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Der Einfluss der Hawthorne-Experimente auf den Human-Relations-Ansatz

Title: Der Einfluss der Hawthorne-Experimente auf den Human-Relations-Ansatz

Term Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah von Leiden (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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„I (...) was astonished to find the dent which our work has made in a number of circles. We were quoted, misquoted, assimilated, adapted to this and to that label. Only one thing held true: we were not ignored.“
Roethlisberger an Mayo, Kommentar zum Stand der Human Relations Schule, Januar 1948. Es gibt nicht viele wissenschaftliche Unternehmungen, denen es trotz zahlreicher, und zeitweise heftiger, Kontroversen gelungen ist, sich im fachlichen und betrieblichen Diskurs dermaßen schnell und erfolgreich durchzusetzen, wie die Hawthorne-Experimente. William F. Whyte nannte diese zwischen 1924 und 1932 durchgeführten Studien die ersten bedeutsamen Experimente der Sozialwissenschaften überhaupt, andere wie Loren Baritz gehen gar so weit, sie als das wichtigste wissenschaftliche Projekt der Industriesoziologie aller Zeiten zu bezeichnen. Fest steht, dass kaum ein Jahrzehnt nach dem offiziellen Abschluß der in den Hawthorne-Werken der Western Electric Company (Chicago, USA) durchgeführten Studien eine immense Expansion, Anerkennung und Anwendung in wissenschaftlichen und Industriekreisen stattgefunden hat. Bei dem Versuch, dieses Phänomen zu erklären, findet man in kritisch eingestellten Nachschlagewerken oft den Hinweis auf die um den kontroversen Prof. Elton Mayo versammelte Forschergruppe der Harvard Business School, die die Experimente teilweise, dafür aber entschieden, gestaltete. Deren autoritative, selbstbewusste Interpretation und Darstellung der Studienergebnisse, sowie für Begriffe der akademischen Forschung eher ungewöhnliche Marketingkampagne, waren nämlich nach Ansicht vieler Skeptiker die entscheidenden Triebfaktoren, die das Echo ihrer Erkenntnisse immer weiter erschallen ließen. Doch obwohl die Mayo-Gruppe sowohl wegen ihrer methodischen, als auch ihrer inhaltlichen Vorgehensweise immer wieder kritisiert wurde, ist sich die Fachwelt nach wie vor weitgehend darüber einig, dass die Hawthorne-Experimente den Beginn einer neuen Ära im Bereich der Mitarbeiterführung markieren. Gleichzeitig repräsentieren sie einen Meileinstein in der Entwicklung der Betriebssoziologie, bilden sie doch, neben der Human Relations-Richtung, den Ausgangspunkt mehrerer neuer Ansatztheorien.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Hawthorne Studien

2.1 Ablauf der Experimente

2.2 Die Ergebnisinterpretation

2.3 Beitrag von Elton Mayo und seinen Mitarbeitern

3 Human Relations-Ansatz

3.1 Management and the Worker

3.2 Durchbruch in der Industrie

3.2.1 Aufstieg der Gewerkschaften und Personalmanager

3.2.2 Training within Industry (TMI) Programm

3.3 Durchbruch in der akademischen Welt

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung des Human-Relations-Ansatzes aus den Erkenntnissen der Hawthorne-Studien heraus chronologisch nachzuzeichnen und den Einfluss dieses Wandels auf die industriellen Beziehungen in den USA der 1930er und 1940er Jahre zu analysieren.

  • Ursprünge und Durchführung der Hawthorne-Experimente
  • Soziale Faktoren als Leistungsdeterminanten in Betrieben
  • Die Rolle von Elton Mayo und der Harvard-Gruppe
  • Implementierung von Human-Relations-Strategien in der Industrie
  • Die Bedeutung informeller Gruppenstrukturen und Personalberatung

Auszug aus dem Buch

2.1 Ablauf der Experimente

Beginnend mit dem Jahr 1924 wurde in der größten Produktionsanlage der Western Electric Company, den Hawthorne-Werken, der Zusammenhang zwischen der Arbeitsplatzbeleuchtung und Arbeitsleistung untersucht (Illumination Studies). Ingenieure des National Research Council, die das Forschungsprogramm anfangs durchführten, gingen von der Annahme aus, dass besseres Licht am Arbeitsplatz zu weniger Unfällen und einer besseren Leistung führen wird. Sie beobachteten zu diesem Zweck eine Experimentiergruppe, die einer stärkeren Beleuchtung ausgesetzt war, und eine Kontrollgruppe, die unter unveränderten Lichtverhältnissen weiterarbeitete.

Nach Beendigung der Studie im Jahr 1927 stand das sowohl für das Forscherteam, als auch für die Firmenleitung verblüffende Ergebniss fest, dass die veränderten Lichtverhältnisse keinen direkten Einfluss auf die Produktivität hatten - in beiden Gruppen stieg die Produktivität deutlich und pendelte sich im Zeitraum der Untersuchung auf einem stabil hohen Niveau ein. Als der Teamleiter 1927 zwei Arbeiterinnen in einen Raum versetzte und die Lichtstärke schrittweise sogar so verringerte, dass sie am Ende nur unter Mondscheinhelle arbeiteten, ging ihre hohe Leistungskurve trotzdem erst am Ende nach unten, als die Sichtverhältnisse sich so verschlechterten, dass die Frauen nach Gedächtnis und Gefühl arbeiten mussten. Bereits nach dem Abschluss der Illuminations Studies war den Forschern klar, dass es andere, ihnen unbekannt gebliebene Variablen gegeben haben müsste, die das Arbeitsverhalten der Beschäftigten dermaßen positiv beeinflussten. Da die Arbeiter offensichtlich nur unmittelbar auf physische Veränderungen der Arbeitsbedingungen reagierten, gingen sie davon aus, dass es menschliche Faktoren waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Bedeutung der Hawthorne-Experimente als Meilenstein der Betriebssoziologie ein und definiert das Ziel der chronologischen Aufarbeitung.

2 Die Hawthorne Studien: In diesem Kapitel werden der Ablauf der verschiedenen Versuchsreihen, deren Interpretation sowie der maßgebliche Beitrag von Elton Mayo und seinen Mitarbeitern dargelegt.

3 Human Relations-Ansatz: Das Kapitel behandelt die Entstehung und den Durchbruch des Human-Relations-Ansatzes, sowohl in der betrieblichen Praxis durch Personalberatungsprogramme als auch in der akademischen Welt.

4 Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit reflektiert und der sozialwissenschaftliche Stellenwert sowie die Grenzen des Human-Relations-Ansatzes kritisch bewertet.

Schlüsselwörter

Hawthorne-Experimente, Human-Relations-Ansatz, Elton Mayo, Betriebssoziologie, Western Electric Company, Arbeitsleistung, informelle Gruppen, Personalberatung, Motivation, soziale Kontrolle, Taylorismus, industrielle Beziehungen, Management and the Worker, Arbeitsplatzgestaltung, Hawthorne-Effekt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Ursprung und die Entwicklung des Human-Relations-Ansatzes, ausgehend von den wegweisenden Hawthorne-Studien zwischen 1924 und 1950.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Durchführung der Hawthorne-Experimente, die Identifikation sozialer Faktoren am Arbeitsplatz, die Rolle der Unternehmensführung und der Einfluss informeller Gruppenstrukturen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist eine chronologische Übersicht zu zeigen, wie sich der Human-Relations-Ansatz aus den Studienergebnissen entwickelte und welchen Stellenwert er für den Wandel industrieller Beziehungen in den USA hatte.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt einen retrospektiven Ansatz, der auf der Analyse von Sekundärliteratur, historischen Studienberichten und den Ergebnissen der Hawthorne-Werke basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Experimente in den Hawthorne-Werken, die Interpretation dieser Ergebnisse durch die Harvard-Forschergruppe sowie deren praktische Umsetzung in der Industrie und Anerkennung in der akademischen Welt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Human-Relations-Ansatz, Hawthorne-Experimente, industrielle Beziehungen, soziale Kontrolle und Arbeitsmotivation charakterisiert.

Welche Rolle spielte das "Personnel Counseling" bei der Integration des Ansatzes?

Das Programm diente dazu, durch individuelle Mitarbeitergespräche Probleme präventiv zu behandeln und die Kommunikation zu verbessern, fungierte jedoch oft auch als Instrument der sozialen Kontrolle gegenüber gewerkschaftlichen Einflüssen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des "Hawthorne-Effekts"?

Der Hawthorne-Effekt wird als das Phänomen beschrieben, dass sich Arbeitnehmer anders verhalten, sobald sie wissen, dass sie unter Beobachtung stehen, was die Interpretation der ursprünglichen Studienergebnisse maßgeblich beeinflusste.

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Details

Title
Der Einfluss der Hawthorne-Experimente auf den Human-Relations-Ansatz
College
University of Hamburg  (Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Course
Interdisziplinärer Grundkurs
Grade
1,3
Author
Sarah von Leiden (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V123970
ISBN (eBook)
9783640296064
ISBN (Book)
9783640301836
Language
German
Tags
Einfluss Hawthorne-Experimente Human-Relations-Ansatz Interdisziplinärer Grundkurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah von Leiden (Author), 2008, Der Einfluss der Hawthorne-Experimente auf den Human-Relations-Ansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123970
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