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Lyrik der Resistenza – der antifaschistische italienische Widerstand in Gedichten von Eugenio Montale und Cesare Pavese

Title: Lyrik der Resistenza – der antifaschistische italienische Widerstand in Gedichten von Eugenio Montale und Cesare Pavese

Seminar Paper , 2009 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: BA Carolin Behrens (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

Der Zweite Weltkrieg und seine kollektiven politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen haben unsere Zeit wie kaum ein anderes historisches Ereignis geprägt. Zeitzeugenberichte, die Erforschung von historischen Tatsachen und persönlichen Erfahrungen bestimmen große Teile der geschichts- und kulturwissenschaftlichen Forschung. Nicht zuletzt aufgrund des 60-jährigen Jubiläums des Kriegsendes von 1945, wegen des Aufsehens um Gerichtsprozesse gegen schließlich aufgespürte Kriegsverbrecher in den letzten Jahren und da auf tatsächliche Zeitzeugen altersbedingt bald nicht mehr zurückgegriffen werden kann, hat die internationale Öffentlichkeit bis heute ein verstärktes Interesse an den damaligen Geschehnissen entwickelt.
Neben Deutschland als Hauptschauplatz des Krieges sieht sich dabei kaum eine Nation vielschichtiger und prekärer mit den Kriegsereignissen und ihren Folgen konfrontiert als Italien. Die heikle Besonderheit der italienischen Rolle im Zweiten Weltkrieg – zunächst als Streitmacht auf Seiten der Nationalsozialisten und nach ihrer Niederlage schließlich als alliierte Truppen gegen die ehemaligen Verbündeten – wird besonders in den letzten Jahren erst landesweit aufgearbeitet. Eine besondere Stellung in der kulturhistorischen Forschung kommt dabei dem italienischen Widerstandskampf, der Resistenza, und deren Mythisierung in der Nachkriegszeit zu. Anders als etwa die französische Résistance-Bewegung sieht sich die italienische Resistenza mit einem komplizierteren historischen Erbe konfrontiert, das erst seit jüngster Zeit umfassend erforscht und aufgearbeitet wird.
Die vorliegende Hausarbeit widmet sich eben dieser Aufarbeitung, indem Gedichte der italienischen Schriftsteller Eugenio Montale und Cesare Pavese als literarische Zeitzeugnisse untersucht werden sollen.
Zunächst wird dazu auf die Bedeutung von Gedichten als subjektives, historisches Zeitzeugnis eingegangen. Einführend zum ersten behandelten Gedicht folgt eine kurze Darstellung des antifaschistischen Widerstandes in Italien noch vor der eigentlichen Teilnahme am Zweiten Weltkrieg. Schließlich werden Montales Non chiederci la parola und Paveses Tu non sai le colline im Mittelpunkt der Analyse und Interpretation stehen.
Mit einer Zusammenfassung der errungenen Untersuchungsergebnisse wird die Abhandlung im Fazit abgeschlossen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zur Methode: Die Besonderheit der Lyrik als subjektives Zeitzeugnis

2 Der antifaschistische Widerstand vor dem italienischen Kriegseintritt 1940

2.1 Eugenio Montale: Non chiederci la parola

2.1.1 Formelle und inhaltliche Analyse

2.1.2 Hintergründe und Interpretation

3 Cesare Pavese: Tu non sai le colline

3.1 Formelle und inhaltliche Analyse

3.2 Hintergründe und Interpretation

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Verarbeitung des italienischen Widerstandskampfes, der Resistenza, durch eine Analyse ausgewählter Gedichte von Eugenio Montale und Cesare Pavese, um deren Bedeutung als subjektive historische Zeitzeugnisse herauszuarbeiten.

  • Literarische Analyse von Lyrik als historisches Dokument
  • Antifaschistischer Widerstand im Italien des 20. Jahrhunderts
  • Die hermetische Dichtung bei Eugenio Montale
  • Soziales Engagement und Schuldgefühl im Werk von Cesare Pavese
  • Die Rolle der Intellektuellen im italienischen Faschismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Formelle und inhaltliche Analyse

Das Gedicht besteht aus einer Strophe, die sich aus 14 Versen zusammensetzt, ein spezielles Reimschema ist nicht festzustellen.

Tu non sai le colline dove si è sparso il sangue. Tutti quanti fuggimmo tutti quanti gettammo 5 l’arma e il nome. Una donna ci guardava fuggire. Uno solo di noi si fermò a pugno chiuso, vide il cielo vuoto, 10 chinò il capo e morì sotto il muro, tacendo. Ora è un cencio di sangue e il suo nome. Una donna ci aspetta alle colline.

Im ersten Vers zeigen die „colline“ dem Adressaten des Gedichts den Ort an, an den sich die Partisanen zur Zeit des Widerstandes zurückgezogen hatten: die bergigen Regionen Nord- und Mittelitaliens, in deren Schutz sie sich versteckt hielten und von wo aus sie ihre Aufstände planten.

Gleichzeitig aber waren diese Hügel Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen den Partisanen und ihren faschistischen Widersachern, dort wurde ein blutiger Bürgerkrieg ausgetragen. Das Blut der Resistenza-Kämpfer wurde dort vergossen, so kann man Vers zwei verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Zweiten Weltkriegs als historisches Ereignis ein und stellt das Ziel vor, Gedichte von Montale und Pavese als literarische Zeitzeugnisse der Resistenza zu analysieren.

1 Zur Methode: Die Besonderheit der Lyrik als subjektives Zeitzeugnis: Das Kapitel erläutert die methodischen Herausforderungen der Gedichtinterpretation, da Lyrik durch ihre Subjektivität keine objektiven Fakten, sondern individuelle Reflexionen und Erfahrungen abbildet.

2 Der antifaschistische Widerstand vor dem italienischen Kriegseintritt 1940: Hier wird der historische Kontext des frühen Widerstands gegen das Mussolini-Regime beleuchtet, wobei die Rolle von Intellektuellen und der Ursprung antifaschistischer Organisationen hervorgehoben werden.

2.1 Eugenio Montale: Non chiederci la parola: Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung des Gedichts im Hinblick auf seine formellen Aspekte und den historischen Hintergrund des Autors.

2.1.1 Formelle und inhaltliche Analyse: Es wird die Struktur des Gedichts analysiert, insbesondere die Verwendung von Metrik, Reim und Bildsprache innerhalb der hermetischen Tradition.

2.1.2 Hintergründe und Interpretation: Der Abschnitt verknüpft Montales biographische Haltung zum Faschismus mit der Interpretation des Gedichts als Ausdruck innerer Emigration und negativer Poetik.

3 Cesare Pavese: Tu non sai le colline: Einleitende Betrachtung des Gedichts vor dem Hintergrund von Paveses späterer politischer Hinwendung zum Kommunismus.

3.1 Formelle und inhaltliche Analyse: Analyse der Struktur und der zentralen Metaphern, wie der geballten Faust als Symbol für Märtyrertum und Widerstand.

3.2 Hintergründe und Interpretation: Dieses Kapitel interpretiert Paveses Gedicht als eine Form der Selbstanklage und Verarbeitung von Schuldgefühlen aufgrund seiner eigenen Nicht-Teilnahme am aktiven Widerstand.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz unterschiedlicher politischer Verläufe beide Autoren den Einfluss der Resistenza in ihrer Lyrik verarbeitet haben, wobei Montale als Hermetiker und Pavese als später engagierter Autor fungiert.

Schlüsselwörter

Resistenza, italienischer Faschismus, Eugenio Montale, Cesare Pavese, Lyrik, Hermetismus, Zeitzeugnis, antifaschistischer Widerstand, politische Literatur, literarische Analyse, subjektives Erinnern, Partisanenkampf, metapoetisch, Engagement, italienische Nachkriegsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie zwei bedeutende italienische Schriftsteller den antifaschistischen Widerstand (Resistenza) in ihren Gedichten literarisch verarbeitet haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Lyrik und Geschichte, die Rolle des Autors in totalitären Systemen sowie die Verarbeitung politischer Verantwortung durch literarische Texte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Montale und Pavese durch ihre Lyrik als subjektive Zeitzeugen agieren und welche Rolle der Widerstand in ihrer individuellen biographischen und ästhetischen Entwicklung spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die formelle Textbeobachtungen (Metrik, Struktur) mit historisch-biographischen Kontextualisierungen verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert je ein repräsentatives Gedicht der beiden Autoren unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen historischen Hintergründe und antifaschistischen Haltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Resistenza, Hermetismus, Zeitzeugnis und die Analyse des Verhältnisses von individueller Schuld und kollektivem politischen Handeln.

Wie unterscheidet sich die Haltung der beiden Autoren zum Widerstand?

Während Montale bereits früh eine antifaschistische Haltung vertrat, zeichnet sich Pavese durch ein späteres politisches Erwachen aus, das stark von Schuldgefühlen über seine eigene Passivität während der Besatzungszeit geprägt war.

Welche Bedeutung kommt der Frauenfigur in Paveses Gedicht zu?

Die Frauenfigur wird biographisch gedeutet und mit Paveses Schwester sowie seiner problematischen Liebesbeziehung zu Bianca Garufi in Verbindung gebracht.

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Details

Title
Lyrik der Resistenza – der antifaschistische italienische Widerstand in Gedichten von Eugenio Montale und Cesare Pavese
College
Martin Luther University  (Institut für Romanistik)
Course
Proseminar: Resistenza zwischen Mythos und Wirklichkeit
Grade
1,3
Author
BA Carolin Behrens (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V124161
ISBN (eBook)
9783640289677
ISBN (Book)
9783640289721
Language
German
Tags
Lyrik Resistenza Widerstand Mythos Wirklichkeit Eugenio Montale Cesare Pavese Kulturwissenschaft Kulturgeschichte Partisanen Gedichtinterpretation Gedichtanalyse Italien Zweiter Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Carolin Behrens (Author), 2009, Lyrik der Resistenza – der antifaschistische italienische Widerstand in Gedichten von Eugenio Montale und Cesare Pavese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124161
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