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Die Reichspolitik der Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg (1220-1266/67)

Título: Die Reichspolitik der Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg (1220-1266/67)

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 1998 , 121 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Michael Liebmann (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Markgrafen Johann I. und Otto III. zählen zu den herausragenden Akteuren der brandenburgischen Landesgeschichte im Mittelalter. In der Zeit von 1220 bis 1266/67 gelang es dem gemeinsam regierenden Brüderpaar, den Umfang der Mark nahezu zu verdoppeln, durch Errichtung von Burgen, die Stiftung von Klöstern und die Gründung von etwa 30 Städten konsequent nach innen auszubauen und somit Brandenburg letztlich zur bedeutendsten Territorialmacht Norddeutschlands zu entwickeln. Diese landesherrlichen Aktivitäten sind von der Mediävistik bereits ausführlich beschrieben worden. Weniger bekannt und geschichtswissenschaftlich bisher kaum besprochen wurde dagegen das reichspolitische Engagement genannter Markgrafen. Diese Forschungslücke soll vorliegende Arbeit schließen.
Methodisch in Ereignisfelder zusammengefasst, werden alle Beziehungen zum römisch-deutschen König sowie sämtliche reichsrechtlichen Statusveränderungen aufgeführt und erläutert.
Verfolgt werden dabei folgende Fragen: Beteiligten sich Johann I. und Otto III. an Königswahlen? Wann und zu welchen Anlässen besuchten sie Hoftage? Leisteten sie dem König Heerfolge? Zog der König die Brüder zu Reichsdiensten heran, welche über das Markgrafenamt hinaus gingen? Unterstützten die Markgrafen den König bei der Wahrung des Landfriedens?
Zudem werden alle königlichen Verfügungen oder politischen Entwicklungen aufgezeigt, die Einfluss auf die rechtliche Stellung Johanns und Ottos innerhalb des Reiches hatten. Dazu zählten die Übertragung von Ämtern und Reichsgütern ebenso wie die Gewährung von Privilegien, welche geeignet waren, die Stellung der Merkgrafen gegenüber anderen Reichsfürsten zu verändern.
In Verfolgung dieser Fragestellungen beschreibt der Verfasser nicht nur die Beteiligung der Markgrafen am deutsch-dänischen Konflikt, an der frühen Inquisition, den Auseinandersetzungen der Staufer mit Welfen und Päpsten, der Vollstreckung der Reichsacht gegen Herzog Friedrich II. von Österreich und die Kandidatur Markgraf Ottos III. um die Königswürde 1256 sondern erläutert gleichsam verfassungsrechtliche Problemstellungen, wie die Übernahme von Reichsgut (Burg Brandenburg, Lübeck), die Fürstenprivilegien Kaiser Friedrichs II. und die Entstehung des Kurfürstenkollegs. Auf diese Weise entwirft der Autor ein detailiertes und facettenreiches Bild des römisch-deutschen Reiches in der Zeit des Übergangs vom Hoch- zum Spätmittelalter.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zeit der Unmündigkeit

3. Johann und Otto im deutsch-dänischen Konflikt

4. Die Markgrafen als Gegner des Kaisers im welfischen Erbgüterstreit

5. Die Belehnung mit der Markgrafschaft

6. Auswirkungen der Fürstenprivilegien Friedrichs II. auf die Mark

7. Die Verfolgung der Häretiker

8. Der welfisch-staufische Ausgleich

9. Vollstreckung der Reichsacht gegen den Herzog von Österreich

10. Johann und Otto als Parteigänger des Kaisers

11. Die Anerkennung des Gegenkönigs Wilhelm von Holland

12. Der Kampf um die Reichsstadt Lübeck

13. Markgraf Ottos Bewerbung um den Königsthron

14. Die letzten Regierungsjahre

15. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg in der Reichspolitik zwischen 1220 und 1266/67, um ihre Beziehungen zum römisch-deutschen König sowie ihren veränderten rechtlichen Status innerhalb des Reiches zu analysieren.

  • Beziehungen der Markgrafen Johann I. und Otto III. zum römisch-deutschen König.
  • Einfluss der Fürstenprivilegien und rechtlicher Veränderungen auf den Status der Markgrafen.
  • Die Rolle der Askanier in dynastisch-territorialen Konflikten (u.a. deutsch-dänischer Konflikt, welfisches Erbe).
  • Untersuchung der Reichspolitik vor dem Hintergrund einer aufstrebenden Landesherrschaft.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Am Ende des 20.Jahrhunderts ist es selten geworden, dass sich die Mediävistik an die Erforschung von Einzelgestalten heranwagt, wo doch die Politikgeschichte in den letzten Jahrzehnten immer mehr zugunsten einer Herausarbeitung von Strukturen, Mentalitäten sowie Sozial- und Wirtschaftsgefügen zurückgetreten ist. Sicherlich ist dem Vorwurf zuzustimmen, dass der Blickwinkel der älteren Forschung etwas einseitig auf den sogenannten „Gestaltern von Geschichte“ gelegen hat, wofür allerdings neben gewissen gesellschaftlichen Intentionen auch die Quellensituation mitverantwortlich zu machen ist. Klerus und Adel sind Mittelpunkt der schriftlichen Überlieferungen, Bürger dagegen weniger und Bettler und Bauern fast gar nicht. Zudem ist die Regional- als auch die Reichsgeschichte jener Zeit weniger Landesgeschichte (im geographischen Sinne), denn Personengeschichte - schließlich definieren wir das hochmittelalterliche Verfassungsgebilde ja immer noch als „Personenverbandsstaat“.

Wenn sich die folgende Arbeit auf die Regierungszeit der Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg (1220-1266/67) festlegt, so soll damit nicht neue „Heldengeschichte“ geschrieben werden. Es geschieht dies lediglich zu dem Zweck, eine zeitliche Begrenzung zu haben, die eine möglichst detailgenaue Betrachtung des Themas erlaubt, ohne jedoch den vorgegebenen Rahmen der Arbeit zu sprengen. Die gewonnenen Ergebnisse ihrerseits können dann einen Mosaikstein größerer Strukturgeschichte darstellen, Zusammenhänge erhellen und zu allgemeineren Aussagen über das Verhältnis von Fürsten zu König und Reich führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert den Stellenwert der Politikgeschichte in der Mediävistik und legt den zeitlichen sowie methodischen Rahmen für die Untersuchung der Reichspolitik der Markgrafen fest.

2. Die Zeit der Unmündigkeit: Dieses Kapitel behandelt die Vormundschaft über die minderjährigen Markgrafen nach dem Tod Albrechts II. und die schwierigen lehnsrechtlichen Verhältnisse zur Zeit ihrer frühen Regierung.

3. Johann und Otto im deutsch-dänischen Konflikt: Es werden die Einflüsse der dänischen Machtpolitik auf die Mark und die Rolle der Markgrafen im Kontext norddeutscher Machtkämpfe beleuchtet.

4. Die Markgrafen als Gegner des Kaisers im welfischen Erbgüterstreit: Das Kapitel analysiert das tatkräftige Eingreifen der Markgrafen im Konflikt um das welfische Erbe und ihre Unterstützung ihres Schwagers Otto des Kindes gegen kaiserliche Interessen.

5. Die Belehnung mit der Markgrafschaft: Hier wird der erste bedeutende formelle Akt der Belehnung Johanns I. und Ottos III. durch Kaiser Friedrich II. und dessen reichsrechtliche Bedeutung untersucht.

6. Auswirkungen der Fürstenprivilegien Friedrichs II. auf die Mark: Es wird geprüft, inwiefern die kaiserlichen Statuten die landesherrliche Macht der Brandenburger Markgrafen in der Praxis beeinflussten.

7. Die Verfolgung der Häretiker: Das Kapitel beleuchtet die Haltung der Markgrafen zur Inquisition und ihre Teilnahme an Hoftagen, die sich mit Ketzerverfolgungen befassten.

8. Der welfisch-staufische Ausgleich: Hier wird die Rolle der Markgrafen als Vermittler im Ausgleich zwischen Staufern und Welfen sowie die Erhebung Ottos des Kindes zum Reichsfürsten thematisiert.

9. Vollstreckung der Reichsacht gegen den Herzog von Österreich: Die Beteiligung der Markgrafen an den Plänen zur Vollstreckung der Reichsacht gegen den österreichischen Herzog Friedrich den Streitbaren steht im Fokus.

10. Johann und Otto als Parteigänger des Kaisers: Dieses Kapitel untersucht die stärkere Einbindung der Markgrafen in die staufische Reichspolitik und ihr Verhältnis zu König Konrad IV.

11. Die Anerkennung des Gegenkönigs Wilhelm von Holland: Die diplomatischen Bemühungen um die Anerkennung Wilhelms von Holland und die politische Rolle der Askanier dabei werden dargelegt.

12. Der Kampf um die Reichsstadt Lübeck: Die Versuche der Markgrafen, ihre Stadtherrschaft über das umstrittene Lübeck zu etablieren, bilden den Kern dieses Abschnitts.

13. Markgraf Ottos Bewerbung um den Königsthron: Das Kapitel analysiert den Höhepunkt der askanischen Reichspolitik: die Kandidatur Ottos III. für den Königsthron und ihr Scheitern.

14. Die letzten Regierungsjahre: Den Abschluss bilden die territorialpolitischen Aktivitäten Johanns und Ottos sowie die Regelung der Nachfolge durch die Landesteilung.

15. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse bezüglich der Ereignisfelder und bewertet den tatsächlichen Einfluss der Markgrafen auf die Reichspolitik.

Schlüsselwörter

Markgrafen von Brandenburg, Johann I., Otto III., Reichspolitik, Friedrich II., Askanier, Lehnshoheit, Statutum in favorem principum, Landfrieden, Doppelwahl 1257, Lübeck, Reichsfürsten, Territorialherrschaft, Landesausbau, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Reichspolitik der brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. im 13. Jahrhundert und beleuchtet ihr Verhältnis zum römisch-deutschen König sowie die Entwicklung ihrer landesherrlichen Stellung.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die askanischen Ansprüche auf Gebiete wie Pommern, das rechtliche Verhältnis der Markgrafen zum Reich, ihr Agieren in dynastischen Konflikten und ihre Rolle bei Königswahlen.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle der askanischen Markgrafen im Reichssystem des Hochmittelalters auf Basis des aktuellen Forschungsstandes neu zu bewerten und zu klären, wie aktiv sie tatsächlich in die überregionale Politik eingriffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Der Autor wählt eine chronologisch-ereignisgeschichtliche Darstellung, die er mit verfassungs- und rechtsgeschichtlichen Analysen kombiniert, um die komplexe Rolle der Markgrafen als Reichsfürsten und Landesherren zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Ereignisfelder, darunter Kontakte zu römisch-deutschen Königen (z.B. bei Hoftagen, Belehnungen) sowie Veränderungen ihres rechtlichen Status, wie durch die Fürstenprivilegien oder die Erlangung der Kurfürstenwürde.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reichspolitik, Askanier, Belehnung, Landesherrschaft, Kurfürstenkolleg und das mittelalterliche Verfassungsgefüge geprägt.

Welche Rolle spielte die Markgräfin Mechthild für die Politik ihrer Söhne?

Mechthild war eine politisch agierende Witwe, die während der Unmündigkeit ihrer Söhne maßgeblichen Einfluss auf die Lehnsverhältnisse und die Sicherung des askanischen Besitzes ausübte.

Warum scheiterte die praktische Stadtherrschaft der Markgrafen über Lübeck?

Obwohl der König den Markgrafen Lübeck formell verlieh, stieß dies auf erbitterten Widerstand der Stadt, die ihre Autonomie verteidigte, sowie auf konkurrierende Ansprüche welfischer Schirmvögte und diplomatisches Eingreifen des Papstes.

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Detalles

Título
Die Reichspolitik der Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg (1220-1266/67)
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
1,0
Autor
Michael Liebmann (Autor)
Año de publicación
1998
Páginas
121
No. de catálogo
V124078
ISBN (Ebook)
9783640288052
ISBN (Libro)
9783640288106
Idioma
Alemán
Etiqueta
Reichspolitik Markgrafen Johann Otto Brandenburg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Liebmann (Autor), 1998, Die Reichspolitik der Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg (1220-1266/67), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124078
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