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Der absolute Souverän bei Thomas Hobbes

Argumentation und Plausibilität des Hobbesschen Ansatzes

Title: Der absolute Souverän bei Thomas Hobbes

Term Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magistra Artium Astrid Lanvermann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Thomas Hobbes (1588-1679) lebte in einer Zeit der politischen und religiösen Unruhen, die in den englischen Bürgerkrieg (1637-1660) gipfelten. Das Miterleben dieses Krieges - obgleich zum Teil nur aus der Distanz - prägte sein Menschenbild und seine politische Philosophie. Sein Ziel war die Schaffung eines Staates, welcher der Anarchie eines derartigen Bürgerkrieges vorbeugen konnte. Er versuchte die realen, unübersichtlichen Bündnisse und ideologischen Zusammenhänge auszublenden, um sich auf den Einzelnen, das Individuum und die Kräfte, die es antreiben, zu besinnen. Diese Methode bezeichnet Herfried Münkler als Dekontextualisierung. Um die Menschen zu verstehen, brauche man nur sich selbst zu beobachten, da allen Individuen ähnliche Leidenschaften zu Eigen seien. Lediglich die Objekte, auf die sich jene Leidenschaften bezögen, seien von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Entsprechend seines Programms behandelt er daher im ersten Teil des Leviathans den Menschen, seine Eigenschaften und Fähigkeiten, ebenso wie seine Leidenschaften, seine Vernunft und deren Werke. Zu diesen Werken zählen auch die natürlichen Gesetze, die in der hobbesschen Theorie jedoch nicht mehr ewig und dauerhaft verpflichtend gelten, sondern nur unter der Voraussetzung, dass durch ihre Erfüllung die Sicherheit des Individuums nicht gefährdet wird. Es handelt sich also weniger um Gesetze als um Normen, da es keine Macht gibt, die sie durchsetzen könnte. Vor allem im dreizehnten Kapitel zeichnet der Philosoph das Bild eines stets zur Gewalt bereiten Menschen, der nur innerhalb eines Staates wahren Frieden und Sicherheit erleben kann, wenngleich Hobbes den Staat an dieser Stelle noch nicht explizit nennt. Erst in den Kapiteln siebzehn und achtzehn versucht er die Einrichtung eines Staates als Solchen, des Souveräns und dessen weitreichender Rechte zu legitimieren. Diese Argumentation wird im Folgenden nachvollzogen und kritisch untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Historische Einordnung

2.1.1. Die Situation in England

2.1.2. Vorläufer des Hobbesschen Modells

2.2. Der Ansatz

2.2.1. Die Argumentationsstruktur

2.2.1.1. Die Gründe für die Entstehung eines Staates

2.2.1.2. Die Entstehung eines Staates

2.2.1.3. Die Definition eines Staates

2.2.1.4. Die Rechte des Souveräns

2.2.2. Die Interpretationsansätze

2.2.2.1. Die Charakteristika des Vertrages

2.2.2.2. Die Autorisierung des Souveräns

2.2.2.3. Die Souveränitätsrechte

2.2.2.4. Die Letztinstanzlichkeit

2.2.3. Die Kritik am Ansatz

2.2.3.1. Die Grenzen der Gehorsamspflicht

2.2.3.2. Der Zirkelschluss

3. Schluss

4. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Argumentation und Plausibilität von Thomas Hobbes' Konzept der staatlichen Souveränität, wie es in den Kapiteln siebzehn und achtzehn des "Leviathan" dargelegt wird. Ziel ist es, die Legitimation des absoluten Herrschers kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob Hobbes sein Vorhaben einer kohärenten, rationalen Staatsbegründung unter den Bedingungen des Naturzustandes erfolgreich umsetzen konnte.

  • Historische Einordnung des Hobbesschen Modells vor dem Hintergrund des englischen Bürgerkriegs.
  • Analyse der vertragstheoretischen Struktur zur Legitimation und Autorisierung des Souveräns.
  • Untersuchung der Souveränitätsrechte und der Letztinstanzlichkeit staatlicher Gewalt.
  • Kritische Diskussion der Grenzen der Gehorsamspflicht und methodischer Einwände wie des Zirkelschlusses.
  • Bewertung der Relevanz von Hobbes' Ansatz für die moderne politische Philosophie.

Auszug aus dem Buch

2.2.2.2. Die Autorisierung des Souveräns

Die Autorisierung des Souveräns ist das Kernstück der hobbesschen Vertragstheorie, wie sie sich im Leviathan darstellt. Aufgrund von Legitimationsdefiziten hinsichtlich der Rechte des Souveräns in seinen frühen Schriften – The elements of Law und De Cive – führt Hobbes dieses Element im siebzehnten Kapitel neu ein. Ebenso behandelt er die Ideen der Legitimation und der Repräsentation.

Die Legitimation des Souveräns liegt in seiner Aufgabe, das Leben, Eigentum und Wohl seiner Untertanen zu schützen und zu fördern, d.h. auch es nicht weiter als notwendig einzuschränken.. Er erlangt sie ausschließlich durch die Zustimmung der autonomen Naturzustandsbewohner sich ihm unterzuordnen.

Während die Übertragung des Rechtes auf Alles – mit den oben angesprochenen Problemen des Begriffes „Alles“ – die Konkurrenzsituation beenden soll, erfolgt die Autorisierung durch die Übertragung des Rechtes auf Selbstregierung auf eine unabhängige Person, den Souverän. Wolfgang Kersting beschreibt diese Übertragung als einen Akt der Selbstentmündigung. An dieser Stelle bleibt zu prüfen, ob Kerstings Interpretation die Intention Hobbes wirklich trifft, d.h. ob es sich tatsächlich um eine völlige Aufgabe aller Rechte handelt oder ob dem Individuum Möglichkeiten zu persönlichen Entscheidungen verbleibt. Diese Frage soll unter dem Punkt Letztinstanzlichkeit erneut aufgegriffen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Menschenbild von Hobbes, die historische Kontextualisierung durch den englischen Bürgerkrieg und die Zielsetzung der Arbeit.

2. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung des politischen Systems von Hobbes, gegliedert in historische Einordnung, theoretischen Ansatz sowie kritische Auseinandersetzung.

2.1. Historische Einordnung: Darstellung der politischen Unruhen in England sowie der erkenntnistheoretischen Vorläufer für Hobbes' Menschenbild und Staatskonzeption.

2.1.1. Die Situation in England: Beschreibung der drei Phasen des englischen Bürgerkriegs und der Auswirkungen auf die Restauration der Monarchie.

2.1.2. Vorläufer des Hobbesschen Modells: Erörterung der Einflüsse durch Thukydides, Machiavelli und Jean Bodin auf das Hobbessche Staatsmodell.

2.2. Der Ansatz: Übergang zur Analyse des Kernstücks der hobbesschen politischen Philosophie: der Errichtung und Legitimation des Staates durch den Souverän.

2.2.1. Die Argumentationsstruktur: Systematische Herleitung der Notwendigkeit und Entstehung eines Staates aus der Perspektive des Naturzustandes.

2.2.1.1. Die Gründe für die Entstehung eines Staates: Untersuchung der Angst vor dem Krieg aller gegen alle als Triebfeder zur Bildung einer Zwangsgewalt.

2.2.1.2. Die Entstehung eines Staates: Erläuterung des Vertragsabschlusses und der damit einhergehenden Schaffung einer politischen Einheit, des Leviathan.

2.2.1.3. Die Definition eines Staates: Bestimmung des Staates als Person, deren Handlungen durch die Untertanen autorisiert wurden.

2.2.1.4. Die Rechte des Souveräns: Begründung der notwendigen absoluten Machtbefugnisse des Souveräns zur Wahrung des Friedens.

2.2.2. Die Interpretationsansätze: Vertiefende Diskussion zentraler Konzepte unter Einbeziehung der Forschungsliteratur.

2.2.2.1. Die Charakteristika des Vertrages: Differenzierung zwischen Gesellschafts- und Herrschaftsvertrag sowie Analyse des Rechtsverzichts auf Alles.

2.2.2.2. Die Autorisierung des Souveräns: Untersuchung des Kernstücks der Vertragstheorie und des Verhältnisses von Untertan und Souverän.

2.2.2.3. Souveränitätsrechte: Erörterung der Mittel des Souveräns zur Friedenssicherung, inklusive der Kontrolle über Religion und Publizistik.

2.2.2.4. Letztinstanzlichkeit: Analyse des Arguments, dass die absolute Staatsgewalt die einzige Möglichkeit zur Vermeidung eines Rückfalls in den Naturzustand sei.

2.2.3. Die Kritik am Ansatz: Zusammenfassende kritische Betrachtung der Schwachstellen im hobbesschen Modell.

2.2.3.1. Die Grenzen der Gehorsamspflicht: Diskussion, ob und inwieweit aus Hobbes' Theorie ein implizites Widerstandsrecht abgeleitet werden kann.

2.2.3.2. Der Zirkelschluss: Methodische Auseinandersetzung mit dem Vorwurf, dass die Zwangsgewalt erst durch den Vertrag legitimiert wird, den sie selbst garantieren soll.

3. Schluss: Fazit zur Plausibilität des hobbesschen Modells und dessen weitreichenden Impulsen für die politische Philosophie der Neuzeit.

4. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der herangezogenen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Souveränität, Vertragstheorie, Naturzustand, Legitimation, Autorisierung, Staatsphilosophie, Absolutismus, Gehorsamspflicht, Gesellschaftsvertrag, Herrschaftsvertrag, Politische Philosophie, Letztinstanzlichkeit, Zirkelschluss

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die argumentative Struktur von Thomas Hobbes' staatstheoretischem Modell, insbesondere die Legitimation des absoluten Souveräns in seinem Hauptwerk "Leviathan".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die historische Herleitung des Staatsmodells, die vertragstheoretische Autorisierung des Herrschers, die Rechte des Souveräns und die kritische Auseinandersetzung mit methodischen Schwachstellen des Modells.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob es Hobbes gelingt, die absolute Staatsgewalt rational und überzeugend zu begründen, und ob das Modell in der Praxis plausibel wäre.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen Analyse der Kapitel 17 und 18 des "Leviathan", ergänzt durch eine kritische Sichtung bedeutender Sekundärliteratur zur Interpretation des Kontraktualismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Aufarbeitung der Argumentationsstruktur (Grundlagen, Entstehung, Rechte des Souveräns) und eine kritische Diskussion der Argumente, insbesondere hinsichtlich des Zirkelschlusses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Souveränität, Naturzustand, Autorisierung, Legitimation, Gesellschaftsvertrag und das Letztinstanzlichkeitsargument.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Souveräns als "Letztinstanz"?

Die Autorin hinterfragt, ob die absolute Stellung des Souveräns tatsächlich die notwendige Konsequenz der Theorie ist und weist auf Widersprüche hin, da die Macht des Souveräns in der Praxis oft an die Aufrechterhaltung des Staates gebunden bleibt.

Gilt Hobbes' Konzept als historisch oder logisch überzeugend?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Konzept als rein rationale Begründung an inhaltlichen und methodischen Hürden (wie dem Zirkelschluss) scheitert und historisch eher eine Reaktion auf Hobbes' eigene, krisengeprägte Zeit darstellt.

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Details

Title
Der absolute Souverän bei Thomas Hobbes
Subtitle
Argumentation und Plausibilität des Hobbesschen Ansatzes
College
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Course
Thomas Hobbes: Der Leviathan
Grade
1,7
Author
Magistra Artium Astrid Lanvermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V123868
ISBN (eBook)
9783640295746
Language
German
Tags
Souverän Thomas Hobbes Thomas Hobbes Leviathan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Astrid Lanvermann (Author), 2003, Der absolute Souverän bei Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123868
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