Im ersten Teil der Arbeit wird die literarische Gattung des „Conte de fée“ näher umrissen. Dazu wird die historische Entwicklung dieses Genres überblicksartig nachgezeichnet und im Anschluss der Versuch einer Definition unternommen.
Im Hauptteil der Arbeit wird dann speziell auf die jeweiligen Schuletappen Grundschule und Sekundarstufe I bezogen erläutert, inwieweit die curricularen Vorgaben für den Französischunterricht eine Beschäftigung mit Märchen rechtfertigen.
Die unterrichtspraktischen Vorschläge, welche dieser Analyse folgen, gliedern sich jeweils in zwei Teile. In einem ersten Schritt wird das methodische Konzept, welches dem Unterrichtsvorschlag zugrunde liegt, erläutert. Hierbei sind aktuelle Tendenzen der Fremdsprachendidaktik einbezogen worden, indem moderne methodisch-didaktische Prinzipien wie Ganzheitlichkeit (für die Grundschule) und kreativitätsorientierte Verfahren (für die Sekundarstufe I) als Basiskonzepte für die Unterrichtsvorschläge herangezogen wurden.
In einem zweiten Schritt wird jeweils ein Unterrichtsvorschlag, der sich auf das vorher dargestellte Methodenkonzept stützt, näher skizziert werden.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das literarische Genre des „Conte de fée"
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Versuch einer Definition
3. Begründung für den Einsatz des „Conte de fée“ im Französischunterricht
4. Der „Conte de fée“ in der Grundschule
4.1 Curriculare Vorgaben
4.2 Unterrichtvorschlag zum Einsatz von Märchen in der Grundschule
4.2.1 Das methodische Konzept
4.2.2 Die praktische Umsetzung
5. Der „Conte de fée“ in der Sekundarstufe I
5.1 Curriculare Vorgaben
5.2 Unterrichtsvorschlag zum Einsatz von Märchen in der Sekundarstufe I
5.2.1 Das methodische Konzept
5.2.2 Die praktische Umsetzung
6. Fazit
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das didaktische Potenzial des „Conte de fée“ (Märchen) im Französischunterricht und zeigt auf, wie diese literarische Gattung unter Berücksichtigung curriculare Vorgaben sowie moderner methodisch-didaktischer Ansätze in der Grundschule und Sekundarstufe I erfolgreich integriert werden kann.
- Didaktische Begründung für den Einsatz von Märchen im Französischunterricht
- Analyse der curricularen Rahmenlehrpläne für das Land Berlin
- Methodisches Konzept des ganzheitlichen Lernens (Grundschule)
- Kreative Verfahren des Schreibens in der Sekundarstufe I
- Praktische Unterrichtsvorschläge inklusive Arbeitsbeispielen
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Die praktische Umsetzung
Im Folgenden möchte ich nun etwas detaillierter und mit Hilfe eines Beispiels skizzieren, wie ein Märchen mit Hilfe der TPR-Methode im Anfangsunterricht Französisch in der 3. Jahrgangsstufe eingesetzt werden kann.
Ziel der skizzierten Unterrichtsstunde ist zum einen das rezeptive Erfassen des Inhalts und zum anderen das ebenfalls rezeptive Erkennen der unterschiedlichen Farbadjektive, welche innerhalb des Rahmenlehrplans explizit als Sprachmittel für die Jahrgangsstufe 3/4 vorgegeben werden46. Das hierfür verwendete Märchen „Lucien, le petit poisson blanc“ ist dem Buch „Französisch in der Grundschule – leicht gemacht“47 von Michaela Sambanis entnommen und von mir leicht verändert worden. Es lautet wie folgt:
Lucien, le petit poisson blanc
Il était une fois un petit poisson. Il s’appelle Lucien. Lucien est un poisson blanc, tout blanc. C’est pour ca qu’il est triste : il n’aime pas sa couleur. Les autres poissons ne veulent pas jouer avec Lucien : « Beurk », disent-ils, « il est blanc. Il n’est pas beau. » Les autres poissons sont verts, bleus, rouges, oranges et jaunes. Ce qu’ils sont jolis ! Mais pas Lucien : Il est tout blanc. Personne ne joue avec Lucien. Lucien est triste. Mais un beau jour, Lucien a une bonne idée : Il prend un pinceau et dessine des taches vertes, bleues, rouges, orange et jaunes sur son corps. Comme ca, Lucien est joli, même très joli ! Il sourit. Et tous les autres poissons disent : « Oh là-là, Lucien est joli. Il est le plus joli poisson de tous ! »
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Abwesenheit des „Conte de fée“ im Französischunterricht und definiert die Fragestellung nach dem didaktischen Nutzen und der praktischen Integration dieser Gattung.
2. Das literarische Genre des „Conte de fée": Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Märchens von der mündlichen Tradition bis zur literarischen Gattung nach und versucht eine fachliche Definition.
3. Begründung für den Einsatz des „Conte de fée“ im Französischunterricht: Hier werden allgemeine Argumente, wie die Motivationsförderung durch bekannte Märchenstrukturen und der sprachliche sowie interkulturelle Mehrwert, dargelegt.
4. Der „Conte de fée“ in der Grundschule: Der Abschnitt erläutert den schulrechtlichen Rahmen in Berlin und führt die "Total Physical Response" (TPR) als Methode für die Grundschule ein.
5. Der „Conte de fée“ in der Sekundarstufe I: Dieses Kapitel konzentriert sich auf kreative Schreibverfahren und die Förderung der literarischen Kompetenz in der Sekundarstufe I anhand praktischer Beispiele.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Märchen als Gegenpol zur Medienflut sowie als Bereicherung für den Fremdsprachenunterricht.
7. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundarliteratur sowie der Lehrwerke und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Conte de fée, Märchen, Französischunterricht, Fremdsprachendidaktik, Grundschule, Sekundarstufe I, Total Physical Response, ganzheitliches Lernen, kreatives Schreiben, interkulturelles Lernen, Literaturdidaktik, Sprachkompetenz, Methodenkompetenz, Rahmenlehrplan, Erzähltradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die literarische Gattung der Märchen (Conte de fée) als wertvolles didaktisches Werkzeug im Französischunterricht an deutschen Schulen eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die historische Einordnung der Gattung, die Begründung ihres Einsatzes im Unterricht, die Berücksichtigung curriculärer Rahmenbedingungen sowie die Vorstellung methodisch-didaktischer Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Nutzen von Märchen für die Entwicklung sprachlicher und interkultureller Kompetenzen nachzuweisen und konkrete Unterrichtsmodelle für verschiedene Schulstufen zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu fachdidaktischen Prinzipien und einem Abgleich mit den offiziellen curricularen Vorgaben des Landes Berlin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung, eine Analyse der Lehrpläne sowie die detaillierte Vorstellung von Unterrichtsvorschlägen, die auf ganzheitlichen Ansätzen (Grundschule) und kreativen Schreibverfahren (Sekundarstufe I) basieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Conte de fée, Französischunterricht, ganzheitliches Lernen, kreatives Schreiben und Literaturdidaktik.
Wie lässt sich die TPR-Methode in der Grundschule anwenden?
Die TPR-Methode nutzt Bewegung und körperliche Reaktion auf mündliche Befehle, um neue Wörter und Strukturen (wie Farbadjektive) ohne abstrakte Erklärungen direkt und handlungsorientiert zu semantisieren.
Warum eignet sich das Märchen von Pierre Gripari besonders für die Sekundarstufe I?
Das Märchen „Le géant aux chaussettes rouges“ besitzt moderne Züge bei gleichzeitig klassischen märchenhaften Strukturen, was zahlreiche Anknüpfungspunkte für produktiv-kreative Schreibaufgaben bietet.
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- Michaela Hartmann (Author), 2007, Das "Conte de fée" im Französischunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124031