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Fotografie und Erinnerung in "Every Day is for the Thief" von Teju Cole

Título: Fotografie und Erinnerung in "Every Day is for the Thief" von Teju Cole

Proyecto de Trabajo , 2018 , 34 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Silvia John (Autor)

Literatura - General
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Um sich an den Themenkomplex von Fototexten anzunähern, wurden zunächst fototheoretische Schriften von u.a. Roland Barthes, Susan Sontag und John Berger herangezogen. Diese sollten klären, inwiefern die Behauptung zutrifft, Fotografie sei in diverser Weise mit Erinnerung und Gedächtnis verwoben. Dabei wurden auch medientheoretische Überlegungen von u.a. Sigmund Freud zum Verständnis der gedächtnisaffinen Struktur dieses Mediums zum Einsatz gebracht.

Alle Autoren, sagt Sartre, stimmen in der Feststellung überein, daß die Bilder, die die Lektüre eines Romans begleiten, armselig sind: bin ich von einem Roman in Bann geschlagen, entsteht kein Bild in mir. Dem BILD-MINIMUM der Lektüre entspricht das BILD-MAXIMUM des PHOTOS [...] Das photographische Bild ist voll, randvoll: es gibt keinen Platz mehr, nichts läßt sich hinzufügen. (Roland Barthes: Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie, 1985).

Die Aussage Roland Barthes’ in seinem Essay Die helle Kammer scheint Bildern in Romanen wie W.G. Sebalds Die Ringe des Saturn oder Extremely Loud and Incredibly Close von Jonathan Safran Foer nichts Gutes zuzusprechen. Nichtsdestotrotz lässt sich von Barthes Aussage ableiten, dass bei der Integration von fotografischen Aufnahmen, Grafiken und anderen visuellen Medien in literarische Texte ein Spannungsverhältnis entsteht. Das soll in dieser Arbeit untersucht werden, indem die Frage nach der Rolle von Fotografie für die Repräsentation von Erinnerungen in literarischen Texten gestellt wird. In der vorliegenden Arbeit wird die Frage analysiert, „[w]elches Bedeutungsspektrum [...] aus der Spannung zwischen fotografischen Abbildungen und schriftsprachlicher Erzählung innerhalb eines [...] Fototextes [erwächst]“ (Silke Horstkotte: Nachilder. Fotografie und Gedächtnis in der deutschen Gegenwartsliteratur, 2009).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fotografie als gedächtnisförmiges Bildmedium

3. Integration von Fotografie in Literatur

3.1. Fotografie und Text in Every Day is for the Thief

3.1.1. Kapitel 8

3.1.2. Kapitel 12

3.1.3. Kapitel 14

3.1.4. Kapitel 23

4. Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die intermediale Beziehung zwischen Fotografie und Text in Teju Coles "Every Day is for the Thief" unter dem Fokus der Repräsentation von Erinnerung. Dabei wird analysiert, inwiefern die in das Werk integrierten Fotografien als Quellen oder Konstrukte der Erinnerung fungieren und wie sie im Spannungsverhältnis zur schriftsprachlichen Erzählung den Wahrnehmungsprozess des Lesers sowie die Authentizitätswahrnehmung beeinflussen.

  • Intermediale Analyse von Fototexten
  • Gedächtnistheoretische Funktionen der Fotografie
  • Konstruktion individueller und kollektiver Erinnerung
  • Ontologischer Status von Fotografien in der Erzählung

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Kapitel 8

Inwiefern das jeweilige Medium durch individuelle Eigenschaften die Aussagen des Autors prägt, ist in Every Day is for the Thief beispielsweise an der Stelle zu beobachten, in der der Protagonist in einem Bus in Lagos sitzt und auf dessen Abfahrt wartet. Er beschreibt, wie die letzten Fahrgäste den Bus betreten. Dabei fällt ihm eine Frau auf, die ein Buch in der Hand hält und beginnt dieses zu lesen, sobald sie sich setzt.

She holds a large book. The books dust-jacket is off white, matte. I cannot see her face, though I try to. But as she sits down, I crane my neck to see what is printed on the book cover, and I catch sight of the authors name.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Intermedialität von Text und Fotografie ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Bedeutungsspektrum aus der Spannung zwischen Bild und Wort sowie der Rolle für die Erinnerungsrepräsentation.

2. Fotografie als gedächtnisförmiges Bildmedium: Dieses Kapitel erläutert medien- und kulturtheoretische Grundlagen, die das Verhältnis von Fotografie, Gedächtnis und dem "Es-ist-so-gewesen" der Abbildung beleuchten.

3. Integration von Fotografie in Literatur: Dieser Abschnitt erarbeitet die theoretischen Konzepte zur Verwebung von Schrift und Fotografie, insbesondere Begriffe wie "Nachbilder" und intermediale Konfliktverhältnisse.

3.1. Fotografie und Text in Every Day is for the Thief: Hier wird der theoretische Rahmen auf das konkrete Werk angewandt, um die gegenseitige Bezugnahme von Bild und Text unter dem Aspekt der Erinnerung zu untersuchen.

3.1.1. Kapitel 8: Anhand einer Szene im Bus wird die Übereinstimmung bzw. Differenz zwischen erzählter Situation und eingebetteter Fotografie sowie deren Wirkung auf den Leser analysiert.

3.1.2. Kapitel 12: Dieses Kapitel untersucht die im Text geschilderte Erinnerung an eine Kindheitsszene und die Rolle der nachfolgenden Fotografie bei der Konstruktion eines "Nachbildes" einer Diebstahlsituation.

3.1.3. Kapitel 14: Im Fokus steht der Museumsbesuch des Protagonisten als "memorial touchstone" und die Frage, wie Fotografie als kollektives Gedächtnismedium bei fehlenden materiellen Artefakten wirken kann.

3.1.4. Kapitel 23: Das Kapitel reflektiert die nigerianische Denkweise "idea l'a need" und analysiert die problematische Integration von Fotografien in Bezug auf Magieglauben und kollektive Identitätsstiftung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Fotografien in Teju Coles Werk weniger der Dokumentation oder Illustration dienen, sondern einen losen, interpretativen Raum zwischen Bild und Text erzeugen.

Schlüsselwörter

Intermedialität, Fotografie, Teju Cole, Literaturwissenschaft, Gedächtnis, Erinnerung, Every Day is for the Thief, Nachbilder, kollektives Gedächtnis, Bild-Text-Beziehung, kulturelle Identität, Indexikalität, Roland Barthes, Silke Horstkotte, Jan Assmann

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die intermediale Verknüpfung von Fotografie und literarischem Text in Teju Coles Erzählung "Every Day is for the Thief" unter dem Fokus der Erinnerung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Fundierung des Erinnerungsgedächtnisses, die funktionale Integration von Bildern in literarische Werke sowie die Analyse der Wirkung dieser bimedialen Textur auf den Rezipienten.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt danach, welches Bedeutungsspektrum aus der Spannung zwischen fotografischen Abbildungen und der schriftsprachlichen Erzählung erwächst und welche Rolle diese Verbindung für die Repräsentation von Erinnerungen spielt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine intermediale Analyse, die auf medientheoretischen und kulturwissenschaftlichen Schriften (u.a. von Roland Barthes, Silke Horstkotte, Jan Assmann und Maurice Halbwachs) basiert, um die Funktion der Bilder im erzählerischen Kontext kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Mediums Fotografie und der Literatur-Intermedialität gelegt. Diese werden anschließend an ausgewählten Kapiteln aus Teju Coles Buch analysiert, um die Funktion der Bilder hinsichtlich individueller und kollektiver Erinnerungsprozesse zu dekonstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Intermedialität, Erinnerungskonstruktion, Bild-Text-Verhältnis, kulturelles Gedächtnis, Fotografie und Authentizitätswahrnehmung.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem "Was" und dem "Wie" beim Fotografieren im Museum für den Protagonisten so wichtig?

Da das Fotografieren im Museum verboten ist, wird dem Protagonisten die Möglichkeit entzogen, materielle Gedächtnisstützen für seine Reportage und seine persönliche Erinnerungsarbeit zu sammeln, was ihn zu einer schriftlichen und mündlichen Rekonstruktion zwingt.

Inwiefern spielt der Begriff "Nachbilder" bei der Analyse der Marktplatz-Szene eine Rolle?

Der Begriff wird genutzt, um zu erklären, wie die Fotografie des "Diebs" für den Leser kein physisch im Text verankertes Beweisobjekt ist, sondern ein mentales, flüchtiges Erinnerungsbild generiert, das der Leser mit seiner eigenen Wahrnehmung zu füllen versucht.

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Detalles

Título
Fotografie und Erinnerung in "Every Day is for the Thief" von Teju Cole
Universidad
University of Erfurt  (Geisteswissenschaftliche Fakultät)
Curso
Literatur & Fotografie
Calificación
1,0
Autor
Silvia John (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
34
No. de catálogo
V1240170
ISBN (PDF)
9783346665850
Idioma
Alemán
Etiqueta
Teju Cole Fotografie Gedächntnis Roland Barthes Die helle Kammer Susan Sontag
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Silvia John (Autor), 2018, Fotografie und Erinnerung in "Every Day is for the Thief" von Teju Cole, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1240170
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