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Die Rolle der Vereinten Nationen im Krieg in der Demokratischen Republik Kongo

Title: Die Rolle der Vereinten Nationen im Krieg in der Demokratischen Republik Kongo

Term Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Jürgen Menze (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Der blutigste Krieg in der Geschichte Afrikas und der tödlichste seit Ende des Zweiten Weltkrieges tobt in der Demokratischen Republik Kongo. Der Eingriff und die Rolle der Vereinten Nationen, die sich der „Wahrung des Weltfriedens“ verpflichtet fühlen, bezüglich dieses Krieges werden in dieser Arbeit zunächst durch eine kurze Darstellung der historisch-politischen Entwicklung des Kongo seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1960 bis zum Jahr 1996 in einen Kontext gestellt.
Dem „ersten Kongokrieg“, der im Mai 1997 mit dem Sturz von Mobutu Sese Seko und der Übernahme der Regierungsgewalt durch Laurent-Désiré Kabila endete, folgten neuerliche Gewaltausbrüche wechselnder Intensität zwischen den verschiedenen Konfliktparteien seit August 1998, deren ursächliche Motive Erwähnung finden. Der Entschluss der Vereinten Nationen zu Ende des Jahres 1999 in Folge des Waffenstillstandsabkommen von Lusaka die MONUC zu errichten sowie die Arbeit dieser Friedensmission im Kongo werden beleuchtet und an ihnen Kritik vorgebracht. Ein weiterer Schwerpunkt stellt die kritische Auseinandersetzung mit Rolle und Reaktion der Vereinten Nationen hinsichtlich der erneuten Gewalteskalation im Nordosten des Landes ab Ende 2002 und die darauffolgenden Entwicklungen dar.
Entwicklungsperspektiven der Demokratischen Republik Kongo, mögliche Beiträge der Vereinten Nationen zur Stabilisierung des Landes und Empfehlungen zur zukünftigen Handlungsweise der Organisation bilden den Abschluss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Kongo von 1960 bis 1999

2.1. „Kongowirren“ und die ONUC

2.1.1. Belgiens Aggression und die Reaktion der UN

2.1.2. Lumumbistische Aufstände

2.2. Mobutus „Kleptokratie“

2.3. Erster Kongokrieg

2.3.1. Auslösende Faktoren

2.3.2. Verlauf und Ergebnisse

2.4. DR Kongo unter L. Kabila bis zum Lusaka-Abkommen

2.4.1. Herrschaft L. Kabilas und Ausbruch des zweiten Kongokrieges

2.4.2. Waffenstillstandsabkommen von Lusaka

3. Die Rolle der UN im zweiten Kongokrieg

3.1. Mangelnde Präventions- und Friedensbemühungen

3.2. Einrichtung und Arbeit der MONUC bis 2001

3.2.1. MONUC Phase I

3.2.2. MONUC Phase II

3.2.2.1. Entsendung bewaffneter UN-Truppen

3.2.2.2. Bescheidene Leistungen

3.3. Bemühungen um eine Friedenslösung unter J. Kabila

3.3.1. Aufnahme des innerkongolesischen Dialogs

3.3.2. Friedensvereinbarung von Pretoria

3.4. Engagement der UN in der DR Kongo seit 2001

3.4.1. MONUC Phase III

3.4.2. Fortwährende Gewalt im Osten des Kongo

3.4.2.1. Abzug ausländischer Truppen

3.4.2.2. Genozidale Akte im Ituri

3.4.2.3. Auftrag und Leistung der IEMF

3.5. Aktuelle Entwicklungen

3.5.1. Robustes Mandat der MONUC

3.5.2. Einrichtung einer Übergangsregierung

4. Perspektiven für eine Beendigung des Krieges

4.1. Kongos Rohstoffreichtum als Friedenshindernis

4.2. Empfohlene Handlungsmuster der UN

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Vereinten Nationen (UN) im Krieg in der Demokratischen Republik Kongo, ausgehend von der historischen Entwicklung seit 1960 bis hin zu den aktuellen Bemühungen um eine Friedenssicherung unter Berücksichtigung des Einflusses ökonomischer Faktoren und der Effektivität militärischer UN-Missionen.

  • Historische Analyse des UN-Engagements in der DR Kongo seit 1960.
  • Untersuchung der Friedensmission MONUC und ihrer verschiedenen Phasen.
  • Analyse des Einflusses von Ressourcenreichtum auf den Friedensprozess.
  • Bewertung der humanitären Interventionen und der Rolle regionaler Akteure.
  • Erörterung von Handlungsempfehlungen zur zukünftigen UN-Strategie.

Auszug aus dem Buch

3.4.2.3. Auftrag und Leistung der IEMF

Die humanitäre Intervention in Bunia wurde ab Juni 2003 als militärische Operation der Europäischen Union (EU) unter französischer Führung und der Bezeichnung „Artemis“ durchgeführt. Die 1.400 Soldaten starke IEMF war zur Stabilisierung der Sicherheitslage, zur Verbesserung der humanitären Situation in Bunia und zum Schutz von Zivilbevölkerung, UN-Personal und humanitären Hilfskräften in der Stadt dazu ermächtigt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen (S/RES/1484: Ziff. 1, 4), so dass das Mandat der IEMF einen robusteren Charakter als das der MONUC aufwies.

Zwar konnten die Friedenstruppen eine Beruhigung der Lage in der Stadt erwirken, doch bewertete der in Bunia tätige Projektleiter der Deutschen Welthungerhilfe die UN-mandatierte EU-Operation wie folgt: „Mit großem Pomp und Getöse marschieren die Truppen auf. Die Aktion steht kurz im Blickpunkt; wenig später interessiert sich aber niemand mehr dafür. [...] Schon 20 Kilometer vor der Stadt geht der schleichende Völkermord weiter. [...] Mit 1400 Mann kann man nicht viel ausrichten. Um das Morden zu beenden, braucht man ein Vielfaches an Soldaten. [...] Manchmal habe ich den Eindruck, dass hier lediglich das Weltgewissen beruhigt werden soll. Man besetzt die Städte, patrouilliert ein bisschen und lässt sich dabei filmen. Das sieht gut aus in den Abendnachrichten.“ (Der Spiegel 36/2003: 91)

Auch Médecins Sans Frontières übte Kritik an dem angesichts der katastrophalen humanitären Situation im Ituri unzureichenden Mandat der IEMF. Aufgrund der Begrenzung des Einsatzgebietes auf Bunia waren über 150.000 aus der Stadt geflohene Zivilisten außerhalb des Aktionsradius der IEMF. Ohne Schutz der internationalen Eingreiftruppe und ohne Sicherheitsgarantien seitens der bewaffneten Gruppen waren humanitäre Hilfsorganisationen außer Stande eine Versorgung dieser Flüchtlinge zu gewährleisten (MSF 2003: 6). In Folge des limitierten Mandats lag es außerhalb der Möglichkeiten der IEMF, die von Milizen in ländlichen Gebieten der Ituri-Region durchgeführten Plünderungen, sexuellen Gewalthandlungen und Massaker zu verhindern (Mair 2003: 17).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die katastrophalen Auswirkungen des Krieges in der DR Kongo und stellt die Forschungsfrage zur Rolle der UN bei der Friedenssicherung.

2. Entwicklung des Kongo von 1960 bis 1999: Dieses Kapitel liefert den historisch-politischen Kontext von der Unabhängigkeit bis zum Vorabend des zweiten Kongokrieges.

3. Die Rolle der UN im zweiten Kongokrieg: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Phasen des MONUC-Einsatzes sowie die Herausforderungen durch den innerkongolesischen Dialog und Gewalt in Ituri.

4. Perspektiven für eine Beendigung des Krieges: Hier werden der Einfluss von Rohstoffen als Friedenshindernis beleuchtet und strategische Handlungsmuster für die UN abgeleitet.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit bilanziert den bisher eher reaktiven Charakter des UN-Engagements und formuliert Bedingungen für einen effizienteren Friedensprozess.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, Demokratische Republik Kongo, MONUC, Friedensmission, Bürgerkrieg, Ressourcenkonflikt, Ituri, Lusaka-Abkommen, Pretoria-Abkommen, Friedenssicherung, humanitäre Hilfe, DDRRR, Gewaltökonomie, Internationale Organisationen, Konfliktanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch das Engagement der Vereinten Nationen (UN) während des zweiten Kongokrieges und bewertet, inwieweit die UN in der Lage war, Frieden und Stabilität in der Region zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder des Dokuments?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Konflikts, der Arbeit der UN-Mission MONUC, der Rolle von Rohstoffausbeutung als Kriegstreiber sowie den Herausforderungen humanitärer Interventionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Effektivität und die Defizite des UN-Engagements zu untersuchen, um Empfehlungen für eine zukünftige, erfolgreichere Handlungsweise der Organisation im Kongo abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Konfliktanalyse, die auf der Auswertung von UN-Resolutionen, offiziellen Berichten, Dokumenten von Nichtregierungsorganisationen und aktueller Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der UN-Bemühungen von der mangelnden Prävention bis hin zum „robusten Mandat“ der MONUC, ergänzt durch die Analyse spezifischer Brennpunkte wie der Ituri-Region.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie MONUC, Ressourcenkonflikt, Friedenssicherung, Demokratische Republik Kongo und die Analyse von Versäumnissen in der internationalen Friedenspolitik geprägt.

Welche Rolle spielt der Rohstoffreichtum für die Fortdauer des Krieges?

Der Autor argumentiert, dass Bodenschätze wie Coltan oder Gold heute eine „Gewaltökonomie“ stützen, bei der Akteure (Elite-Netzwerke, Kriegsherren) kein Interesse an einem Ende des Krieges haben, da die Plünderung hohe Profite abwirft.

Warum wird die IEMF-Intervention als kritisch bewertet?

Obwohl sie eine Beruhigung der Lage in Bunia bewirkte, kritisieren Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen das begrenzte Mandat und den geringen Aktionsradius, der die Zivilbevölkerung außerhalb der Stadt weitgehend schutzlos ließ.

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Details

Title
Die Rolle der Vereinten Nationen im Krieg in der Demokratischen Republik Kongo
College
University of Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Internationale Organisationen
Grade
1,1
Author
Jürgen Menze (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V123894
ISBN (eBook)
9783640291373
ISBN (Book)
9783640291533
Language
German
Tags
Kongo Krieg Bürgerkrieg UN UNO Vereinte Nationen Sicherheitsrat Blauhelme MONUC Afrika Lumumba Mobutu Zaire Kabila Artemis EU Europäische Union Rebellen Politik politisch Internationale Beziehungen Peacekeeping Stellvertreterkrieg Konflikt Belgien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürgen Menze (Author), 2003, Die Rolle der Vereinten Nationen im Krieg in der Demokratischen Republik Kongo , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123894
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