Am Geschichtsbegriff und der Trinitätslehre soll das Heilsvermittlungsgeschehen in den Theologien Barths, Bultmanns und Pannenbergs herausgearbeitet werden.
Die Bearbeitung folgt wesentlichen Literaturteilen der drei Theologen entlang. Die Ergebnisse sind systematisch zusammengefasst. Zentrale Begriffe wie "Geschichte" und "Christologie" werden eigens besprochen und verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Karl Barth: Die Heilsoffenbarung
2.1 Jesus Christus, das Wort Gottes für die Welt
2.2 Die objektive Wirklichkeit der Heilsoffenbarung
2.3 Die subjektive Wirklichkeit der Heilsoffenbarung
3. Rudolf Bultmann: Das Heil kommt zum Menschen
3.1 Was ist das Heil?
3.2 Präsentische Eschatologie
3.3 Die Predigt als Vermittlung des Heils
3.4 Der Glaube, eine neue Existenzweise
4. Wolfhart Pannenberg: Das vorweggenommene Heil
4.1 Trinität und Heilsökonomie
4.2 Das verheissene Produkt der Heilsökonomie
5. Überblick: Drei Positionen in einem Raster
6. Diskussion
6.1 Karl Barth
6.2 Rudolf Bultmann
6.3 Wolfhart Pannenberg
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretische Verknüpfung von Heil und Geschichte in den theologischen Entwürfen von Karl Barth, Rudolf Bultmann und Wolfhart Pannenberg, um zu klären, wie das Heil in die Geschichte gelangt.
- Vergleich der heilsgeschichtlichen Konzeptionen dreier bedeutender Theologen
- Analyse des Geschichtsverständnisses in Bezug auf göttliche Offenbarung
- Untersuchung der trinitarischen und existenztheologischen Begründungen des Heils
- Kritische Reflexion über die wissenschaftstheoretische Schlüssigkeit der Ansätze
- Diskussion der Rolle des Glaubens und menschlicher Verantwortung
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist das Heil?
In „Der Begriff der Offenbarung im Neuen Testament“ beschreibt Bultmann das Heil ausgehend vom Unheil. Voraussetzung ist ein „Daseinsverständnis, das um die Begrenztheit des Daseins weiss und sie sprengen will.“ Er stellt fest, dass das Neue Testament diese Begrenztheit im Tod als „Störung des ganzen Lebens“ sieht. Das „Dasein“ lehnt sich gegen den Tod auf, weil er nicht seiner „Eigentlichkeit“ entspricht. Der Tod geht den Menschen an, als ständige Bedrohung, als mächtiger Gegner.
Das Heil wird nun als Antwort auf diese Ausgangslage verstanden: Heil ist eine Kraft, vermöge derer der Tod zunichte gemacht wird.
Heil und Offenbarung sind austauschbare Begriffe, wenn Bultmann schreibt: „Offenbarung kann nur das Geschenk des Lebens sein, das den Tod überwindet.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der Verbindung von Heil und Geschichte ein und grenzt die Fragestellung gegenüber den gewählten theologischen Entwürfen ab.
2. Karl Barth: Die Heilsoffenbarung: Dieses Kapitel erläutert, wie bei Barth das Heil durch das Wort Gottes und die trinitarisch strukturierte Offenbarung sowie die doppelte Erwählung bestimmt wird.
3. Rudolf Bultmann: Das Heil kommt zum Menschen: Es wird untersucht, wie Bultmann das Heil existential als Antwort auf die menschliche Begrenztheit und als Ereignis in der kerygmatischen Verkündigung begreift.
4. Wolfhart Pannenberg: Das vorweggenommene Heil: Dieser Abschnitt analysiert Pannenbergs trinitarisch-heilsökonomischen Ansatz, in dem das Heil als proleptische Vorwegnahme des Reiches Gottes in der Auferstehung Jesu gedeutet wird.
5. Überblick: Drei Positionen in einem Raster: Ein systematischer Vergleich der drei Positionen hinsichtlich Offenbarungsverständnis, Gegenstand des Heils und anthropologischer Voraussetzungen.
6. Diskussion: Eine kritische Auseinandersetzung mit der inneren Schlüssigkeit und den Voraussetzungen der drei untersuchten theologischen Entwürfe.
7. Schlusswort: Ein Fazit zur vorläufigen Natur der eigenen Untersuchung und ein Ausblick auf notwendige weiterführende Forschungsschritte.
Schlüsselwörter
Heil, Geschichte, Karl Barth, Rudolf Bultmann, Wolfhart Pannenberg, Offenbarung, Trinitätslehre, Heilsökonomie, Existenzphilosophie, Eschatologie, Dogmatik, Christologie, Wort Gottes, Erwählung, Reich Gottes
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert, wie die Theologen Karl Barth, Rudolf Bultmann und Wolfhart Pannenberg das Verhältnis von Heil und Geschichte konzipieren und interpretieren.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Themen sind das Geschichtsverständnis, die Struktur der göttlichen Offenbarung, die Christologie sowie die anthropologische Bestimmung des Menschen im Hinblick auf das Heil.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Antworten auf die Frage „Wie kommt das Heil in die Geschichte?“ bei den drei genannten Theologen herauszuarbeiten und kritisch zu diskutieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt eine systematisch-theologische Analyse sowie den methodischen Vergleich, ergänzt durch existenzphilosophische und geschichtswissenschaftliche Perspektiven.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der drei Positionen, einen vergleichenden Überblick in Rasterform sowie eine kritische Diskussion der Schlüssigkeit und Voraussetzungen jedes Entwurfs.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Schlüsselbegriffe sind Heil, Geschichte, Offenbarung, Trinität, Heilsökonomie, Christologie, Erwählung und Existenz.
Wie unterscheidet sich Pannenbergs Verständnis von Barth?
Während Barth die Offenbarung stark vom Wort Gottes und der Erwählung her denkt, versteht Pannenberg das Heil als heilsökonomische Realität, die in der Auferstehung Jesu bereits proleptisch vorweggenommen ist.
Warum wird Bultmanns Ansatz als schwierig fassbar beschrieben?
Da Bultmann keine systematische Gesamtdarstellung verfasste, sondern seine Theologie primär in Einzelaufsätzen entfaltete, ist deren Systematik schwerer zu erschließen als bei den dogmatischen Werken Barths oder Pannenbergs.
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- Stephan Jütte (Author), 2007, Wie kommt das Heil in die Geschichte?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123948