Dieses systematische Review stellt die aktuelle Forschungslage in Hinblick auf die Fragestellung dar, wie effektiv Interventionen zur Förderung des selbstregulierten Lernens bei hochbegabten Schülerinnen und Schülern sind. Dazu wurde eine breite Literaturrecherche durchgeführt, in welcher sieben relevante Studien identifiziert wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Studien viele verschiedene Komponenten von selbstreguliertem Lernen untersuchen, und, dass sie die Hochbegabung ihrer Lernenden unterschiedlich identifizieren. Ein Vergleich oder eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Studien ist deshalb nicht einfach.
Die Förderung von hochbegabten Lernenden im schulischen Kontext bekommt in der Forschung immer mehr Aufmerksamkeit. Einen besonders vielversprechenden Ansatz sehen viele Forscher*innen dabei in selbstreguliertem Lernen. Es adressiert die hohen kognitiven und metakognitiven Fähigkeiten von hochbegabten Lernenden und verspricht deshalb sehr gewinnbringend für das Lernverhalten und die schulische Leistung dieser Schüler*innen zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1. Selbstreguliertes Lernen
2.1.1. Definition
2.1.2. Prozessmodell des selbstregulierten Lernens
2.1.3. Forschungsstand
2.2. Hochbegabung
2.2.1. Definition
2.2.2. Das Münchner (Hoch-)Begabungsmodell
2.2.3. Forschungsstand
2.3. SRL & Hochbegabung
2.4. Fragestellung
3. Methode
3.1. Vorgehen
3.2. Ein- und Ausschlusskriterien
3.3. Einbezogene Studien
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Charakteristik
4.2. Ergebnisse der Einzelstudien
4.2.1. Gaultney (1998)
4.2.2. Miller und Bernacki (2019)
4.2.3. Obergriesser und Stoeger (2015)
4.2.4. Rubenstein et al. (2012)
4.2.5. Singh (2011)
4.2.6. Stoeger und Ziegler (2005)
4.2.7. Stoeger und Ziegler (2010)
5. Diskussion
5.1. Versuchsdesign
5.2. Underachievement
5.3. Stichprobe und Art der Stichprobe
5.4. Umsetzungsbedingungen
5.5. Dauer und Häufigkeit
5.6. Hochbegabungsbegriff
5.7. Messzeitpunkte und Messinstrumente
5.8. Interventionen
5.8.1. Lernstrategien
5.8.2. Motivation
5.8.3. Selbstreflexion
5.8.4. Selbstregulation
5.8.5. Selbstwirksamkeit
5.8.6. Unspezifisch
5.8.7. Zeitmanagement
5.8.8. Zielorientierung
5.9. Limitation
5.10. Schlussfolgerung
6. Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die Wirksamkeit von Interventionen zur Förderung des selbstregulierten Lernens (SRL) bei hochbegabten Lernenden. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu analysieren, die Effektivität verschiedener Komponenten von SRL-Interventionen zu bewerten und bestehende Forschungslücken aufzuzeigen, um fundierte Einblicke in die Leistungssteigerung und Lernmotivation Hochbegabter zu gewinnen.
- Aktueller Forschungsstand zur Wirksamkeit von SRL-Interventionen bei Hochbegabten
- Evaluation verschiedener Komponenten wie Lernstrategien, Motivation, Selbstwirksamkeit und Zielorientierung
- Analyse der Qualität und Methodik existierender Interventionsstudien
- Identifikation von Faktoren für eine erfolgreiche Förderung im schulischen Kontext
- Ableitung von Empfehlungen für zukünftige Forschungsdesigns
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Selbstwirksamkeit im Lernprozess
Selbstwirksamkeit bezieht sich auf die Beurteilung der individuellen Fähigkeit, bestimmte Handlungen zu organisieren und auszuführen, die erforderlich sind, um bestimmte Leistungen zu erreichen. Studien zeigen, dass Selbstwirksamkeit positive Auswirkungen auf wichtige Selbstregulierungsparameter wie Anstrengung oder Ausdauer hat (Sontag & Stoeger, 2015; Stoeger et al., 2015). Schmitz und Wiese (2006) merken hier an, dass Selbstwirksamkeit in ihrem Modell zwar in die präaktionale Phase eingeordnet wurde, dass die Feedback – Struktur des Modells jedoch impliziert, dass die Selbstwirksamkeit auch durch den Lernprozess und die Lernergebnisse beeinflusst wird.
Die nächste Phase des Modells ist die aktionale Phase, die sich in zwei Dimensionen einteilen lässt: Die Quantität und die Qualität von Lernaktivitäten. Die Quantität des Lernens bezieht sich dabei auf die Zeit, die während der Lernperiode investiert wurde. Der Zeitaufwand allein impliziert natürlich noch keine guten Lernergebnisse. Deswegen gibt es eine zweite Dimension, die der Qualität der Lernaktivitäten, welche sich wiederrum in die Untergruppen Lernstrategien und volitionale Strategien einteilen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des selbstregulierten Lernens für Hochbegabte ein und formuliert das Ziel der Arbeit, den Forschungsstand kritisch zu würdigen.
2. Theorie: Das Kapitel definiert die zentralen Konstrukte des selbstregulierten Lernens sowie der Hochbegabung und verknüpft diese theoretisch im schulischen Kontext.
3. Methode: Hier werden die Kriterien der Literaturrecherche, die Ein- und Ausschlussverfahren sowie der Prozess der Studienauswahl transparent dargestellt.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptive Charakteristik der sieben eingeschlossenen Studien und detailliert die Ergebnisse der jeweiligen Einzelstudien.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei Aspekte wie Versuchsdesigns, Stichprobengrößen, Interventionsarten und Limitationen der Forschung umfassend bewertet werden.
6. Ausblick: Der Ausblick resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und appelliert an die Notwendigkeit methodisch hochwertigerer Studien in der Begabtenforschung.
Schlüsselwörter
Selbstreguliertes Lernen, Hochbegabung, Interventionsstudie, Underachievement, Lernstrategien, Selbstwirksamkeit, Systematisches Review, Schulische Leistung, Metakognition, Motivation, Selbstregulation, Fördermaßnahmen, Sonderbegabung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Interventionen zur Förderung des selbstregulierten Lernens (SRL) speziell bei hochbegabten Schülerinnen und Schülern im schulischen Kontext.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Zentrale Themen sind das Konzept des selbstregulierten Lernens, Modelle der Hochbegabung, die Interaktion beider Konstrukte sowie die Auswirkung verschiedener Lernstrategien und Motivationaler Faktoren auf den Schulerfolg.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das primäre Ziel ist ein systematisches Review, das den Forschungsstand zur Effektivität von SRL-Interventionen bei Hochbegabten zusammenfasst, bewertet und aufzeigt, welche Komponenten zur Leistungssteigerung effektiv sind.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in diversen bibliographischen Datenbanken, gefolgt von einer detaillierten Inhaltsanalyse und Evaluation der resultierenden Interventionsstudien.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Methodenbeschreibung der Literatursuche, die deskriptive Darstellung der ausgewählten Studien sowie eine umfassende Diskussion der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Neben SRL und Hochbegabung stehen Begriffe wie Underachievement, Selbstwirksamkeit, Metaanalyse und diverse Lernstrategien im Fokus der Untersuchung.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zum Underachievement?
Underachievement wird oft durch mangelnde Selbstwirksamkeit und ineffiziente Lernstrategien bedingt; Interventionen, die gezielte Unterstützung in diesen Bereichen bieten, zeigen tendenziell positive Ansätze.
Welche Rolle spielt die Stichprobengröße in den untersuchten Studien?
Viele der im Review eingeschlossenen Studien leiden unter einer geringen Stichprobengröße, was laut der Autorin die statistische Signifikanz der Ergebnisse oft einschränkt und Generalisierungen erschwert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Interventionen zur Förderung des selbstregulierten Lernens. Wie effektiv sind sie bei hochbegabten Schülerinnen und Schülern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243093