Der erste wissenschaftliche Beitrag zur Professionalisierung im Personalmanagement wurde im Jahr 1987 von Hartmut Wächter veröffentlicht. Dieser löste vielfältige Reaktionen sowohl in der Wissenschaft als auch von Personen aus der Personalmanagementpraxis aus. Die zentralen, seit Beginn der wissenschaftlichen Diskussion dieses Themas entstandenen, wissenschaftlichen Ansätze zur Beschreibung der Professionalisierung des Personalmanagements werden in dieser Arbeit untersucht, beschrieben, auf wissenschaftstheoretischer Basis bewertet und abschließend miteinander verglichen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissenschaftliche Fundierung des Personalmanagements
2.1 Verhältnis von Personalmanagement und Wissenschaftstheorie
2.2 Ableitung von Anforderungskriterien für wissenschaftliche Modelle
2.3 Beurteilungsschema
3. Betrachtung ausgewählter Konzepte zur Beschreibung der Professionalität im Personalmanagement
3.1 Das Konzept von H. Wächter
3.1.1 Professionalitätsverständnis
3.1.2 Verständnis von Personalmanagement
3.1.3 Professionalisierungskonzept für das Personalmanagement
3.2 Das Konzept von M. Ringlstetter und A. Kniehl
3.2.1 Professionalitätsverständnis
3.2.2 Verständnis von Personalmanagement
3.2.3 Professionalisierungskonzept für das Personalmanagement
3.3 Das Konzept von D. Wagner
3.3.1 Professionalitätsverständnis
3.3.2 Verständnis von Personalmanagement
3.3.3 Professionalisierungskonzept für das Personalmanagement
4. Bewertung der Professionalitätskonzepte
4.1 Anwendung des Beurteilungsschemas auf die Konzepte
4.1.1 PM-Professionalisierungskonzept von H. Wächter
4.1.2 PM-Professionalisierungskonzept von M. Ringlstetter und A. Kniehl
4.1.3 PM-Professionalisierungskonzept von D. Wagner
4.2 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ausgewählte wissenschaftliche Konzepte zur Professionalisierung des Personalmanagements kritisch zu untersuchen, auf einer wissenschaftstheoretischen Basis zu bewerten und vergleichend gegenüberzustellen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der wissenschaftlichen Fundierung und praktischen Eignung dieser Ansätze für das moderne Personalmanagement.
- Wissenschaftstheoretische Grundlagen des Personalmanagements
- Entwicklung eines methodischen Beurteilungsschemas
- Analyse der Konzepte von Wächter, Ringlstetter/Kniehl und Wagner
- Bewertung der Professionalitätsgrade und praktischen Gestaltungseignung
- Kritischer Vergleich der theoretischen Fundierungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Professionalisierungskonzept für das Personalmanagement
Erfüllt ein Personalmanagement die im letzten Abschnitt dargestellten Anforderungen, wird es vom Autor als professionell angesehen. Das dargestellte Konzept vom Personalmanagement dient also als Grundlage für weitere Überlegungen zur Professionalisierung im Personalmanagement. Zur Veranschaulichung soll das von Wagner entwickelte Modell für ein solches (im Idealfall professionelles) Personalmanagement in Abbildung 2 dienen.
Im weiteren geht Wagner davon aus, dass der Professionalisierungsgrad des Personalmanagements (bei der Übertragung der theoretischen Eigenschaften des Bezugsrahmens auf die Unternehmenspraxis) von Basisvariablen bestimmt wird. Diese in Abbildung 3 aufgelisteten Basisvariablen stellen die Kompetenzen aller Akteure des Personalmanagements dar. Ihre Existenz führt zu einer positiven Beeinflussung des Professionalisierungsgrads durch den direkten Einfluss auf die internen Aspekte des Personalmanagements (in Abbildung 2 dargestellt: innerer Kontext, Strategie-Felder, PM-Kontext und PM-Aktionsfelder) und auf die Beziehungen zur relevanten Umwelt.
Aus diesen Annahmen abgeleitet, kann der in der Praxis vorhandene Professionalisierungsgrad eines Personalmanagements anhand der Orientierung und Prozessbeteiligung des PM gemessen werden.
In Kapitel 3.3.1 wurde bereits erläutert, dass Wagner neben dem statusorientierten Professionalisierungsbegriff (der sich an der klassischen Definition aus der Arbeits- und Berufssoziologie anlehnt) auch einen funktionsorientierten Professionalisierungsbegriff verwendet. Die Übertragung dieses funktionsorientierten Begriffs auf das Unternehmen führt zu einer Erweiterung des bisherigen Betrachtungswinkels. Die bisherige ausschließliche Betrachtung des Personalmanagements, als indirekter Teil der gesamten Personalfunktion in einem Unternehmen, wird durch die Beachtung der Personalführung erweitert. Die Akteure der Personalführung sind alle mit Führungsaufgaben betrauten Personen im Unternehmen. Erst diese breite Betrachtungsebene macht es möglich, bestehende Unterschiede zwischen den Verwertungsmöglichkeiten der Kompetenzen der Organisationsmitglieder und den Interessen der Organisation durch die Koordination der gesamten Personalfunktion zu minimieren. Aus dieser Überlegung leitet sich schließlich die funktionsorientierte Definition eines professionellen Personalmanagements nach Wagner ab: „Die Personalfunktion eines Unternehmens ist dann als professionell zu bezeichnen, wenn in den einzelnen Funktionsbereichen Koordinationsprozesse ablaufen, die dem jeweiligen aktuellen Stand des relevanten Management-Know-hows entsprechen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation der Arbeit dar, die Konzepte von Wächter, Wagner und Ringlstetter/Kniehl aufgrund ihrer Bedeutung für die Diskussion um das Personalmanagement wissenschaftlich zu untersuchen und zu vergleichen.
2. Wissenschaftliche Fundierung des Personalmanagements: In diesem Kapitel werden wissenschaftstheoretische Grundlagen dargelegt und ein Beurteilungsschema entwickelt, das als Basis für die spätere Bewertung der Professionalitätskonzepte dient.
3. Betrachtung ausgewählter Konzepte zur Beschreibung der Professionalität im Personalmanagement: Hier werden die Ansätze von H. Wächter, M. Ringlstetter und A. Kniehl sowie D. Wagner detailliert vorgestellt, wobei jeweils das Professionalitätsverständnis, das Verständnis von Personalmanagement und das spezifische Professionalisierungskonzept erläutert werden.
4. Bewertung der Professionalitätskonzepte: Dieses Kapitel führt die systematische Bewertung der vorgestellten Konzepte anhand des zuvor erarbeiteten Schemas durch und fasst die Ergebnisse sowie die wissenschaftliche Eignung der Ansätze zusammen.
Schlüsselwörter
Personalmanagement, Professionalisierung, Wissenschaftstheorie, Professionalitätskonzepte, Personalverwaltung, Rollenreflexion, Personalpraxis, Organisationsentwicklung, Professionalitätsgrad, HR-Management, Managementkompetenz, Personalführung, Theoriebildung, Stakeholder-Ansatz, Funktionsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und bewertet verschiedene wissenschaftliche Ansätze, die beschreiben, wie Personalmanagement professionalisiert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Themenfelder umfassen die wissenschaftstheoretische Einordnung des Personalmanagements, die Analyse von Professionalisierungskonzepten sowie die Bewertung deren praktischer Gestaltungseignung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Konzepte von Wächter, Ringlstetter/Kniehl und Wagner auf ihre wissenschaftliche Qualität hin zu prüfen und miteinander zu vergleichen, um ihre Anwendbarkeit für die Praxis zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bewertung verwendet?
Die Arbeit nutzt ein dreistufiges Beurteilungsschema, das Kategorien wie strukturelle Fundierung, Adäquatheit der Aussagen und praktische Eignung umfasst, um die Ansätze systematisch zu bewerten.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Im Hauptteil werden die Theorien der drei genannten Autoren im Detail vorgestellt und anschließend anhand des entwickelten Schemas kritisch analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Personalmanagement, Professionalisierung, Theoriebildung, Organisationsentwicklung und Managementkompetenz charakterisieren.
Inwiefern unterscheidet sich das Konzept von Ringlstetter und Kniehl von den anderen Ansätzen?
Es hebt sich dadurch hervor, dass es den Fokus stark auf die Rollenreflexion aller an Personalfunktionen beteiligten Akteure legt, anstatt sich nur auf administrative Funktionen zu konzentrieren.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der vorgestellten Modelle?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Modell von Wagner aus wissenschaftstheoretischer Sicht das umfassendste Konzept darstellt, da es sowohl interne als auch externe Einflüsse integriert.
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- Dipl.-Kfm. Thomas Zabel (Author), 2006, Wissenschaftliche Ansätze zur Beschreibung der Professionalität des Personalmanagements im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124322