Diese Arbeit untersucht, ob Charakteristika definiert werden können, die ein Arbeitsblatt bedarf, um als gut gestaltet zu gelten und welche Gestaltungsrichtlinien (Typografie und Elemente wie Text, Bilder, Symbole, etc.) dabei zu beachten sind. Im Sinne dieser Arbeit ist „gut gestaltet“ so zu verstehen, dass pädagogisch-psychologische Gestaltungspunkte existieren, die Auszubildende beim Bearbeiten von Arbeitsblättern und Aufnehmen von Informationen unterstützen können.
Die Untersuchung der Charakteristika von Arbeitsblättern, mit Berücksichtigung pädagogischer und psychologischer Ansatzpunkte und die Erstellung von Arbeitsblättern mit Hilfe von digitalen Tools, im Kontext der beruflichen Bildung, ist ein Desiderat. Die herausgearbeiteten Kriterienkataloge sind nicht ausschließlich für die berufliche Bildung, sondern für alle Arten Einrichtungen anwendbar, die Arbeitsblätter nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Lern- und Arbeitsaufgaben
2.2 Medien als didaktisches Entscheidungsfeld
2.3 Arbeitsblätter
2.3.1 Arten von Arbeitsblättern
2.3.2 Gestaltungselemente von Arbeitsblättern
2.4 Tools für die Arbeitsblattgestaltung
3. Gestaltung eines Arbeitsblattes
3.1 Inhalts- und Layouteinstellungen
3.2 Anlegen eines Arbeitsblatts
3.3 Grundsätzliche Gestaltunganordnungen
3.4 Schritte der Gestaltung
4. Umsetzungsbeispiel: Arbeitsblätter für Lern- und Arbeitsaufgabe
4.1 Beschreibung der Lern- und Arbeitsaufgabe
4.2 Arbeitsblatttypen (exemplarisch)
4.2.1 Informationsblatt (Szenario)
4.2.2 Anschauungs- und Motivationsblatt (Netzwerktopologien)
4.2.3 Übungsblatt (Subnetting)
4.2.4 Erarbeitungsblatt (Gerätekonfiguration)
4.2.5 Merkblatt (Rechnung)
4.2.6 Lernkontrollblatt
5. Ergebnisse
5.1 Kriterienkatalog zur Gestaltung von Arbeitsblättern
5.1.1 Didaktische Kriterien
5.1.2 Optische Kriterien
5.1.3 Kriterien zur Verständlichkeit
5.1.4 Inhaltliche Kriterien
5.2 Templates für verschiedene Arten von Arbeitsblättern
5.3 Gebrauchswert von xx
6. Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie mediale Lehrmittel, speziell Arbeitsblätter, im Kontext der beruflichen Ausbildung gestaltet werden müssen, um Lernende zielgerichtet zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Definition eines Kriterienkatalogs und der praktischen Anwendung mittels digitaler Werkzeuge, um eine evidenzbasierte Gestaltungspraxis für Ausbilder zu etablieren.
- Theoretische Grundlagen zur Lern- und Arbeitsaufgabe
- Didaktische und optische Anforderungen an Arbeitsblätter
- Analyse und Erprobung digitaler Gestaltungstools ("xx")
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs für verschiedene Arbeitsblatttypen
- Erstellung von Templates für die betriebliche Ausbildung
Auszug aus dem Buch
2.3 Arbeitsblätter
Es gibt zwei idealtypische Arten von Arbeitsblättern. Arbeitsblätter mit Aufgabenstellungen und Arbeitsblätter ohne Aufgabenstellung (vgl. Brettschneider 2001; vgl. Martial et al. 2005, S. 167 f.). Arbeitsblätter ohne Aufgabenstellung sind untergliedert in Merkblatt, Informationsblatt und Anschauungs- und Motivationsblatt, wohingegen Arbeitsblätter mit Aufgabenstellung untergliedert sind in Übungsblatt, Lernkontrollblatt und Erarbeitungsblatt (vgl. ebd.).
Arbeitsblätter ohne Aufgabenstellung ergänzen den Unterrichtsablauf. Isoliert betrachtet besitzen sie keine pädagogische Funktion, sondern integrieren sich in einen unterrichtsmethodischen Handlungsablauf (vgl. Martial et al. 2005, S. 171). Das Merkblatt dient dem komprimierten zusammengefassten Inhalt einer Unterrichtseinheit und soll den Lernenden eine Hilfestellung bei der Nachbereitung sein (vgl. Brettschneider 2001). Es soll strukturiert den Inhalt einer Unterrichtseinheit folgen und diesen systematisch wiedergeben, so dass die Lernenden sich geordnet erinnern können (Martial et al. 2005, S. 170). Eine zu starke Anwendung von Merkblättern kann dazu führen, die „Fähigkeit zum selektiven, zielgerichteten Lesen, […] dem eigenständigen Ordnen und Bewerten von Inhalten“ (ebd., S. 170 f.) zu behindern, da dies durch Lehrende bereits vorgenommen wird. Das Informationsblatt dient Lehrenden zum Herstellen eines aktuellen, realitätsnahen Bezugs des zu unterrichteten Themas und wird während des Unterrichts eingesetzt (vgl. Brettschneider 2001). Es ergänzt Lehrbücher und dient zur Präsentation von Sachdarstellungen, Statistiken oder Zeitungsausschnitten (vgl. Martial et al. 2005, S. 170). Das Anschauungs- und Motivationsblatt soll die Realität mit der im Unterricht gestellten Problemstellung verknüpfen und die Lernenden motivieren, das Problem zu lösen (vgl. Brettschneider 2001). Die Motivation mit bildnerisch gestalteten Elementen zu fördern, sofern diese einen „interpretatorischen Widerstand“ (Martial et al. 2005, S. 169) bieten, ist ratsam (vgl. ebd.). Fremdheiten und Schwierigkeiten auf einen Motivationsblatt lösen zudem das Interesse aus, den Inhalt zu verstehen (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Arbeitsblattgestaltung ein und definiert das Ziel der Arbeit, pädagogisch fundierte Gestaltungsrichtlinien für die berufliche Ausbildung zu erarbeiten.
2. Theoretischer Hintergrund: Das Kapitel erläutert die Konzeption von Lern- und Arbeitsaufgaben sowie deren didaktische Verortung und kategorisiert verschiedene Arten von Arbeitsblättern und deren Gestaltungsaspekte.
3. Gestaltung eines Arbeitsblattes: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Prozess der Erstellung von Arbeitsblättern unter Verwendung digitaler Werkzeuge und definiert dabei verbindliche Inhalts- und Layoutstandards.
4. Umsetzungsbeispiel: Arbeitsblätter für Lern- und Arbeitsaufgabe: Anhand einer konkreten IT-Lernaufgabe wird die praktische Anwendung der zuvor definierten Gestaltungsprinzipien auf verschiedene spezifische Arbeitsblatttypen demonstriert.
5. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert den entwickelten Kriterienkatalog, stellt erstellte Templates für verschiedene Blatttypen vor und bewertet den Gebrauchswert des verwendeten Software-Tools.
6. Diskussion und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert deren Übertragbarkeit auf andere Berufsfelder und zeigt Entwicklungsperspektiven für eine effizientere digitale Arbeitsblattgestaltung auf.
Schlüsselwörter
Arbeitsblätter, berufliche Ausbildung, Lern- und Arbeitsaufgabe, didaktisches Design, Kriterienkatalog, Medien im Unterricht, Digitale Tools, Gestaltungselemente, Handlungskompetenz, Fachsystematik, Prozessorientierung, OER, Templates
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Arbeitsblätter in der beruflichen Ausbildung didaktisch und optisch so gestaltet werden können, dass sie Auszubildende optimal beim Lernen unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die pädagogisch-psychologische Gestaltung von Lehrmaterialien, der Einsatz von Lern- und Arbeitsaufgaben sowie die praktische Nutzung digitaler Tools zur Erstellung von rechtssicheren und hochwertigen Unterlagen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erarbeitung von Kriterien für die "gut gestaltete" Arbeitsblätter und die Bereitstellung von Templates, die Ausbildungspersonal bei der praxisnahen Unterrichtsgestaltung helfen sollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zur Mediendidaktik sowie einer praxisorientierten Umsetzungsbeispiel-Studie, in der der Kriterienkatalog entwickelt und das spezifische Software-Tool "xx" auf seine Eignung hin evaluiert wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der theoretischen Fundierung werden in den Kapiteln 3 bis 5 der konkrete Gestaltungsprozess, die praktische Anwendung am Beispiel eines IT-Handlungsfeldes und die finale Ergebnisherleitung durch den Kriterienkatalog vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Handlungskompetenz, Prozessorientierung, OER (Open Educational Resources), Gestaltungskriterien und mediendidaktische Funktionen charakterisieren.
Wie unterscheidet sich das Informationsblatt von einem Übungsblatt in dieser Arbeit?
Während das Informationsblatt als Darbietungsmedium ohne Aufgaben fungiert, um Sachverhalte zu vermitteln, soll das Übungsblatt die Lernenden durch prozessstrukturierende Aufgabenstellungen zur aktiven Wissensanwendung aktivieren.
Warum wird für die Evaluation des Tools "xx" der Standard ISO 9126 herangezogen?
Der Standard ermöglicht eine objektive Einschätzung des Nutzwertes der Software für Lehrende anhand von Qualitätsmerkmalen wie Funktionalität, Benutzbarkeit, Effizienz und Wartbarkeit.
Welche Rolle spielen QR-Codes in den entworfenen Arbeitsblättern?
QR-Codes dienen dazu, aktuelle oder weiterführende Informationen sowie Quellen dynamisch einzubinden, um die Arbeitsblätter auch über den Unterrichtsmoment hinaus aktuell zu halten.
- Quote paper
- Michael Stern (Author), 2019, Digitale Tools und Kriterien zur Gestaltung von Arbeitsblättern für die berufliche Ausbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242508