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Der Begriff Freiheit bei Rousseau und Tocqueville

Eine Analyse

Titel: Der Begriff Freiheit bei Rousseau und Tocqueville

Hausarbeit , 2008 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Andre Schuchardt (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit soll beleuchten, was für Arten von Freiheiten Rousseau vorschwebten und wie sie sich mit dem Gesellschaftsvertrag vereinbaren, selbiges dann am praktizierten Beispiel Amerika geschildert von Tocqueville sowie dessen Ansicht zur Freiheit im Vergleich mit Rousseau untersuchen. Auch soll gezeigt werden, warum Tocqueville die Freiheit für bedroht hielt. Zuletzt sollen vor allem die Freiheitsbegriffe beider Autoren noch einmal verglichen werden, dabei die theoretischen Kategorien des Artikels „Freiheit“ von Bernd Ladwig aus dem Buch „Politische Theorie“ verwendend.
Interessant ist es auch, ob Pestalozzi Recht hatte, als er davon sprach, dass Rousseau Freiheit und Gehorsam getrennt hatte und es nun wieder zu vereinigen sei, da „die absolute Freiheit bloß Einbildung sei, die aber, in die Tat umgesetzt, zur totalen Versklavung führen müsse; wovor dann auch die großen französischen Staatsdenker des 19. Jahrhunderts, Alexis de Tocqueville und Benjamin Constant, warnten.“ Hat Rousseau überhaupt getrennt? Gehört es zusammen? Und was sagte Tocqueville dazu?

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rousseau

Der Naturzustand

Der Gesellschaftsvertrag

Freiheit durch Gleichheit

Freiheit und Knechtschaft

Fazit

3. Tocqueville

Religiöser Freiheitsbegriff und freiwillige Knechtschaft

Viele Arten von Freiheit und die Gefahr der Gleichschaltung

Die Vereinigungsfreiheit

Demokratie erstickt geistige Freiheit, erhält aber andere Freiheiten

Gefahr des Individualismus und freiheitliche Institutionen als Schutz

Fazit

4. Der theoretische Begriff Freiheit nach Bernd Ladwig

5. Vergleich der Freiheit bei Rousseau und Tocqueville

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht das Verständnis des Freiheitsbegriffs bei Jean-Jacques Rousseau und Alexis de Tocqueville, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit, staatlicher Ordnung und dem Risiko der Tyrannei durch die Mehrheit beleuchtet wird.

  • Analyse des Freiheitsbegriffs im Kontext des Gesellschaftsvertrags bei Rousseau.
  • Untersuchung von Tocquevilles Perspektive auf Freiheit, Religion und institutionelle Absicherung.
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Auffassungen von Gleichheit und Freiheit bei beiden Denkern.
  • Einordnung der Konzepte in die Kategorien positiver und negativer Freiheit nach Bernd Ladwig.
  • Diskussion der Gefahren durch Individualismus und das Ersticken geistiger Freiheit in demokratischen Systemen.

Auszug aus dem Buch

Die Vereinigungsfreiheit

Für sehr wichtig erachtete Tocqueville von dem von ihm erwähnten Freiheiten die Vereinigungsfreiheit. Die Menschheit an sich sowie ein Volk im Speziellen habe bereits von Natur aus das Recht sich zu vereinigen und zusammenzuschließen, was eines der natürlichsten Dinge der Welt sei. Diese Vereinigungen führen zu Parteien, was er als sehr ähnlich der Meinungsfreiheit empfindet.

Weiterhin empfand Tocqueville die Pressefreiheit als wesentlichster „Baustein, sozusagen der erste Grund der Freiheit[...]. Ein Volk, das frei bleiben will, hat daher das Recht, zu fordern, daß man die Pressefreiheit unter allen Umständen achtet. Aber die unbeschränkte Vereinigungsfreiheit darf auf der politischen Ebene nicht mit der Freiheit der Meinungsäußerung vollständig zusammengeworfen werden. Die eine ist weniger notwendig und zugleich gefährlicher als die andere“, denn die Vereinigungsfreiheit kann ein Volk einschränken, muss es manchmal aber auch sogar. So stellt die Vereinigungsfreiheit einen notwendigen „Schutz gegen die Tyrannei der Mehrheit“, bei der eine herrschende Partei Schutz gegen eine andere ist und umgekehrt. Und das braucht man nach ihm, denn die Allmacht der Mehrheit wäre eine Gefahr und ist deshalb einzuschränken, die Vereinigungsfreiheit schwächt gar das moralische Gewicht der Mehrheit.

Gleichzeitig ist die Vereinigungsfreiheit die letzte Freiheit, die ein Volk ertragen kann, da wegen ihr die Gefahr der Anarchie bestehen würde (wenn sich viele gegensätzliche Parteien vereinigen, so dass alles nun handlungsunfähig wird oder es zur Gewalt kommt), sich eine Mehrheit schwer bilden kann und Unerfahrene an der Macht leicht zu Gewalt und Missbrauch greifen könnten, doch gleichzeitig bietet sie guten Schutz gegen Verschwörungen. Neben der Handlungsfreiheit empfand Tocqueville sie als das natürlichste Recht des Menschen um gemeinschaftlich handeln zu können und als so unveräußerlich wie alle persönlichen Freiheiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die beiden Denker Rousseau und Tocqueville vor und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Freiheitsbegriffe der Autoren zu vergleichen.

2. Rousseau: Das Kapitel erläutert Rousseaus Konzept vom Naturzustand, dem Gesellschaftsvertrag sowie die Unterscheidung zwischen natürlicher, bürgerlicher und sittlicher Freiheit.

3. Tocqueville: Hier werden Tocquevilles Ansichten zur Bedeutung der Religion für die Freiheit, die Gefahren der Gleichschaltung und die Rolle freiheitlicher Institutionen analysiert.

4. Der theoretische Begriff Freiheit nach Bernd Ladwig: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Einordnung der Begriffe positive und negative Freiheit zur Vorbereitung des Vergleichs.

5. Vergleich der Freiheit bei Rousseau und Tocqueville: Eine synoptische Gegenüberstellung, die Gemeinsamkeiten und fundamentale Differenzen in der Bewertung von Freiheit und Gleichheit herausarbeitet.

6. Schluss: Ein abschließendes Resümee, das die Haupterkenntnisse der Arbeit zusammenfasst und Pestalozzis Kritik an Rousseau einordnet.

Schlüsselwörter

Freiheit, Rousseau, Tocqueville, Gesellschaftsvertrag, Demokratie, Gleichheit, Allgemeinwille, positive Freiheit, negative Freiheit, Individualismus, Vereinigungsfreiheit, Institutionen, Knechtschaft, Staatstheorie, Bürgerrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht das Verständnis von Freiheit bei den politischen Denkern Jean-Jacques Rousseau und Alexis de Tocqueville.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und staatlicher Ordnung, die Rolle von Gleichheit, Religion, Vereinigungsfreiheit sowie die Gefahren des Individualismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Freiheitsbegriffe beider Autoren zu identifizieren und zu vergleichen, wie sie den Schutz des Einzelnen im Staat und gegenüber der Mehrheit bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse unter Einbeziehung theoretischer Kategorien (positive/negative Freiheit) nach Bernd Ladwig, um die Primärquellen der Autoren einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Freiheitskonzepte von Rousseau, die Ausführungen von Tocqueville zu Freiheit und Demokratie in Amerika sowie den direkten theoretischen Vergleich beider Positionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Freiheit, Rousseau, Tocqueville, Gesellschaftsvertrag, Demokratie und Gleichheit charakterisieren.

Wie unterscheidet sich Rousseaus Sicht auf die Freiheit von der Tocquevilles?

Rousseau sieht in der Unterwerfung unter den Allgemeinwillen eine Bedingung für bürgerliche Freiheit, während Tocqueville darin eine Gefahr für den Einzelnen sieht und freiheitliche Institutionen zum Schutz fordert.

Welche Rolle spielen "freiheitliche Institutionen" bei Tocqueville?

Für Tocqueville sind sie essenziell, um Individualismus und die Tyrannei der Mehrheit abzufedern und die Bürger durch Selbstverantwortung in der Gemeinschaft zu binden.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Begriff Freiheit bei Rousseau und Tocqueville
Untertitel
Eine Analyse
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Umstrittene politische Begriffe
Note
2,0
Autor
Andre Schuchardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V124055
ISBN (eBook)
9783640296491
ISBN (Buch)
9783640305810
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begriff Freiheit Rousseau Tocqueville Umstrittene Begriffe staat amerika frankreich geschichte gesellschaftsvertrag contrat sociale
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andre Schuchardt (Autor:in), 2008, Der Begriff Freiheit bei Rousseau und Tocqueville, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124055
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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