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Boethius, De institutione musica libri quinque – Liber primus, VIII. & VIIII.

Title: Boethius, De institutione musica libri quinque – Liber primus, VIII. & VIIII.

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hans Gebhardt (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit behandelt zwei Kapitel aus der "Institutio musica" - jenes spätantiken Musiktraktats des Boethius, mit welchem der römische Gelehrte die musikalische Autorität schlechthin für das Mittelalter wurde und durch welchen das mittelalterliche Musikverständnis entscheidend geprägt wurde. Das Hauptaugenmerk der Abhandlung liegt daher auf historischen, philologischen und philosophischen Fragen - schon deshalb, weil Boethius selbst ein ausgezeichneter Kenner auch der griechischen Antike war.
So werden zunächst einige biografische Aspekte, dann Quellen, derer Boethius sich bediente, wie auch die Rezeption des Traktats im Mittelalter erwähnt. Den zentralen Punkt der Arbeit bildet jedoch eine exemplarische Übersetzung des achten und neuten Kapitels aus dem 1. Buch der Institutio musica samt einem Kommentar, einer darauf folgenden Interpretation und einem abschließenden Glossar, in welchem die wichtigsten lateinischen Begriffe des Originaltextes mit der dort zutreffenden Übersetzung geliefert werden. - Insgesamt gibt die Arbeit unter Rückgriff auf die aktuelle Forschungsliteratur einen wichtigen Einblick in Fragen, die sich aus heutiger Sicht an einen lateinischen Musiktraktat stellen lassen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes

1.1 Biografisches

1.2 Quellen und zentrale Schriften

1.3 Eine offene Frage

1.4 Rezeption im Mittelalter

2. Prinzipien der Übersetzung

3. Liber primus, VIII. & VIIII. – Übersetzung

4. Anhang

4.1 Anmerkungen zur Übersetzung

4.2 Interpretation der Kapitel VIII und VIIII

4.3 Glossar

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Kapitel VIII und VIIII des ersten Buches von Boethius' „De institutione musica“ mit dem Ziel, eine präzise philologische Übersetzung sowie eine fachwissenschaftliche Interpretation der dort behandelten musikalischen Grundbegriffe und des Verhältnisses von Wahrnehmung (sensus) und Berechnung (ratio) zu erarbeiten.

  • Biografischer Hintergrund und Schriften des Boethius
  • Die Problematik der Übersetzung antiker musiktheoretischer Begriffe
  • Übersetzung der Kapitel VIII und VIIII des ersten Buches
  • Die Rezeption der Boethianischen Musiktheorie im Mittelalter
  • Das erkenntnistheoretische Primat der Berechnung über die Sinne

Auszug aus dem Buch

3. Liber primus, VIII. & VIIII. – Übersetzung

VIII. [2.] Ein Ton also ist der wohlklingende Fall der Stimme, das heißt passend für den Gesang, auf eine einzige Tonhöhe. [3.] Den Ton aber wollen wir nun nicht allgemein bestimmen, sondern den, der auf griechisch phthongos genannt wird, benannt durch die Ähnlichkeit mit dem Sprechen, das phthengesthai heißt. [4.] Ein Intervall aber ist der Abstand eines hohen und eines tiefen Tones. [5.] Eine Konsonanz ist die Vereinigung eines hohen und eines tiefen Tones, die angenehm und einheitlich zu den Ohren dringt. [6.] Eine Dissonanz aber ist das raue und unangenehme Zusammenschlagen zweier miteinander vermischter Töne, das ans Ohr gelangt. [7.] Denn indem sie sich nicht miteinander vereinigen wollen und jeder von beiden einigermaßen unversehrt hin zu gelangen strebt, und da der eine den anderen beeinträchtigt, berührt auch jeder von beiden die Empfindung unangenehm.

[8.] Nicht jedes Urteil darf den Sinnen überlassen werden, sondern der Berechnung ist mehr zu glauben; wobei über die Täuschung der Sinne gesprochen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitendes: Einführung in die Bedeutung von Boethius als Transmissionsriemen antiker Musiktheorie sowie Überblick über sein Leben und sein Werk.

2. Prinzipien der Übersetzung: Darlegung der methodischen Vorgehensweise, die auf Präzision und eine möglichst enge Anlehnung an den lateinischen Text zielt.

3. Liber primus, VIII. & VIIII. – Übersetzung: Die deutsche Übersetzung der beiden zentralen Kapitel zur Definition musikalischer Begriffe und zur erkenntnistheoretischen Bedeutung der Ratio.

4. Anhang: Detaillierte philologische Anmerkungen, eine inhaltliche Interpretation der behandelten Kapitel sowie ein Glossar der lateinischen Fachbegriffe.

Schlüsselwörter

Boethius, De institutione musica, Musiktheorie, Antike, Mittelalter, Quadrivium, Sensus, Ratio, Konsonanz, Dissonanz, Phthongos, Arithmetik, Musikwissenschaft, Interpretation, Philologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Kapiteln VIII und VIIII aus dem ersten Buch des musiktheoretischen Hauptwerks des Boethius und bietet dazu eine philologisch fundierte Neuübersetzung und Interpretation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Musiktheorie, die Bedeutung des Boethius für die mittelalterliche Wissenschaftsgeschichte, die Definition von Konsonanz und Dissonanz sowie das philosophische Spannungsverhältnis zwischen sinnlicher Wahrnehmung und rationaler Berechnung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Boethianischen Definitionen und Argumente durch eine präzise Übersetzung verständlicher zu machen und deren Einordnung in den Kontext der antiken und mittelalterlichen Musiktheorie zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philologische Methode angewandt, die den lateinischen Ausgangstext genau analysiert, mit existierenden Übersetzungen vergleicht und die fachsprachliche Terminologie unter Einbeziehung antiker Quellen kritisch aufbereitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der historischen Person und ihrer Quellen, eine methodische Reflexion zur Übersetzungspraxis, die eigentliche Übersetzung der beiden Kapitel sowie einen umfangreichen Anhang mit Kommentaren und Glossar.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Sensus und Ratio, die als maßgebliche Kriterien für das Verständnis von Musik als mathematischer Disziplin innerhalb des Quadriviums fungieren.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Ars und Wissenschaft bei Boethius eine Rolle?

Der Begriff "ars" ist bei Boethius vieldeutig und verbindet das Handwerkliche mit dem Wissenschaftlichen, was für Übersetzer eine hermeneutische Herausforderung darstellt und die Wissensstruktur der Zeit widerspiegelt.

Welche Bedeutung kommt der Berechnung (Ratio) bei Boethius zu?

Die Ratio nimmt für Boethius die Rolle eines "gebietenden Richters" ein, da sie im Gegensatz zur sinnlichen Wahrnehmung, die täuschungsanfällig ist, verlässliche und irrtumsfreie Erkenntnisse liefert.

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Details

Title
Boethius, De institutione musica libri quinque – Liber primus, VIII. & VIIII.
College
University of Würzburg  (Institut für Musikwissenschaft (Philosophische Fakultät I))
Course
Boethius, De institutione musica libri quinque
Grade
1,0
Author
Hans Gebhardt (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V124020
ISBN (eBook)
9783640296293
ISBN (Book)
9783640301966
Language
German
Tags
Boethius Institutione musica Spätantike Musikgeschichte Latein Philosophie Philologie Begriffsklärung Ravenna Theoderich Mathematik Harmonik Harmonie Pythagoras Musiktheorie Intervallverhältnisse Musiktraktat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans Gebhardt (Author), 2007, Boethius, De institutione musica libri quinque – Liber primus, VIII. & VIIII., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124020
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