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Physikalische Grundlagen im Berufsbildungsprozess für MalerInnen und LackiererInnen

Wahrnehmung und Verständigung als eine Basis für die Entwicklung von Handlungskompetenz

Title: Physikalische Grundlagen im Berufsbildungsprozess für MalerInnen und LackiererInnen

Examination Thesis , 2005 , 110 Pages , Grade: 1

Autor:in: Gösta vom Felde (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Summary Excerpt Details

In der Examensarbeit werden Möglichkeiten der Gestaltung von Lehr-/Lernsituationen für angehende MalerInnen und LackiererInnen entwickelt. Im Zentrum stehen Aspekte ästhetischer Bildung im Zusammenhang mit Tätigkeiten von Auszubildenden. Der Begriff ‚Ästhetik’ wird in diesem Kontext nicht in seiner Funktion als sprachliches Mittel zur Interpretation von Wahrnehmungen bestimmt (schön, wohlgestaltet, ebenmäßig etc). Vielmehr wird mit dem Begriff Ästhetik – im Sinne der ursprünglichen Wortbedeutung – sinnliche Wahrnehmung in jeglicher Form thematisiert.

Gegenstandsbereiche der geplanten Lehr-/Lernsituationen sind häufige Bauschäden durch Feuchtigkeit an Untergründen und Beschichtungen sowie ihre Vermeidung durch fach- und normgerechte Einschätzungen und Prüfungen baulicher Situationen.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem naturwissenschaftlichen Phänomen der Bildung von ‚Tauwasser’ (fachsprachlich für Kondenswasser) auf metallischen Untergründen für Anstriche vor und/oder während der Durchführung von Beschichtungsarbeiten. Die Vermittlung physikalischer Grundlagen dieses Phänomens erfolgt im Rahmen der Bearbeitung alltäglicher "Kondensations-Situationen" durch Auszubildende. Auf der Basis von "ästhetischen Signaturen" solcher Situationen erarbeiten Auszubildende grundlegende physikalische Kenntnisse, die sie auf bauliche Situationen anwenden können.

Transfermöglichkeiten der Erkenntnisse werden fachübergreifend u.a. für die Bereiche der Sprache und Kommunikation sowie Gesellschaft und Politik erarbeitet, märchenhaft-mythologische Zugänge zum Tauwasserproblem und politische Fragen der Wassergewinnung in Dürreregionen skizziert.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Auswahl, Begründung und Darstellung des Unterrichtsgegenstandes

2.1 Das Lernfeld 1: Metallische Untergründe bearbeiten

2.2 Verarbeitungs- und Umgebungsbedingungen: Tauwasserbildung auf Beschichtungsuntergründen

2.3 Verarbeitungs- und Umgebungsbedingungen in der Norm, den Richtlinien und den Merkblättern

2.4 Das Wasser und seine Zustandsformen

2.4.1 Das Wassermolekül und die zwischenmolekularen Kräfte

2.4.2 Phasenübergang des Wassers I: Die Verdunstung

2.4.3 Phasenübergang des Wassers II: Die Kondensation

2.4.4 Die entscheidenden Einflussfaktoren für die Entstehung von Tauwasser

2.5 Die Bestimmung des Taupunktes bei Beschichtungsarbeiten

2.6 Der exemplarische Charakter des Unterrichtsgegenstandes Tauwasserbildung

3 Wahrnehmungs- und Lernpsychologische Voraussetzungen

3.1 Menschliche Wahrnehmungsprozesse

3.2 Begriffe: Resultat von Klassifikationen und Grundlage der Verständigung

3.3 Intention: Die Idee der ästhetischen Bildung in Berufsbildungsprozessen

4. Ästhetische Berufsbildungsprozesse: Ideenskizze für die Gestaltung einer konkreten Lernsituation am Beispiel des Unterrichtsgegenstandes Tauwasserausfall

4.1 Schülerbezogene Planungsfaktoren

4.2 Unterrichtsziele

4.3 Der Unterrichtseinstieg

4.4 Die Erarbeitung durch die Lernenden

4.5 Der Transfer auf die bauliche Situation

4.6 Transfermöglichkeiten des Unterrichtsgegenstandes in weitere Lernfelder und Lernsituationen

4.6.1 Der ‚Taupunkt’ in literarisch-mythologischer Darstellung

4.6.2 ‚Schauer auf Bestellung’: Wasser als lebenswichtiger Rohstoff und begrenzte Ressource

4.6.3 Relative, maximale und tatsächliche Luftfeuchtigkeit als Gegenstand des Mathematikunterrichtes

4.6.4 Wärmebildaufnahme einer Fassade: Ermittlung der Ursachen für Algenbildung

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, angehenden Malern und Lackierern sowie Bauten- und Objektbeschichtern durch die Auseinandersetzung mit dem physikalischen Phänomen der Tauwasserbildung ein tieferes Verständnis für fachgerechte Beschichtungsprozesse zu vermitteln. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Wahrnehmungsprozesse und eine ästhetische Bildung in den Berufsbildungsprozess integriert werden können, um Handlungskompetenz jenseits von schematischem Musterwissen zu fördern.

  • Physikalische Grundlagen der Tauwasserbildung und Phasenübergänge des Wassers.
  • Methoden der Taupunktbestimmung bei Beschichtungsarbeiten.
  • Wahrnehmungspsychologische Voraussetzungen für erfolgreiche Lernprozesse.
  • Didaktische Konzepte zur Förderung von Handlungskompetenz in beruflichen Lernfeldern.
  • Transfermöglichkeiten des Fachwissens in andere Lernsituationen und fachübergreifende Zusammenhänge.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Das Wassermolekül und die zwischenmolekularen Kräfte

„Ihre Hände sind die Wasserstoffatome, Ihre Fußknöchel die freien Elektronenpaare des Sauerstoffs. Stellen Sie die Beine auseinander (wenn Sie einen Winkel von etwa 109° hinbekommen, ist das sehr gut – aber Sie sollten nichts erzwingen). Drehen Sie sich in der Hüfte um 90° und strecken Sie die Arme aus – schon sind Sie H2O. Für die wechselseitige Anlagerung von Wassermolekülen gibt es nur eine Regel: Hände können Knöchel ergreifen und sonst nichts. Dieser Griff ist eine Wasserstoffbrücke“ (BALL 2001, 214).

Das Wassermolekül H2O bildet sich aus der Sauerstoffverbindung des Wasserstoffs. Die physikalische Bezeichnung lautet Wasserstoffoxid. Das Wassermolekül besteht aus einem Sauerstoff und zwei Wasserstoffatomen. Das Sauerstoffatom hat zwei Bindungsrichtungen, die in einem Winkel von ca. 105° zueinander stehen. Aus diesem Winkel ergibt sich für das Wassermolekül die Form eines annähernd gleichmäßigen Tetraeders.

Zwei der vier Ecken dieses dreiseitigen Körpers werden durch die Wasserstoffatome, die anderen beiden durch jeweils zwei Elektronen besetzt. Es handelt sich dabei um Elektronen aus der äußeren Hülle des Sauerstoffatoms, die nicht an der Bindung zwischen „den Atomen des Moleküls beteiligt sind, aber dennoch irgendwo hinmüssen“ (BALL 2001, 211). Zwischen Wasserstoff- und Sauerstoffatom herrscht eine große Elektronegativitätsdifferenz, sie bedingt eine starke Polarisierung der Wassermoleküle.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung beruflichen Handlungswissens und die Notwendigkeit, durch praxisnahe Lernfelder ein vertieftes Verständnis über rein schematisches Wissen hinaus zu entwickeln.

2 Auswahl, Begründung und Darstellung des Unterrichtsgegenstandes: Dieses Kapitel arbeitet die physikalischen Grundlagen der Tauwasserbildung heraus und präzisiert diese als zentralen Unterrichtsgegenstand für die Ausbildung.

3 Wahrnehmungs- und Lernpsychologische Voraussetzungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen menschlicher Wahrnehmungsprozesse dargelegt und deren Bedeutung für die Entwicklung von Begriffen und ästhetischer Bildung diskutiert.

4. Ästhetische Berufsbildungsprozesse: Ideenskizze für die Gestaltung einer konkreten Lernsituation am Beispiel des Unterrichtsgegenstandes Tauwasserausfall: Dieses Kapitel skizziert die praktische Umsetzung des Unterrichtskonzepts, inklusive der Schülerplanung, Lernziele und konkreter Erarbeitungsmethoden.

5 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, berufliche Vermittlungsgegenstände nicht auf rein fachliche Inhalte zu reduzieren, sondern als komplexe Zusammenhänge zu begreifen.

Schlüsselwörter

Tauwasserbildung, Handlungskompetenz, Berufsbildung, Wahrnehmung, Ästhetik, Unterrichtsgestaltung, Taupunkt, Kondensation, Wassermolekül, Lernfelder, Facharbeit, physikalische Grundlagen, Lernpsychologie, Wissensvermittlung, Transfer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Handlungskompetenz bei Auszubildenden in Maler- und Lackiererberufen durch die Verknüpfung physikalischer Phänomene mit ästhetischen Bildungsprozessen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die physikalischen Ursachen der Tauwasserbildung, deren Relevanz für den Korrosionsschutz sowie die psychologischen Grundlagen menschlicher Wahrnehmung für den Lernprozess.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie Auszubildende das Phänomen Tauwasser nicht nur als theoretisches Wissen, sondern als verstandene Erfahrung für ihr berufliches Handeln nutzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen pädagogisch-didaktischen Ansatz, der lerntheoretische Konzepte auf eine konkrete Lernsituation (Tauwasserausfall) anwendet und durch eine Ideenskizze veranschaulicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fachlich-inhaltliche Auseinandersetzung mit der physikalischen Kondensation und einen didaktisch-methodischen Teil zur Planung von Unterricht, der Wahrnehmung und Reflexion fördert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tauwasserbildung, Handlungskompetenz, ästhetische Bildung, Lernfelder und der bewusste Umgang mit Wahrnehmungsinformationen.

Warum spielt die Unterscheidung von Top-down- und Bottom-up-Prozessen eine Rolle?

Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, wie Lernende Informationen aus der Umwelt (Bottom-up) mit ihrem bereits vorhandenen Wissen und ihren Erwartungen (Top-down) verknüpfen, was für die Wissensaneignung essentiell ist.

Welche Funktion hat das im Anhang beschriebene "Spiegel-Modell"?

Das Modell dient als direkt wahrnehmbares Experiment, um den Lernenden die Abkühlung und die daraus resultierende Tauwasserbildung veranschaulicht zu machen und als Basis für die Ableitung von Gesetzmäßigkeiten zu nutzen.

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Details

Title
Physikalische Grundlagen im Berufsbildungsprozess für MalerInnen und LackiererInnen
Subtitle
Wahrnehmung und Verständigung als eine Basis für die Entwicklung von Handlungskompetenz
College
University of Hamburg
Grade
1
Author
Gösta vom Felde (Author)
Publication Year
2005
Pages
110
Catalog Number
V123903
ISBN (eBook)
9783668330665
ISBN (Book)
9783668330672
Language
German
Tags
physikalische grundlagen berufsbildungsprozess malerinnen lackiererinnen wahrnehmung verständigung basis entwicklung handlungskompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gösta vom Felde (Author), 2005, Physikalische Grundlagen im Berufsbildungsprozess für MalerInnen und LackiererInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123903
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