Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der effizienten oder ineffizienten Entwicklung des Working Capitals und den damit verbundenen Kennzahlen börsennotierter Unternehmen. Dazu lautet die Forschungsfrage: Werden Unternehmen über den Zeitablauf wirklich effizienter? Eine Zeitreihenanalyse von Working Capital Kennzahlen von MDAX-, SDAX- oder TecDAX-Unternehmen. Demnach liegt das Ziel dieser Arbeit darin zu überprüfen ob stimmt, dass Aktiengesellschaften effizienter werden. Um die Forschungsfrage am Ende dieser Arbeit beantworten zu können wird zunächst ein Fundament aus Grundlagen geschaffen das sich auf das Working Capital und die damit verbundenen Kennzahlen sowie die Zeitreihenanalyse bezieht. Da das Working Capital, dass im Vermögen eines Unternehmens gebundene Kapital darstellt, ist es das Ziel des Working Capital Managements dieses zu minimieren. Das Reduzieren der Vorräte, frühere Einziehen der Forderungen und spätere Bezahlen der Lieferantenrechnungen setzt Kapital frei welches für die Innenfinanzierung verwendet werden kann. Die mit dem Working Capital verbundenen Kennzahlen stellen die Working Capital Intensität und Kapitalbindungsdauer mit den drei Elementen Days Payables Outstanding (DPO), Days Inventory Outstanding (DIO) und Days Sales Outstanding (DSO) dar. Für eine effiziente Entwicklung sollte die Dauer der Kapitalbindung verkürzt werden. Dies gelingt in dem der Zeitpunkt der Bezahlung der Lieferanten (DPO) hinausgeschoben und die Zahlungsziele der Kunden (DSO) sowie die Lagerdauer der Vorräte (DIO) verkürzt werden.
Im dritten Kapitel werden die oben beschriebenen Kennzahlen von fünf Unternehmen aus dem MDAX für den Zeitraum von 2012 bis 2019 analysiert. Dabei zeigt sich, dass sich nicht alle analysierten Kennzahlen der Aktiengesellschaften effizient entwickelten. Bei der Mehrheit der untersuchten Unternehmen nahm das gebundene Kapital über die Zeit hinweg sogar stark zu und die Kapitalbindungsdauern verlängerten sich über die insgesamt acht Jahre hinweg bei drei von fünf der analysierten Unternehmen ebenfalls.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen des Working Capital Managements und der Zeitreihenanalyse
2.1 Working Capital
2.1.1 Erklärung, Zusammensetzung und Berechnung
2.1.2 Kennzahlen des Working Capital Managements
2.2 Zeitreihenanalyse
3 Analyse des Working Capitals und der Working Capital Kennzahlen
3.1 Darstellung des Analyseprozesses
3.2 Analyse der MDAX-Unternehmen
4 Reflektion der Analyseergebnisse
4.1 Working Capital
4.2 Working Capital Intensität
4.3 DPO, DIO und DSO
4.4 Kapitalbindungsdauer
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Effizienzentwicklung des Working Capitals von MDAX-Unternehmen im Zeitraum von 2012 bis 2019 mittels einer Zeitreihenanalyse, um zu prüfen, ob die Unternehmen über den Zeitablauf tatsächlich effizienter werden.
- Grundlagen des Working Capital Managements und der Zeitreihenanalyse
- Methodische Darstellung des Analyseprozesses bei MDAX-Unternehmen
- Analyse und Reflektion der Kennzahlen (Working Capital, Intensität, DPO, DIO, DSO)
- Bewertung der Kapitalbindungsdauer zur Effizienzmessung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Erklärung, Zusammensetzung und Berechnung
Der Begriff Working Capital kommt aus der Unternehmensfinanzierung und bezeichnet das Net Working Capital oder Netto-Umlaufvermögen eines Unternehmens. Diese Kennzahl gibt, dass im Vermögen eines Unternehmens gebundene Kapital an und schließt die kurzfristigen Positionen auf der Aktiv- als auch Passivseite der Bilanz ein. Demnach ergibt sich das Working Capital in dem die kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen subtrahiert werden. Zinstragende Positionen auf sowohl der Aktiv- als auch Passivseite der Bilanz wie beispielsweise das Bankguthaben oder kurzfristige Bankkredite, werden im Working Capital außen vor gelassen. Auch der Kassenbestand wird nicht zum Net Working Capital hinzugezählt. Demnach setzt sich das Working Capital aus den folgenden Bilanzpositionen zusammen.
Vorräte (RHB, Halb-, Fertigerzeugnisse, geleistete Anzahlungen)
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (inklusive erhaltener Anzahlungen)
= Net Working Capital
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung effizienterer Geschäftsprozesse ein und definiert das Ziel der Seminararbeit, die Working Capital-Kennzahlen im Zeitablauf zu untersuchen.
2 Grundlagen des Working Capital Managements und der Zeitreihenanalyse: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum Working Capital sowie die Methodik der Zeitreihenanalyse erläutert und die relevanten Kennzahlen definiert.
3 Analyse des Working Capitals und der Working Capital Kennzahlen: In diesem Kapitel wird der Auswahlprozess der untersuchten MDAX-Unternehmen beschrieben und die Analyseergebnisse grafisch aufbereitet.
4 Reflektion der Analyseergebnisse: Die im dritten Kapitel erhobenen Daten werden kritisch hinterfragt und interpretiert, um eine Aussage über die Effizienzentwicklung zu treffen.
5 Zusammenfassung: Dieses Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die Forschungsfrage, ob Unternehmen im Zeitablauf effizienter werden.
Schlüsselwörter
Working Capital, Effizienzsteigerung, Zeitreihenanalyse, MDAX, Kapitalbindungsdauer, Working Capital Intensität, DPO, DIO, DSO, Cash Conversion Cycle, Umlaufvermögen, Liquidität, Unternehmenseffizienz, Aktienanalyse, Bilanzkennzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob börsennotierte Unternehmen im Zeitablauf effizienter werden, indem die Entwicklung ihres Working Capitals analysiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Working Capital Management, die operative Effizienz von Unternehmen und die Anwendung von Zeitreihenanalysen auf Finanzkennzahlen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, anhand einer Zeitreihenanalyse von Working Capital Kennzahlen zu überprüfen, ob Unternehmen (speziell aus dem MDAX) über den Zeitablauf messbar effizienter werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Zeitreihenanalyse von Finanzdaten (Konzernabschlüssen) über einen Zeitraum von acht Jahren (2012–2019) durchgeführt, ergänzt durch eine grafische Darstellung und eine betriebswirtschaftliche Reflektion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung und Kennzahlendefinition als auch die praktische Analyse der Kennzahlen von fünf ausgewählten MDAX-Unternehmen aus der Industrie- und Maschinenbaubranche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Working Capital, Effizienzsteigerung, Kapitalbindungsdauer, Working Capital Intensität und Zeitreihenanalyse.
Warum wurde der Zeitraum von 2012 bis 2019 gewählt?
Dieser Zeitraum wurde gewählt, um Ergebnisse zu erhalten, die so wenig wie möglich durch externe Schocks wie die Finanzkrise oder die Coronakrise beeinflusst wurden.
Welche Branchen wurden für die Analyse ausgewählt und warum?
Es wurden Unternehmen aus der Industrie- und Maschinenbaubranche gewählt, da diese Branche laut Studien hohe Kapitalbindungsdauern aufweist und unter besonderem Effizienzdruck steht.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Effizienz der Unternehmen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Mehrheit der untersuchten Unternehmen sich über den Zeitraum hinweg nicht effizient, sondern eher ineffizient entwickelt hat.
Was ist das Ziel des Working Capital Managements laut Arbeit?
Das Ziel ist die Minimierung des im Umlaufvermögen gebundenen Kapitals, um Liquidität freizusetzen, die für die Innenfinanzierung genutzt werden kann.
- Arbeit zitieren
- Hasan Alp Karadeniz (Autor:in), 2020, Werden Unternehmen über den Zeitablauf wirklich effizienter? Eine Zeitreihenanalyse von Working Capital Kennzahlen von MDAX-, SDAX- oder TecDAX-Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239832