Pataphysik und Karnevalisierung in Boris Vians "Abdeckerei für alle" – ein Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Pataphysik?

3. Vian und die Pataphysik

4. Was ist Karnevalisierung?

5. Pataphysik in Vians Abdeckerei für alle

6. Karnevalisierung in Vians Abdeckerei für alle

7. Pataphysik und Karnevalisierung – ein Vergleich

8. Fazit: Pataphysik und Karnevalisierung – ihre mögliche Wirkung

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Laufe des Seminars Geschichte als Tragödie – Geschichte als Farce haben wir uns damit beschäftigt, wie tragische historische Ereignisse in Theaterstücken als Farce aufgeführt werden können. Eine der Theorien, die Bezug auf diesen Vorgang nimmt, ist Bachtins Theorie der Karnevalisierung der Literatur. Die Frage, die sich dabei dann immer stellte, war, ob die Darstellung eines tragischen Ereignisses als Farce, Parodie, Groteske o.ä. nicht zu einer Verharmlosung des Ereignisses führt. Wenn dies nicht der Fall ist, was bringt die Karnevalisierung, Parodierung, usw. für einen Nutzen? Hat sie überhaupt eine (positive?) Wirkung?

Unter dieser Fragestellung soll in dieser Hausarbeit das Stück Abdeckerei für alle von Boris Vian untersucht werden. Neben dem Karneval soll hier ein anderes Phänomen untersucht werden, das für Vian von großer Bedeutung ist: die Pataphysik, eine Art Wissenschaft, der Boris Vian seit seinem ersten Theaterstück Abdeckerei für alle anhing. Die Pataphysik soll deshalb in die Untersuchung mit einbezogen werden, weil vermutet wird, daß sich einige Parallelen zwischen ihr und dem Karneval ergeben und man somit in Vians Fall auch von einer Art „Pataphysierung“ seiner Literatur sprechen kann.

Nach einer näheren Untersuchung von Vians Stück, jeweils unter dem Gesichtspunkt der Pataphysik und unter dem Gesichtspunkt des Karnevals, können dann eventuell Parallelen zwischen beiden gezogen werden. Abschließend soll dann in der Frage nach der möglichen Wirkung erörtert werden, ob Pataphysik und Karneval(isierung) ein bestimmtes Ziel haben, bzw. ob sie dieses Ziel in gewisser Weise auch erreichen.

2. Was ist Pataphysik?

Auf die Frage „Was ist Pataphysik?“ könnte man zunächst eine sehr einfache Antwort geben, die Pataphysiker selbst immer wieder gerne benutzen: „Alles ist Pataphysik“. Um diese Aussage zu verstehen, muß man dann aber doch etwas tiefer gehen, und das ist gar nicht so einfach. Fangen wir deshalb zunächst mit ein paar Daten an.

Der Begriff „Pataphysik“ erscheint zum ersten Mal gegen Ende 1880 in Rennes, Frankreich, wo er von den Schülern des dortigen Gymnasiums benutzt und für ein Theaterstück zur Veralberung eines Lehrers niedergeschrieben wird (Ruy Launoir: Un siècle de Pataphysique, in: Magazine Littéraire 388 (2000), 21-29, hier: 21). Einer dieser Schüler ist Alfred Jarry. Er arbeitet das Schultheaterstück später um bzw. aus und schafft damit das berühmte Stück König Ubu (1888 unter dem Titel Les Polonais, 1896 unter dem Titel Ubu Roi).

Im Folgenden widmet sich Jarry auch dem Begriff „Pataphysik“. Die bekanntesten und meistzitierten Definitionen stammen aus seinem Werk Gestes et opinions du docteur Faustroll, pataphysicien (vollendet 1898). Darin definiert er die Pataphysik folgendermaßen:

„Die Pataphysik (...) ist die Wissenschaft dessen, was zur Metaphysik noch hinzukommt (...). (...) die Pataphysik ist vor allem die Wissenschaft des Besonderen, obwohl behauptet wird, es gäbe nur eine Wissenschaft des Generellen. Sie untersucht die Regeln, die die Ausnahmen bestimmen... Definition: die Pataphysik ist die Wissenschaft der imaginären Lösungen, die den Grundmustern die Eigenschaften der Objekte, wie sie durch ihre Virtualität beschrieben werden, symbolisch zuordnet.“ (Noël Arnaud: Pataphysique, in: Encyclopædia Universalis, Corpus 14, Paris 1985, 24-25, hier: 24)

In dieser bündigen Definition wird die Pataphysik also als Wissenschaft beschrieben, die durch zwei Erkenntnisinteressen geleitet wird: die Analyse von Ausnahmen und die Analyse bzw. auch Schaffung imaginärer Lösungen.

Das Interesse an Ausnahmen beschreibt Boris Vian in einem Radiointerview 1959, kurz vor seinem Tod, folgendermaßen:

„Im Übrigen, da gemäß einer anderen Formulierung ‚die Pataphysik die Wissenschaft ist’, wissen Sie, daß in der Wissenschaft nur die Ausnahme die sogenannte Wissenschaft vorantreibt. Ich brauche wohl nicht an das Beispiel von Fleming, Pasteur und all diesen anderen berühmten Gelehrten zu erinnern. (...) Es ist die Anomalie, die die Entdeckung... entdecken läßt, wenn man mir diesen Pleonasmus erlaubt.“ (Noël Arnaud: Boris Vian et la ’Pataphysique, in: Noël Arnaud; Henri Baudin (Hrsg.): Boris Vian. Colloque de Cerisy 2, Paris: Union Général d’Éditions, 1976, 385-402, hier: 389)

Die Ausnahme ist also im Grunde das Kernstück einer jeden Wissenschaft, ohne Ausnahme, keine Wissenschaft. Unter diesem Licht betrachtet scheint es also nicht unbedingt vermessen, die Pataphysik auch ganz einfach als „die Wissenschaft“ zu definieren.

Und wie steht es mit dem Interesse an „imaginären Lösungen“? Was sind überhaupt imaginäre Lösungen? Der Nebensatz, mit dem Jarry diese zu erklären versucht – „die den Grundmustern die Eigenschaften der Objekte, wie sie durch ihre Virtualität beschrieben werden, symbolisch zuordnet“ – ist auf den ersten Blick nicht sehr hilfreich. Arnaud liefert in seinem Artikel hierzu ein einfaches aber einleuchtendes Beispiel: Wenn man sich eine Uhr vorstellt, stellt man sich normalerweise einen runden Kreis mit zwei Zeigern vor. Man abstrahiert also von der Form der Uhr, wie man sie (in einem bestimmten Blickwinkel) sieht.

Allein dieser alltägliche Vorgang sei im Grunde schon eine imaginäre Lösung, weshalb Pataphysiker auch immer wieder betonen, daß alles pataphysisch sei und alle Menschen Pataphysik praktizierten. Wenn übrigens im folgenden von Vian oder Jarry als „Pataphysiker“ gesprochen wird, so muß man das Adjektiv „bewußt“ mitdenken. Diese Unterscheidung zwischen bewußter und unbewußter Pataphysik wird oft durch ein Apostroph vor „Pataphysik“ (für die bewußte ’Pataphysik) kenntlich gemacht (Launoir (2000), 21).

Die eben erwähnte Form der Abstrahierung ist jedoch nur eine von vielen möglichen Lösungen. Von den meisten Menschen wird diese eine Lösung als Realität angesehen, (bewußte) Pataphysiker jedoch lehnen es ab, nur eine Lösung als die einzig wahre Realität anzuerkennen. Deshalb üben sie sich im Erfinden möglichst vieler phantasievoller imaginärer Lösungen. So kann zum Beispiel die Sonne als Ionenmasse, aber auch als Apollo auf seinem Wagen oder als mit Feuer gefüllter Kahn dargestellt werden, alles wohlbekannte und sehr alte Beispiele. Boris Vian erweitert diese Sammlung um die Darstellung einer Sonne als Krake mit einziehbaren Armen. Den imaginären Lösungen sind keine Grenzen gesetzt. Vian bringt das Streben des Pataphysikers mit einer Erinnerung an eine Zeile aus einem Buch, das er in seiner Kindheit las, auf den Punkt: „Ich bemühe mich gern, an Dinge zu denken, von denen ich denke, daß andere nicht an sie denken werden.“ (Boris Vian in einer Radiosendung 1959, zitiert nach Arnaud (1976), 389).

Neben den beiden Hauptaspekten der Pataphysik, den Ausnahmen und den imaginären Lösungen, kommt noch ein dritter wichtiger Faktor hinzu: das Prinzip der Äquivalenz bzw. Gleichwertigkeit. Arnaud führt hierzu Folgendes aus:

„Die Theorie der Äquivalenzen oder, um genau zu sein, der universellen Äquivalenz und der Umwandlung der Gegensätze, hat zu manchen Mißverständnissen geführt. Zu postulieren, daß wahr und falsch identisch sind, in gewissem Sinne stabil, im Gleichgewicht miteinander, wäre erbärmlich unproduktiv und, schlimmer noch, langweilig. Was der Pataphysiker behauptet, ist daß „plus“ und „minus“ sich gegenseitig aufheben und befruchten.“ (Arnaud (1985), 25)

Dieses Prinzip der Äquivalenz bzw. Äquivalenzen (sowohl der Plural als auch der Singular werden benutzt) soll später noch weiter ausgeführt werden, wenn es darum geht, wozu nun überhaupt Pataphysik gut ist, bzw. was sie bezweckt und gegen was sie sich wendet. Das Ziel – oder die Ziele, da es laut Pataphysik ja nie nur eine Realität gibt – der Pataphysik, wenn es denn welche gibt, sollen jedoch erst im Kapitel „Pataphysik in Abdeckerei für alle“ und im Vergleich mit der These der Karnevalisierung erörtert werden.

Schließlich sollte noch die Gründung des „Collège de Pataphysique“ im Jahre 1948 erwähnt werden. Es soll dazu dienen, die Pataphysik als Wissenschaft voranzutreiben. Deshalb wird regelmäßig eine Zeitschrift mit verschiedenen Beitragen von Mitgliedern des Collège veröffentlicht. Das Collège ist dabei genau so phantasiereich und kurios, wie es die Pataphysik verlangt: es hat seine eigene skurrile Zeitrechnung mit selbst erfundenen Monaten, Feiertagen usw., es hat äußerst merkwürdige Titel, wie zum Beispiel das Oberhaupt des Collège, seine Magnifizenz XY, oder gewisse Mitglieder, die den Titel „Satrape“ innehaben, welches historisch auf den Titel eines Gouverneurs einer Provinz im persischen Imperium zurückgeht, und das heutzutage einen „reichen, despotischen Genußmenschen“ bezeichnet (Le petit Robert 1, hrsg. von Paul Robert, Bd. 1, Paris 1987, 1766). Auf die Eigenarten des Collège soll ebenfalls im Vergleich von Pataphysik und Karnevalisierung noch einmal etwas näher eingegangen werden.

3. Vian und die Pataphysik

Boris Vians „offizielle“, bewußte Beziehung zur Pataphysik begann mit dem Theaterstück Abdeckerei für alle (1947). Das Stück entstand fast zeitgleich mit dem Collège de Pataphysique, welches 1948 gegründet wurde. Es wird 1950 zum ersten Mal aufgeführt, und die Mitglieder des Collège de Pataphysique gehören wohl mit zu den wenigen Zuschauern, die es mit „riesigem Jubel“ aufnehmen (Noël Arnaud: Boris Vian et la ’Pataphysique, in: Noël Arnaud; Henri Baudin (Hrsg.): Boris Vian. Colloque de Cerisy 2, Paris 1976, 385-402, hier: 393).

Am 8. Juni 1952 wird Boris Vian dann in das Collège aufgenommen, als „Abdecker erster Klasse“ (Marc Lapprand: Boris Vian l’Équarrisseur de première classe, in: Magazine Littéraire 388 (2000), 50-54, hier: 50).

Im Collège bzw. in der Pataphysik scheint Vian genau das zu finden, was er schon immer in seinen Werken auszudrücken versucht hat: Ablehnung von Konformismus und Abnutzung des Menschen durch den grauen Alltag, und stattdessen Beschäftigung mit allem, was einem unterkommt, Neugierde für alles, Suche nach imaginären Lösungen u.ä.

Gleichzeitig stellt das Collège offenbar auch eine Art Zuflucht für Vian dar, der sich in den Nachkriegsjahren in einer intellektuell „ziemlich ungemütlichen“ Lage befand (Lapprand (2000), 53). Lapprand führt aus:

„Es ist eindeutig, daß die Geburt des Collège de Pataphysique und der warme Empfang, der ihm dort bereitet wurde, genau zum richtigen Zeitpunkt kam für diesen Autor [Vian], der sich von einer Gesellschaft abgelehnt fühlte, die weiterhin hartnäckig darauf bestand, ihn nicht zu verstehen.“ (Lapprand (2000), 54)

So hat das Collège, das über seine eigene imaginäre Zeitrechnung und eigene Feiertage verfügt, auch einen Feiertag für Boris Vian eingerichtet. Am 9. as (der 11. November unserer Zeitrechnung) wird das Stück Abdeckerei für alle gefeiert, das die Pataphysiker – ganz im pastaphysischen Sinne – auf „Fest des Besuchs der Schlachthöfe“ (Fête de la Visite des Abattoires) taufte (Arnaud (1976), 409f.). Raymond Queneau, ein weiteres illustres Mitglied des Collège und langjähriger Freund Vians fragt außerdem in seiner Hommage an diesen: „Wer war pataphysischer als er?“ (zitiert nach Lapprand, (2000), 54).

4. Was ist Karnevalisierung?

Der Begriff der „Karnevalisierung“ wurde maßgeblich durch Michail M. Bachtin geprägt, und wo immer ein Text unter diesem Begriff untersucht wird, greift man meist auf Bachtin zurück. Das Buch Literatur und Karneval, auf das hier zur Erläuterung des Begriffs eingegangen werden soll, stammt ursprünglich aus zwei verschiedenen Werken Bachtins, eines über Rabelais, das andere über Dostojewskij. Aus diesen beiden Werken wurden die Passagen zusammengetragen, in denen sich Bachtin über Karnevalisierung äußert.

Bevor Bachtin überhaupt über den Begriff der Karnevalisierung spricht, stellt er zunächst zwei andere, für seine Analyse wesentliche Begriffe vor: die Begriffe der „Groteske“ und der „Lachkultur“. So soll hier also zunächst dargestellt werden, was Bachtin unter diesen Begriffen versteht.

Die wirkliche Natur des Grotesken, so Bachtin, sei von der volkstümlichen Lachkultur und vom karnevalistischen Weltempfinden nicht zu trennen (Michail M. Bachtin: Literatur und Karneval, Frankfurt/M. 1990, 25). Eine der Hauptfunktionen der Groteske sei die Befreiung: Befreiung vom Entsetzen und von der Furcht, Befreiung der Phantasie, Befreiung von unmenschlichen Notwendigkeiten oder Befreiung des menschlichen Bewußtseins, der Gedanken und Einbildungskraft (Bachtin (1990), 28). Um dies zu erreichen, benutzt die Groteske unter anderem das Mittel der Relativierung. Relativiert, d.h. in Frage gestellt, wird alles Bestehende, und alles erhält eine ambivalente Natur: Geburt und Tod, Jugend und Alter oder Torheit und Weisheit stehen sich hier gegenüber und bedingen sich gegenseitig: „Die bestehende Welt wird zerstört, um sich in einer neuen Geburt zu erneuern. Die Welt gebiert sterbend“ (Bachtin (1990), 27).

Ein weiteres Charakteristikum der Groteske sei die Übertreibung. Bachtin zitiert hier Schneegans, der meint, die Groteske beginne dort, wo die Übertreibung phantastische Ausmaße annehme (Bachtin (1990), 15). Die Übertreibung findet vor allem am menschlichen Körper statt und kann zum Teil so weit gehen, daß dieser tierische Züge annimmt. In der Tat ist die Vermengung menschlicher und tierischer Züge laut Bachtin eine der ältesten Formen der Groteske (Bachtin (1990), 15).

Die groteske Gestalt des Leibes wird von Bachtin ausführlich behandelt. So gewinnen für die Groteske „allerlei Auswüchse und Abzweigungen besondere Bedeutung, die den Leib außerhalb des Leibes fortsetzen, die ihn mit anderen Leibern oder mit der nichtleiblichen Welt verbinden.“ (Bachtin (1990), 16). Es gibt außerdem ganz bestimmte Körperteile, die für die Groteske benutzt werden. Dazu zählen die Geschlechtsorgane, der After, der Bauch, und im Gesicht Mund und Nase. Bachtin stellt in diesem Zusammenhang fest, daß es in allen Sprachen eine ganze Reihe an Ausdrücken für eben genannte Körperteile gibt, jedoch meist nur einen oder sehr wenige Ausdrücke für andere Körperteile wie Arme, Beine, Gesicht oder Augen (Bachtin (1990), 19). Die Benutzung von grotesken Ausdrücken im Bereich des Leibes dominiere im nicht-offiziellen sprachlichen Leben der Völker und verbinde sich dort öfter mit Fluchen und Lachen. So sei die Thematik des Fluchens und Lachens auch fast ausschließlich eine grotesk-leibliche Thematik. Im Zusammenhang mit den in der Groteske vornehmlich benutzen Körperteilen herrschen auch bestimmte Themen vor. So handelt vieles in der Groteske vom Geschlechtsleben, von Essen, Trinken und von Ausscheidungen (Bachtin (1990), 22).

Das Lachen wurde eben schon kurz angesprochen. Es ist im Grunde ein weiteres Mittel zur Befreiung:

Das Lachen setzte (...) die Überwindung der Furcht voraus. Das Lachen verfügt keine Verbote und Einschränkungen. Macht, Gewalt, Autorität sprechen niemals die Sprache des Lachens. (Bachtin (1990), 35)

Außerdem deckt das Lachen, indem es die Angst vor dem Geheimnis und vor den Mächtigen nimmt, die Wahrheit über diese auf, oder zeigt zumindest eine andere Wahrheit als die der Macht:

„Der Ernst knechtete und schreckte, log und heuchelte, geizte und fastete. Auf dem Festplatz, am feiertäglichen Tisch wurde der ernsthafte Ton wie eine Maske abgelegt und es begann eine andere Wahrheit zu tönen: lachend, närrisch, unziemlich, fluchend, parodierend, travestierend. Furcht und Lüge zerstreuten sich vor dem Triumph des Materiell-Leiblichen und des Festtäglichen.“ (Bachtin (1990), 39)

Das Lachen des Karnevals bildet eine Art Gegenwelt zum Ernst der offiziellen Welt.

Wie schon weiter oben erwähnt beinhaltet der Karneval also zwei wesentliche Elemente: das Groteske und das Lachen. Was versteht Bachtin nun unter Karnevalisie­rung? Dazu sollte man zunächst noch einen Blick auf sein Verständnis von Karneval werfen. Hier einige Äußerungen Bachtins dazu, was für ihn Karneval ist:

„Der Karneval, den wir im weiteren Sinne aller karnevalistischen Festlichkeiten, Bräuche und Formen verstehen (...).“ (Bachtin (1990), 47)

„Karneval ist ein Schauspiel ohne Rampe, ohne Polarisierung der Teilnehmer in Akteure und Zuschauer. Im Karneval sind alle Teilnehmer aktiv, ist jedermann handelnde Person.“ (Bachtin (1990), 48)

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Pataphysik und Karnevalisierung in Boris Vians "Abdeckerei für alle" – ein Vergleich
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Mainz)
Veranstaltung
Geschichte als Tragödie – Geschichte als Farce
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
34
Katalognummer
V124071
ISBN (eBook)
9783640288816
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pataphysik, Karnevalisierung, Boris, Vians, Abdeckerei, Vergleich, Geschichte, Tragödie, Geschichte, Farce
Arbeit zitieren
Nadia Cohen (Autor), 2003, Pataphysik und Karnevalisierung in Boris Vians "Abdeckerei für alle" – ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124071

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