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Soziale Symbolik: Eine Gesprächsanalyse

Titel: Soziale Symbolik: Eine Gesprächsanalyse

Studienarbeit , 2008 , 16 Seiten , Note: 3+

Autor:in: Marjana Schäftlein (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Deutschland ist ein Gebiet, das stark von Dialekten geprägt wird, sodass dem Wechsel von Dialekt in Standarddeutsch und umgekehrt eine große Bedeutung zukommt. Doch auch der Einsatz von u.a. Intonation, Akzent, Sprechgeschwindigkeit und Pausen kann eine bestimmte Funktion haben, vor allem im Kontext der sozialen Symbolik. In dieser Hausarbeit sollen die Formen und Funktionen des Sprach- und Variantenwechsels beim Sprechen untersucht
werden.
Für die Hausarbeit habe ich mir drei Gespräche zur Analyse ausgesucht. Zwei der drei von mir zu analysierenden Gespräche habe ich im Südthüringer Raum aufgenommen. In diesen Gesprächen spielt die soziale Symbolik eine vorherrschende Rolle. Aus diesem Grund möchte ich mit einer theoretischen Abhandlung der sozialen Symbolik beginnen, welche ich mit meiner Mitreferentin Katharina Marr zusammen geschrieben habe. In dieser Abhandlung
haben wir versucht das Wichtigste, was wir im Seminar zur sozialen Symbolik erarbeitet haben, zusammenzufassen.
Anschließend werden Begriffe erläutert, welche in der Analyse und Interpretation eine wichtige Rolle spielen. Daran folgt eine Erklärung der verwendeten Abkürzungen in der Transkription.
Zur Analyse habe ich drei Beispiele gewählt, welche ich im Hauptpunkt der Hausarbeit näher betrachten werde. Die beiden ersten Gespräche sind Gespräche aus dem Südthüringer Raum, deshalb ist eine genaue Betrachtung dieses Sprachraums unumgänglich. Das ergibt sich daraus, dass in diesem Sprachraum die Besonderheit entstanden ist, dass drei Spracheinflüsse aufeinandertreffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Soziale Symbolik: Eine theoretische Abhandlung

3 Verwendete Begriffe

4 Verwendete Symbolik zur Transkription der Gespräche

5 Gesprächsanalyse

5.1 Der Gesprächsausschnitt „Ich will die Bonbons“

5.1.1 Besonderheiten des dialektalen Raumes

5.1.2 Hintergründe zu den Sprechern und zur Gesprächssituation

5.1.3 Analyse und Interpretation des Gesprächs

5.2 Der Gesprächsausschnitt „demmeln“

5.2.1 Besonderheiten des dialektalen Raums

5.2.2 Hintergründe zu den Sprechern und zur Gesprächssituation

5.2.3 Analyse und Interpretation des Gesprächs

5.3 Der Gesprächsausschnitt „Geografiestudium“

5.3.1 Der Sprachraum

5.3.2 Hintergründe zu den Sprechern und zur Gesprächssituation

5.3.3 Analyse und Interpretation des Gesprächs

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Formen und Funktionen von Sprach- und Variantenwechseln beim Sprechen im Kontext der sozialen Symbolik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Individuen durch gezielte Sprachwahl ihre soziale Identität ausdrücken, Gruppenzugehörigkeiten signalisieren oder sich von anderen abgrenzen.

  • Theoretische Grundlagen zur sozialen Symbolik und Sprachvariation
  • Analyse von Code-Switching und dialektalen Einflüssen
  • Untersuchung von Vorbildfunktionen und adressatenspezifischer Sprachwahl
  • Sprachliche Distanzierung und Machtausübung in institutionellen Gesprächen
  • Verständnisprobleme in dialektal geprägten Räumen

Auszug aus dem Buch

5.3.3 Analyse und Interpretation des Gesprächs

Es handelt sich hier um ein Gespräch einer Studentin mit einem Beamten. Die Studentin, die sonst auch einen standardnahen Ortsdialekt spricht, redet mit dem Beamten ausschließlich auf Standarddeutsch. Es ist eine Art öffentliches Gespräch, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sie Standarddeutsch redet.

Die Studentin ruft im Prüfungsamt an. Schon in ihrem ersten Redeanteil bemerkt man, dass sie sich unsicher ist, denn sie lässt beim reden kleine Pausen und spricht leise. Der Mann am Telefon entgegnet mit lauter, energischer Stimme, was die Studentin mehr verunsichert. Sie weiß zunächst nichts zu entgegnen und lässt eine längere Pause, bis sie dann auf die Frage des Mannes antwortet. Dieser wird jedoch lauter als zuvor und redet zu dem schneller. An diesem Punkt ist die Studentin völlig verunsichert und eingeschüchtert. Sie wird in der Stimme leiser und findet nur wenige Worte um das Gespräch zu beenden.

Aber warum entgegnet der Mann so energisch, obwohl er merkt, dass er die Studentin damit verunsichert? Er ist in einer höher gestellten Position und das macht er der Studentin mehrmals deutlich:

Zunächst fühlt er sich sicher und redet deshalb laut. Die einschüchternde Stimme macht seine höhere Position deutlich, denn sie zeugt von Sicherheit und auch von Überlegenheit gegenüber der Studentin. Somit schafft er eine erste Distanz.

Die Distanz wird größer, wenn man sich anschaut, was er der Studentin entgegnet. Anstatt einfach nur die Auskunft zu geben, dass sich die Studentin am Sanderring melden soll, wechselt er auf unfreundliche Weise auf eine andere Ebene im Gespräch. Er wird unsachlich. Er will die Beweggründe der Studentin wissen, warum sie sich ausgerechnet jetzt für ihr Erweiterungsfach anmelden will. Das macht er, wieder durch die Stimme, auf eine sehr unangebrachte Art und Weise. Diese Frage hat nichts direkt mit der Frage der Studentin zu tun. Auch hier will er auf seine Überlegenheit aufmerksam machen. Wahrscheinlich fühlt er sich durch die Pause, die die Studentin lässt, um nach einer Antwort zu suchen, bestätigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Dialekt- und Sprachwechseln im Kontext der sozialen Symbolik dar und erläutert die Auswahl der drei Gesprächsbeispiele.

2 Soziale Symbolik: Eine theoretische Abhandlung: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen über soziale Identität, Sprachvariation, Code-Switching und die soziopsychologischen Funktionen von Sprachcodes.

3 Verwendete Begriffe: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Code-Switching, Echofrage und Adressatenspezifik definiert.

4 Verwendete Symbolik zur Transkription der Gespräche: Dieses Kapitel erläutert das transkriptive System, das zur Analyse der Intonation, Pausen und Sprechweise verwendet wird.

5 Gesprächsanalyse: Der Hauptteil analysiert drei verschiedene Gespräche hinsichtlich dialektaler Einflüsse, soziolinguistischer Dynamiken und machtvoller Distanzierungsmechanismen.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, dass soziale Symbolik nicht nur durch Sprachwechsel, sondern auch durch Tonfall und Intonation vermittelt wird.

7 Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Soziale Symbolik, Sprachvariation, Code-Switching, Dialekt, Standarddeutsch, Südthüringen, Soziale Identität, Kommunikationsebene, Echofrage, Adressatenspezifik, Gesprächsanalyse, Varietätenwechsel, Sprachraum, Distanzierung, In-group

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen durch ihren Sprachgebrauch – etwa den Wechsel zwischen Dialekt und Standarddeutsch – soziale Identität ausdrücken und sich in verschiedenen Kommunikationssituationen positionieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf soziale Symbolik, regionale Dialektmerkmale in Südthüringen sowie die soziolinguistischen Aspekte von Macht und sozialer Interaktion in alltäglichen Gesprächen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, an konkreten Gesprächsbeispielen aufzuzeigen, wie Sprachwahl und Intonation als Ausdrucksmittel für Gruppenzugehörigkeit, Erziehungsabsichten oder Machtansprüche genutzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die Gesprächsanalyse auf Basis von Transkriptionen, um sprachliche Muster, Pausen, Intonationen und den bewussten Wechsel zwischen Sprachcodes interpretativ zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei Gespräche: die Vorbildfunktion einer Mutter beim Kind, eine Situation mit Verständnisproblemen aufgrund regionaler Varietäten sowie ein Telefonat mit einem Beamten, in dem Machtdistanz durch den Tonfall aufgebaut wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie soziale Symbolik, Code-Switching, Sprachvariation, Dialekt, Identität und kommunikative Strategien charakterisiert.

Warum spielt der regionale Dialekt Südthüringens eine wichtige Rolle?

Die Region zeichnet sich durch das Aufeinandertreffen dreier Spracheinflüsse (Fränkisch, Sächsisch und Sonnebergerisch) aus, was zu komplexen sprachlichen Variationen und gelegentlichen Verständnisproblemen führt.

Wie distanziert sich der Beamte in Gesprächsbeispiel drei von der Studentin?

Der Beamte nutzt eine laute, energische und unsachliche Sprechweise sowie Fragen, die nichts mit dem Anliegen zu tun haben, um seine institutionelle Überlegenheit und soziale Distanz zur Studentin zu demonstrieren.

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Details

Titel
Soziale Symbolik: Eine Gesprächsanalyse
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Sprachvariation beim Sprechen
Note
3+
Autor
Marjana Schäftlein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V124064
ISBN (eBook)
9783640289134
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Symbolik Eine Gesprächsanalyse Sprachvariation Sprechen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marjana Schäftlein (Autor:in), 2008, Soziale Symbolik: Eine Gesprächsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124064
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Leseprobe aus  16  Seiten
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