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Metaphern im Migrationsdiskurs

Title: Metaphern im Migrationsdiskurs

Term Paper (Advanced seminar) , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Laut vielen Sprachwissenschaftlern haben Metaphern nicht nur eine wirklichkeitskonstruierende/-strukturierende Funktion, sondern beeinflussen auch unsere Wahrnehmung und unser Handeln. Metaphern werden meistens gezielt eingesetzt, um einen bestimmten Sachverhalt zu beschreiben. Der Sachverhalt, auf den ich in meiner Arbeit eingehen werde, ist die Migrationsbewegung in Deutschland.

Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit werde ich den Diskursbegriff erläutern und Informationen über die historische und gegenwärtige Auffassungen eines Diskurses darstellen. Anschließend werde ich meinen Fokus auf den Gebrauch der Metaphern im Bezug zum Migrationsdiskurs legen. Manche Ausdrücke sorgen in den Medien nämlich für negative Schlagzeilen und sind in diesem Zusammenhang werde ich einen Blick auf die Migrationsbewegung in Deutschland werfen. Anschließend werde ich die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson darstellen und ihre Hauptthese, welche besagt, dass Metaphern ihren Ursprung in den Erfahrungen eines jenen Menschen haben, prüfen. Zum Schluss werde ich anhand von Beispielen die Metaphorik in Migrationsdiskurs vorstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Diskursbegriff

2.2. Migrationsdiskurs in Deutschland

3. Kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson

3.1 Dominante Positionen der Metapherndiskussion

3.2 Das “neue” Metaphernverständnis

3.3 Klassifikation der Alltagsmetapher

3.4 Analyse der Metaphorik

4. Metaphern im Migrationsdiskurs

4.1 Metaphorik im Bereich Naturgewalten/Wasser

4.2 Metaphorik aus dem Bereich Gebäude

4.3 Metaphorik aus dem Bereich Krieg

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Wirkung von Metaphern innerhalb des deutschen Migrationsdiskurses. Das primäre Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie metaphorische Sprache Konzepte wie Migration strukturiert, Wahrnehmungen beeinflusst, gesellschaftliche Bedrohungsszenarien konstruiert und somit politisches Handeln und die öffentliche Meinungsbildung maßgeblich mitprägt.

  • Strukturelle Analyse der kognitiven Metapherntheorie (Lakoff und Johnson).
  • Klassifikation verschiedener Metapherntypen (ontologisch, orientierend, strukturell).
  • Analyse spezifischer Metaphernfelder im Migrationsdiskurs (Naturgewalten, Gebäude, Krieg).
  • Untersuchung der Bedeutungskonstitution und diskursiven Wirkung metaphorischer Ausdrücke.
  • Reflektion über den Wandel des Sprachgebrauchs in der medialen Berichterstattung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Metaphorik im Bereich Naturgewalten/Wasser

Metaphern werden meistens in gezielten sprachlichen Handlungen verwendet, um einen bestimmten Sachverhalt zu beschreiben. Einer dieser Sachverhalte ist die Migrationsbewegung in Deutschland, welche häufig mit Metaphern aus dem Bereich der Naturgewalten und des Wasserslaufs beschrieben werden, z.B. Flüchtlingsflut, Flüchtlingswelle oder auch Flünchtlingstsunami. Der Bereich der Naturgewalten (Lawinen, Tsunamis) fallen in die Kategorie der unkontrollierbaren Naturkatastrophen. Bei solch einer Art von Naturkatastrophen kommt es zu großen Schäden und auch oft zu Todesopfern. In einer Rede des damaligen Finanzministers Wolfgang Schäuble im Centrum für Europäische Politik in Berlin wurde z.B. die Lawinenmetapher verwendet, wodurch die Flüchtlinge als Gefahr eingestuft worden sind: „Lawinen kann man auslösen, wenn irgendein etwas unvorsichtiger Skifahrer an den Hang geht und ein bisschen Schnee bewegt“ (FAZ, 12.11.2015). Das Konzept einer Lawine wurde hier auf die Flüchtlinge angewendet und ihre Bedeutungsaspekte (Gefahr, Zerstörung, etc.) wurden auf die Menschen projiziert. Somit werden die Menschen als Bedrohung konzeptualisiert, vor der man sich schützen muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Metaphorik im Migrationsdiskurs und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sprachlichen Phänomene und deren Einfluss auf die Wahrnehmung zu untersuchen.

2. Der Diskursbegriff: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Diskursbegriff und setzt ihn in den historischen und gesellschaftlichen Kontext, um die Grundlage für die spätere Analyse zu schaffen.

2.2. Migrationsdiskurs in Deutschland: Es wird die historische Entwicklung der Einwanderung in Deutschland ab 1955 nachgezeichnet und die zunehmende Bedeutung des Themas in den Medien sowie die kritische Auseinandersetzung mit negativen Metaphern in den 80er Jahren skizziert.

3. Kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson: Hier werden die theoretischen Grundlagen der kognitiven Metapherntheorie dargestellt, welche Metaphern nicht als rhetorisches Ornament, sondern als konzeptuelle Basis unserer Erfahrung und Kognition betrachtet.

3.1 Dominante Positionen der Metapherndiskussion: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die gängigen Auffassungen von Metaphern in der Sprachwissenschaft, ausgehend von der klassischen Vergleichs- und Substitutionstheorie bis hin zum kognitiv geprägten Verständnis.

3.2 Das “neue” Metaphernverständnis: Es wird der Ansatz von Lakoff und Johnson vertieft, der darlegt, wie Metaphern als unbewusste, routinierte Konzepte unser Verständnis komplexer Wirklichkeiten strukturieren.

3.3 Klassifikation der Alltagsmetapher: In diesem Teil werden die drei Kategorien ontologische, orientierende und strukturelle Metaphern anhand von Beispielen systematisch gegliedert und erklärt.

3.4 Analyse der Metaphorik: Das Kapitel erläutert die diskursanalytische Bedeutung von Metaphern, insbesondere die Mechanismen des Hervorhebens und Verbergens von Aspekten beim Strukturieren von Argumentationen.

4. Metaphern im Migrationsdiskurs: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier konkret auf das Thema Migration angewendet, um die Wirkung wertender Sprechhandlungen auf die Rezipienten zu untersuchen.

4.1 Metaphorik im Bereich Naturgewalten/Wasser: Die Analyse zeigt auf, wie durch die Verwendung von Wasser- und Naturgewalten-Metaphern Flüchtlinge als unkontrollierbare Gefahr und Bedrohung konzeptualisiert werden.

4.2 Metaphorik aus dem Bereich Gebäude: Das Kapitel beleuchtet die Gebäude-Metaphorik, insbesondere die „Festung Europa“, und deren riskante historische Konnotation sowie Verwendung zur Legitimation restriktiver Politik.

4.3 Metaphorik aus dem Bereich Krieg: Hier wird untersucht, wie kriegerische Metaphorik durch die Darstellung von Migranten als „Invasion“ oder „Front“ eine militärische Gefahr konstruiert, gegen die sich eine Gesellschaft wehren müsse.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass sprachliches Handeln perspektivisch ist und dass sich Metaphern im Migrationsdiskurs im Wandel der Zeit in ihrer Konnotation und gesellschaftlichen Akzeptanz verändern.

Schlüsselwörter

Diskurslinguistik, Migrationsdiskurs, Metapherntheorie, Kognitive Linguistik, Lakoff und Johnson, Konzeptualisierung, Sprache und Wahrnehmung, Diskursanalyse, Naturgewalten-Metapher, Gebäude-Metapher, Kriegs-Metapher, Politische Sprache, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Verwendung und Wirkung von Metaphern im deutschen Migrationsdiskurs. Sie analysiert, wie durch bildhafte Sprache bestimmte Denkweisen über Migration gefestigt und politische sowie gesellschaftliche Diskurse konstruiert werden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der kognitiven Metapherntheorie, die Klassifizierung von Metaphern (ontologisch, orientierend, strukturell) sowie die Anwendung dieser Modelle auf den konkreten Bereich der Zuwanderung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Metaphern als „wirklichkeitskonstruierende“ Instrumente fungieren, die nicht nur eine Situation beschreiben, sondern durch das Hervorheben bestimmter Aspekte (und das Verbergen anderer) Meinungsbildung und politisches Handeln direkt beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt Methoden der linguistischen Diskursanalyse. Dabei werden theoretische Konzepte (insbesondere von Lakoff und Johnson) auf empirisches Material des Migrationsdiskurses angewandt, um die rhetorischen Strategien und Argumentationsmuster offenzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in das diskurslinguistische Metaphernverständnis und die anschließende analytische Untersuchung spezifischer Metaphernfelder, wie etwa aus den Bereichen Wasser/Naturgewalten, Gebäude und Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Diskurslinguistik, Migrationsdiskurs, Kognitive Metapherntheorie, Konzeptualisierung und politische Diskursanalyse charakterisiert.

Was genau versteht die Autorin unter der „Metaphorik im Bereich Naturgewalten“?

Hierbei handelt es sich um Metaphern wie „Flüchtlingsflut“ oder „Tsunami“, die Migration als unkontrollierbares, katastrophales Ereignis darstellen. Die Funktion ist es, das Phänomen als Bedrohung zu rahmen, gegen die sich die aufnehmende Gesellschaft „schützen“ müsse.

Warum ist die Verwendung der „Festung Europa“-Metapher laut der Analyse problematisch?

Die Arbeit identifiziert diese Gebäude-Metapher als historisch vorbelastet, da sie ihren Ursprung im Kontext nationalsozialistischer Ideologie hat. Ihre Verwendung im aktuellen Diskurs ist daher riskant, da sie eine defensive, ausgrenzende Haltung rhetorisch zementiert.

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Details

Title
Metaphern im Migrationsdiskurs
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Pages
17
Catalog Number
V1243099
ISBN (PDF)
9783346667793
ISBN (Book)
9783346667809
Language
German
Tags
metaphern migrationsdiskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), Metaphern im Migrationsdiskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243099
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