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Das Phänomen des Transnationalismus: theoretische Diskussion und empirische Beispiele

Titre: Das Phänomen des Transnationalismus: theoretische Diskussion und empirische Beispiele

Essai , 2007 , 10 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ioanna Gatzigianni (Auteur)

Sociologie - Individu, Groupe, Société
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Folgenden werden nun anhand von drei Studien mit empirischen Fallbeispielen transnationale Räume vorgestellt. Es geht erstens darum aufzuzeigen, welche grenzüberschreitenden Aktivitäten sich zeigen (Aspekt der Räumlichkeit) und inwiefern man bei diesen Beispielen von einer Dauerhaftigkeit (Temporalität des Phänomens) ausgehen kann. Trifft es nur für die hier beschriebenen Angehörigen der 1. Generation zu? Oder bleibt das Phänomen der transnationalen Beziehungen auch für nachfolgende Generationen bzw. für die erste Generation über einen längeren Zeitraum im Lebensverlauf relevant? Der zweite Schwerpunkt dieses Essays liegt in der kritischen Betrachtung der Ungleichheitsformen, die im Zusammenhang mit transnationalen Räumen und deren Chancenpotential evident werden. Der Analyse der Beispiele wird ein kurzer Überblick über die theoretische Konzeptualisierung des „Transmigranten“ und der „transnationalen Räume“ vorausgeschickt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die Diskussion um „Transnationalismus“ bzw. „transnationale Migration“

2. Der „Transmigrant“ im „transnationalen Raum“

3. Empirische Fallbeispiele

3.a. Pendelnde Rentner

3.b. „Zuwanderung“ von Polen in die Bundesrepublik Deutschland

3.c. Transnationaler Raum Europa – veränderte Ungleichheitsstruktur?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept des Transnationalismus und dessen empirische Ausprägungen anhand verschiedener Fallbeispiele, um zu klären, inwiefern grenzüberschreitende Lebensentwürfe für Migranten eine Chance darstellen und wie sie soziale Ungleichheit beeinflussen.

  • Theoretische Konzeptualisierung von Transmigranten und transnationalen Räumen
  • Analyse von Mobilitätsmustern türkischer Arbeitsmigranten im Ruhestand
  • Untersuchung der grenzüberschreitenden Mobilität polnischer Arbeitskräfte
  • Betrachtung der Transnationalisierung von Ungleichheit im europäischen Raum
  • Diskussion über die Bedeutung ökonomischer Ressourcen für transnationale Teilhabe

Auszug aus dem Buch

3. Empirische Fallbeispiele

Ein Paradebeispiel des Transmigranten, der zwischen dem ursprünglichen Ankunfts- und Herkunftsland zirkulär migriert, sind türkische Arbeitsmigranten der ersten Generation, von denen offenbar viele im Ruhestand zwischen der Türkei und Deutschland pendeln. Krumme (2004) zeigt anhand von qualitativ-biografischen Interviews, wie diese Menschen ein Leben lang eine Rückkehrorientierung beibehalten haben, sich aber zugleich in Deutschland ein zuhause geschaffen haben (Kinder leben hier) und nun im Ruhestand die neu gewonnenen Zeitressourcen nicht für eine Rückkehr, sondern für das Pendeln nutzen (Krumme 2004).

Als Motive für einen Aufenthalt in der Türkei zeigen sich in den Interviews Herkunftsfamilie, Geschwister, Eigenheim und einfachere Kommunikationsmöglichkeit durch Sprachkenntnisse Für Deutschland hingegen sprechen Familie (meist Kinder und Enkelkinder) und ein besseres Gesundheitssystem. Durch das Pendeln können sie die jeweils „lokal gebundenen“ Ressourcen nutzen. Krumme spricht von einem doppelten Zugehörigkeitsgefühl, das sich entwickelt hat. Anstelle des „weder-noch“ ist ein „sowohl-als auch“ getreten. Einer der Interviewten, Herr Murat Bozay (67 Jahre), beschreibt beispielsweise wie sie sich zwei Heimaten geschaffen haben und dies nun auch im Pendeln Ausdruck findet (Krumme 2004, 143).

Den Fallbeispielen ist zu entnehmen, dass oftmals dem Wunsch, in die Heimat zurückzukehren, letztlich ein faktischer Verbleib in Deutschland während ihres gesamten Arbeitslebens gegenüberstand, womit sie transnationale Räume und Identitäten während ihres Arbeitslebens entwickelten. Das Pendeln der Migranten im Rentenalter wird als eine Fortsetzung ihrer gelebten Transnationalität in ihrer gesamten Migrationsbiografie interpretiert (Krumme 2004, 142). Transnationalität spiegelt sich bei diesen Transmigranten in ihren veränderten Handlungskontexten und Ressourcen, durch Übernahmen von Handlungsnormen und Werten und multiplen nationalen identifikativen Zugehörigkeiten (ebd., 149).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Diskussion um „Transnationalismus“ bzw. „transnationale Migration“: Dieses Kapitel führt in den Paradigmenwechsel der Migrationsforschung ein, der weg von einer rein unidirektionalen Sichtweise hin zur Analyse länderübergreifender sozialer Praktiken und plurilokaler Netzwerke führt.

2. Der „Transmigrant“ im „transnationalen Raum“: Hier werden zentrale theoretische Konzepte vorgestellt, die den Transmigranten als kulturell kreativen Akteur definieren, der multiple Identitäten und Ressourcen über nationale Grenzen hinweg nutzt.

3. Empirische Fallbeispiele: Anhand von drei spezifischen Szenarien – pendelnde türkische Rentner, polnische Arbeitsmigration nach Deutschland und europäische Elite-Mobilität – werden die theoretischen Ansätze auf ihre praktische Anwendbarkeit und ihre Auswirkungen auf soziale Ungleichheit geprüft.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass transnationale Räume eine reale Chance für Individuen bieten, jedoch stark von räumlichen, zeitlichen und vor allem sozialökonomischen Faktoren abhängen, was die Teilhabe zur Schichtfrage macht.

Schlüsselwörter

Transnationalismus, Transmigration, Migration, Mobilität, Sozialräume, Plurilokalität, Temporarität, soziale Ungleichheit, Integrationsprozesse, Arbeitsmigration, soziale Netzwerke, Migrationsbiografie, Ressourcen, kulturelles Kapital, Herkunftsland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept des Transnationalismus und untersucht, wie Migranten ihr Leben über nationale Grenzen hinweg organisieren und welche Bedeutung dies für ihre Identität und soziale Teilhabe hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Definition des Transmigranten, grenzüberschreitende Mobilitätsmuster, die Bedeutung sozialer Netzwerke sowie die Verknüpfung von Transnationalität und sozialer Ungleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie grenzüberschreitende Aktivitäten den Alltag von Migranten prägen und unter welchen Bedingungen diese Aktivitäten als Ressource dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Diskussion und stützt sich methodisch auf die Auswertung existierender qualitativer und empirischer Studien zu verschiedenen Migrationsgruppen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Konzept des Transmigranten und eine detaillierte Analyse von drei empirischen Fallbeispielen: pendelnde Rentner, polnische Arbeitsmigration und die europäische Mobilität von Fachkräften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Transnationalismus, Transmigration, soziale Netzwerke, plurilokale Lebenswelten, Mobilitätsmuster und die sozialökonomische Kapitalausstattung von Individuen.

Wie unterscheidet sich die Situation polnischer Migranten von der türkischer Rentner?

Während bei türkischen Rentnern das Pendeln als biographische Fortsetzung im Ruhestand und Ausdruck von Heimatbindung dient, ist die Mobilität polnischer Arbeiter stärker von temporären, ökonomisch motivierten Arbeitsaufenthalten und durch die geografische Nähe zur EU-Grenze geprägt.

Warum ist das Konzept des „Transnationalismus“ heute besonders relevant?

Es ist relevant, da moderne Kommunikations- und Transportmittel eine dauerhafte Orientierung an zwei oder mehreren Standorten ermöglichen, was klassische Integrationsmodelle, die nur auf das Ankunftsland fokussieren, ergänzen oder infrage stellen muss.

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Résumé des informations

Titre
Das Phänomen des Transnationalismus: theoretische Diskussion und empirische Beispiele
Université
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Cours
PS Migration und Sozialstruktur
Note
1,0
Auteur
Ioanna Gatzigianni (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
10
N° de catalogue
V123874
ISBN (ebook)
9783640287222
ISBN (Livre)
9783640287376
Langue
allemand
mots-clé
Phänomen Transnationalismus Diskussion Beispiele Migration Sozialstruktur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ioanna Gatzigianni (Auteur), 2007, Das Phänomen des Transnationalismus: theoretische Diskussion und empirische Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123874
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Extrait de  10  pages
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