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Kleidung als Verkleidung der Seele: Eine exemplarische Analyse anhand des Briefromans "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche

Titel: Kleidung als Verkleidung der Seele: Eine exemplarische Analyse anhand des Briefromans "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche

Hausarbeit , 2021 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Seminararbeit soll die Bedeutung und Funktion der Kleidung der Titelheldin Sophie von Sternheim als Zeichensystem für den Handlungskontext des Briefromans dargestellt werden. Im Zuge dessen wird diskutiert, in welchen räumlichen Kontexten die Kleidung als Spiegel der Seele der Titelheldin funktioniert und somit auf Charakterzüge ihrer selbst schließen lässt und warum die Kleidung am Hofe eher als Verkleidung der Seele verstanden werden kann.

Die Analyse der Figur der Protagonistin und dessen Kleidung wird durch exemplarische Darstellung von drei Szenen des Briefromans, in denen diese Thematik besonders aufgegriffen wird, gestützt. Die drei Textstellen repräsentieren Sophies Zeit am Hof, welche von „den Kleidern [ihrer] Mama“, über die „Spiel im Spiel“ Begegnung mit dem Fürsten bei einem Opernbesuch bis hin zum Maskenball, bei dem sie im Kleid einer Mätresse auftritt, reicht. Der Gegenstand der vorliegenden Seminararbeit liegt in der beschreibenden Kleidung der Sternheim, insbesondere derer, welche sie im Rahmen der Maskenballszene trägt. Ihre vestimentäre Kleidung, die Frisur, Accessoires und Bewegungen der Titelheldin Sophie stehen dabei im Vordergrund und verdeutlichen die Funktion der Kleidung als Verkleidung ihrer seelischen Empfindungen und Tugenden. Dabei verdeutlicht das Farbspiel ihres Kleides aus Cramoisi und schwarzem Traft ihre Verführbarkeit, während ihre offenen Locken eine sexualisierende Wirkung auf die Ballgesellschaft haben. Neben dem Kleid und der Frisur soll auch die Maske, die als Verhüllung ihrer die Empfindungen fungiert, den Fürsten von ihrer Rolle als geeignete Mätresse zu überzeugen. Die Analyse der Physiognomie des Fräuleins von Sternheim am Hofe von D. steht in Differenz zu ihrem inneren Empfinden. Dementsprechend wird über die Analyse der höfischen Gesellschaft, der Kleidung der Sternheim und der Zeichencharakter dieser sowie ihrer Empfindungen darüber im Roman ein stark idealisiertes Weiblichkeitsbild konstruiert. Die mit der modetechnischen Analyse einhergehende Konstruktion eines weiblichen Idealbildes soll die vorliegende Seminararbeit abrunden, dabei wird der Fokus auf der Handlung des ganzen Romans liegen, damit auch die weibliche Autonomie der Sternheim Figur und ihre Rolle als Madame Leidens miteinbezogen werden können. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG MIT ERKENNTNISINTERESSE

2. DIE DISKREPANZ ZWISCHEN NATÜRLICHKEIT UND HÖFISCHEM SCHEIN

3. DIE FUNKTION DER KLEIDUNG ALS VERKLEIDUNG DER SEELE

3.1. VON „DEN KLEIDERN MEINER MAMA“ ZUM HÖFISCHEN PUTZ

3.2. DER KÖRPER DER PROTAGONISTIN ALS SCHAUPLATZ DER BLICKE

3.3. SOPHIE VON STERNHEIM IM KLEID EINER MÄTRESSE

4. DIE DARSTELLUNG EINES IDEALISIERTEN WEIBLICHKEITSBILDES

4.1. SOPHIE ALS VERKÖRPERUNG EMPFINDSAMER TUGEND

4.2. WEIBLICHE EMANZIPATION DURCH AUFKLÄRERISCHE AUTONOMIE

5. FAZIT

6. BIBLIOGRAPHIE

6.1. PRIMÄRLITERATUR

6.2. SEKUNDÄRLITERATUR

6.3. INTERNETQUELLEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion der Kleidung im Briefroman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ von Sophie von La Roche als Zeichensystem im Kontrast zwischen bürgerlicher Natürlichkeit und höfischer Künstlichkeit. Dabei wird analysiert, inwiefern die Kleidung als „Verkleidung der Seele“ dient und wie durch diese modetechnische Inszenierung ein idealisiertes Weiblichkeitsbild konstruiert sowie weibliche Autonomie thematisiert wird.

  • Die Differenz zwischen bürgerlicher Natürlichkeit und höfischem Schein.
  • Die Funktion der Kleidung als Zeichensystem und „Verkleidung der Seele“.
  • Die physiognomische Wirkung der Kleidung auf die Wahrnehmung am Hof.
  • Die Konstruktion eines idealisierten Weiblichkeitsbildes durch Tugend und Empfindsamkeit.
  • Weibliche Emanzipation durch aufklärerische Autonomie und Selbstbestimmung.

Auszug aus dem Buch

3.3. Sophie von Sternheim im Kleid einer Mätresse

Im Kontext des Maskenballs ist Sophie von Sternheim „in Cramoisi und schwarzen Traft gekleidet“ (LR, S. 185), diese Kleidung hat der Fürst für sie anfertigen lassen, um ihr damit ein Geschenk zu machen. Der Begriff cramoisi stammt aus der französischen Sprache und meint die Farbe purpurrot, sodass mit dem Farbspiel der Kleidung Verführung und Leidenschaft verbunden werden kann. Obwohl Sophie von Sternheim in einem typischen Frauenkostüm steckt, nimmt der Rezipient sie als verkleidet wahr. Neben der Kleidung wird auch die Frisur der Sternheim beschrieben, welche sich durch offene „nachlässige“ (LR, S. 185) Locken kennzeichnet, sodass Sophie als Frau sexualisiert wird, da offen getragene Haare die Sexualität in den Vordergrund stellen, während hochgesteckte Haare entsexualisierend und unschuldig wirken.

Infolgedessen hat die Sternheim eine sexualisierende Wirkung auf die Ballgesellschaft, welche ihre Person in Beziehung zur Sexualität stellt, sodass sie immer mehr in die Rolle als Mätresse des Fürsten gedrängt wird und auch von der Ballgesellschaft als solche wahrgenommen wird. Durch die beschriebene Kleidung wird das Fräulein von Sternheim auf ihr äußeres Erscheinungsbild reduziert, da der Fokus der Ballgesellschaft und des Rezipienten darauf gelenkt werden. Darüber hinaus wird ihre Brust in Szene gesetzt, da sie „doch weniger als sonst verhüllt“ (LR, S. 185) ist. Das Kleid und die Frisur dienen dazu Sophie von Sternheim in ihre Rolle als Mätresse des Fürsten zu drängen und sie auch der Ballgesellschaft als diese vorzustellen.

Während das Kleid ihre körperlichen Vorzüge hervorhebt, soll die Maske dazu dienen „ihre Augenbrauen, Schläfe und halbe Backen“ (LR, S. 186) zu verdecken. Die Physiognomie der Sternheim soll verdeckt bleiben, da der Ausdruck ihrer empfindsam-tugendhaften Seele im Kleid der Mätresse nicht gestattet ist. Das Tragen der Verkleidung aus purpurrotem und schwarzem Taft impliziert eine Verkleidung ihrer Seele, da die Farbenkombination Sophie als verführbare Frau darstellt und dies nicht ihre Tugendhaftigkeit widerspiegelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG MIT ERKENNTNISINTERESSE: Einführung in die Thematik der Kleidermode als Zeichensystem im Briefroman und Darstellung der Forschungsfrage sowie der methodischen Vorgehensweise.

2. DIE DISKREPANZ ZWISCHEN NATÜRLICHKEIT UND HÖFISCHEM SCHEIN: Analyse des Kontrasts zwischen dem tugendhaften bürgerlichen Lebensstil und der künstlichen, durch Maskerade geprägten höfischen Gesellschaft.

3. DIE FUNKTION DER KLEIDUNG ALS VERKLEIDUNG DER SEELE: Untersuchung exemplarischer Szenen, die zeigen, wie Kleidung als Mittel der Täuschung und zur Unterdrückung authentischer seelischer Empfindungen eingesetzt wird.

4. DIE DARSTELLUNG EINES IDEALISIERTEN WEIBLICHKEITSBILDES: Diskussion der Konstruktion des Weiblichkeitsideals durch die Tugendhaftigkeit der Protagonistin und ihren Weg der Emanzipation.

5. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse, die betonen, wie Sophie von Sternheim durch ihre Behauptung der sittlichen Identität ein autonomes Frauenbild verkörpert.

6. BIBLIOGRAPHIE: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Sophie von Sternheim, Sophie von La Roche, Kleidung, Zeichensystem, Empfindsamkeit, Tugend, Höfische Gesellschaft, Maskerade, Weiblichkeitsbild, Emanzipation, Autonomie, Briefroman, Aufklärung, Schein und Sein, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion von Kleidung als kritisches Zeichensystem im Briefroman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ von Sophie von La Roche unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher und kultursemiotischer Ansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Kontrast zwischen bürgerlicher Natürlichkeit und höfischer Künstlichkeit, die Symbolik der Kleidung als „Verkleidung der Seele“ und die Konstruktion eines tugendhaften sowie autonomen Weiblichkeitsideals.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die Kleidung der Titelheldin am Hof von D. primär als Verkleidung ihrer empfindsam-tugendhaften Seele dient und welche Rolle dieses modetechnische Zeichensystem für die weibliche Autonomie im Roman spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?

Die Autorin nutzt eine zeichensemiotische Methode, die durch Bezüge zur feministischen Literaturwissenschaft und Gender Studies ergänzt wird.

Welche Inhalte werden maßgeblich im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Diskrepanz zwischen bürgerlichem und höfischem Habitus, dem „Schauplatz der Blicke“ am Hof sowie der Entlarvung dieser künstlichen Identitäten in Schlüsselmomenten wie der Maskenballszene.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit zusammenfassen?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Kleidung als Zeichensystem, Tugend, Empfindsamkeit, Weiblichkeitsideal, Höfische Verkleidung und Autonomie.

Warum wird der Begriff „Verkleidung der Seele“ so stark betont?

Der Begriff verdeutlicht, dass die höfische Kleidung und Inszenierung nicht nur äußeren Schmuck darstellen, sondern aktiv dazu dienen, die authentische, tugendhafte Physiognomie und Seele der Protagonistin zu unterdrücken bzw. zu verhüllen.

Welche Bedeutung kommt der Maskenballszene in der Analyse zu?

Die Szene stellt einen Kulminationspunkt dar, in der das „Spiel mit dem Schein“ entlarvt wird; indem Sophie ihre Maske ablegt, distanziert sie sich von der höfischen Täuschung und bekennt sich zu ihrer eigenen, empfindsamen Identität.

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Details

Titel
Kleidung als Verkleidung der Seele: Eine exemplarische Analyse anhand des Briefromans "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1242899
ISBN (PDF)
9783346661944
ISBN (Buch)
9783346661951
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kleidung verkleidung seele eine analyse briefromans geschichte fräuleins sternheim sophie roche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Kleidung als Verkleidung der Seele: Eine exemplarische Analyse anhand des Briefromans "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" von Sophie von La Roche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242899
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Leseprobe aus  19  Seiten
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