Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: Peace and Conflict, Security

Die Humanitäre Intervention im Kosovo und ihre Bedeutung für das Völkerrecht

Title: Die Humanitäre Intervention im Kosovo und ihre Bedeutung für das Völkerrecht

Term Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Jens Engel (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Um 14:00 Uhr Eastern Standart Time am 24. März 1999 begannen die initialen Luftangriffe der Operation Allied Force. „Our military objective is to degrade and damage the military and security structure that President Milošević has used to depopulate and destroy the Albanian majority in Kosovo”, (William S. Cohen, Secretary of Defense, am 15. 04. 1999). Dieser NATO-Angriff war die Reaktion auf zahlreiche vorangegangene und fehlgeschlagene Verhandlungen, und hatte zum Ziel die Repressionen gegen die kosovo-albanische Bevölkerung von Seiten Serbiens beenden. Unmittelbar zuvor waren die Verhandlungen von Rambouillet fehlgeschlagen, bei denen die Delegation Jugoslawiens zwar einen Teil der Forderungen akzeptierte, die Präsenz von NATO-Truppen im Kosovo aber weiterhin ablehnte (US Department of State 2001).

Bereits im Verlauf dieser Operation, aber noch deutlicher im Anschluss, wurden zahlreiche kontroverse Stimmen laut, die eine rechtliche Einordnung dieser, nicht vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen abgedeckten Humanitären Intervention, versuchten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bilden ein breites Spektrum ab – von einer als völkerrechtswidrig begründeten Ablehnung, bis hin zu diversen Versuchen, diese Militärintervention völkerrechtlich zu legalisieren. Wie sooft liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen. Diese Ambiguität des Völkerrechts mag speziell von juristischer Seite nicht zufrieden stellend sein, ist aber im internationalen Kontext Alltags- und Gewohnheitspraxis. In diesem Zusammenhang ist es das Ziel dieser Arbeit, einen Überblick über die geläufigsten Einschätzungen dieser Intervention zu liefern. Ebenfalls möchte sich diese Arbeit zum Ziel setzen, die positiven Auswirkungen der Operation, aber auch die der damit entstandenen Debatten zu würdigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Humanitäre Intervention

2.1 Die Humanitäre Intervention im Kosovo

3.0 Bewertung der Humanitären Intervention im Kosovo

3.1 Die Humanitäre Intervention ohne UN-Mandat

3.2 Die Verhältnismäßigkeit der Humanitären Intervention im Kosovo

3.3 Die Konzeption der Intervention im Kosovo

3.4 Die Humanitäre Intervention im Kosovo als Völkergewohnheitsrecht

3.5 Menschenrechtsschutz in der Charta der Vereinten Nationen

3.6 Die Abwandlung des Rechts auf Selbstverteidigung

3.7 Der übergesetzliche Notstand als Rechtfertigungsgrund

3.8 Zusammenfassung der Bewertung der Intervention im Kosovo

4.0 Beeinflussung des Völkerrechts durch die Operation Allied Force

5.0 Die Humanitäre Intervention im medialen Zeitalter

6.0 Position des Autors

7.0 Literatur / Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtliche Einordnung der nicht durch ein UN-Mandat gedeckten humanitären Intervention der NATO im Kosovo-Konflikt und analysiert deren Auswirkungen auf das Völkerrecht sowie die Rolle der Medien in diesem Prozess.

  • Historischer Kontext und politischer Verlauf des Kosovo-Konflikts
  • Rechtliche Bewertung der Intervention im Lichte der UN-Charta
  • Diskussion über Völkergewohnheitsrecht und "übergesetzlichen Notstand"
  • Die Rolle der Medien als "Weichensteller" im Konfliktverlauf
  • Zusammenhang zwischen Machtinteressen und humanitärer Rechtfertigung

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Humanitäre Intervention im Kosovo

Zur Abschließenden Beurteilung der Humanitären Intervention im Kosovo ist es unabdingbar, die vorstehenden Ereignisse zu erläutern – begonnen werden soll hier mit dem politischen Aufstieg Milošević’. Nach dem Tod Titos, 1980, wurden erste Stimmen laut, die die Unabhängigkeit des Kosovo forderten. Ebenfalls schürte eine Wirtschaftskrise, u.a. hervorgerufen durch Strukturanpassungsmaßnahmen des IWF, die Unzufriedenheit in Jugoslawien. Slobodan Milošević, damals Führungsmitglied im Bund der Kommunisten Jugoslawiens, nutzte das Kosovo-Problem für seinen politischen Aufstieg.

Am 24.04.1987 kam es bei einer politischen Veranstaltung im Kosovo zu einer inszenierten Schlägerei zwischen der albanischen Polizei und Serben. In deren Verlauf schritt Milošević mit den Worten „Niemand wird euch jemals wieder schlagen“ ein (Milošević, 1987 in einer Rede auf dem Amselfeld, zitiert nach Reuter, 2000b: 150). Das war der erste entscheidende Schritt Milošević’ um an die Regierungsspitze Jugoslawiens zu gelangen. Mit seinem Aufstieg begann eine Zeit starker Repressionen im Kosovo: 1989, mit der Übernahme des Präsidentenamtes der Teilrepublik Serbien wurde die Autonomie der beiden Provinzen Vojvodina und Kosovo aberkannt. Im Weiteren kam es zur Entlassungen von Kosovo-Albanern und zu einer Serbisierung von politischen Ämtern und Institutionen. Diese Diskriminierung führte dazu, dass zwischen 1989 und 1993 über 350.000 Kosovo-Albaner das Kosovo verließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Einführung in die Thematik der NATO-Luftangriffe 1999 und Zielsetzung der kritischen Auseinandersetzung mit der völkerrechtlichen Rechtmäßigkeit dieser Intervention.

2.0 Humanitäre Intervention: Historischer Abriss des Begriffs der humanitären Intervention seit Ende des Zweiten Weltkriegs und Etablierung einer Arbeitsdefinition.

2.1 Die Humanitäre Intervention im Kosovo: Detaillierte Darstellung der politischen Ereignisse und des Aufstiegs von Milošević, die zur Eskalation im Kosovo führten.

3.0 Bewertung der Humanitären Intervention im Kosovo: Überblick über die wesentlichen Ansätze zur Bewertung der Mission im Hinblick auf völkerrechtliche Aspekte.

3.1 Die Humanitäre Intervention ohne UN-Mandat: Analyse der Rechtfertigungsversuche für ein unilaterales militärisches Eingreifen ohne explizite Autorisierung durch den UN-Sicherheitsrat.

3.2 Die Verhältnismäßigkeit der Humanitären Intervention im Kosovo: Untersuchung der Frage, ob die gewählten militärischen Mittel im Verhältnis zum angestrebten Ziel der Menschenrechtswahrung standen.

3.3 Die Konzeption der Intervention im Kosovo: Kritische Betrachtung der Phasen der Operation Allied Force und der Nachhaltigkeit der gewählten Strategie.

3.4 Die Humanitäre Intervention im Kosovo als Völkergewohnheitsrecht: Diskussion der Argumentation, ob die Intervention als Präzedenzfall für die Bildung von neuem Völkergewohnheitsrecht dienen kann.

3.5 Menschenrechtsschutz in der Charta der Vereinten Nationen: Einordnung der Menschenrechte in das Gefüge der UN-Charta und deren Verhältnis zur staatlichen Souveränität.

3.6 Die Abwandlung des Rechts auf Selbstverteidigung: Erörterung der Auffassung, ob Art. 51 der UN-Charta auf den Schutz von Minderheiten vor massiven Repressionen ausgeweitet werden kann.

3.7 Der übergesetzliche Notstand als Rechtfertigungsgrund: Erläuterung des Rechtskonzepts, bei dem ein höheres Rechtsgut eine Rechtsverletzung rechtfertigen kann.

3.8 Zusammenfassung der Bewertung der Intervention im Kosovo: Synthese der Argumente, die zur Schlussfolgerung führt, dass die Konzeption der Intervention fehlerhaft und die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt war.

4.0 Beeinflussung des Völkerrechts durch die Operation Allied Force: Reflexion darüber, inwiefern die Debatte um die Operation langfristig zur Veränderung oder Kodifizierung von Völkerrecht beiträgt.

5.0 Die Humanitäre Intervention im medialen Zeitalter: Analyse des Beziehungsdreiecks Gesellschaft, Medien und Politik sowie des Einflusses medialer Berichterstattung auf politische Handlungszwänge.

6.0 Position des Autors: Zusammenfassende Einschätzung des Autors, der für eine Integration von Bewertungsmaßstäben in das kodifizierte Völkerrecht plädiert.

7.0 Literatur / Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Humanitäre Intervention, Kosovo-Konflikt, Völkerrecht, Operation Allied Force, Menschenrechte, UN-Charta, Völkergewohnheitsrecht, Verhältnismäßigkeit, Friedenssicherung, Slobodan Milošević, Medienmacht, Souveränität, übergesetzlicher Notstand, Peace Enforcement, bellum iustum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der völkerrechtlichen Einordnung und Bewertung der NATO-Intervention im Kosovo-Konflikt von 1999 und hinterfragt die Legitimität militärischer Gewalt zu humanitären Zwecken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die völkerrechtlichen Grundlagen, das Gewaltverbot der UN-Charta, Konzepte der humanitären Intervention, das Verhältnis von Machtinteressen und Menschenrechtsschutz sowie die Rolle der Medien in Kriegsszenarien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein Überblick über die geläufigsten völkerrechtlichen Einschätzungen zur Kosovo-Intervention sowie die Würdigung der positiven Auswirkungen der Operation und der damit verbundenen Debatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Völkerrechtstheorie, Friedensethik und Medienwissenschaft, um die Ereignisse im Kosovo kritisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vorgeschichte, die rechtliche Bewertung (unter anderem ohne UN-Mandat), Fragen der Verhältnismäßigkeit, die Rolle der Medien und die langfristigen Folgen für das Völkerrecht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe umfassen humanitäre Intervention, Kosovo-Konflikt, Völkerrecht, UN-Charta, Souveränität, Menschenrechte und völkergewohnheitsrechtliche Entwicklungen.

Warum wird das Massaker von Racak im medialen Kontext besonders erwähnt?

Das Beispiel dient der Veranschaulichung, wie Medienberichterstattung politische Entscheidungsprozesse beschleunigen oder beeinflussen kann, selbst wenn die forensische Aufklärung der Vorfälle zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht abgeschlossen war.

Wie lautet die Schlussfolgerung des Autors zur Rechtmäßigkeit der Kosovo-Intervention?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Konzeption der Intervention im konkreten Fall fehlerhaft war und die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel nicht gewahrt blieb.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Die Humanitäre Intervention im Kosovo und ihre Bedeutung für das Völkerrecht
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Die Serbische Politik und aktuelle Herausforderungen
Grade
1,5
Author
Jens Engel (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V124221
ISBN (eBook)
9783640291007
ISBN (Book)
9783640291236
Language
German
Tags
Humanitäre Intevention Operation Allied Force Menschenrechtsschutz Kosovo Balkankonflikt Völkerrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Engel (Author), 2008, Die Humanitäre Intervention im Kosovo und ihre Bedeutung für das Völkerrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124221
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint