisierung der Wissenschaften kritisch?

Der Autor argumentiert, dass eine zu starke Spezialisierung zu einer Fragmentierung und Isolation führt, die es erschwert, komplexe, lebensweltliche Probleme ganzheitlich zu verstehen und wissenschaftlich zu bearbeiten.

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Résumé des informations

Titre
Disziplinarität, Interdisziplinarität, Transdisziplinarität und die Frage nach der Einheit der Wissenschaften
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Philosophie)
Cours
Ausgewählte Texte zum Wissenschaftsverständnis der Gegenwart
Note
1,0
Auteur
Stefan Witzmann (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
30
N° de catalogue
V123834
ISBN (ebook)
9783640294138
Langue
allemand
mots-clé
Wissenschaftstheorie Mittelstraß
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stefan Witzmann (Auteur), 2007, Disziplinarität, Interdisziplinarität, Transdisziplinarität und die Frage nach der Einheit der Wissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123834
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Extrait de  30  pages
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