Anliegen dieser Arbeit ist es, den Stellenwert des fürbittenden Gebetes der Gläubigen in der römisch-katholischen Liturgie des Sonntagsgottesdienstes und damit verbundene theologische Aspekte darzustellen.
Die vorliegende Hausarbeit konzentriert sich deshalb auf das fürbittende Gebet der Gemeinde, auch „Gebet der Gläubigen“, „Allgemeines Gebet“ oder „Fürbittgebet“ genannt, so wie es sich aus dem zweiten Testament erschließen lässt. Der Grund für diese Herangehensweise ist sowohl der Inhalt, d. h. die Anliegen der Fürbittenden, als auch die besondere Stellung des Gebetes innerhalb der liturgischen Feier, die diese Gebetsform seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wieder eingenommen hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fürbittendes Gebet als eigenständige Gebetsform
2.1 Situative Begleitumstände des Gebetsvorganges
2.2 Das Element „Bitte“ des Gebetsaktes
2.3 Die Bitte für andere in der Bibel
3 Das fürbittende „Gebet der Gläubigen“ in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche
3.1 Struktur des fürbittenden „Gebetes der Gläubigen“
3.1.1 Einleitung
3.1.2 Gebetsanliegen
3.1.3 Antwort der Gemeinde: Stille und Ruf
3.1.4 Abschluss
3.2 Stellenwert des fürbittenden Gebetes
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der theologischen Bedeutung und dem gottesdienstlichen Stellenwert des fürbittenden „Gebetes der Gläubigen“ in der römisch-katholischen Kirche, wobei der Schwerpunkt auf dessen Funktion als Ausdruck des allgemeinen Priestertums und der Solidarität mit anderen Menschen vor Gott liegt.
- Grundlagen des fürbittenden Gebets als eigenständige Gebetsform.
- Die biblische Verwurzelung der Fürbitte für andere.
- Struktureller Aufbau und liturgische Funktion des Gebets der Gläubigen.
- Die Rolle des Apostels und der Gemeinde im Kontext des allgemeinen Priestertums.
- Die performative Verbindung zwischen Wortgottesdienst und eucharistischer Feier.
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Element „Bitte“ des Gebetsaktes
Betrachtet man die einzelnen sprachlichen Elemente des gemeinschaftlichen Gebetsaktes, so „lassen sich ebenfalls unterschiedliche Aspekte wie Bitte, Lobpreis und Dank, Klage, Schuldbekenntnis, ekstatisches bis verstummendes Reden usw. unterscheiden“. Wenngleich diese Elemente auch miteinander verbunden sind, so sind doch vorrangig drei wesentliche Sequenzen auszumachen. Bereits für den antiken Mittelmeerraum konstatiert Urs von Arx die folgenden Elemente, welche bis heute für Orationen grundlegend sind:
• Anrufung der Gottheit;
• Charakterisierung der Gottheit aufgrund ihrer bekannten Fähigkeiten oder Wesensmerkmale - was beispielsweise über Lobpreis oder Dank geschieht;
• Bitte, verbunden mit einer in der Zukunft erwarteten Reaktion der Gottheit;
• Abschlussformel.
Nach erfolgter Anrufung der Gottheit wird einer inhärenten Logik zufolge durch die sich anschließende Gottescharakterisierung das bereits bekanntgewordene Verhalten der Gottheit gegenüber dem Beter bzw. der betenden Gemeinde präzisiert. Rezipientin bzw. Rezipient dieses Gebetsaktes ist in der vertikalen Kommunikation primär die Gottheit, welcher Lob und Dank zuteilwird. Eine sekundäre Rezeption jedoch ist in horizontaler Kommunikation durch den Sprechakt selbst und die damit verbundenen „Selbstversicherung“ der Gemeinde gegeben sowie durch weiterführende Reflexionen des Gebetsprozesses.
Das ist etwa dann der Fall, wenn aus einem Gebet Rückschlüsse auf Wirklichkeitsverständnis oder religiöse Normen der Betenden gezogen werden oder wenn es der Stabilisierung oder Problematisierung soziokultureller und zumal religiöser Identitäten dient. Aus diesem Grund können Gebetstexte auch in literarischen Kontexten zur Rezipientenlenkung eingesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein und begründet die Konzentration auf das fürbittende Gebet der Gemeinde unter Berücksichtigung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils.
2 Fürbittendes Gebet als eigenständige Gebetsform: Dieses Kapitel definiert wesentliche Merkmale des Gebets als Kommunikationshandlung und untersucht die biblische Dimension der Fürbitte für andere Menschen.
3 Das fürbittende „Gebet der Gläubigen“ in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche: Hier wird der konkrete Aufbau des Gebets der Gläubigen analysiert und dessen hoher Stellenwert als Bindeglied zwischen Wortgottesdienst und Eucharistie dargelegt.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Erkenntnisse über die gemeinschaftsbildende und heilsgeschichtliche Bedeutung des fürbittenden Gebetes für das christliche Gottesverständnis.
Schlüsselwörter
Fürbittendes Gebet, Gebet der Gläubigen, römisch-katholische Liturgie, Fürbitte, Eucharistie, Wortgottesdienst, allgemeines Priestertum, Heilswille Gottes, apostolischer Dienst, performativer Charakter, Glaubensgemeinschaft, biblische Überlieferung, Gebetsaktes, Gemeinde, Liturgiereform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den theologischen Stellenwert und die liturgische Struktur des fürbittenden „Gebetes der Gläubigen“ innerhalb des römisch-katholischen Sonntagsgottesdienstes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition des Fürbittgebets, seine biblische Herleitung, seine Funktion innerhalb der Liturgie sowie die Einbindung der Gemeinde in das Priestertum Jesu Christi durch das Gebet.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung des Fürbittgebets als anteilnehmendes Einstehen für andere vor Gott und dessen Brückenfunktion zwischen Wortgottesdienst und Eucharistie darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf religionsgeschichtliche und liturgiehistorische Erkenntnisse sowie theologische Analysen von Bibelstellen und Konzilstexten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung des Gebetes, die biblische Fundierung der Fürbitte und die detaillierte Beschreibung der liturgischen Struktur des „Gebetes der Gläubigen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Fürbittendes Gebet, Liturgie, allgemeines Priestertum, Heilswille Gottes und Gemeinde.
Warum ist das „Gebet der Gläubigen“ kein Gebet nur des Priesters?
Es wird als Ausdruck des allgemeinen Priestertums des Volkes Gottes verstanden, bei dem die Gemeinde aktiv an der Fürbitte teilnimmt, anstatt nur dem Gebet des Vorstehers zuzuhören.
Welche Bedeutung hat das „Gebet der Gläubigen“ für den Gottesdienstverlauf?
Es fungiert als abschließender Höhepunkt des Wortgottesdienstes und bereitet durch die Fürbitten performativ auf den eucharistischen Teil der Messe vor.
Wie unterscheidet sich echte Fürbitte nach dieser Arbeit von anderen Gebetsformen?
Wahre Fürbitte zielt auf das Handeln Gottes bezüglich anderer Menschen ab und ist kein Ort für bloße moralische Appelle oder gesellschaftskritische Ergänzungen zur Predigt.
- Arbeit zitieren
- Anja M. Metzentien (Autor:in), 2017, Das fürbittende "Gebet der Gläubigen" als anteilnehmendes Einstehen für andere Menschen vor Gott, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242840