Ziel dieser Arbeit ist es, am Beispiel der katholischen Bestattung Rituale zu analysieren und eine angemessene Definition zu finden. Daher wird sich der erste Teil der Arbeit mit einer genauen Definition von Ritualen befassen. Außerdem werden die Ritualtheorien von Arnold van Gennep, Victor Turner und Mary Douglas illustriert und erläutert. Am Ende werden die gewonnenen Ergebnisse genutzt, um die Rituale der katholischen Bestattung zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Ritual
2.1 Definition und Funktion
2.2 Arten von Ritualen
3. Ritualtheorien
3.1 Arnold van Gennep: „Übergangsriten“
3.2 Victor Turner: „Das soziale Drama“
3.3 Mary Douglas: „Symbolsystem und Gruppenidentität“
4. Fallbeispiel: Die katholische Bestattung
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Bedeutung von Ritualen in der menschlichen Gesellschaft, definiert deren Funktion und untersucht anhand klassischer Ritualtheorien, wie diese auf ein konkretes Fallbeispiel – die katholische Bestattung – angewendet werden können.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Ritualen und deren Funktionen
- Darstellung der Ritualtheorien von van Gennep, Turner und Douglas
- Strukturelle Analyse der katholischen Bestattung als Übergangsritus
- Untersuchung der identitätsstiftenden und ordnungsgebenden Wirkung rituellen Handelns
Auszug aus dem Buch
3.1 Arnold van Gennep: „Übergangsriten“
Der belgische Ethnologe Arnold van Gennep schuf mit seinem Werk „Übergangsriten – Les rites de passage“ von 1909 eine der meist diskutierten und rezipierten Ritualtheorien.
Er beginnt seine Analyse mit der Feststellung, dass in jeder Gesellschaft unterschiedliche Gruppen leben, darunter z.B. Altersgruppen, Berufsgruppen („Arbeiter“, „Bauern“ etc.), Familien, politische Gemeinden/Dörfer und Gruppen, die sich durch ihren sozialen Status unterscheiden („Reich“, „Arm“ usw.). Mit Übergangsriten meint van Gennep Rituale, die durch eine Veränderung bedingt werden. Darunter fasst er Übergänge, wie den Übertritt in eine neue Lebensphase, einen neuen Lebensabschnitt, einen Ortswechsel oder auch einen Wechsel der sozialen Stellung bzw. des sozialen Status. Diese Übergänge gelten sowohl für Einzelpersonen, als auch für ganze Gruppen. Als Beispiele für Übergänge nennt er in seinem Werk räumliche Übergänge, Übergänge von Individuen und Gruppen, Schwangerschaft und Niederkunft, Geburt und Kindheit, Initiationsriten, Verlobung und Heirat und die Bestattung. Es handelt sich also um universelle Ereignisse, die fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens durchschreitet. Ebenfalls behauptet er, dass diese Riten existieren, damit infolge der Veränderungen durch die Übergänge, die soziale Ordnung nicht gestört wird und in Konflikt gerät (vgl. van Gennep 1981: 15). Ziel der Riten ist es also immer, das Individuum von einer bestimmten festgelegten Situation in eine andere bestimmte festgelegte Situation überzuführen und Konflikte oder Krisen zu verhindern.
Weiterhin spricht van Gennep von einer Dreiphasenstruktur der Übergangsriten. Demnach besteht jedes Ritual aus einer Trennungsphase, in der man einen alten Zustand verlässt. Des Weiteren gibt es eine Schwellen- bzw. Umwandlungsphase, in welcher man sich noch zwischen dem alten und dem neuen Zustand befindet. Darauf folgt dann die Angliederungsphase, in der man in den neuen Zustand integriert wird (vgl. Schomburg-Scherff 1981: 239).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt die Allgegenwärtigkeit von Ritualen in verschiedenen Lebensbereichen ein und leitet zum Ziel der Analyse über, die Relevanz religiöser Rituale am Beispiel der katholischen Bestattung zu klären.
2. Das Ritual: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und Abgrenzung von Ritualen und untersucht deren zentrale Funktionen innerhalb von Gesellschaften.
3. Ritualtheorien: Hier werden die theoretischen Ansätze von Arnold van Gennep, Victor Turner und Mary Douglas vorgestellt, um das Verständnis für rituelles Handeln zu vertiefen.
4. Fallbeispiel: Die katholische Bestattung: In diesem Kapitel werden die zuvor erarbeiteten theoretischen Konzepte auf die katholische Bestattung angewendet, um deren rituelle Struktur und Bedeutung aufzuzeigen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung von Ritualen für den Einzelnen und die Gesellschaft zusammen und reflektiert deren Wandelbarkeit und Bestand im modernen Kontext.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Ritual, Ritualtheorie, Übergangsriten, soziale Ordnung, katholische Bestattung, Arnold van Gennep, Victor Turner, Mary Douglas, Gemeinschaftsgefühl, Identität, Liminalität, Communitas, Symbolsystem, Säkularisierung, Ritus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Ritualen als soziale Phänomene, definiert diese wissenschaftlich und untersucht ihren Nutzen für die Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Ritualen, deren Arten, klassischen kulturwissenschaftlichen Ritualtheorien und der praktischen Anwendung dieser Theorien auf ein konkretes religiöses Ritual.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, ein besseres Verständnis für das Wesen von Ritualen zu entwickeln und deren Relevanz sowie Erneuerung anhand der katholischen Bestattung zu demonstrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin/der Autor wendet eine theoretische Herangehensweise an, indem sie/er bestehende Ritualtheorien (van Gennep, Turner, Douglas) expliziert und diese deduktiv auf ein spezifisches Fallbeispiel überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen von Ritualen dargelegt, die Ansätze der drei genannten Theoretiker detailliert erläutert und die Struktur einer katholischen Bestattung in diese Modelle eingeordnet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Ritualtheorie, Übergangsriten, soziale Ordnung, Liminalität und der spezifische Kontext religiöser Bestattungsrituale.
Wie definiert van Gennep die Dreiphasenstruktur eines Rituals?
Van Gennep gliedert Rituale in eine Trennungsphase, eine Schwellen- oder Umwandlungsphase und eine finale Angliederungsphase, die den Übergang in einen neuen sozialen Zustand markiert.
Wie unterscheidet sich die Theorie von Victor Turner von der von van Gennep?
Turner baut auf van Gennep auf, legt jedoch einen starken Fokus auf die „liminale“ Phase und führt die Begriffe „Communitas“ und „Anti-Struktur“ ein, um das Gemeinschaftsgefühl während eines Rituals zu erklären.
Inwiefern spielt das Konzept der „Gruppenidentität“ nach Mary Douglas eine Rolle?
Mary Douglas koppelt den Ritualisierungsgrad einer Gesellschaft an deren Grad der Gruppenidentität und sozialen Ordnung, wobei Rituale als Instrumente zur sozialen Strukturierung dienen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Die Ritualtheorien von Arnold van Gennep, Victor Turner und Mary Douglas. Rituale am Beispiel der katholischen Bestattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239643