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Schonraum Lernhilfeschule - Wie sehen Lernhilfeschüler sich selbst und ihre Zukunftsperspektiven

Title: Schonraum Lernhilfeschule - Wie sehen Lernhilfeschüler sich selbst und ihre Zukunftsperspektiven

Examination Thesis , 2008 , 96 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Franziska Pusch (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Obwohl seit den 1970er Jahren die Forderungen nach einer integrativen Unterrichtung aller Schüler an Regelschulen immer stärker wurden, werden nach aktuellen Erkenntnissen nur ca. 13,5 Prozent aller Förderschüler, bei denen ein Förderbedarf im Schwerpunkt Lernen festgestellt wurde, an Regelschulen unterrichtet (vgl. http://www.kmk.org/statist/Dok184.pdf, S.XI, XIII). Der restliche Anteil der Lernhilfeschüler wird demzufolge an einer Förderschule für Lernhilfe unterrichtet. Im Jahr 2006 waren dies bundesweit 225.000 Schüler (vgl. ebd.). Wie zahlreiche Untersuchungen belegen, hat sich die Lernhilfeschule unlängst zu einer Schule für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund entwickelt. Deshalb stellt sich immer mehr die Frage, ob die Förderschule für Lernhilfe tatsächlich einen ‚Schonraum’ für lernschwache Schüler bietet oder vielmehr ein Auffangbecken für diejenigen ist, die aufgrund anderer Ursachen an der Regelschule scheitern.

Trotz allem wird an der Schonraumthese, der Entlastung der Schüler von Lern- und Leistungsdruck und ihrer daraus resultierenden „seelischen Not“ (Bleidick 1998, zitiert nach Hänsel/Schwager 2004, S.52) sowie den besseren Fördermöglichkeiten an der Lernhilfeschule weiterhin festgehalten. Dennoch bietet der „Schonraum Lernhilfeschule“ nicht ausschließlich ein besseres Lernumfeld. Der Besuch der Förderschule und die damit verbundene Zuschreibung ‚lernbehindert’ stellt eine gravierende emotionale Belastung für die Schüler dar. Nicht nur, dass sie von der Gesellschaft stigmatisiert werden, sie erfahren auch Einschränkungen in ihrer späteren Berufswahl und Berufsausbildung. Nur ca. 20 Prozent aller Lernhilfeschüler verlassen die Schule mit einem Hauptschulabschluss (vgl. http://www.kmk.org/statist/Dok184.pdf, S.XV). Die restlichen Schüler gehen zum Großteil ohne qualifizierten Abschluss in rein schulische oder duale Berufsvorbereitungsmaßnahmen übergehen. Die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz bzw. eine Erwerbstätigkeit nach solchen Maßnahmen ist gering (Schröder 2000, S.222).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

TEIL A

1. Der lernbehinderte Förderschüler

1.1. Definition Lernbehinderung

1.2. Soziokulturelle Aspekte der Lernbehinderung

1.3. Die Überrepräsentation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Förderschulen für Lernhilfe

2. Die Lernhilfeschule als „Schonraum“

2.1. Die Förderschule für Lernhilfe – ein kurzer geschichtlicher Abriss

2.2. Die Förderschule für Lernhilfe – statistische Grundlagen

2.3. Der „Schonraum“ Lernhilfeschule – Realität oder Wunschdenken?

2.4. Resümee – Hat die Förderschule für Lernhilfe eine Schonraumwirkung?

3. Einflussfaktoren der Förderschule auf das Selbstkonzept

3.1. Das globale und das schulische Selbstkonzept

3.2. Der Einfluss der sozialen Bezugsgruppe auf das schulische Selbstkonzept

3.3. Die Rolle der Lehrerin in Bezug auf das Selbstkonzept eines Schülers

3.4. Die gegenseitige Wechselwirkung des Schüler- und Lehrerinnenverhaltens

4. Die Zukunftsperspektiven eines Lernhilfeschülers

4.1. Arbeitsmarkt und die Ausbildungschancen für ‚benachteiligte’ Jugendliche

4.2. Berufsaussichten aus Schülersicht

4.3. Mögliche Wege ins Arbeitsleben für benachteiligte Jugendliche

4.3.1. Schulische Berufsvorbereitungsmaßnahmen

4.3.2. Das Berufsgrundbildungs- und das Berufsvorbereitungsjahr

4.3.3. SchuB-Klassen - eine neue „Erfolg versprechende“ Maßnahme für ‚benachteiligte’ Jugendliche

4.4. Schlussfolgerung

TEIL B

5. Der Untersuchungsauftrag

6. Allgemeine methodische Überlegungen

6.1. Die Technik des Leitfadeninterviews

6.2. Der Aufbau des Leitfadeninterviews

7. Die Durchführung der Interviews

7.1. Zur Auswahl der Schüler

7.2. Gesprächsbedingungen und Durchführung

7.3. Die Auswertung der Interviews

7.4. Überblick über die Schülerdaten

8. Die Ergebnisse der Schülerinterviews

8.1. Der Umgang der Schüler mit der Zuschreibung ‚lernbehindert’

8.1.1. Die Gründe der Überweisung an die Lernhilfeschule aus Schülersicht

8.1.2. Fazit

8.2. Der Umgang der Schüler mit ihrem Förderschulstatus

8.2.1. Schüler, die offen mit ihrem Förderschulstatus umgehen

8.2.2. Beschämte Schüler, die ihren Förderschulstatus verbergen

8.2.3. Fazit

8.3. Der Wohlfühleffekt des Schonraums Lernhilfeschule

8.3.1. Die Auswirkungen der Überweisung an die Förderschule für Lernhilfe

8.3.1.1. Positive Veränderungen aus Schülersicht

8.3.1.2. Kritik an der Lernhilfeschule

8.3.1.3. Fazit

8.4. Der Einfluss der Förderschule auf das schulische Selbstkonzept

8.4.1. Der Einfluss der Förderschule auf die Schulnoten der Schüler

8.4.1.1. Fazit

8.4.2. Die soziale Bezugsgruppe

8.4.2.1. Fazit:

8.4.3. Die Rolle der Lehrerin

8.4.3.1. Fazit

8.5. Die Zukunftsperspektiven und Zukunftswünsche der Förderschüler

8.5.1. Die Zukunftswünsche der Lernhilfeschüler

8.5.1.1. Fazit:

8.5.2. Zu den Berufsaussichten für Förderschüler der Lernhilfeschule

8.5.2.1. Fazit

9. Die theoretische Einordnung der Untersuchungsergebnisse

9.1. Die theoretische Einordnung der Ergebnisse in Bezug auf ‚Lernbehinderung’

9.2. Die Beurteilung der Ergebnisse in Bezug auf die Schonraumwirkung der Lernhilfeschule

9.2.1. Die Einordnung der Ergebnisse in Bezug auf die Entlastungsfunktion

9.2.2. Die Einordnung der Ergebnisse in Bezug auf die Schulleistungen

9.3. Die Einordnung der Ergebnisse in Bezug auf das schulische Selbstkonzept

9.3.1. Die Einordnung der Ergebnisse in Bezug auf die soziale Bezugsgruppe

9.3.2. Die theoretische Einordnung der Ergebnisse in Bezug auf die Beziehung der Schüler zu ihrer Klassenlehrerin

9.3.3. Fazit

9.4. Die theoretische Einordnung der Untersuchungsergebnisse in Bezug auf die Zukunftsperspektiven und Zukunftswünsche der Schüler

9.4.1. Die Zukunftswünsche der Schüler

9.4.2. Die Zukunftsperspektiven der Schüler

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Selbstbild und die Zukunftsperspektiven von Lernhilfeschülern kurz vor Ende ihrer Schulzeit. Im Zentrum steht die Frage, ob die Lernhilfeschule tatsächlich einen „Schonraum“ bietet oder ob sie aufgrund der Stigmatisierung und begrenzter Berufschancen eher eine Sackgasse darstellt. Die Untersuchung zielt darauf ab, die subjektiven Erfahrungen der Schüler mit den theoretischen Annahmen zur Schonraumwirkung und zur beruflichen Integration zu vergleichen.

  • Konstruktion von Lernbehinderung und Stigmatisierungsprozesse
  • Wirkungsweise des „Schonraums“ Lernhilfeschule auf die Lernmotivation
  • Einfluss der sozialen Bezugsgruppe und Lehrer-Schüler-Beziehung auf das Selbstkonzept
  • Chancen und Barrieren beim Übergang von der Förderschule in den Arbeitsmarkt
  • Subjektive Wahrnehmung der Zukunftsperspektiven durch die Schüler

Auszug aus dem Buch

8.3.1.1. Positive Veränderungen aus Schülersicht

Um zu überprüfen, inwiefern der Förderschulbesuch eine Entlastung der Schüler von ihrem Leistungsdruck und Misserfolgserfahrungen darstellt, wurden sie aufgefordert, beide Schulen miteinander zu vergleichen.

Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass der Schulwechsel für fast alle befragten Schüler eine Verbesserung ihrer Situation darstellt. Besonders die Lernatmosphäre an der Förderschule wird von ihnen als angenehm empfunden. So bewerten zehn der 18 befragten Schüler die Lernumgebung als sehr positiv. Kleinere Lerngruppen, ein langsameres Lerntempo, individuelle Hilfestellung und Unterstützung durch die Lehrerin, bewirken nach Aussagen der Befragten, dass das Lernen ihnen wieder Spaß und Freude bereite, was folgende Aussage besonders deutlich zeigt:

„Hier ist es gut. Ich komme jetzt viel öfter in die Schule. Also jetzt schwänze ich nicht mehr so oft. Nur früher habe ich oft gefehlt. Hier ist das Lernen viel besser. Ich lerne mehr und es macht mir auch Spaß und es ist leichter. Die Lehrer schreien einen auch nicht so an und die helfen einem auch und ich bekomme auch keine Sechsen mehr wenn ich fehle. Die Lehrer sind echt netter – nur die Direktorin schreit rum.“ (Schüler 4)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der lernbehinderte Förderschüler: Dieses Kapitel erörtert die Problematik der Begriffsdefinition „Lernbehinderung“ und untersucht den Einfluss soziokultureller Faktoren sowie des Migrationshintergrunds auf das schulische Lernen.

2. Die Lernhilfeschule als „Schonraum“: Hier wird anhand eines geschichtlichen Abrisses und statistischer Daten diskutiert, ob die Lernhilfeschule den Lernenden tatsächlich einen schützenden Schonraum vor Leistungsdruck bietet oder dies ein Wunschdenken bleibt.

3. Einflussfaktoren der Förderschule auf das Selbstkonzept: Das Kapitel analysiert, wie soziale Vergleichsprozesse innerhalb der Klasse und die Beziehung zur Klassenlehrerin das schulische Selbstkonzept und das Selbstbild der Schüler prägen.

4. Die Zukunftsperspektiven eines Lernhilfeschülers: Hier werden die Ausbildungschancen am Arbeitsmarkt sowie berufsvorbereitende Maßnahmen analysiert, um den Übergang der Jugendlichen in das Berufsleben kritisch zu beleuchten.

5. Der Untersuchungsauftrag: Dieses Kapitel leitet aus den theoretischen Ergebnissen von Teil A die Fragestellung für die eigene empirische Studie ab und begründet das methodische Vorgehen.

6. Allgemeine methodische Überlegungen: Hier wird die Wahl des Leitfadeninterviews als Befragungsmethode sowie dessen inhaltlicher Aufbau für die Zielgruppe der Förderschüler begründet.

7. Die Durchführung der Interviews: Das Kapitel beschreibt den Auswahlprozess der Probanden, die Rahmenbedingungen der Gesprächsführung und die methodische Aufbereitung der Daten.

8. Die Ergebnisse der Schülerinterviews: Dieser zentrale Abschnitt präsentiert die gesammelten Aussagen der befragten Schüler zu ihrem Förderschulstatus, dem Schonraumeffekt, ihrer sozialen Stellung sowie ihren Zukunftsplänen.

9. Die theoretische Einordnung der Untersuchungsergebnisse: Das Abschlusskapitel stellt die empirischen Ergebnisse den theoretischen Modellen gegenüber, um zu prüfen, inwieweit die Schonraumthese in der Realität der Schüler Bestand hat.

Schlüsselwörter

Lernbehinderung, Förderschule, Schonraum, Selbstkonzept, Schülerperspektive, Migrationshintergrund, Arbeitsmarkt, Berufsvorbereitung, Soziale Benachteiligung, Leitfadeninterview, Schulleistung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Zukunftsperspektiven, Stigmatisierung, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich der Besuch einer Förderschule für Lernhilfe auf das Selbstbild und die Zukunftsaussichten von Jugendlichen auswirkt, insbesondere im Hinblick auf die „Schonraumthese“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition von Lernbehinderung, soziokulturellen Faktoren, der Rolle der Lehrer, der Bedeutung der sozialen Bezugsgruppe und dem schwierigen Übergang der Schüler in das Berufsleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob die Lernhilfeschule aus Sicht der betroffenen Schüler tatsächlich einen geschützten Raum bietet oder ob sie die Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt durch ihr Stigma benachteiligt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz in Form von 18 Leitfadeninterviews mit Förderschülern, um ein authentisches Bild ihrer subjektiven Gedanken und Gefühle zu erhalten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil A, der den Stand der Wissenschaft zusammenfasst, und einen praktischen Teil B, der die durchgeführte Befragung auswertet und diskutiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Schonraum, Stigmatisierung, Selbstkonzept, Lernbehinderung und soziale Benachteiligung im Kontext des gegliederten Schulsystems.

Wie beurteilen die Schüler ihre Beziehung zur Klassenlehrerin im Vergleich zu Regelschullehrern?

Die Schüler bewerten ihre Förderschullehrerinnen deutlich positiver als ihre früheren Regelschullehrer, da sie diese als geduldiger, fairer und mehr an ihrer Persönlichkeit interessiert wahrnehmen.

Wie schätzen die Schüler ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein?

Die Mehrheit ist sich der schwierigen Lage bewusst und weiß, dass der Hauptschulabschluss als wichtigstes Einstellungskriterium fungiert; viele äußern jedoch Sorgen und Hoffnungslosigkeit bezüglich ihrer zukünftigen Berufschancen.

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Details

Title
Schonraum Lernhilfeschule - Wie sehen Lernhilfeschüler sich selbst und ihre Zukunftsperspektiven
Grade
sehr gut
Author
Franziska Pusch (Author)
Publication Year
2008
Pages
96
Catalog Number
V124317
ISBN (eBook)
9783640294398
Language
German
Tags
Schonraum Lernhilfeschule Lernhilfeschüler Zukunftsperspektiven
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Pusch (Author), 2008, Schonraum Lernhilfeschule - Wie sehen Lernhilfeschüler sich selbst und ihre Zukunftsperspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124317
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