Der deutsche Kündigungsschutz erhitzt die Gemüter. Ronald Pofalla etwa sieht darin eine
unangemessene und kontraproduktive Regelungsdichte. Das Deutsche Institut der Wirtschaft hält
die Schutzbestimmungen wenig nüchtern für „Arbeitsplatzkiller“ und auch der Münchner Allzweckgelehrte Hans-Werner Sinn hat natürlich eine Meinung dazu, wenn er feststellt, dass der
deutsche Kündigungsschutz zwar keine Arbeitsplätze schütze, wohl aber die Arbeitslosigkeit
vergrößere. Dem interessierten Zeitgenossen kann nicht entgangen sein, dass derartige Kritik auffallend oft aus
unternehmensnahen und wirtschaftsliberalen Kreisen verlautet. Es drängt sich demnach die Frage
auf – ist es für deutsche Unternehmer wirklich so viel komplizierter, ein Arbeitsverhältnis
aufzulösen, als etwa für jene in den benachbarten Ländern Europas? Keine Frage, der Rahmen einer zehnseitigen Hausarbeit ist bei weitem zu eng, um diese Frage auch
nur auf der rein normativen Ebene zu beantworten. Die vorliegende Arbeit beschränkt sich daher
neben der kurzen Darstellung des deutschen Rechts auf einen bekanntermaßen liberalen
Rechtskreis, die Schweiz. Frankreich, als ein Land, dem eine hohe Regelungsdichte zugeschrieben
wird, beziehe ich ebenfalls mit ein. Über den Vergleich des „Law in the books“ hinaus müssen in jedem Fall historische und
gesellschaftliche Zusammenhänge wenigstens skizziert werden. Es gilt auch, das „Law in Action“,
also die praktische Umsetzung, in Augenschein zu nehmen. Das Ergebnis kann kein in die Tiefe
gehender Vergleich sein, auch wird jeweils nur der Regelfall betrachtet, seien die Ausnahmen auch
noch so interessant. Neben einer recht soliden Bestandsaufnahme des normativen Rechts wird die
Arbeit auch einen Bezug zur eingangs genannten Fragestellung zu geben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einschränkungen, Methode und Ziel der Hausarbeit
- 2 Bundesrepublik Deutschland
- 2.1 Normative Ebene
- 2.2 Hintergründe, Praxis
- 3 Frankreich
- 3.1 Normative Ebene
- 3.2 Hintergründe, Praxis
- 4 Schweiz
- 4.1 Normative Ebene
- 4.2 Hintergründe, Praxis
- 5 Zusammenfassende Überlegungen
- 5.1 Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht den deutschen Kündigungsschutz im europäischen Vergleich, insbesondere im Hinblick auf die Schweiz und Frankreich. Ziel ist es, die Behauptung, der deutsche Kündigungsschutz sei übermäßig streng und kontraproduktiv, zu überprüfen und die praktische Anwendung des Rechts in den drei Ländern zu beleuchten.
- Vergleich des deutschen Kündigungsschutzes mit dem der Schweiz und Frankreichs
- Analyse der normativen Ebene des Kündigungsschutzes in den drei Ländern
- Untersuchung der praktischen Umsetzung des Kündigungsschutzes
- Bewertung der Auswirkungen des Kündigungsschutzes auf die Arbeitsmärkte
- Einordnung der Kritik am deutschen Kündigungsschutz in den wirtschaftspolitischen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 beschreibt die Grenzen und die Methodik der Arbeit sowie das Forschungsziel. Kapitel 2 befasst sich mit dem deutschen Kündigungsschutz, indem es die normative Ebene und die praktische Anwendung beleuchtet. Die Kapitel 3 und 4 untersuchen den Kündigungsschutz in Frankreich und der Schweiz, jeweils auf normativer und praktischer Ebene. Es wird ein Vergleich der verschiedenen Systeme angestrebt, wobei historische und gesellschaftliche Zusammenhänge berücksichtigt werden.
Schlüsselwörter
Kündigungsschutz, Arbeitsrecht, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Rechtsvergleich, Kündigungsschutzgesetz (KSchG), Betriebsbedingte Kündigung, Personenbedingte Kündigung, soziale Rechtfertigung, Arbeitsmarkt, Wirtschaftspolitik.
- Arbeit zitieren
- Sarah von Leiden (Autor:in), 2007, Wie streng ist der deutsche Kündigungsschutz wirklich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123967