Das Referatsthema setzt sich im Wesentlichen mit dem Begriff der Telearbeit auseinander. Es soll im Folgenden näher auf die Grundlagen der Telearbeit und die damit verbundenen Voraussetzungen und Möglichkeiten dieser neuen Arbeitsform eingegangen werden. Die Arbeitswelt unterliegt ständigen Veränderungsprozessen. Neue Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie eröffnen vor dem Hintergrund von Rationalisierungs- und Kostenreduzierungsbestrebungen in den Wirtschaftsunternehmen den Weg für dezentrale Arbeitsstrukturen. Veränderte Anforderungen an Mitarbeiter hinsichtlich Flexibilität, Innovationsfähigkeit und Qualifikation erfordern auch eine spezielle Organisation des Personalwesens. So können zukunftsorientierte Aufgaben nur effektiv wahrgenommen werden, wenn die Struktur des Personalwesens den wechselnden Ansprüchen, organisatorisch und aufgabenspezifisch, gerecht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
2 Begriffsklärung
3 Organisationsformen der Telearbeit und ihre Anwendungsfelder
3.1 Teleheimarbeit
3.2 Alternierende Telearbeit
3.3 Kollektive Telearbeit
3.4 Mobile Telearbeit
4 Erfolgsbedingungen und Konsequenzen von Telearbeit
4.1 Erfolgsbedingungen von Telearbeit
4.2 Konsequenzen von Telearbeit
5 Fazit der Ausarbeitung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Telearbeit als moderne Organisationsform im Kontext der Personalarbeit. Das primäre Ziel besteht darin, die verschiedenen Ausprägungsformen der Telearbeit zu identifizieren und die wesentlichen Voraussetzungen sowie Konsequenzen für Unternehmen und Mitarbeiter kritisch zu beleuchten.
- Definition und Abgrenzung verschiedener Telearbeitsmodelle
- Anwendungsfelder von Teleheim-, alternierender, kollektiver und mobiler Telearbeit
- Anforderungskriterien für eine erfolgreiche Implementierung
- Auswirkungen auf Organisationsstrukturen und Führungsprinzipien
- Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologie in modernen Arbeitswelten
Auszug aus dem Buch
3.1 Teleheimarbeit
Die Teleheimarbeit galt lange Zeit als einzige Variante in der Diskussion um die Telearbeit und gilt daher als deren ursprünglichste Form. Bei dieser Variante verrichtet der Arbeitnehmer seine Arbeit zu Hause am Computer und die Arbeitsergebnisse werden dem Arbeitgeber, in der Regel durch eine Online-Verbindung, übermittelt. Die Teleheimarbeit wird in der Literatur auch mit isolierter Telearbeit umschrieben, wodurch zum Ausdruck gebracht werden soll, dass es sich hierbei um die extremste Form dezentraler Tätigkeiten handelt. Der Wegfall der Einbindung in die betrieblichen Strukturen ist ein wesentliches Merkmal dieser Organisationsform der Telearbeit.
Die Teleheimarbeit stand besonders im Verlauf der 80´er Jahre im Mittelpunkt der Kritik, da Gewerkschaften hier die Gefahr einer zunehmenden sozialen Isolation sahen, die durch den fehlenden persönlichen Kontakt zum Arbeitgeber/Arbeitskollegen entsteht. Teleheimarbeit hemmt aber auch eine für die moderne Beruflichkeit so wichtige Gruppenbildung weitgehend. Ein sehr positiver Aspekt der Teleheimarbeit ist die Erhöhung der Arbeitsmarktchancen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. So können nach der Konzeption der Teleheimarbeit z.B. Behinderte oder auch Mitarbeiter in strukturschwachen Gebieten oder allein erziehende Mütter und Väter ohne Diskriminierungen oder Einschränkungen in das Arbeitleben eingebunden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Telearbeit vor dem Hintergrund technologischer Veränderungen und notwendiger Rationalisierungsbestrebungen in Unternehmen.
2 Begriffsklärung: Hier wird der Begriff der Telearbeit basierend auf der Definition des BMBF als informatikgestützte, dezentrale Tätigkeit präzisiert.
3 Organisationsformen der Telearbeit und ihre Anwendungsfelder: Dieses Kapitel klassifiziert Telearbeit in die vier Hauptformen Teleheimarbeit, alternierende Telearbeit, kollektive Telearbeit und mobile Telearbeit.
3.1 Teleheimarbeit: Darstellung der ursprünglichsten Form der isolierten Telearbeit sowie deren Vor- und Nachteile hinsichtlich sozialer Isolation und Arbeitsmarktchancen.
3.2 Alternierende Telearbeit: Analyse der Mischform, bei der der Arbeitsort regelmäßig zwischen Betrieb und häuslichem Arbeitsplatz wechselt.
3.3 Kollektive Telearbeit: Erläuterung von Satelliten- und Nachbarschaftsbüros als räumlich ausgelagerte, aber kollektive Arbeitsstrukturen.
3.4 Mobile Telearbeit: Beschreibung einer autarken Arbeitsform, die besonders im Außendienst und Vertrieb zur Produktivitätssteigerung eingesetzt wird.
4 Erfolgsbedingungen und Konsequenzen von Telearbeit: Untersuchung der vier zentralen Erfolgsfaktoren (Persönlichkeit, Aufgabe, Technik, Team) sowie der organisatorischen Auswirkungen.
4.1 Erfolgsbedingungen von Telearbeit: Detaillierte Betrachtung der von W. Glaser postulierten Anforderungen an Mensch, Aufgabe und Technik.
4.2 Konsequenzen von Telearbeit: Diskussion der Auswirkungen auf Führungsinstrumente, wie MBO und MBR, sowie die Bedeutung der Identifikation mit der Unternehmenskultur.
5 Fazit der Ausarbeitung: Zusammenfassende Bewertung, dass die Eignung für Telearbeit stark vom Autonomiegrad der Tätigkeit abhängt und hierarchische Strukturen deutsche Unternehmen dabei aktuell noch hemmen.
Schlüsselwörter
Telearbeit, Teleheimarbeit, Alternierende Telearbeit, Mobile Telearbeit, Personalwesen, Organisationsstruktur, Informations- und Kommunikationstechnologie, Führungsinstrumente, Management by Objectives, Arbeitszeitgestaltung, Produktivität, Arbeitsmarktchancen, Soziale Isolation, Unternehmenskultur, Dezentralisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den grundlegenden Voraussetzungen, verschiedenen Organisationsformen und den Möglichkeiten von Telearbeit im modernen wirtschaftlichen Umfeld.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Klassifizierung der Telearbeit (z.B. heimbasiert vs. mobil), die psychologischen und technischen Erfolgsbedingungen sowie die Auswirkungen auf Führungsstile und Unternehmenskulturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die verschiedenen Ausprägungen der Telearbeit zu schaffen und aufzuzeigen, wie diese effektiv in das bestehende Personalmanagement integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und Konzepte, wie sie etwa von Büssing oder dem BMBF definiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die vier Organisationsformen der Telearbeit und diskutiert die kritischen Erfolgsfaktoren für deren Umsetzung, insbesondere unter dem Aspekt der Führung und Kontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Telearbeit, Organisationsformen, Personalmanagement, Führungsinstrumente, Digitalisierung der Arbeit und Flexibilisierung.
Warum wird das "mittlere Management" oft als hemmender Faktor genannt?
Laut der Arbeit befürchtet das mittlere Management bei der Einführung von Telearbeit einen Verlust an Autorität und Einfluss, da die direkte Kontrolle über die Anwesenheit der Mitarbeiter entfällt.
Welchen Stellenwert nimmt die Unternehmenskultur bei der Telearbeit ein?
Die Unternehmenskultur gilt als signifikant wichtige Voraussetzung; eine erfolgreiche Telearbeit erfordert die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und eine teamzentrierte Arbeitsweise, um Entfremdung zu vermeiden.
- Quote paper
- Christian Schäfer (Author), 2003, Grundlagen der Telearbeit – Voraussetzungen und Möglichkeiten - ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12427